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Und am Ende bleibt nur die Einsamkeit...

silent_rebirth

Neues Mitglied
Hallo liebe Forengemeinde,
nun hab auch ich verlorene Seele meinen Weg in einen Kreis von Personen gefunden die mich nicht angucken wie ein Auto, stumm bleiben oder meine "Krankheit" für unwichtig halten.

Krankheit schreibe ich deswegen in Anführungszeichen, weil ich nie bei einem Psychotherapeuten war geschweige denn jemals professionelle Hilfe in Anspruch genommen habe oder drüber nachgedacht habe.
Ich glaube mittelschwere Depressionen zu haben...doch nun erstmal zum (groben) Werdegang:

Alles hatte angefangen als ich mit circa 14/15 Jahren in meiner damaligen Schulklasse zum Mobbingopfer wurde. Wir bekamen einen neuen Mitschüler den alle unglaublich cool fanden. Zumindest alle außer meinen zwei Freundinnen und mir. Es kam wie es kommen musste...ich das übergewichtige, schüchterne Mädchen das von der Mehrheit als anders eingestuft wurde, wurde nun täglich mit Häme und fiesen Aktionen gebeutelt. Das alles führte nach und nach zu noch stärkerer Schüchternheit.
Ich fing an mich vollends von meinen Freunden und meiner Familie anzukapseln in der festen Überzeugung das mich fettes, hässliches Schwein keiner haben will. Das Cutting ließ nicht lange auf sich warten. Oft saß ich stundenlang in meinem Zimmer, lag in meinem Bett oder es passierte einfach in der Öffentlichkeit das ich anfing mir die Seele aus dem Leib zu weinen.
Es tat alles so weh...die gemeinen Sprüche, die verachtenden Blicke....und...einfach alles. Das einzige was mir bei dieser Schmerzbewältigung half, war meinem eigenen Körper Schmerzen zuzufügen. Meinen Eltern hatte ich immer vorgelogen ich wäre hingefallen und hätte mir die Arme aufgeratscht. Gesagt das ich gemobbt wurde, habe ich niemandem, nur meinen einzigen Selbstmordversuch und mein Cutting hatte ich meinen damaligen Freunden erzählt und ich bin erst dann zu mir gekommen als meine beste Freundin mir genau ins Gesicht sagte das sie mich nicht verlieren wolle...und ich aussehe wie der wandelnde Tod. So fühlte ich mich allerdings auch....
Nach dieser Zeit ging es aufwärts...ich verschmähte eine Therapie, denn die Trauer war überwunden. Die Gelüste nach Schmerz und der verhasste Mitschüler waren verschwunden. (Er blieb damals sitzen und wechselte die Schule...) Ich ging in meine ersten glücklichen Beziehungen...deren Ende leider immer nur schmerzvoller war.
Ich habe sehr große Angst davor alleine zu sein, weil ich weiß...wie es in mir aussieht und was ich mit mir mache wenn ich wieder in dieses tiefe Loch falle. Deswegen fühlten sich Trennungen immer so an als würde man im Stich gelassen werden...vor allem nach Sätzen wie ("Ich liebe dich noch...aber irgendwie auch nicht." Das möchte auch jedes Mädchen hören wenn ihr Freund sich dazu entscheidet einen Schlussstrich zu ziehen.)

Naja..ich hatte auf jeden Fall so auch eine Freundesclique bekommen die ich mochte und liebte und von denen ich das Gefühl bekam keine Außenseiterin zu werden.
Dann vor ein/zwei Jahren fingen die Probleme erneut an...Ich machte mit meinem zweiten Freund Schluss da ich für ihn nur noch freundschaftliche Gefühle empfand. Man trennte sich in beidseitigem Einverständniss und ging seiner Wege. Doch ich bemerkte kurz drauf wieder diese Einsamkeit...wie beim Mobbing damals...und alles kam plötzlich mit voller Wucht zurück. Die Angst, die Verzweiflung, das leere Herz und die Kälte. Ich ritzte mich erneut....war erschrocken über mich selbst, da ich nichts gefühlt hatte...und das machte mir Angst.
Ich habe mir selber vorgeworfen mein glückliches Leben kaputt gemacht zu haben...bescheuert ich weiß....

