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Unglücklich im Job

fittich

Neues Mitglied
Hallo zusammen,

ich bin sehr unglücklich in meinem Job und es wird in letzter Zeit deutlich schlimmer. Ich bin Softwareentwicklerin, hab eine Ausbildung zur Fachinformatikerin und ein Studium Wirtschaftsinformatik absolviert. Ich hatte mich für diesen Weg entschieden, da ich damals als 15-Jährige nicht wusste, was ich lernen sollte, was mir Spaß machen würde, außer PCs, damals habe ich viel mit dem PC gemacht. So ging es dann weiter. Nach der Ausbildung dann halt das passende Studium, denn damit konnte man ja ganz gut Geld verdienen. Aber eigentlich hätte ich damals schon die Reißleine ziehen müssen. Nun arbeite ich seit fast zwei Jahren in meinem Job. Ich habe mich im Laufe der Zeit verändert, ich habe andere Interessen entwickelt, ich hasse es mittlerweile, den ganzen Tag am PC zu sitzen und meine Software anzustarren. Ich komm nicht mehr mit den Kollegen klar, die sich den ganzen Tag über Computer unterhalten und dann auch noch in ihrer Freizeit ununterbrochen davor sitzen. Versteht das nicht falsch, ich versteh mich nach außen hin gut mit denen, aber sie sind alle so anders als ich. Sie sind halt Informatiker mit Leib und Seele und dabei merke ich immer umso deutlicher, dass ich das nicht bin und auch nicht sein möchte. Hinzu kommt, dass mein Arbeitgeber eine Katastrophe ist. Ich muss hier zb unbezahlte Dienste machen. 3-4 Mal im Monat, entweder nach Feierabend (17:30) bis 24 Uhr oder am Wochenende von entweder 9-17 Uhr oder 17-24 Uhr. Da sitze ich dann zu Hause und wenn was passiert werde ich halt benachrichtigt und muss das Problem beheben. Unbezahlt und es gibt auch keine Überstunden dafür. Es gibt hier an sich keine Überstunden. Feste Arbeitszeiten... wenn man mal zum Geburtstag eingeladen ist oder seine Nichte aus dem Kindergarten abholen will, muss man sich einen halben Tag Urlaub nehmen, und davon hat man hier nur 24.
Gerade sonntags gehts mir immer besonders schlecht. Gestern Abend hab ich nur noch geweint. Ich weiß einfach nicht, wie es weitergeht. Ich will nicht weiter als IT-Fachkraft arbeiten, weil ich das einfach nicht bin. Ich bin hier bei der Arbeit in meinem Job einfach nicht ich. Ich weiß aber auch nicht, was ich sonst machen soll. Ich habe mittlerweile herausgefunden, dass ich gerne mit Menschen arbeite, ich liebe Kinder über alles. Ich gebe gerne Mathenachhilfe, helfe bei Hausaufgaben. Aber werde ich glücklich, wenn ich jetzt zB eine mehrjährige Ausbildung zur Erzieherin mache? Wie finde ich heraus, welcher Job wirklich MEIN Job ist, in dem ich glückliche werde, bei dem ich mit Freude zur Arbeit gehe... mir fällt es mittlerweile sehr schwer zur Arbeit zu gehen. Außerdem bin ich so unglücklich, dass ich verlernt habe, mich zu freuen. Normalerweise habe ich mich immer mit Bauchkribbeln auf zB Familiengeburtstage gefreut oder irgendwelche anderen Veranstaltungen. Dieses Gefühl kenn ich gar nicht mehr... ich lache weniger, weine mehr, bin lustlos, frustriert und denke mir jeden Tag von morgens bis abends, wie es wohl weitergehen soll. Ich bin nun 24 Jahre alt und bin auch in dem Alter, in dem ich ans Kinder kriegen denke. Bin auch seit Jahren in einer festen Beziehung. Eine Zeit lang dachte ich, dass es vielleicht eine Möglichkeit wäre, erstmal in die Familienplanung zu gehen und danach beruflich neu anzufangen, aber ich will doch zufrieden sein, wenn es soweit ist...
Ich weiß einfach nicht weiter...
 
Hallo fittich,

das geht mir ganz genauso. Ich bin auch in der IT tätig, aber das bin nicht ich, und ich bin einfach kein richtiger Informatiker, da ich kein Talent und keine Neigung für diesen Beruf habe.

Allerdings habe ich noch selbst keinen Ausweg gefunden. Stattdessen quäle ich mich durch jeden Tag...

