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Umzug in die Heimatstadt

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Gast

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Hallo,
Ich weiß nicht, ob gleich wirklich ein Problem folgt. Es geht um etwas, was mich belastet, auch wenn das alles sehr kindisch oder jugendlich klingt.
Nach 6 Jahren Studium bin ich für unbestimmte Zeit zurück in meine Heimatstadt gezogen. Ich hatte schöne Erinnerungen an die Stadt. Viele Freunde in der Schulzeit. Ein Schulfreund, mit dem ich mittlerweile sehr eng zusammengewachsen bin, zog mit mir in eine WG. Wir wohnen in der Nähe meiner Eltern.
Der besagte Schulfreund/Mitbewohner/Partner wechselte jetzt zum Wintersemester den Studiengang und lebt quasi in seiner Unistadt und kommt am Wochenende ab und an vorbei. Wir haben uns aber entschieden die WG erstmal nicht aufzulösen. Dieser Umstand hat mir recht einsame Semesterferien zwischen Uniende und Jobanfang beschert, denn auch die anderen Freunde, die ich früher in meiner Heimatstadt hatte, haben sich verflüchtigt. Mein einziger regelmäßiger Kontakt ist der mit meiner Mutter. Sie ruft mich jeden Tag zum Mittagessen. Seit etwa 2 oder 3 Monaten bin ich quasi verpflichtet zum Essen rüberzukommen, wenn ich keine Ausflüchte finde. Sie hat auch ein problematisches Verhältnis zu Essen und empfindet einen vollgepackten Teller Nudeln mit reichlich Käse als Vorspeise, auf die ein 2. Gang und Nachtisch folgen muss. Sie ist sehr beleidigt, wenn ich nicht so üppig esse wie sie es als richtig empfindet und nörgelt dann rum, dass ich noch etwas essen soll. Nebenbei kriege ich von ihr und meinem Vater jede Menge Benimm- und Lebensregeln mit auf den Weg. Auch um Politik geht es mal gerne, wo unsere Ansichten auch weit außeinander gehen. Meine Mutter findet es auch z.B. schick zu betonen, wie richtig sie die homophobe Haltung Russlands findet, wenn in ihrem geliebten russischen Fernsehen mal wieder die Unnatürlichkeit schwuler Partnerschaften Thema ist. Dabei weiß sie, dass ich als Mann Männer als Partner bevorzuge. Auch kritisiert sie meine Partnerwahl und die Partnerwahl meiner Schwester. Ich kann meinen Eltern nicht mal erzählen, dass ich mit meinem Mitbewohner Zukunftspläne(Haus, Kinder[...]) habe. Mein Vater hat sogar einmal verlauten lassen er würde sich eher umbringen als einen schwulen Sohn zu akzeptieren.
Andererseits sehe ich auch ein, dass meine Mutter einsam ist. Während mein Vater den Großteil des Tages berufsbedingt unterwegs ist oder schläft (Nachtarbeit), verbarrikadiert sich meine Mutter mit Fernseher und Computer im Wohnzimmer und geht nur ab und an zu Dolmetscherterminen oder Feierlichkeiten vor die Tür. Den Vorschlag täglich zusammen spazieren zu gehen, damit sich nicht immer alles um dieses qualvolle Mittagessen dreht, lehnt sie ab. Daran Schuld ist v.a. ihr starkes Übergewicht, das wahrscheinlich bei ihrem Lebensstil nur weiter zunehmen wird, was mir auch Sorgen bereitet. Die gesundheitlichen Folgen haben nämlich schon längst angefangen.

Was ich mit dem Gequassel ausdrücken möchte: diese Umstände belasten mich. Es beruhigt mich schon alles einfach hier niedergeschrieben zu haben. Es tut mir leid, wenn diese negative Art einen Menschen darzustellen euch wütend gemacht hat. Leider sind das zur Zeit meine Gedankengänge. Vielen Dank fürs Zuhören!
 

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Hallo Gast!

Obwohl ich nicht in deiner Situation bin, kann ich mir trotzdem irgendwie vorstellen, wie du dich fühlst.
Erst einmal finde ich es toll, dass du dich getraut hast, es hier zu 'veröffentlichen', denn dazu gehört schon etwas Mute. Dafür hätte ich sicherlich eine lange Zeit an Überlegungen gebraucht. :) Also Hut ab!

Nun zu deiner Situation. Die ist natürlich nicht gerade einfach, zumal du ja bereits erwähnt hast, dass du schon Lösungsvorschläge gebracht hast (deiner Mutter gegenüber). Ich hätte jetzt nur noch vorschlagen können, dass du deiner Mutter einfach mal ganz ruhig/sachlich erklärst, was deine Sorgen sind. Denn sie sind ja berechtigt!
Erzähle ihr das, was du auch uns schon gesagt hast. Dass du dir Sorgen wegen ihrer Gesundheit machst. Dass du der Meinung bist, so kann es nicht weitergehen - mit dieser Isolation.
Von deiner sexuellen Orientierung würde ich da noch nicht sprechen. Zuerst würde ich ihr nur klarmachen, dass du dir Sorgen machst und nur möchtest, dass es ihr gut geht.

Und wenn du ihr einfach sagst, du möchtest nicht so viel essen wie sie bzw. du möchtest heute einfach mal NICHT zum Essen kommen, obwohl du vielleicht nichts anderes vorhast, dann ist das so. Das muss sie verstehen. Du bist erwachsen und hast (eigentlich) ein eigenes Leben. Damit muss sie klarkommen, genau wie dein Vater!

Es tut mir leid, wenn dir das hier nicht helfen sollte. Es sind nur Vorschläge. So würde ich damit umgehen. Natürlich musst du das nicht umsetzen und kannst es auch ganz anders machen. :)
Es wäre aber schön, wenn du hier weiterhin berichten könntest, wie es dir ergangen ist!
Ich wünsche dir jedenfalls alles Gute (auch mit deinem Freund!) und viel Erfolg im Studium.
 

-sofia-

Sehr aktives Mitglied
Mein Vater hat sogar einmal verlauten lassen er würde sich eher umbringen als einen schwulen Sohn zu akzeptieren.
Die Aussage deines Vater ist schon sehr heftig.

Für deinen Seelenfrieden wäre es besser, wenn du mit deinem Partner aus deiner Heimatstadt wegziehst.
In der Nähe dieser antiquiert denkenden Menschen wirst du nicht glücklich werden.
Mit deiner Mutter solltest du mal ein Gespräch führen und ihr deutlich machen, wie sehr dich ihre negative Einstellung gegenüber Homosexuellen verletzt und auch deinem Vater gegenüber dazu stehen. Wenn du nie klar Stellung nimmst und nicht zu deiner Homosexualität stehst, werden die Sticheleien nicht aufhören.
Sag doch deiner Mutter, dass du nicht täglich zum Essen kommen willst. Während deines Studiums bist du doch auch nicht ständig dort gewesen.
Es ist traurig, dass deine eigenen Eltern Homosexuelle ablehnen. Lass dir dadurch deine Zukunftspläne nicht vermiesen.
 

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