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Unschlüssig, ob bleiben oder gehen

Bleiben oder gehen, eine schwierige Entscheidung. Was hat und erlebt man jetzt, das weiß man. Abe was kommt, findet man was besseres, wo es wirklich besser ist, das Arbeitsklima wirklich auch anders- gesünder ist, das weiß man vorher nicht. Ich kenne diese Situationen aus meinen zurückliegenden stets befristeten Jobs, ich musste mir dann immer was Neues suchen, war dazu verpflichtet und nicht selten wurde es dann nicht anders, nicht besser. Man soll ja mit Kopf- und Bauchgefühl vieles entscheiden, auch vielleicht beruflich, wenn es wirklich nicht mehr geht, dann was anderes suchen, aber nicht kündigen, wenn man nichts Neues gefunden hat. Vorsicht. Sonst können bei Arbeitslosigkeit Sanktionen der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters folgen. Sollte Mobbing im aktuellen Job mit eine Rolle spielen, muss man das nachweisen, alles belegen können. Wünsche Ihnen dazu nun die richtige, gerne auch mutige Entscheidung.
 
Die Hälfte des Arbeitslebens besteht daraus, mit irgendwelchen Blödköppen klarkommen zu müssen, die man privat nicht mal unterm Schuh kleben haben wollen würde . Für Sekretärinnen sind das noch mal wieder 30 % mehr. Leider ist das auch einer der Jobs, wo die Beziehung zum Chef/zur Chefin besonders wichtig ist. Wenn es da nicht klappt, ist es halt noch einmal schwieriger.

Deine Chefin zieht halt die Machtkarte, wenn ihr etwas nicht passt. Da musst du halt gucken, was dir wichtiger ist: autonomes Arbeiten oder Frieden im Büro.

An deiner Stelle würde ich mir mal eine Liste mit den Vor- und Nachteilen dieses Jobs machen. Und ich würde gucken, wie ich mich weiterbilden könnten, um innerhalb dieser Tätigkeit (wenn ich sie beibehalten wollte) aufsteigen zu können. Was meinst du, welchen Einfluss du haben kannst, wenn du irgendwann die rechte Hand ihres Chefs oder ihrer Chefin sein könntest und du dich mit der Person so richtig gut verstehst. 😀

Übrigens: außerhalb des ÖD sieht es nicht besser aus. Vermutlich wird besser bezahlt (wird es in den Konzernen bestimmt), aber da machst du auch, was Cheffe dir anträgt.
 
Was meint ihr, muss man im Job auch mal Unannehmlichkeiten aushalten oder wie seht ihr das?
Ja, sicher muss man das. Das ganze Leben ist nicht durchgehend ein Wunschkonzert, und das gilt nicht nur für den Job. Die Frage - die nur du selber dir beantworten kannst - ist: Sind das, was dich stört, Unannehmlichkeiten? Oder Unzumutbarkeiten? Wird die rote Linie überschrittten?

Und, ganz entscheidend: Wie groß ist die Chance, dass es woanders für dich besser ist?

Wenn du dort Sekretärin bist, dann hast du halt keine Ausbildung, die dich für was "Besseres" qualifiziert. Dann wirst du woanders auch als Sekretärin arbeiten müssen oder in einem ähnlichen Job. Dann wäre es Glückssache, wenn du dort nicht für das Geschirr zuständig bist - vielleicht dann aber für die Mikrowelle.

Es gibt doch immer wieder die Möglichkeit, von der Sekretärin zur Sachbearbeiterin aufzusteigen (wobei du dann auch nicht die hochqualifizierten Aufgaben machen wirst, aber ein kleiner Aufstieg wäre es schon). Also wenn das Arbeitsklima grundsätzlich gut ist und du Fortbildungen machen darfst, dann nutze das doch, um so einen Aufstieg zu machen. Du kannst dich ja beim Personalrat über deine Entwicklungschancen informieren. Dann hast du auch nicht das Risiko, zu kündigen, und woanders die Probezeit nicht zu bestehen und dann ohne Job dazustehen.
 
