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Unser Sohn wurde krankenhausreif geschlagen

Ihr schreibt:

"Einen Anwalt haben wir auch hinzugezogen, der ist leider immer sehr schwer
zu erreichen."

Ein Anwalt, der "immer sehr schwer zu erreichen ist", taugt nichts. Sucht euch einen Advokaten, der sich der Sache wirklich annimmt. Schlecht vertreten könnt ihr euch alleine, dafür braucht ihr nicht auch noch zu zahlen.

Hans
 
Ich kenne das Problem ebenfalls aus der Grundschule.

Es hatte sich eine Gruppe gebildet die ein Mobbing ausübte, das mit der Zeit sogar in Gewaltattacken (in der Gruppe festhalten und in den Unterleib treten, die Treppe/das Klettergerüst runterstoßen, mit einem Heißkleber attackieren...) ausartete.

Für uns war das grauenvoll. Wir versuchten den Kontakt mit den anderen Eltern, den Weg über die Lehrerin, das Rektorat... Es war kaum zu fassen, wie groß der Wille der Umgebung war die Zustände zu bagatellisieren und zu negieren.

Erst eine schriftliche Zusammenfassung der Ereignisse mit Unterschriften von mehreren Eltern brachte eine Einsicht, dass etwas verkehrt läuft.

Im Nachhinein bin ich der Meinung, dass wir zu friedfertig waren. Wir hätten viel mehr Stunk machen müssen. Hast du dich schon mit dem Schulamt in Verbindung gesetzt?
Bei uns war der einzig mögliche Schritt am Ende der Schulwechsel.

Schueler-Mobbing
 
Diabolo, genau richtig.

Da sind wir uns einig, wie seit langem nicht mehr. Ich habe viele Jahre meinen Beruf mit Herzblut und Engagement ausgeübt. Natürlich sind Kinder, vor allem Jugendliche, nicht immer leicht zu handeln, müssen sich auch ausprobieren und ihre Grenzen testen.

Das gehört zur Selbstfindung. Und zum "Spiel" zum "Austesten" gehört es auch, sich mit den Erwachsenen auf verschiedenen Ebenen zu messen. Dafür habe ich nicht zuletzt auch als Vater von vier sehr unterschiedlichen Kindern immer Verständnis gehabt.

Oft sah ich so manchen Youngster, der da vor mir saß, auch mit den Augen des Vaters. Und dann empfand ich Mitgefühl, und manches rührte mich.

Das kam auch an. Aber dann gab es zunehmend diese anderen jungen Menschen. Ich nenne sie innerlich heimatlos, gleichgültig und in einem gewissen Sinne verwahrlost. Zu Hause gabs keine Grenzen. Sie gingen und kamen nach Hause, wann sie wollten. Sie tummelten sich auf Internet-Seiten, bei denen ich erschauderte. Den Eltern aber wars egal, wie es ihnen gleichgültig war, ob ihr Kind morgens gefrühstückt hatte oder nicht.

Manche Menschen kümmern sich um ihre Haustiere sorgfältiger als solche Eltern um ihre Kinder. Es ist aber nicht nur eine Frage des Bildungsstandes, nein, es ist eine Frage der inneren Haltung. Diese Eltern zeigten sich durchaus versiert, schlagfertig, einfallsreich, wenn es darum ging, etwa dem Jugendamt, der Schule oder wem auch immer den schwarzen Peter zuzuspielen.

Darin waren sie sehr geübt. Und die Institutionen tun sich überaus schwer, solchen Menschen die Grenzen aufzuzeigen und sie bei ihrer Verantwortung zu packen. Mir scheint das inzwischen ein weitverbreites gesellschaftliches Problem zu sein.

Die jungen Menschen, die einfach nur Unterstützung bräuchten, die schweigend die Ohnmacht ihrer Eltern, die Hoffnungslosigkeit in ihren Familien ertragen, die geraten durch die Rabauken, ins totale Abseits, weil sie gar nicht mehr wahrgenommen werden. Das empfand und empfinde ich heute noch als tragisch.

Und das empört mich auch.

Hans
 

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