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und jetzt lieg mein Leben in Scherben! einsam,ohne familie,arbeitslos,krank,...

V

vom Pech verfolgt

Gast
Hallo

es wäre ganz toll, wenn ich hier jemanden erreichen könnte, der mir zumindest vielleicht über dieses Portal ein wenig zur Seite stehen könnte. Seit einem dreiviertel Jahr habe ich eine Unglückssträhne, die sich nach und nach durch jeden Bereich meines Lebens zieht und einfach nicht enden möchte.

Ich bin in sehr zerütteten Verhältnissen aufgewachsen. Meine Eltern haben immer gestritten und mich dabei voll hineingezogen. Es wurden sämtliche Grenzen überschritten, die Umgangsformen wurden täglich respektloser. Zwischen 9 und 22 Jahren hatte ich deswegen immer wieder Suizidgedanken. Als ich das Haus dann verlies, hat meine Mutter begonnen zu trinken, hat mich häufig betrunken angerufen und gesagt, dass ich sie nun im Stich lassen würde und mir wegen allem anderen ständig Vorwürfe gemacht. Selbst wenn mein T-Shirt nicht die richtige Farbe hatte, legte sie auf und sagte, dass ihr Kind so nicht sei...
Keine Unterhaltung verging ohne einen heftigen Streit, bis ich den Kontakt abbrach. Das ist nun zwei Jahre her. Es wurde zunächst nicht akzeptiert, besonders von meiner Mutter nicht. Mir ging es damit jedoch von Tag zu Tag besser. Noch heute weiß ich nicht, wie ich ein ruhiges Verhältnis herstellen könnte, zu groß ist auch die Angst, das alles von vorne beginnt. Es belastet mich jedoch sehr. Ab und zu habe ich das Gefühl meine Mutter zu sehen obwohl sie weit entfernt wohnt, dann merke ich, dass ich mich getäuscht habe und es eine fremde Frau ist...

Vor etwa vier Jahren habe ich einen Mann kennengelernt, in den ich mich sofort verliebte. Wir hatten eine Fernbeziehung. Nach und nach kam heraus, dass ich ganz und gar nicht die einzige war und er in jeder größeren Stadt mindestens eine Frau hatte. Ich war jedoch so auf ihn fixiert, dass ich es nicht beenden konnte. Ich glaube für mich ersetzte er die Familie, die ich nicht hatte. Er hielt mich auf Abstand und hat sich dann und wann das genommen, wofür ich meinen Platz in seinem Leben hatte. Im Oktober vergangenen Jahres, nach einer schrecklichen Entdeckung über ihn, hatte ich dann endlich den Mut, es zu beenden. Er schreibt mir noch heute hin und wieder und versucht ein Treffen zu arrangieren. Ich treffe mich nicht mehr mit ihm, aber unterhalten tue ich mich dennoch mit ihm. Ich bin von seinem Verhalten jedoch immer noch entsetzt und menschlich tief enttäuscht...

Im November, also einen Monat nach der "Trennung" von ihm bin ich dann sehr krank geworden. Bis heute nehme ich starke Medikamente, wache aber dennoch jeden Morgen mit Schmerzen auf und gehe jeden Abend mit Schmerzen ins Bett. Ich war monatelang krank geschrieben, bis ich auf Anraten der Ärzte meinen Job gekündigt habe, da dieser sehr stressig und zeitintensiv ist.

Seither bin ich arbeitslos. Ich habe mich arbeitslos gemeldet, weil ich arbeiten will und auch muss. Ich habe im Monat nach Abzug der Miete kaum Geld zum Überleben übrig und schreckliche Angst vor dem Winter. Ich weiss noch nicht, wie ich mir neue Schuhe kaufen soll oder einen warmen Pullover. Diese Geldnöte kenne ich bereits aus meiner Kindheit und das war wirklich immer sehr schlimm. Ich hatte gehofft dem durch einen guten Studienabschluss entgehen zu können und dennoch bin ich nun in dieser Situation.

Nächste Woche habe ich zwei Gespräche. Auch wenn ich für die Jobs lange Umzüge auf mich nehmen müsste und niemanden in der fremden Stadt kenne, sehe ich es als Chance. Auf der anderen Seite, weiß ich, wie einsam ich mich fühlen werde, es ist so schwer einen Freundeskreis neu aufzubauen. Und ich habe auch große Angst davor, den Anforderungen des Jobs nicht gewachsen zu sein wegen meiner Krankheit, dass sie sich wieder verschlimmert.