Ich habe es einige Male versucht, woraufhin sie mir gedroht hat, mich in einen anderen Bereich versetzen zu lassen (auf den ich weniger Lust habe).
Das ist Erpressung, wäre tatsächlich meine rote Linie und damit hätte sie mir auch nur ein einziges Mal gedroht. Den Wechsel ins andere Team hätte ich kuzzeitig in Kauf genommen und mich dann von dort wegbeworben.

Dass die Assistentinnen für die Sauberkeit der Küche verantwortlich sind kenne ich noch von ganz früher. Sie mussten auch die Spülmaschinen ausräumen. M.E. ist das aber nicht mehr zeitgemäß. Bei uns räumt jeder bis zum obersten Chef sein Zeug selbst in die Maschine und wer dann gerade Zeit hat, der räumt das saubere Geschirr dann auch wieder aus.

Sachbearbeiter sind bei uns nicht per se zwingend höher bewertet als Assistentinnen, das kommt schon sehr darauf an. Dennoch hat man bessere Möglichkeiten für eine Weiterqualifikation.

Die klassische Sekretärin gibt es ohnehin kaum noch.
 
Das mit der Aufgabenverteilung ist auch so eine Sache. In der Vergangenheit habe ich in einer Firma gearbeitet, in der den Mitarbeitern beigebracht wurde, dass keine Arbeitskraft mehr wert ist als andere und wir uns für nichts zu schade sein sollten. Also haben wir uns damals abwechselnd um die Kaffeeküche gekümmert. In meinem jetzigen Job gelten Aufgaben wie das Ein- und Ausräumen der Spülmaschine, die Reinigung des Kühlschranks, alles in Verbindung mit der Kaffeemaschine, usw. als Sekretariatsaufgaben. Ich habe der Chefin mal gesagt, dass wir alle die Küche nutzen und deshalb auch alle für die Tätigkeiten dort zuständig sein sollten. Leider sieht sie das anders.

Das verstehe ich auch. Vorab: ich bin keine Führungskraft und hatte nie eine Sekretärin oder Assistenz oder wie das heute heißt.

Aber ich glaube, ich würde ziemlich pampig werden, wenn meine Sekretärin mich dazu auffordern würde, mich in gleichen Teilen daran zu beteiligen, die Teeküche aufzuräumen oder Post zu holen oder was dergleichen Dinge mehr sind.

Der Grund dafür wäre jetzt nicht, dass ich mich dafür zu erhaben fühlen würde oder was besseres. Die simple Tatsache, dass es heute auch häufig Teamassistenz oder Assistent/in von XX heißt und nicht Sekretärin, erklärt auch warum: die Idee dahinter ist ja, dass die Assistenz der zu assistierenden Person Arbeit abnimmt.

Natürlich kann deine Chefin Kaffee kochen. Wahrscheinlich kann sie auch die Spülmaschine benutzen und putzen, irgendjemand macht das ja auch bei ihr Zuhause. Ich gehe auch stark davon aus, dass sie Telefonate annehmen und Outlook bedienen kann oder Kopieren oder Post holen...

Das ist keine Frage der Fairness. Ihr seid bei der Arbeit, keine WG, wo man derartiges aushandelt und in die WG-Regeln schreibt. Wenn sie deine Vorgesetzte ist, dann ist sie weisungsgefügt. Gerade wenn du ihre Assistentin bist, sollst du ihr nach Möglichkeit die Dinge abnehmen, die du erledigen kannst, damit sie mehr Zeit dafür hat, die Dinge zu tun, für die sie ausgebildet wurde.

Dafür wirst du bezahlt.

Wenn du ehrlich der Ansicht bist, dass du ihren Job genau so gut machen könntest wie umgekehrt, dann finde raus, was für formale Qualifikationen sie dir voraus hat (z B Studienabschluss oder andere Zusatzqualifikationen). Dann kannst du die ebenfalls erwerben und dich dann auf entsprechende Stellen bewerben. Falls sie nicht qualifizierter ist als du, steht es dir selbstverständlich auch frei, das sofort zu tun.

Und wenn du dann in der entsprechenden Position bist, dann wirst du es zweifellos besser machen als deine aktuelle Vorgesetzte.

