Diabolo, genau richtig.
Da sind wir uns einig, wie seit langem nicht mehr. Ich habe viele Jahre meinen Beruf mit Herzblut und Engagement ausgeübt. Natürlich sind Kinder, vor allem Jugendliche, nicht immer leicht zu handeln, müssen sich auch ausprobieren und ihre Grenzen testen.
Das gehört zur Selbstfindung. Und zum "Spiel" zum "Austesten" gehört es auch, sich mit den Erwachsenen auf verschiedenen Ebenen zu messen. Dafür habe ich nicht zuletzt auch als Vater von vier sehr unterschiedlichen Kindern immer Verständnis gehabt.
Oft sah ich so manchen Youngster, der da vor mir saß, auch mit den Augen des Vaters. Und dann empfand ich Mitgefühl, und manches rührte mich.
Das kam auch an. Aber dann gab es zunehmend diese anderen jungen Menschen. Ich nenne sie innerlich heimatlos, gleichgültig und in einem gewissen Sinne verwahrlost. Zu Hause gabs keine Grenzen. Sie gingen und kamen nach Hause, wann sie wollten. Sie tummelten sich auf Internet-Seiten, bei denen ich erschauderte. Den Eltern aber wars egal, wie es ihnen gleichgültig war, ob ihr Kind morgens gefrühstückt hatte oder nicht.
Manche Menschen kümmern sich um ihre Haustiere sorgfältiger als solche Eltern um ihre Kinder. Es ist aber nicht nur eine Frage des Bildungsstandes, nein, es ist eine Frage der inneren Haltung. Diese Eltern zeigten sich durchaus versiert, schlagfertig, einfallsreich, wenn es darum ging, etwa dem Jugendamt, der Schule oder wem auch immer den schwarzen Peter zuzuspielen.
Darin waren sie sehr geübt. Und die Institutionen tun sich überaus schwer, solchen Menschen die Grenzen aufzuzeigen und sie bei ihrer Verantwortung zu packen. Mir scheint das inzwischen ein weitverbreites gesellschaftliches Problem zu sein.
Die jungen Menschen, die einfach nur Unterstützung bräuchten, die schweigend die Ohnmacht ihrer Eltern, die Hoffnungslosigkeit in ihren Familien ertragen, die geraten durch die Rabauken, ins totale Abseits, weil sie gar nicht mehr wahrgenommen werden. Das empfand und empfinde ich heute noch als tragisch.
Und das empört mich auch.
Hans