Mitte des Jahres gab es einen Lichtblick. Ich habe einen Mann kennengelernt und es war zunächst alles sehr schön. Ich dachte, dass ich nun auch einmal Glück haben würde. Er aber hält mich nun auch auf Abstand, eine vertraute Beziehung ist nicht möglich. Das macht mich ganz traurig. Auch bei ihm kann ich mich nicht einmal geborgen fühlen. Ich hatte ihm absichtlich nicht davon erzählt, dass es mir momentan so schlecht geht, da ich ihn nicht gleich verschrecken wollte.

Heute betrachte ich mein Leben und es kommt mir vor, als ob es ein riesiger Scherbenhaufen ist: krank, arbeitslos, ggf. die Aussicht auf einen Job in einer fremden großen Stadt, keinen Familienanschluss, kein Geld. Ich habe das Gefühl zu zerbrechen :,-(

Ich habe schon erfahren, wie Menschen darauf reagieren, wenn man sie mit seinen Problemen belastet: Sie ziehen sich zurück, reden schlecht oder man bekommt mitleidige Blicke, während sie einem vom tollen Urlaub, dem neuen Auto, der Gehaltserhöhung oder ihren Sorgen hinsichtlich der Restaurantwahl des Abends erzählen. Eine Gesprächstherapie wollte ich bereits machen, aber dafür muss ich sicher sagen können, ein halbes Jahr an Ort und Stelle zu bleiben, das kann sich momentan täglich ändern... Ich fühle mich so allein! Ich brauche unbedingt jemanden, der mich in den Arm nimmt und der einfach nur da ist, den gibt es aber nicht. Daher hoffe ich, vielleicht hier ein wenig Wärme (wenn das über das Internet überhaupt möglich ist?) zu erfahren.

Vielen Dank auf jeden Fall bereits einmal für das Lesen!
 
Das klingt alles recht ungut.

Warte erstmal die Vorstellungsgespräche ab und dann sieh bezüglich des Therapeuten weiter. Du solltest unbedingt mal mit jemandem sprechen, der dir professionell helfen kann. Das ist ganz wichtig, weil du dich, wie du selbst schon gesagt hast, an zerstörerischen Beziehungen festbeißt und dich dadurch noch mehr runter ziehen lässt um nur nicht allein zu sein. Aber genau das ist falsch. Menschen, die einem mehr Schaden als nutzen, muss man komplett von sich fern halten, damit man selber glücklich werden kann.

Ein Umzug in eine andere Stadt kann auch ein guter neuer Anfang sein. Du wirst unter Leute kommen und Freundschaften schließen und vielleicht sogar eine neue Liebe finden.

Fang mit der Aufarbeitung deiner Probleme an und mach kleine Schritte 🙂

Alles wird gut!
LG
Star
 
Das klingt alles recht ungut.

Warte erstmal die Vorstellungsgespräche ab und dann sieh bezüglich des Therapeuten weiter. Du solltest unbedingt mal mit jemandem sprechen, der dir professionell helfen kann. Das ist ganz wichtig, weil du dich, wie du selbst schon gesagt hast, an zerstörerischen Beziehungen festbeißt und dich dadurch noch mehr runter ziehen lässt um nur nicht allein zu sein. Aber genau das ist falsch. Menschen, die einem mehr Schaden als nutzen, muss man komplett von sich fern halten, damit man selber glücklich werden kann.

Ein Umzug in eine andere Stadt kann auch ein guter neuer Anfang sein. Du wirst unter Leute kommen und Freundschaften schließen und vielleicht sogar eine neue Liebe finden.

Fang mit der Aufarbeitung deiner Probleme an und mach kleine Schritte 🙂

Alles wird gut!
LG
Star


Hallo Star,
ganz lieben Dank für deine Antwort. Ich gebe dir absolut recht, an schlechten Beziehungen sollte man sich nicht festbeißen, daher hatte ich auch die Beziehung zu meinen Eltern für eine Zeit zumindest (also bis heute noch) abgebrochen. Dadurch geht es mir besser, aber ohne Familie ist es sehr schwer, da der Halt fehlt, wenn auch kein fester, zuverlässiger Partner da ist. Ich bin ein sehr verbindlicher Mensch, aber bei Bekannten halte ich es nun so. Wenn mich jemand nicht gut behandelt, ist er "raus"bzw. wird nur noch oberflächlich "mitgezogen", aufregen tue ich mich darüber schon nicht mehr. Ein Freundeskreis zu finden ist jedoch sehr schwer in einer neuen Stadt, daher fällt mir der Schritt auch nicht so leicht.
Danke dir noch einmal und alle Gute auch für dich!
 
