Hallo zusammen,
ich hoffe ihr könnt mir weiterhelfen. Befinde mich in einer moralisch-emotionalen Zwickmühle...
Da die handelnden Personen in meinem Umfeld bekannt sind, kann ich nur mit engsten Vertrauten darüber sprechen.
Daher möchte ich gerne den Kreis über dieses Forum erweitern.
Zum Thema:
Ich bin in einem mittelständischen Unternehmen in einer Art Stabstelle tätig. Ich bin direkt dem GF unterstellt und eigenverantwortlich tätig in meinem Fachgebiet. Ich habe aber keine klassische Führungsposition, da ich keine eigenen Mitarbeiter in meinem Fachbereich habe.
Die Assistenz des GF arbeitet mir aber zu und soll mich zu 50% ihrer Arbeitszeit unterstützen.
Die Arbeit macht mir grundsätzlich viel Spaß, der teils hohe Termindruck und die Menge der Arbeit führen aber regelmäßig zu starker Belastung und Überstundenerfordernis.
Nun mein Dilemma... Ich verstehe mich menschlich sehr gut mit der Assistenz. Sie ist wirklich nett/ sympathisch und - wenn sie Zeit hat - und sich der Aufgabe gewachsen fühlt, hilft sie auch gerne.
Kurz: Ich mag sie persönlich, die fachliche Leistung ist aber deutlich unterdurchschnittlich gemessen an Position und Bezahlung.
Sie sitzt in meinem Vorzimmer und - leider - beobachte ich schon seit längerem, dass sie wirklich viel im Handy surft oder private Angelegenheiten regelt.
Sie hätte aber eigentlich viel zu tun und vieles bleibt bei ihr liegen.
Außerdem wundere ich mich - auch schon seit längerem - wie sie ihre Arbeitszeit in der Anwesenheitszeit unterbringt (Homeoffice hat sie nicht).
Das geht rechnerisch gar nicht.
Nun habe ich vor kurzem auch noch bemerkt, dass sie sich während ihrer 1stündigen Mittagspause nicht ausstempelt. Automatisch abgezogen werden aber nur 30 Minuten.
Während ich das schreibe, fühle ich mich schon so schlecht...so, als würde ich heimlich ins Handy von meinem Mann schauen oder so etwas. Außerdem kleinlich... 30 Minuten...
Damit es keine Missverständnisse gibt: die Anzeige, wer im Unternehmen angemeldet ist, ist öffentlich. Es gibt da eine Übersicht, damit man eben weiss, wer gerade verfügbar ist und wer nicht. Es war wirklich zuerst eine Zufallsentdeckung aber danach habe ich dann schon aktiv geschaut und es war leider seither jeden Tag dasselbe.
Es macht mich einfach so wütend, wenn ich in Arbeit ertrinke und sie so tut, als wäre sie mit den vorhandenen Aufgaben total ausgelastet - aber nachweislich später kommt, früher geht und länger Pause macht als sie verbucht. Von dem ganzen Privatkram während der Arbeit rede ich da noch gar nicht.
Var. A) Ich sage weiterhin nichts zu der Arbeitszeitthematik und versuche für ruhige Tätigkeiten mehr ins Homeoffice zu gehen, damit mich das nicht mehr so triggert.
Bei Besprechungen und Auswärtsterminen bekomme ich das ja nicht so mit, da geht es besser.
Ich versuche weiterhin irgendwie durchzukommen, da ich keine weitere Unterstützung bekomme mit dem Argument "Du hast doch schon Frau X zu 50%".
-> die Stimmung bleibt vergleichsweise gut
-> sie ist nicht meine Mitarbeiterin, daher habe ich keine offizielle Führungsverantwortung
-> kein Kampf, also auch keine Kolateralschäden
-> mir wird es aber langsam zuviel und ich entwickele mich dabei selbst nicht zum Vorteil
Var. B) Ich spreche sie direkt an.
Sie wird mir das vermutlich arg übelnehmen und die Karte ziehen, dass sie ja viel weniger verdient als ich und der GF gesagt hätte, dass sie das lockerer sehen darf (ist zwar absolut absurd - war aber schon mal so).
Danach ist die Stimmung sehr schlecht und nachhaltig überprüfen kann ich es ja eh nicht - viel zu aufwändig und letztendlich komme ich dann auch nicht mehr zum Arbeiten.
Var. C) Ich spreche mit dem GF darüber.
-> Arbeitszeitbetrug ist ein Kündigungsgrund. Eine Abmahnung wird das daher mindestens zu Folge haben. Dazu mag ich sie eigentlich (noch) zu gern und denke sie sieht das einfach alles nur viel zu locker...
-> mein Ansehen im Unternehmen leidet, weil ich als böse Petze wahrgenommen werde und sie durch ihre nette Art im Unternehmen auch beliebt ist
(Kollegen mit beruflichem Kontakt zu ihr sind hingegen auch eher unzufrieden/ genervt)
Was würdet ihr machen? Seht ihr vielleicht noch weitere Varianten?
