Hallo Jamie (und die restlichen die mich nicht vergessen haben),
schön von Dir zu hören.
Hmm.. das mit dem ich liebe Dich ist halt schwer einzuschätzen... ich bin immer noch so hin und hergerissen, ich glaube mein Fehler ist, dass ich INNERLICH zu fiel erwarte, Du hast recht, ein "ich liebe Dich" von ganzem Herzen wäre sehr sehr viel wert. Jamie, er meinte sein Leben vor dem Seitensprung....Wenn ich mit ihm gesprochen habe (seit wir vom Urlaub da sind, haben wir gar nicht mehr über das Thema gesprochen) hat er schon geantwortet aber sehr dürftig.
Was mich total durcheinander bringt ist, dass ich ja selbst einige Fehler an mir oder meinem Verhalten entdeckt hatte, auch mit Hilfe von Euch und dem Buch was ich gelesen habe, aber das mein Mann mir sagt, dass es nichts gibt was ihn stört (mit Ausnahme das wir im Bett ein paar Probleme haben) aber sonst nichts... also nichts meine Person betreffend. Das kann doch nicht sein, ich sehe doch selber Fehler an mir. Jetzt weiß ich nicht, ob ich meine Fehler einfach ansprechen soll, weil ich denke, dass sie ihn vielleicht indirekt in die Arme der anderen getrieben haben oder ob es wirklich "nur" das Problem ist, dass er sich als Mann nicht attraktiv fand. Schwierige Sache.....
Habe mich gefreut, irgendwie wechselt die Eheberatungsstelle ihre telefonischen Sprechzeiten täglich, mein Mann hat auch gestern versucht anzurufen, aber da war nur wieder ein AB mit Sprechzeiten heute mittag dran. Er sagte, er ruf heute nochmals an. Das hat mich ganz doll gefreut. Ich versuche mich weiter am Riemen zu reißen, ich glaube es ist besser, sich nicht über alles das Hirn zu zermattern, mir fehlt halt nur so sehr das reden und ich trau mich gerade nicht mehr, ihn nach dem jetzigen Gefühlsstand bezüglich seiner Geliebten zu fragen. Würdet ihr das tun? Als ich ihn im Urlaub mal gefragt habe, sagte er mir er denke nicht oft an sie. Er wünschte sich auf der einen Seite, er hätte Sie nie kennen gelernt und auf der anderen Seite, würde er sie gerne nochmals sehen, weil er es so unfair beendet habe (er hatte sie vor vollendte Tatsachen gestellt und sie sehr verletzt - ich weiß bis heute nicht, was er konkret zu ihr gesagt hat) und ihr gar keine Chance gegeben hätte, dass sie ihren Standpunkt zu der Sache darstellen konnte - oh, das hatte mich so getroffen und so verletzt, obwohl sein Bedürfnis verständlich und menschlich ist. Wißt ihr ich weiß halt immer noch nicht recht wo ich stehe. Ich bin stolz, oder blöde?, dass ich ihm nicht hinterher spioniere - ich glaube das wäre keine gute Basis - ich hoffe ich werde für mein Vertrauen nicht gestraft.
Ein paar kleine Erzählungen bin ich Euch noch schuldig:
- Ganz ganz dankbar bin ich meinem Mann dafür (es war die einzigste Bitte - andere würden es Forderung nennen, die ich ausgesprochen hatte), dass mir mein Mann vor dem Urlaub Name und Adresse von seiner Geliebten in einem verschlossenen Umschlag gab. Ich erklärte ihm, dass ich mich schwer tue, in meinem Kopf mit einem Phantom zu kämpfen und dass es mir eine gewisse Sicherheit gebe, wenn ich wüsste, dass hinter diesem Phantom eine Person aus Fleisch und Blut stehe. Ich sagte ihm, dass ich ihn deshalb direkt darum bitten würde, weil ich nicht hinter seinem Rücken spionieren möchte und dass ich es ja sowieso rauskriegen würde (meine Verwandte arbeitet in der gleichen Firma wie sie) aber das ich es gerne von ihm erfahren würde. Ich wolle es auch nicht wissen um zu spionieren, nur für den Fall dass ich es nicht mehr aushalte, wäre ich beruhigter, wenn ich wisse wer sie ist und wo sie genau wohnt. Und mein Mann hat es getan, er gab mir unaufgefordert am nächsten Tag den Umschlag. Ich hielt es leider nur 3 Tage aus, dann öffnete ich den Umschlag - das weiß er bis heute nicht. Aber ich glaube nach wie vor, dass es sehr gut für mich war. Auch wenn ich nicht weiß, wie sie aussieht und ich wohl irgendwann ins offenen Messer laufen werde und wir uns begegnen.
