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unangemeldeter Krankenbesuch vom Vorgesetzten?!

Krankenbesuche kann man machen, aber man kündigt es vorher an.

"Hallo Frau sowieso, ich würde einen Krankenbesuch machen. Passt es Ihnen dann und dann?"


Wobei natürlich klar sein sollte, dass der Krankenbesuch nie ohne Hintergedanken stattfindet und man sich selbst überzeugen möchte: Ist die auch wirklich krank?

Von daher ist sowas letzte Schublade.
 
Ich habe noch etwas dazu gefunden:
https://www.derwesten.de/gesundheit...t-kranken-mitarbeitern-umgehen-id2294489.html


Kannst Du dazu bitte eine Quelle nennen?

Ich frage deshalb so genau nach, damit die Threadeinstellerin - Du, Miami-Nights - sich nicht auf etwas verlässt, was ihr im Nachhinein schadet.

Zu dem Thema AU als 'Anscheinsbeweis'

Jetzt muss ich aber mal ganz tief Luft holen. Die AU gilt rechtlich gesehen deshalb als "Anscheinsbeweis" weil kaum was drauf steht. Wenn der behandelnde Arzt einen professionellen Job macht, und davon gehe ich aus, dann gibt es in der Krankenakte sehr viel mehr als nur 'Anscheinsbeweise', die Krankenakte darf aber niemand sehen (Arztgeheimnis). Insofern ernsthafte Zweifel bestehen an der AU (was zu belegen ist) kann der medizinische Dienst dies prüfen, das machen die nach Aktenlage, fordern dann vom behandelnden Arzt die relevanten Informationen an. Der Hausarzt wird dann schon dafür sorge tragen dass das korrekt abläuft.

Ich hatte mal einen Fall da hat ein Verein verlangt das eine längerfristig Arbeitsunfähige Person, beim Verein die Arbeitsstunden ableistet (eine unverschämte Dreistigkeit von dem Verein), es hat dann ein relativ allgemein gehaltener Brief ausgereicht von der Hausärztin an den Verein, damit der Vereinsvorstand nie wieder das Thema aufgegriffen hat, einzelne Vorstandmitglieder haben sich sogar nachher entschuldigt. Man braucht einen guten Arzt der einem hilft. Gut ist ein zugelassener allgemeiner Mediziner mit Zusatz-Ausbildungen für psychische Erkrankungen, es gibt welche die sich spezialisiert haben auf Burn-out und dergleichen, diese sind oftmals im Umfeld gewerkschaftlich geförderter Informationsveranstaltungen zu finden.

Las Dich NICHT einschüchtern Miami-Nights. Ich finde Du machst schon genug durch und es wäre gut wenn das nicht hier im Forum dann noch weiter geht.
 
Zuletzt bearbeitet:
Als jemand der selbst lange in tiefen Depressionen steckte und auch einen Suizidversuch hinter sich hat, weiß ich wie es ist, wenn man sowas hat und verstehe dich sehr gut.
Lass mich dir jedoch auch eine andere Sichtweise schildern, denn gerade wenn man in einer schweren Depression steckt (und vielleicht auch noch Borderliner ist), sieht man die Dinge oft bewusst negativ.
Da interpretiert man auch schon mal in "der wünscht mir nicht gute Besserung" ein "der mag mich nicht und hasst mich sicher" hinein, auch wenn es vielleicht gar nicht so ist.

Ich kenne das Verhältnis zwischen dir und deinem Chef nicht, daher maße ich mir nicht zu behaupten, dass es so IST, aber es könnte z.B. ja auch sein, dass er um deine Situation sehr wohl Bescheid weiß und dich nicht kontrollieren, im Sinne von "ist die auch wirklich krank", sondern vielleicht nach deinem Gesundheitszustand fragen wollte und weil du nicht reagiert hast machte er sich Sorgen und sah nach, ob du dir vielleicht was angetan hast und tot in der Wohnung liegst (der Blick durchs Fenster).
Wie gesagt ich behaupte nicht, dass es so ist, aber es hätte ja auch so sein können.