Ab und zu habe ich das Gefühl meine Mutter zu sehen obwohl sie weit entfernt wohnt, dann merke ich, dass ich mich getäuscht habe und es eine fremde Frau ist...

Kannst du sie nicht ab und zu mal besuchen? Wenn du weit entfernt wohnst, dann kann sie ja nicht erwarten, dass du bei ihr bleibst. Sie muss akzeptieren, dass du jetzt dein eigenes Leben hast. Aber deshalb muss man den Kontakt ja nicht abbrechen.

Wie ist denn das Verhältnis zu deinem Vater?

Im November, also einen Monat nach der "Trennung" von ihm bin ich dann sehr krank geworden. Bis heute nehme ich starke Medikamente, wache aber dennoch jeden Morgen mit Schmerzen auf und gehe jeden Abend mit Schmerzen ins Bett. Ich war monatelang krank geschrieben, bis ich auf Anraten der Ärzte meinen Job gekündigt habe, da dieser sehr stressig und zeitintensiv ist.

Vielleicht kannst du erstmal halbtags arbeiten? Ich habe einen Kollegen, der sowas wie ein Burn-Out-Syndrom hatte. Er hat es auf diese Weise geschafft und arbeitet nun wieder Vollzeit. Allerdings hat er auch sonst einen Gang runtergeschaltet, Überstunden gibts nicht mehr und stressen lässt er sich auch nicht.

Seither bin ich arbeitslos. Ich habe mich arbeitslos gemeldet, weil ich arbeiten will und auch muss.

Vielleicht kannst du übergangsweise einen Aushilfsjob (auf 400-Euro-Basis oder ähnliches) annehmen?

Ich habe im Monat nach Abzug der Miete kaum Geld zum Überleben übrig und schreckliche Angst vor dem Winter. Ich weiss noch nicht, wie ich mir neue Schuhe kaufen soll oder einen warmen Pullover.

Naja, da kannst du aber auch einfach mehr übereinander anziehen, dann geht das auch. Ich hab zwar Pullover, die liegen aber schon seit Jahren im Schrank. Ich bin da eher der "Zwiebelschalen"-Typ: ein oder zwei T-Shirts übereinander, ein Sweatshirt drüber und eine einfache Jacke. Meine dicke Winterjacke liegt die meiste Zeit nur im Auto, für den Fall der Fälle (Panne, Unfall, etc.). Und dedizierte Winterschuhe hab ich das letzte Mal vor 20 Jahren getragen. 🙄

Diese Geldnöte kenne ich bereits aus meiner Kindheit und das war wirklich immer sehr schlimm. Ich hatte gehofft dem durch einen guten Studienabschluss entgehen zu können und dennoch bin ich nun in dieser Situation.

Gibt es keine Möglichkeit für dich, irgendwo Geld einzusparen (z.B. durch Kündigung überflüssiger Versicherungen oder ähnliches)?

Nächste Woche habe ich zwei Gespräche. Auch wenn ich für die Jobs lange Umzüge auf mich nehmen müsste und niemanden in der fremden Stadt kenne, sehe ich es als Chance.

Das ist es auch.

Auf der anderen Seite, weiß ich, wie einsam ich mich fühlen werde, es ist so schwer einen Freundeskreis neu aufzubauen. Und ich habe auch große Angst davor, den Anforderungen des Jobs nicht gewachsen zu sein wegen meiner Krankheit, dass sie sich wieder verschlimmert.

Am Beispiel meines o.g. Kollegen hab ich gesehen, was Stress und Überlastung anrichten können. Oft macht man sich aber auch selbst Stress, obwohl man es gelassener angehen lassen könnte.

Heute betrachte ich mein Leben und es kommt mir vor, als ob es ein riesiger Scherbenhaufen ist: krank, arbeitslos, ggf. die Aussicht auf einen Job in einer fremden großen Stadt, keinen Familienanschluss, kein Geld. Ich habe das Gefühl zu zerbrechen :,-(

Ich hatte auch schon einige Probleme und vor ein paar Jahren war "Scherbenhaufen" auch ein Wort, an das ich im Zusammenhang mit meinem Leben denken musste. Aber jetzt ist das nicht mehr so und hoffentlich bei dir bald auch nicht mehr. Vielleicht hast du ja in ein paar Wochen schon einen neuen Job, der dir Spass macht und keine Geldsorgen mehr.

während sie einem vom tollen Urlaub, dem neuen Auto, der Gehaltserhöhung oder ihren Sorgen hinsichtlich der Restaurantwahl des Abends erzählen.