Man sollte wirklich mal eine Selbsthilfegruppe gründen, um sich gegenseitig zu unterstützen, da es doch immer mal wieder jemanden gibt, dem es genauso geht wie uns...
 
Hallo knuddel40,

schön, zu wissen, dass man nicht alleine ist. Aber nicht schön, zu wissen, dass es anderen auch schlecht geht... Sobald du einen Masterplan hast, wie wir aus der Misere herauskommen, gib mir Bescheid. Den brauche ich so schnell wie möglich... Dieses "durch den Tag quälen" ist mittlerweile unerträglich.
 
Hallo,

wenn du Spaß hast Nachhilfe zu geben bzw. Menschen was beizubringen, informiere dich doch, ob du mit deiner Ausbildung nicht in der Erwachsenenbildung arbeiten kannst. Gerade auf dem Gebiet SW-Entwicklung gibt es doch einige Kursangebote für die qualifizierte Dozenten gesucht werden.
Soweit ich weiß, kann man auch im Nachhinein noch aufs Lehramt umsatteln. Gerade in den Naturwissenschaften, werden immer wieder Lehrer gesucht. Versuch doch auf den Grundlagen aufzubauen, die du bereits hast um dich selbst zu verwirklichen. Ich denke nicht, dass es eine gute Idee ist was ganz anderes zu machen, besonders weil du dich als Erzieherin während deiner Ausbildung mit einem sehr viel geringeren Gehalt abfinden musst (und nach der Ausbildung vermutlich auch).

Viel Erfolg!

Übrigens, ich habe auch Informatik studiert und wir sind nicht alle so 😉 Ich mache in meiner Freizeit ganz bestimmt nix am Computer, trotzdem mag ich meine Arbeit sehr.
 
Sobald du einen Masterplan hast, wie wir aus der Misere herauskommen, gib mir Bescheid. Den brauche ich so schnell wie möglich... Dieses "durch den Tag quälen" ist mittlerweile unerträglich.

Ja, und dazu kommt, dass ich die Anforderungen meines Arbeitgebers nie wirklich erfüllen kann: ich bin einfach zu wenig interessiert an den EDV-Themen, deswegen fällt es mir schwer, mich mit ihnen zu beschäftigen, und deswegen wiederum fehlt mir wichtiges Wissen und wichtige Erfahrungen. Das negative Feedback wiederum zieht mich noch weiter runter. Ein richtiger Teufelskreis.

Das Umsatteln in den Lehrerberuf ist durchaus eine Option. Mir wurde allerdings gesagt, dass ich wegen meines Diploms nur Mathematik- und Informatiklehrer werden dürfte - aber genau das sind die beiden Fächer, die ich selbst in der Schule schon am wenigsten mochte, und ich kann mir nur schwer vorstellen, ein Mathematiklehrer zu sein. Denn mit Mathematik habe ich nicht viel am Hut.

Tja, einen Masterplan... Wer den hätte... Sowas wäre Gold wert...
 
Hallo fittich,

bin leider auch in diesem beruflichen Umfeld gestrandet und traue mir es aber nicht mehr zu, mit Ende vierzig und einem durchaus respektablen Gehalt, noch einmal komplett umzusatteln. Allerdings war es nicht immer so. Die ersten 15 Jahre hat es mir wirklich Spass gemacht und in der Retrospektive muß ich feststellen, dass es vor allen Dingen an den Aufgabenstellungen und dem betrieblichen Drumherum gelegen hat, dass es mir damals noch Freude bereitet hat.

Insofern würde ich an deiner Stelle zuerst versuchen, einen besseren, deinen Vorstellungen eher entsprechenden Job zu finden. 24 Tage Urlaub, Bereitschaften ohne Vergütung und ähnliches ist doch in dieser Branche wirklich nicht nötig. Mit deinem Alter dürfte es kein allzu grpßes Problem sein, eine Tätigkeit zu finden, die erheblich bessere Rahmenbedingungen bietet. Dozententätigkeit, wechselnde Innen- und Außendienste, Beratungstätigkeit, vielleicht sogar Projektarbeit auf selbständiger Basis könnten dir vielleicht eine ganz neue Perspektive bieten.

Ich, an deiner Stelle, würde mir jetzt eine Auszeit gönnen, ob durch Krankschreibung oder direkte Kündigung, sei jetzt mal dahingestellt, und dann ausgiebig Jobportale abklappern - ein schönes, aussagefähiges Profil kann so manchen Personaler schon überzeugen. Du wirst sehen, mit jedem Tag, an dem du durchatmen kannst, der dich in eine andere Zukunft führt, wird es dir besser gehen und dann bist du auch wieder in der Lage, vernünftige, zukunftsweisende Entscheidungen zu treffen.