Mein Mann sagte mir mal während des Urlaubs, dass er nicht sagen könne, was ausschlaggebend war, dass er zurückgekommen ist - er sagte, es wäre irgendwann mal ein Zeitpunkt gekommen in dem er plötzlich wußte, wo er hingehöre. Er sagte mir auch, dass er, sollte unsere Ehe doch in die Brüche gehen, niemals mit dieser Frau nochmals eine Beziehung eingehen würde. Er könnte das nicht, denn er würde sie immer verantwortlich machen, dass diese Affaire sein Lebensglück zerstört habe. Traurig macht mich immer sein Satz, denn er kann ja nicht erklären, wie es zu allem kam, dass er eben im ersten Augenblick Gefühle für diese Frau hatte - wißt ihr, wenn er mir nicht sagen kann, was ihn an mir stört oder was ich aus seiner Sicht falsch gemacht habe, muß ich immer weiter Angst haben, dass irgendwann wieder eine andere Frau in sein Leben tritt. Er sagte zwar, er habe aus dieser Situation gelernt und wisse, welch schwerwiegenden Folgen diese hat und er weiß auch, dass ich niemals eine zweite Affaire verzeihen könnte, aber wenn man so wenig redet wie wir zwei, reicht das einfach nicht aus, um Vertrauen wieder aufzubauen. Wahrscheinlich würde es mir auch leichter fallen, wenn mehr, ich wähle nun bewußt das Wort mehr..lächel zu Jamie..., Liebesbeweise kämen oder mal ein Kompliment an mich (sei es meine Person oder mein Aussehen etc.). Aber ich begreife langsam, dass mich das Warten nicht weiter bringt. Ich hoffe, dass da die Eheberatung eine kleine Hilfe ist, damit wir uns umfassend aussprechen können und dann gemeinsam in die Zukunft blicken können und auch emotional wieder Ruhe bei uns einkehren kann. Ich habe begriffen, dass wir uns beide verändert haben, dass ich auch nicht mehr die alte bin und dementsprechend auch zunächst einmal auf meinen alten Mann (der mir viel Zuneigung, Verständnis und Liebesbeweise all die 7 Jahre entgegengebracht hatte) verzichten muss - ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass ein großer Teil meines alten Mannes nicht verloren ist sondern nur eben gerade tief im inneren eingesperrt ist. Ich hoffe nur, dass ich nicht 7 Jahre durch eine rosa Brille geschaut habe und irgendwann erkenne, dass ich mir die ganzen Jahre was vorgemacht habe..... wie kann ein einzelner Mensch gedanklich so verunsichert sein? Ein wenig Hoffnung gibt mir, dass mein Mann eigentlich bei allen Dingen die er tut oder sagt, immer von einer gemeinsamen Zukunft ausgeht. Wann hören wohl die quälenden Gedanken an diese Frau bzw. die Phantasien an die Intimität zwischen meinem Mann und dieser Frau auf. Es verging bisher kein einziger Tag, an dem es mich nicht quälte. Ich gehe zu Bett mit diesem Gedanken und wache auf mit diesen Vorstellungen. Vor einiger Zeit sagte man mir hier in diesem Forum, man habe das Gefühl, dass ich sehr dominant sei. Ich habe mir im Laufe der letzten Jahrzehnte, angefangen ab der Schulzeit (soll keine Entschuldigung sein), einen sehr sehr harten Panzer zugelegt (es war meine einzige Überlebenschance) und ich wünschte mir, dass diese harte Schale auch meine tief im Inneren verborgenen Gefühle beträfen, dann könnte ich vielleicht mit der ganzen Sache ein wenig leichter umgehen und würde nicht langsam aber sicher an meiner übersensiblen Art zerbrechen.
Liebe Grüße Trauermaus.
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