Das sind für mich alles unbedeutende Nebensächlichkeiten. In Urlaub war ich schon ewig nicht mehr, ins Restaurant muß ich auch nicht und mein Auto ist alt und bestimmt nicht "repräsentativ", aber ich mags. 🙄

Gruß,
Garak
 
Liebe Gästin, was mir in diener "Geschichte" auffällt ist eine gewisse Wiederholung der Ereignisse, bei der du aber die Seite, oder die Rolle gewechselt hattest.. Zuerst warst du diejenige, die mit Problemen/Konflikten der Anderer (deiner Eltern) so sehr belastet wurde, in diese so sehr hineingezogen wurde, dass du, um dich selbst zu schützen, das Haus verlassen und den Kontakt mit ihnen abgebrochen hattest. Doch deine Mutter hat begonnen zu trinken und dir immer wieder Vorwürfe gemacht...

Meine Eltern haben immer gestritten und mich dabei voll hineingezogen. .. Als ich das Haus dann verlies, hat meine Mutter begonnen zu trinken, hat mich häufig betrunken angerufen und gesagt, dass ich sie nun im Stich lassen würde und mir wegen allem anderen ständig Vorwürfe gemacht. .. Keine Unterhaltung verging ohne einen heftigen Streit, bis ich den Kontakt abbrach.

Dann, nach der neuen Trennung - diesmal von einem Mann, bist du selbst krank geworden und bekamst als Folge noch Probleme mit der Arbeit und mit dem Geld. Und du scheinst jetzt selbst Angst zu haben, dass du dadurch die Andern belasten und abschrecken könntest, dass sie sich dadurch von dir zurückziehen könnten. Damit erlebst du diese Situation aus einer entgegengesetzten Position - vergleichbar mit der Position deiner Mutter/Eltern, oder?

Im November, also einen Monat nach der "Trennung" von ihm bin ich dann sehr krank geworden.

Ich hatte ihm absichtlich nicht davon erzählt, dass es mir momentan so schlecht geht, da ich ihn nicht gleich verschrecken wollte.

Ich habe schon erfahren, wie Menschen darauf reagieren, wenn man sie mit seinen Problemen belastet: Sie ziehen sich zurück,..

Dashalb vermute ich, dass du vielleicht mit dieser Situation von früher und deiner damit verbundenen Entscheidung noch nicht "im Frieden" bist, dass sie nicht abgeschlossen ist, noch in dir arbeitet und dadurch auf dein jetziges Leben einwirkt. Könnte es sein? Wenn ja, dann wäre die Gesprächtherapie, die du machen wolltest, vielleicht eine gute Möglichkeit dieses Thema zu verarbeiten und dadurch innerlich freier und auf neue, dauerhafte Kontakte aufgeschlossener zu werden.

Alles Gute dir und ganz liebe Grüße!
Lenja
 
Kannst du sie nicht ab und zu mal besuchen? Wenn du weit entfernt wohnst, dann kann sie ja nicht erwarten, dass du bei ihr bleibst. Sie muss akzeptieren, dass du jetzt dein eigenes Leben hast. Aber deshalb muss man den Kontakt ja nicht abbrechen.

Wie ist denn das Verhältnis zu deinem Vater?



Vielleicht kannst du erstmal halbtags arbeiten? Ich habe einen Kollegen, der sowas wie ein Burn-Out-Syndrom hatte. Er hat es auf diese Weise geschafft und arbeitet nun wieder Vollzeit. Allerdings hat er auch sonst einen Gang runtergeschaltet, Überstunden gibts nicht mehr und stressen lässt er sich auch nicht.



Vielleicht kannst du übergangsweise einen Aushilfsjob (auf 400-Euro-Basis oder ähnliches) annehmen?



Naja, da kannst du aber auch einfach mehr übereinander anziehen, dann geht das auch. Ich hab zwar Pullover, die liegen aber schon seit Jahren im Schrank. Ich bin da eher der "Zwiebelschalen"-Typ: ein oder zwei T-Shirts übereinander, ein Sweatshirt drüber und eine einfache Jacke. Meine dicke Winterjacke liegt die meiste Zeit nur im Auto, für den Fall der Fälle (Panne, Unfall, etc.). Und dedizierte Winterschuhe hab ich das letzte Mal vor 20 Jahren getragen. 🙄



Gibt es keine Möglichkeit für dich, irgendwo Geld einzusparen (z.B. durch Kündigung überflüssiger Versicherungen oder ähnliches)?