Erzieherin? Kann ich nur von abraten. Miese Bezahlung, Stress ohne Ende und kaum einer, der den persönlichen Einsatz zu schätzen weiss. Da kämst du nur vom Regen in die Traufe. Besser wäre der oben skizzierte Weg, und wenn dir dann wieder gut geht, kannst du ja deinen Traum von Familie realisieren, dann hast du genügend mit Erziehung zu tun und wirst froh sein, dass es sich nur auf den privaten Bereich beschränkt.

lg
 
Na ja, aber dass man nicht plötzlich was völlig anderes machen kann, wenn man jemand anderen was beibringen will, ist ja eigentlich klar. Trotzdem ist das Berufsbild eines Lehrers oder Trainers ein anderes als das von einem Programmierer. Es wird dann nicht mehr verlangt Programme zu entwickeln und schreiben, sondern sich ein Konzept zu überlegen, wie man Menschen die Informatik näher bringt.Trotzdem sollte man jedoch eine gewisse Liebe für sein Fach aufbringen und da das bei euch beiden nicht der Fall ist, solltet ihr euch wirklich überlegen, was ihr anderes machen könnt.
 
Hallo,
Hallo,

wenn du Spaß hast Nachhilfe zu geben bzw. Menschen was beizubringen, informiere dich doch, ob du mit deiner Ausbildung nicht in der Erwachsenenbildung arbeiten kannst. Gerade auf dem Gebiet SW-Entwicklung gibt es doch einige Kursangebote für die qualifizierte Dozenten gesucht werden.

Ich denke, Erwachsenenbildung sagt mir nicht zu. Ich möchte lieber mit Kindern und/oder Jugendlichen (so 0-16 Jahre) arbeiten... du schriebst ja auch, dass man aufs Lehramt umsatteln kann. Ich war vor einigen Wochen schon bei der Berufsberatung und die meinten, man könnte an die BBS gehen. Aber ich war ja selber an der BBS während meiner Ausbildung und auch das wäre nichts für mich. Schon gar nicht in der IT. Dafür bin ich einfach nicht talentiert und interessiert genug für/an die/der IT (grüß dich, knuddel40). Mathelehrerin in der Realschule kann ich mir irgendwie schon eher vorstellen, aber dafür ist eine zu lange Ausbildung nötig.

Was ich jedenfalls gemerkt habe, ist, dass man seine Berufswahl nicht alleine nach dem Verdienst richten sollte. Es ist zwar irgendwie eine Phrase, aber Geld allein macht nun mal nicht glücklich. Ich würde es derzeit auch in Kauf nehmen, einiges weniger zu verdienen und dafür endlich glücklich in meinem Job zu sein.

Ja, und dazu kommt, dass ich die Anforderungen meines Arbeitgebers nie wirklich erfüllen kann: ich bin einfach zu wenig interessiert an den EDV-Themen, deswegen fällt es mir schwer, mich mit ihnen zu beschäftigen, und deswegen wiederum fehlt mir wichtiges Wissen und wichtige Erfahrungen. Das negative Feedback wiederum zieht mich noch weiter runter. Ein richtiger Teufelskreis.

Ja, mir geht's ähnlich. Noch hat mein Arbeitgeber nicht gemerkt, dass ich nichts drauf habe. Aber er hat ab und zu schon mal angedeutet, dass ich auch in andere Bereiche einsteigen soll. Und da kam bei mir schon gleich die Panik hoch. Weil dann würde er es definitiv merken. Hoffentlich bin ich bis dahin weg.
 
Ja, mir geht's ähnlich. Noch hat mein Arbeitgeber nicht gemerkt, dass ich nichts drauf habe.

Mich wundert es bei mir selber immer wieder, wie lang es dauert, bis es mal jemandem auffällt, dass man nichts drauf hat. Wenn man halbwegs geschickt ist, kann man sich lange Zeit irgendwie durchwinden, ohne dass die Leistungsschwäche wirklich auffällt.

Das Problem ist halt nur, dass es einen ja selber unglücklich macht. Mir jedenfalls geht es so, dass ich viel lieber eine gute Leistung im Beruf erbringen würde als meine Anstrengung darin zu investieren, nicht negativ aufzufallen.
 