Nach einigen Tagen war aber auch das wieder vergessen....nur die Phasen zwischen Trauer und meiner normalen freundlichen und lustigen Persönlichkeit schwankten wieder enorm. Ich fing wieder an zu weinen...stundenlang...aus verschiedensten Gründen. Weil der ganze Hass auf mich selbst zurückkam...weil ich mich selbst enttäuscht hatte, weil ich in meinen Augen einfach wertlos war zu leben. Wer wollte denn schon was mit mir anfangen? Ich bin verrückt im Kopf, will mich selbst umbringen...und angeblich wäre ich doch so eine wundervolle Person. Waren denn vollends alle wieder komplett gaga im Kopf geworden? Sahen sie denn nicht wie grausam und hässlich verzerrt ich in meinem tiefsten Innern war/bin????

Vor ein paar Monaten dann hatte ich durch meinen jetztigen Freund die Kraft meinen Eltern alles zu sagen. Meine Mutter nahm es geschockt auf...wie jede Mutter es tun würde wenn sie erfährt was ihrer Kleinen passiert ist. Doch mein Vater...für den sind psychische Probleme keine richtige Krankheit...und das traf mich hart.

Bis zum heutigen Tag an werden die Traurigkeitsphasen immer schlimmer....ich bin nun 20 Jahre alt...die depressiven Züge kommen immer häufiger wieder. Ich fange an tagelang in meinem Bett zu liegen und nichts zu tun, weil ich mich einfach nicht dazu aufraffen kann. Mir fehlt die Kraft! Ich kann mich zu nichts aufraffen...weder gegen meinen ungeliebten Studienplatz noch gegen irgendwen oder irgendwas anderes.
In den letzten Wochen, habe ich mich aber dazu aufgerafft mich um einen Therapieplatz zu kümmern...nur wie, wenn man 1-2 JAHRE warten muss??? Ich brauch jetzt Hilfe und nicht in zwei Jahren wenn sie mich ausgeblutet in meiner Wohnung finden....
Eine Einweisung kommt für mich in Frage...nur ich habe Angst...Angst wieder allein zu sein...und mich mit mir beschäfftigen zu müssen. Mit dem Grauen was in mir wohnt...was alles von mir will...bis der letzte Funke erloschen ist.....

Ich weiß...der Arzt macht die Diagnose, aber ich würde mich freuen wenn ihr irgendwelche Krankheitsansätze erkennt und mir mitteilen könntet. Dann hätte ich schonmal einen Anhalstpunkt. Das mein Verhalten nicht "normal" ist erklärt sich von alleine...sonst wären wir alle nicht hier.

in diesem Sinne,

eure silent_rebirth
 

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silent_rebirth

Neues Mitglied
Wenn er Dir Kraft gibt, dann kannst Du Dich doch an ihn halten. Hast Du selber geschrieben.

In Beziehung ist man doch nicht einsam (jedenfalls nicht zahlenmässig), höchstens zu zweit, aber dann dafür umso mehr.

Dann brauchst Du doch auch keinen Freund, wenn Du sowieso einsam bist.
Hallo 11kleinbuchstabe,

ich habe nur gesagt das er mir die Kraft gegeben hat mit meinen Depressionen zumindest meinen Eltern gegenüber offen zu sein....leider mehr auch nicht. Er leidet selbst unter schweren Depressionen und Angstzuständen...und leider kann man, wenn zwei in demselben Boot sitzen, noch so viel für einander da sein....sowas lässt sich dadurch nicht bekämpfen....