Das ist es auch.



Am Beispiel meines o.g. Kollegen hab ich gesehen, was Stress und Überlastung anrichten können. Oft macht man sich aber auch selbst Stress, obwohl man es gelassener angehen lassen könnte.



Ich hatte auch schon einige Probleme und vor ein paar Jahren war "Scherbenhaufen" auch ein Wort, an das ich im Zusammenhang mit meinem Leben denken musste. Aber jetzt ist das nicht mehr so und hoffentlich bei dir bald auch nicht mehr. Vielleicht hast du ja in ein paar Wochen schon einen neuen Job, der dir Spass macht und keine Geldsorgen mehr.



Das sind für mich alles unbedeutende Nebensächlichkeiten. In Urlaub war ich schon ewig nicht mehr, ins Restaurant muß ich auch nicht und mein Auto ist alt und bestimmt nicht "repräsentativ", aber ich mags. 🙄

Gruß,
Garak

Hallo lieber Garak,
vielen Dank für deine Anregungen!

Es wäre mein größter Wunsch einfach zu meiner Mutter zu fahren, sie in den Arm zu nehmen. Das ist mit ihr aber leider nicht möglich. Reicht man ihr den kleinen Finger, nimmt sie den ganzen Arm. Sie würde sofort wieder all ihre Probleme auf mich entladen, das halte ich einfach nicht mehr aus! Die Erinnerungen an meine Kindheit und Jugend, wo ich bereits versucht habe ihr bzw meinen Eltern zu helfen und ihre Problem zu managen ertrage ich kaum.

Ein Verhältnis zu meinem Vater gibt es seit bestimmt 6 Jahren nicht mehr. Als ich noch zu Hause lebte und er mich jeden Tag beleidigte und beschimpfte, fing ich irgendwann an eine Liste mit all den schlimmen Dingen zu führen, die er zu mir sagte. So wurden diese für mich etwas relativer und er verwandelte sich von meinem Vater, der mich verletzte, zu einem riesengroßen A...loch. Eines Tages, als meine gesamte Familie versammelt war und er mich als Nutte beschimpfte (ohne Anlass, ich war in einer langjährigen Beziehung) und meine gesamte Familie, es nicht einmal als unüblich ansah und die anderen Gespräche einfach fortführte, wollte ich nie wieder etwas mit ihm zu tun haben.

Ich habe auch bereits überlegt etwas anderes übergangsweise zu machen, aber ich glaube, dass ich dann nie wieder einen Job in meinem studierten Fachbereich bekommen werde, das ist jetzt schon ein Ding der Unmöglichkeit. Ich habe über 150 Bewerbungen geschrieben und von meinen bisher 10 Vorstellungsgesprächen habe ich exakt 10 Absagen erhalten.

Ich habe keine Möglichkeiten etwas einzusparen. Ich habe kein Auto, keine unnötigen Versicherungen oder ähnliches. Ich habe eine kleine Wohnung und Möbel darin, das wars. Das habe ich mir alles selbst erarbeitet, worauf ich sehr stolz bin. Wenn ich von Freunden und Freundinnen höre, wie sie Konten, Autos, Reisen von ihren Eltern bekommen (haben) kann ich immer nur staunen, so etwas hatte ich nie - jeden Cent habe ich selbst verdient. Ich habe seit meinem 15. Lebensjahr immer (nebenher) gearbeitet. Das ist schon eine lange Zeit, mein Körper ist nicht sehr belastbar und trotzdem trietze ich ihn immer auf Höchstleistung, vielleicht war es jetzt einfach zu viel?

Ich finde es bewundernswert, dass du schreibst, dass du schon lange nicht mehr in Restaurants oder im Urlaub warst und glücklich bist. Ich habe das Gefühl, noch nichts von der Welt gesehen zu haben und es macht mich richtig traurig, dass ich es mir vermutlich auch nie wirklich leisten können werde. Wenn ich meine Freunde und Freundinnen sehe, wie sie um die Welt fliegen, habe ich das Gefühl völlig im Abseits zu stehen. Irgendwann werde ich gehen und nichts gesehen haben, diesen Gedanken finde ich ganz schlimm.