Natürlich ist die Idee mit dem 'Entlasten' kein Freibrief für sie, sich dir gegenüber unangemessen aufzuführen. Ein höflicher Umgangston steht dir selbstverständlich genau so zu wie jeder anderen Kollegin. Und wenn du Zusatzaufgaben bekommst, dann solltest du nicht nur, dann musst du sogar rückmelden, wenn das alles so viel wird, dass du es nicht mehr in der vereinbarten Arbeitszeit erledigen kannst.

Denn nicht nur hat der Arbeitgeber eine Fürsorgepflicht gegen seine Angestellten, die Arbeit muss ja auch erledigt werden.

Übrigens solltest du auch in dieser Situation so höflich im Ton sein, wie du es von deiner Chefin ebenfalls mit Recht erwartest. Falls das dann nicht hilft, dann müsstest du anfangen, Überstunden zu dokumentieren, Rücksprache mit Personalrat halten usw. Aber solange diese magische Grenze nicht erreicht wird, bist du in der Tat verpflichtet zu tun, was eben anfällt, voraus gesetzt du kannst es erledigen und es wird dir von einer weisungsbefugten Person aufgetragen.

Das ist in der Tat in jedem Job so.
 
Ich hatte es nicht so verstanden, dass du grundsätzlich die Assistentinnentätigkeiten auf deine Chefin abwälzen möchtest, oder? Also auch nicht, dass deine Chefin z.B. bei Besuch für die Bewirtung sorgt oder gar die Küche putzt (was nebenbei bemerkt in größeren Betrieben eine Assistentin ebenfalls nicht muss, denn Reinigungsarbeiten sind i.d.R. nicht Bestandteil der Tätigkeitsbeschreibung). Und ja, man darf es nicht verlangen, kann aber schon damit rechnen, dass eine moderne Vorgesetzte ihre Tasse auch mal selber in die Spülmaschine räumt. Tut sie es dann nicht hat man aber in der Tat schlechte Karten.

Bedenklich finde ich dennoch, dass die Chefin Diskussionen mit Hilfe von Erpressung im Keim erstickt - immer vorausgesetzt, man sprach freundlich miteinander und es war keine nicht enden wollende Ja-aber-Diskussion.
 
Stimmt, hier haben einige User/-innen etwas falsch verstanden. Ich erwarte sicher nicht von meiner Chefin, dass sie die Kaffeeküche sauber macht und ähnliche Tätigkeiten übernimmt. Mein Wunsch wäre es, dass solche Aufgaben auf das gesamte Team - mit Ausnahme der Chefin - aufgeteilt werden.

Es ist auch nicht unsere Chefin/Sachgebietsleitung, die ihre Launen an uns auslässt. Die Frau, die das macht, ist eine aus dem Team, die die Chefin in deren Abwesenheit in den Besprechungen vertritt. Offiziell ist sie keine Führungskraft, aber uns Sekretärinnen gegenüber verhält sie sich so. Ich finde das schräg, denn sie ist erst vor wenigen Monaten 30 geworden und ich bin einiges älter. Meine Eltern haben mir beigebracht, dass man mit älteren Personen sehr respektvoll umgehen sollte.

Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es nicht wirklich viele für mich. Als Quereinsteigerin ohne Ausbildung in der Verwaltung könnte ich mich zur Verwaltungsfachangestellten weiterbilden. Der Knackpunkt ist, dass ein Teil des Unterrichts in Präsenz stattfindet und ich anwesend sein müsste. Der Unterricht findet aber nicht abends oder am Wochenende statt, sondern unter der Woche während der Arbeitszeit. Meine Kollegin müsste an diesen Tagen im Büro sein und ihre Urlaubsplanung für das ganze Jahr an meine Unterrichtszeiten anpassen. Dazu ist sie nicht bereit, was ich aber schon verstehe.

Die zweite Möglichkeit wäre ein Fernstudium ohne Präsenzunterricht. Wenn ich nicht öfters so kaputt wäre nach der Arbeit, würde ich das in Erwägung ziehen.
 

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