Schonmal alleine einsam gewesen und das Gefühl gehabt unter Menschen die man liebt einsam zu sein??? Letzteres ist wesentlich erträglicher...wie ich schon sagte: Wenn ich vollkommen alleine bin...mache ich Sachen die ich bereuen werde....
 

zillie

Mitglied
Hallo,

ich finde, Du hast schon einen entscheidenden Schritt geschafft, nämlich damit, dass Du erkannt hast, dass Du ohne Hilfe von außen das Problem nicht in den Griff bekommen wirst.

Eine Therapie ist etwas, was Dir dabei helfen wird. Man kann sie stationär über einen Zeitraum von mehreren Wochen machen, aber es gibt auch schon ambulante Hilfsangebote.
Mag sein, dass die Wartezeit für eine stationäre Therapie lang ist, allerdings halte ich den Zeitraum von 1-2 Jahren schon für etwas zu hoch gegriffen, aber umso wichtiger ist es, sich so bald wie möglich um eine entsprechende Möglichkeit zu kümmern. Und in der Zwischenzeit kannst Du ambulante Therapiegespräche wahrnehmen, wirst schon einmal von einem Fachmann/einer Fachfrau begleitet und musst nicht allein mit Deinen Ängsten bleiben.
Außerdem besteht immer die Möglichkeit, bei akuter Gefahr, sprich: Selbstmordgedanken oder schwerwiegenden Verletzungsabsichten, sich als Akutfall in die Psychiatrie einweisen zu lassen. Da darf Dich niemand abweisen!!!! Das bringt Dich zwar nicht grundsätzlich weiter, da es nur für einen kurzen Zeitraum das Problem eindämmt, aber es gibt Dir zunächst mal die Sicherheit, dass Du in einer solchen Situation nicht allein sein musst.

Therapeutische Gespräche helfen einem sehr gut weiter, ... wenn man den richtigen Therapeuten erwischt und wenn man sich auch auf diese Gespräche einlässt. Nicht umsonst muss man so lange warten. Viele Menschen kommen schon in den Genuss dieser Angebote und nutzen sie bereitwillig. Es ist auch nichts schlimmes dabei. Die Therapeuten helfen einem dabei, ein bisschen Ordnung in das eigene Chaos zu bringen und geben Tipps, wie man sich in schwierigen Situationen verhalten kann. Es ist nichts dabei, vor dem man Angst haben muss. Die Schrecken wohnen ohnehin schon in Dir... sie rauszulassen ist eher eine Entlastung als eine zusätzliche Belastung..

Ich wünsche Dir Glück bei den notwendigen Schritten und hoffe, dass Du das Richtige für Dich findest.

Grüße zillie
 

111kleinbuchstabe

Aktives Mitglied
Er leidet selbst unter schweren Depressionen und Angstzuständen...und leider kann man, wenn zwei in demselben Boot sitzen, noch so viel für einander da sein....sowas lässt sich dadurch nicht bekämpfen....
Aaber... es stellt eine verbindende Gemeinsamkeit dar! Wenn er oder Du plötzlich die Traurigkeit verlieren würde, dann wäre die Gemeinsamkeit auch wech. Also schützt man den jeweils Anderen, wenn man den Zustand lässt, wie er ist.

Ihr könntet euch auch gemeinsam gegen den Rest dieser euch depressiv machenden Welt sein, das würde vermutlich noch mehr verbinden.
 

spamburger

Sehr aktives Mitglied
Schonmal alleine einsam gewesen
Seit Jahren. Du musst irgendwie lernen, dich auf dich selbst zu verlassen und alleine sein zu können. Mir gelingt das auch nicht immer. Ich halte das aber für wichtig. Denn nicht immer sind andere Menschen für dich da. Ich denke, hier wären therapeutische Gespräche nicht verkehrt. Diese Mobbinggeschichte sollte aufgearbeitet werden, da hier wohl auch das Problem liegt. Denn wenn ich mir den Rest so anschaue, du hast Beziehungen gehabt, Freunde gehabt etc. Im Prinzip viel mehr als einige hier haben. Was machst du eigentlich beruflich? Wie füllst du deinen Tag aus?
 

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