Bitte versteh mich nicht falsch, ich bin ein Mensch, der mit wenig zufrieden ist. Ich bin immer die gewesen die alle aufmuntert. Aber nachdem es in Familie, Liebe, Job, Gesundheit und Geld - in einfach jedem Bereich meines Lebens ganz furchtbar schlecht aussieht, weiß ich einfach nicht mehr weiter, wirklich gar nicht :,-(
 
Liebe Gästin, was mir in diener "Geschichte" auffällt ist eine gewisse Wiederholung der Ereignisse, bei der du aber die Seite, oder die Rolle gewechselt hattest.. Zuerst warst du diejenige, die mit Problemen/Konflikten der Anderer (deiner Eltern) so sehr belastet wurde, in diese so sehr hineingezogen wurde, dass du, um dich selbst zu schützen, das Haus verlassen und den Kontakt mit ihnen abgebrochen hattest. Doch deine Mutter hat begonnen zu trinken und dir immer wieder Vorwürfe gemacht...

Dann, nach der neuen Trennung - diesmal von einem Mann, bist du selbst krank geworden und bekamst als Folge noch Probleme mit der Arbeit und mit dem Geld. Und du scheinst jetzt selbst Angst zu haben, dass du dadurch die Andern belasten und abschrecken könntest, dass sie sich dadurch von dir zurückziehen könnten. Damit erlebst du diese Situation aus einer entgegengesetzten Position - vergleichbar mit der Position deiner Mutter/Eltern, oder?

Dashalb vermute ich, dass du vielleicht mit dieser Situation von früher und deiner damit verbundenen Entscheidung noch nicht "im Frieden" bist, dass sie nicht abgeschlossen ist, noch in dir arbeitet und dadurch auf dein jetziges Leben einwirkt. Könnte es sein? Wenn ja, dann wäre die Gesprächtherapie, die du machen wolltest, vielleicht eine gute Möglichkeit dieses Thema zu verarbeiten und dadurch innerlich freier und auf neue, dauerhafte Kontakte aufgeschlossener zu werden.

Alles Gute dir und ganz liebe Grüße!
Lenja

Hallo Lenja,
auch dir vielen lieben Dank für deine Antwort! Du hast recht, die Probleme mit meinen Eltern, die schlimmen Erinnerungen daran belasten mich sehr und wirken sich sicherlich ganz negativ auf meine Gesundheit aus. mit der Situation bin ich noch nicht "im Frieden", sie ist nicht "abgeschlossen" - aber wie sollte man auch jemals mit seinen Eltern abschließen? Ich denke nicht, dass das geht, mir ist jedenfalls seit Jahren kein Weg eingefallen. Ich würde zu gerne mit meinen Eltern einen netten, distanzierten Kontakt haben, aber das ist nicht möglich, sie würden mich sofort wieder mit ihren Problemen belasten, mich in ihre negative, schreckliche Welt hineinziehen. Ich würde mit ständigen Geschrei, Messitum, Alkoholproblemen, Beleidigungen, Klammern, Hilferufen, Beschuldigungen, usw. belastet werden - das kann und will ich vor allem nicht mehr! Es tut mir sehr leid, dass sich meine Eltern ihr Leben gegenseitig so zerstören, ich möchte so etwas für mein Leben jedoch nicht! Was meinst du mit deinem letzten Satz: "...dadurch freier und auf neue, dauerhafte Kontakte aufgeschlossener zu werden."? Ich halte mich durchaus für einen aufgeschlossenen Menschen, mache ich einen anderen Eindruck?
Viele liebe Grüße zurück!
 
Es wäre mein größter Wunsch einfach zu meiner Mutter zu fahren, sie in den Arm zu nehmen. Das ist mit ihr aber leider nicht möglich. Reicht man ihr den kleinen Finger, nimmt sie den ganzen Arm. Sie würde sofort wieder all ihre Probleme auf mich entladen, das halte ich einfach nicht mehr aus! Die Erinnerungen an meine Kindheit und Jugend, wo ich bereits versucht habe ihr bzw meinen Eltern zu helfen und ihre Problem zu managen ertrage ich kaum.

Vielleicht geht das nicht gerade jetzt. Aber vielleicht bist du irgendwann so stark, ihr den kleinen Finger zu reichen, aber zu verhindern, dass sie den ganzen Arm nimmt?

Ein Verhältnis zu meinem Vater gibt es seit bestimmt 6 Jahren nicht mehr. Als ich noch zu Hause lebte und er mich jeden Tag beleidigte und beschimpfte, fing ich irgendwann an eine Liste mit all den schlimmen Dingen zu führen, die er zu mir sagte. So wurden diese für mich etwas relativer und er verwandelte sich von meinem Vater, der mich verletzte, zu einem riesengroßen A...loch. Eines Tages, als meine gesamte Familie versammelt war und er mich als Nutte beschimpfte (ohne Anlass, ich war in einer langjährigen Beziehung) und meine gesamte Familie, es nicht einmal als unüblich ansah und die anderen Gespräche einfach fortführte, wollte ich nie wieder etwas mit ihm zu tun haben.