Was die rechtliche Situation betrifft, kann ich dir zumindest als kleinen Trost meine eigene Geschichte erzählen.
Wie erwähnt hatte ich schwere Depressionen und war deshalb auch krank geschrieben. Ich nahm auch Medikamente und bekam von meinem Arzt die ausdrückliche Order, nach draußen zu gehen und etwas zu unternehmen. Sich mit Freunden treffen, auf Partys gehen und so weiter. Denn gerade bei Depressionen verfällt man immer mehr in den Sumpf der eigenen Trauer, wenn man sich zu Hause einigelt. Unternehmungen zu machen trägt also zur Genesung bei (neben einer Therapie)
Eines Tages kam die Entlassung mit der Post (keine Kündigung, sondern wirklich eine Entlassung, sprich fristlose Kündigung).
Da man hierbei einen Grund angeben muss, stand dort, dass ich während meines Krankenstandes bei einer Motorradtour gesichtet wurde, welche ich natürlich nicht unternehmen kann, wenn ich denn im Krankenstand bin und somit habe ich einen "vorgetäuschten Krankenstand".
Der Arbeitgeber interpretierte Krankenstand mit "bettlägrig weil körperlich krank und Fieber und so weiter" und wähnte sich deswegen im Recht, mich zu entlassen.
Drauf gekommen war der Arbeitgeber, weil er mir einen Detektiv auf den Hals gehetzt hat.

Ich brachte den Fall vors Arbeitsgericht, das mir in allen Punkten (Ungerechtfertigte Entlassung, Beibehaltung des Dienstverhältnisses, Schadensersatz wegen vorübergehendem Entgeltentgang) recht hab.
Natürlich zog sich mein Krankenstand dann seltsamerweise noch ein wenig mehr in die Länge und ich erhielt eine weitere ordentliche Kündigung.
Diese brachte ich wieder vors Arbeitsgericht und auch diese Kündigung wurde wieder abgeschmettert, weil es sich hier offiziell um eine "Motivkündigung" handelte. Also quasi verstand der Arbeitgeber das so "Aha Entlassung geht nicht ... dann schmeiss ich ihn einfach so raus". Blöd halt, dass er nicht ein wenig gewartet hat sondern gleich ein paar Tage nach dem Urteil das Kündigungsschreiben verschickte 🙂
Letzen Endes hatten wir uns nach meinem Krankenstand auf eine einvernehmliche Auflösung des Dienstverhältnisses geeinigt, weil ich währenddessen schon etwas anderes gefunden hatte.

Der Grund warum ich dir das erzähle.
Sichere dich rechtlich dahingehend ab, dass du vom Arzt eine offizielle Order zur "Freizeitgestaltung" bekommst. Am besten jedoch nicht vom Hausarzt sondern vom Psychiater (der ebenfalls Arzt ist, und Krankmeldungen ausstellen darf ... kein Psychologe, denn der ist kein Arzt).
Dann kann dir weder der Chefarzt der Krankenkasse etwas (die schicken einen ja auch mit fehlendem Kopf noch arbeiten), noch dein Arbeitgeber denn du hast die offizielle Bescheinigung, dass du zu deiner Genesung eben NICHT immer nur zu Hause sein musst.
Bei psychischen Erkrankungen (gerade bei Depressionen) ist die Rechtslage hier sehr zu Gunsten der Arbeitnehmer und das ist de facto eine Sorge, die du dir mit entsprechenden Handlungen nicht machen brauchst. Eine Sorge weniger ist auch gut für die Genesung einer Depression 🙂

Was das Verhalten deines Chefs betrifft so würde ich all meinen Mut zusammennehmen und das Gespräch suchen.
Weise ihn höflich aber bestimmt darauf hin, dass du dich von ihm bedrängt und bedroht gefühlt hast (auch wenn du zugibst, zu Hause gewesen zu sein ... das macht ja nix ... du bist nicht verpflichtet deine Haustür zu öffnen).
Wenn er ein Mensch mit ein bisschen Verstand ist, sieht er sofort, dass er hier ein Fehlverhalten begangen hat und wird wohl relativieren.
Vielleicht stellt sich ja meine weiter oben beschriebene These als wahr heraus und er wollte wirklich nur nach dir sehen. Wie auch immer sich das im Gespräch entwickelt wirst du ja dann merken.
Sollte es jedoch so sein, wie von dir vermutet, so kannst du ihn bestimmt darauf hinweisen, dass du das nicht möchtest und den Druck den er ausübt nicht zu deiner Genesung beiträgt. Nenne ihm, um ihm auch ein wenig einen Happen hin zu werfen einen ungefähren Zeitraum, wo du denkst, dass es dir wieder besser geht.
Kannst ja verpacken mit "Die Ärztin meinte ich solle in 3 Wochen wieder vorstellig werden und dann schauen wir mal"

Ich wünsche dir auf jeden Fall alles Liebe und viel Kraft, um aus diesem Sumpf wieder hinaus zu kommen.
Der erste Weg ist, es zu erkennen und dagegen zu handeln ... das hast du ja schon geschafft 🙂
 

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