Hallo Gast, ich hatte deinen Beitrag übersehen (hatte nicht gemerkt, dass es eine zweite Seite gibt ;-))

Vielen Dank für deinen Beitrag.

Hallo fittich,

bin leider auch in diesem beruflichen Umfeld gestrandet und traue mir es aber nicht mehr zu, mit Ende vierzig und einem durchaus respektablen Gehalt, noch einmal komplett umzusatteln. Allerdings war es nicht immer so. Die ersten 15 Jahre hat es mir wirklich Spass gemacht und in der Retrospektive muß ich feststellen, dass es vor allen Dingen an den Aufgabenstellungen und dem betrieblichen Drumherum gelegen hat, dass es mir damals noch Freude bereitet hat.

Ich bin wahrscheinlich nicht die Richtige, die sowas sagen darf, aber ich habe schon viel in Foren gelesen, in denen auch Menschen in deinem Alter tatsächlich beruflich neu angefangen haben und es nicht bereut haben... sie glauben, für diesen Weg ist es nie zu spät.

Insofern würde ich an deiner Stelle zuerst versuchen, einen besseren, deinen Vorstellungen eher entsprechenden Job zu finden. 24 Tage Urlaub, Bereitschaften ohne Vergütung und ähnliches ist doch in dieser Branche wirklich nicht nötig. Mit deinem Alter dürfte es kein allzu grpßes Problem sein, eine Tätigkeit zu finden, die erheblich bessere Rahmenbedingungen bietet. Dozententätigkeit, wechselnde Innen- und Außendienste, Beratungstätigkeit, vielleicht sogar Projektarbeit auf selbständiger Basis könnten dir vielleicht eine ganz neue Perspektive bieten.
Ja, ich hatte sogar schon einen neuen Arbeitsvertrag vorliegen, bei dem es deutlich bessere Arbeitsbedingungen gab. Aber ich habe den Vertrag nicht unterschrieben, aus der Angst, auch dort vom Regen in die Traufe zu kommen. Die Tätigkeit sprach mir nicht zu. Zurzeit habe ich noch ein anderes Bewerbungsverfahren im Gange. Der Arbeitgeber ist ein großer Konzern und sehr vielversprechend. Vielleicht geht es mir damit ja schon besser. Allerdings, tief in meinem Inneren, weiß ich, dass ich die Stelle eigentlich gar nicht möchte, da es halt auch eine IT-Stelle ist. Aber besser als bei meinem jetzigen Arbeitgeber kann es eigenltich nur werden. Und vielleicht hab ich dann wieder so viel inneres Gleichgewicht, um zufrieden eine Familie zu gründen.

Ich, an deiner Stelle, würde mir jetzt eine Auszeit gönnen, ob durch Krankschreibung oder direkte Kündigung, sei jetzt mal dahingestellt, und dann ausgiebig Jobportale abklappern - ein schönes, aussagefähiges Profil kann so manchen Personaler schon überzeugen. Du wirst sehen, mit jedem Tag, an dem du durchatmen kannst, der dich in eine andere Zukunft führt, wird es dir besser gehen und dann bist du auch wieder in der Lage, vernünftige, zukunftsweisende Entscheidungen zu treffen.
Oft habe ich diesen Schritt schon überlegt (Kündigung). Aber ich habe zu große Angst davor, arbeitslos zu sein. Dann steht man ja gewaltig unter Druck, was neues zu finden. Aber psychisch besser würde es mir damit sicherlich besser gehen.
Krank schreiben lassen traue ich mich nicht so richtig. Was soll ich dem Arzt denn sagen? :-( Na ja, so ein bisschen wie burn-out fühlt es sich schon an, denke ich. Aber nicht wegen Überlastung... :-(

Erzieherin? Kann ich nur von abraten. Miese Bezahlung, Stress ohne Ende und kaum einer, der den persönlichen Einsatz zu schätzen weiss. Da kämst du nur vom Regen in die Traufe. Besser wäre der oben skizzierte Weg, und wenn dir dann wieder gut geht, kannst du ja deinen Traum von Familie realisieren, dann hast du genügend mit Erziehung zu tun und wirst froh sein, dass es sich nur auf den privaten Bereich beschränkt.

lg
Ja.. ich habe schon vieles in die Richtung gehört. Deswegen würde ich den Schritt wahrscheinlich auch nicht wagen...

Vielen Dank auf jeden Fall für deinen Beitrag. Er hat mir schon etwas geholfen, denk ich.
 

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