Okay, kann ich nachvollziehen.

Ich habe auch bereits überlegt etwas anderes übergangsweise zu machen, aber ich glaube, dass ich dann nie wieder einen Job in meinem studierten Fachbereich bekommen werde, das ist jetzt schon ein Ding der Unmöglichkeit. Ich habe über 150 Bewerbungen geschrieben und von meinen bisher 10 Vorstellungsgesprächen habe ich exakt 10 Absagen erhalten.

Du solltest dich nicht so sehr auf deinen studierten Fachbereich konzentrieren, finde ich. Ist zwar schön und gut, was studiert zu haben. Und wenn du gerne in dem Bereich arbeiten willst, dann solltest du dich auch auf Stellen in dem Bereich bewerben. Aber nicht nur. Ich arbeite in der IT-Branche und einer meiner (sehr fähigen) Kollegen ist promovierter ... Geologe.

Mein Chef ist übrigens "gelernter" Rechtsanwalt ...

Ich habe keine Möglichkeiten etwas einzusparen. Ich habe kein Auto, keine unnötigen Versicherungen oder ähnliches. Ich habe eine kleine Wohnung und Möbel darin, das wars. Das habe ich mir alles selbst erarbeitet, worauf ich sehr stolz bin. Wenn ich von Freunden und Freundinnen höre, wie sie Konten, Autos, Reisen von ihren Eltern bekommen (haben) kann ich immer nur staunen, so etwas hatte ich nie - jeden Cent habe ich selbst verdient. Ich habe seit meinem 15. Lebensjahr immer (nebenher) gearbeitet. Das ist schon eine lange Zeit, mein Körper ist nicht sehr belastbar und trotzdem trietze ich ihn immer auf Höchstleistung, vielleicht war es jetzt einfach zu viel?

Darauf kannst du auch stolz sein!

Und vielleicht solltest du deinen Körper nicht so trietzen.

Ich finde es bewundernswert, dass du schreibst, dass du schon lange nicht mehr in Restaurants oder im Urlaub warst und glücklich bist.

Finde ich gar nicht so bewundernswert, aber okay ... 🙂

Meine Einstellung: warum muss ich mich in Restaurants bekochen lassen, wenn ich zusammen mit Freunden selber kochen kann? Warum muss ich in Urlaub fahren, wenn ich mich da, wo ich wohne (ich wohne auf dem Land), einfach in den Garten legen und die Seele baumeln lassen kann? Ohne Stress (Flugreise, Stau auf der Autobahn, etc. pp.)

Ich gebe zu, mehr von der Welt würde ich auch mal gerne sehen. Aber das kann ja noch kommen, da mache ich mir keinen Stress. Aber was die Erhohlung angeht, dafür brauche ich wirlich keine Urlaubsreise.

Ich habe das Gefühl, noch nichts von der Welt gesehen zu haben und es macht mich richtig traurig, dass ich es mir vermutlich auch nie wirklich leisten können werde.

Wer weiss, vielleicht in ein oder zwei Jahren? Du bist noch jung ...

Wenn ich meine Freunde und Freundinnen sehe, wie sie um die Welt fliegen, habe ich das Gefühl völlig im Abseits zu stehen. Irgendwann werde ich gehen und nichts gesehen haben, diesen Gedanken finde ich ganz schlimm.

Du hast noch so viel Zeit vor dir. Vielleicht wirst du mehr von der Welt sehen, als deine Freunde und Freundinnen. Und du siehst das auch alles nur von aussen. Weisst du, ob die wirklich glücklich sind mit ihren Leben?

Bitte versteh mich nicht falsch, ich bin ein Mensch, der mit wenig zufrieden ist.

Ja, ich auch.

Ich bin immer die gewesen die alle aufmuntert. Aber nachdem es in Familie, Liebe, Job, Gesundheit und Geld - in einfach jedem Bereich meines Lebens ganz furchtbar schlecht aussieht, weiß ich einfach nicht mehr weiter, wirklich gar nicht :,-(

Finde ich gut, dass du alle aufgemuntert hast.

Aber ich denke, wenn es auch gerade nicht so toll ist, es kann sich alles noch richtig gut entwickeln. Wie gesagt, vielleicht hast du in ein oder zwei Wochen oder in ein oder zwei Monaten oder vielleicht erst in ein oder zwei Jahren einen tollen Job, gute Freunde, vielleicht eine Familie. Bleib einfach dran, ich sehe jedenfalls nichts, was dem entgegenstünde.

Gruß,
Garak
 
Hey Du,

Viele Probleme aus der Vergangenheit scheinen noch an Dir zu nagen.
Du wurdest vor allem von Menschen schwer enttäuscht, die Dir am meisten bedeuten.
Deine finanzielle Lage macht das Ganze nicht gerade einfacher.
Ich kann gut nachvollziehen, dass Du Dich verloren und allein fühlst.

Dass Deine Eltern sich nicht gut genug um Dich kümmern und Dich sogar beleidigen, daran bist ganz sicher nicht Du Schuld !
Beiß Dich nicht an vergangenen demütigenden Erfahrungen fest. ( Wie diese Nutten- Beschuldigungsgeschichte).
Die Menschen, die das zu Dir gesagt haben, haben ein Problem.
Worte können sehr verletzen, auch wenn man weiß, dass diese nicht stimmen, besonders, wenn sie von der eigenen Familie kommen.
Lass Dich von solchen Beleidigungen nicht runterziehen.

Was Deinen tollen Exfreund angeht:
Dass man auf untreue Partner stößt, das passiert nunmal, da bist Du nicht die einzige.
Auf jedenfall ist es nicht der Wert, diesen Beziehungen nachzujammern.
Er hat Dich betrogen, also ist er es nicht Wert Dich als Partner zu haben.
An Deiner Stelle würde ich den Kontakt zu ihm ganz abbrechen.


Was ich wirklich an Dir bewundere ist, dass Du ohne Unterstützung Deiner Eltern allein klarkommst.
Dafür hast Du meinen vollen Respekt.
Du scheinst trotz allem ein wirklich liebenswerter Mensch zu sein und Dich für ein gutes Leben einzusetzen.

Versuch doch mal nach vorn zu blicken !

Was Dich gerade quält, ist Deine finanzielle Situation.
Du hast aber in Kürze diverse Vorstellungsgespräche, also eine Aussicht auf einen Job.
D.h. Du hast gute Chancen bald wieder eine Arbeit zu haben und wieder besseres Geld zu verdienen.

Du musst für Deinen Beruf vielleicht weiter weg ziehen ?
Das ist doch auch nicht schlimm !
Du fühlst Dich einsam und allein, aber Du wirst sehen, dass Du in einer neuen Gegend schnell einige nette Menschen kennenlernen wirst, sei es in der Arbeit oder sonstwo.

Und zudem lässt Du vielleicht auch die schlechten Erinnerungen hinter Dir.

Werde Dir doch mal klar darüber, was Du alles ohne Hilfe geschafft hast !
Du sagst ja selbst, dass Du darauf sehr stolz bist. Das darfst Du auch sein !

In meinen Augen bist Du ein klarer Siegertyp, auch wenn es nicht so aussehen mag, wenn man es mit manch anderen Menschen vergleicht, die aber alles reingeschoben bekommen haben.
Solche Vergleiche darfst Du nicht anstellen.
Alles was Du Dir erarbeitet hast, davon kannst Du sagen: "Das hab ich ganz allein geschafft " !
Und darauf darfst Du wirklich stolz sein !

Und wenn Du mit dieser Einstellung positiv durchs Leben gehst, dann wirst Du auch sehr schnell Freunde finden, die Dich respektieren und vielleicht sogar bewundern.

Und Dein Traumpartner, der Dich respektiert und auf Händen trägt, der kommt bestimmt !
Man muss in der Liebe auch schlechte Erfahrungen machen, um an sein Glück zu kommen.
Wenn es soweit ist, dann wirst Du sehen, dass sich alles Vorherige dafür gelohnt hat.

Also, pack es an !
Du schaffst das !

Darf ich noch fragen, an welcher Krankheit Du leidest ??

Falls Dich irgendetwas bedrücken sollte oder Du einfach mal jemanden zum quatschen brauchst, kannst Du mir auch gern mal eine Nachricht schreiben.

Ansonsten, viel Glück !
Das wird schon !
 
Lieber Garak,
vielen lieben Dank noch einmal für deine Anmerkungen!! Es ist wirklich ganz toll und ich weiß es sehr zu schätzen, dass du dir für mich Zeit genommen hast, DANKE!
Ich wünsche dir alles Gute!
 

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