Erwähnt werden sollte vielleicht noch, dass Frau X ein "Sonderprojekt" des GF war. Eigentlich beruflich schwer vermittelbar aufgrund persönlicher Umstände (für die sie nichts kann), wurde ihr hier eine neue Chance gewährt - auch wenn sie dafür eigentlich unterqualifiziert ist und entgegen dem Feedback der Vorabteilungen.
Fand/ finde ich eigentlich auch gut - die mangelnde Arbeitsmoral enttäuscht mich aber jetzt umso mehr.
Wenn das nun scheitert, würde der GF das aber vermutlich auch ein wenig als persönliches Scheitern erleben.
Und sowas erlebt man ja gar nicht gerne...
Vielen Dank an alle, die das bis zum Ende gelesen haben!
ich hoffe ihr könnt mir weiterhelfen. Befinde mich in einer moralisch-emotionalen Zwickmühle...
Da die handelnden Personen in meinem Umfeld bekannt sind, kann ich nur mit engsten Vertrauten darüber sprechen.
Daher möchte ich gerne den Kreis über dieses Forum erweitern.
Zum Thema:
Ich bin in einem mittelständischen Unternehmen in einer Art Stabstelle tätig. Ich bin direkt dem GF unterstellt und eigenverantwortlich tätig in meinem Fachgebiet. Ich habe aber keine klassische Führungsposition, da ich keine eigenen Mitarbeiter in meinem Fachbereich habe.
Die Assistenz des GF arbeitet mir aber zu und soll mich zu 50% ihrer Arbeitszeit unterstützen.
Die Arbeit macht mir grundsätzlich viel Spaß, der teils hohe Termindruck und die Menge der Arbeit führen aber regelmäßig zu starker Belastung und Überstundenerfordernis.
Nun mein Dilemma... Ich verstehe mich menschlich sehr gut mit der Assistenz. Sie ist wirklich nett/ sympathisch und - wenn sie Zeit hat - und sich der Aufgabe gewachsen fühlt, hilft sie auch gerne.
Kurz: Ich mag sie persönlich, die fachliche Leistung ist aber deutlich unterdurchschnittlich gemessen an Position und Bezahlung.
Sie sitzt in meinem Vorzimmer und - leider - beobachte ich schon seit längerem, dass sie wirklich viel im Handy surft oder private Angelegenheiten regelt.
Sie hätte aber eigentlich viel zu tun und vieles bleibt bei ihr liegen.
Außerdem wundere ich mich - auch schon seit längerem - wie sie ihre Arbeitszeit in der Anwesenheitszeit unterbringt (Homeoffice hat sie nicht).
Das geht rechnerisch gar nicht.
Nun habe ich vor kurzem auch noch bemerkt, dass sie sich während ihrer 1stündigen Mittagspause nicht ausstempelt. Automatisch abgezogen werden aber nur 30 Minuten.
Während ich das schreibe, fühle ich mich schon so schlecht...so, als würde ich heimlich ins Handy von meinem Mann schauen oder so etwas. Außerdem kleinlich... 30 Minuten...
Damit es keine Missverständnisse gibt: die Anzeige, wer im Unternehmen angemeldet ist, ist öffentlich. Es gibt da eine Übersicht, damit man eben weiss, wer gerade verfügbar ist und wer nicht. Es war wirklich zuerst eine Zufallsentdeckung aber danach habe ich dann schon aktiv geschaut und es war leider seither jeden Tag dasselbe.
Es macht mich einfach so wütend, wenn ich in Arbeit ertrinke und sie so tut, als wäre sie mit den vorhandenen Aufgaben total ausgelastet - aber nachweislich später kommt, früher geht und länger Pause macht als sie verbucht. Von dem ganzen Privatkram während der Arbeit rede ich da noch gar nicht.
Var. A) Ich sage weiterhin nichts zu der Arbeitszeitthematik und versuche für ruhige Tätigkeiten mehr ins Homeoffice zu gehen, damit mich das nicht mehr so triggert.
Bei Besprechungen und Auswärtsterminen bekomme ich das ja nicht so mit, da geht es besser.
Ich versuche weiterhin irgendwie durchzukommen, da ich keine weitere Unterstützung bekomme mit dem Argument "Du hast doch schon Frau X zu 50%".
-> die Stimmung bleibt vergleichsweise gut
-> sie ist nicht meine Mitarbeiterin, daher habe ich keine offizielle Führungsverantwortung
-> kein Kampf, also auch keine Kolateralschäden
-> mir wird es aber langsam zuviel und ich entwickele mich dabei selbst nicht zum Vorteil
Var. B) Ich spreche sie direkt an.
Sie wird mir das vermutlich arg übelnehmen und die Karte ziehen, dass sie ja viel weniger verdient als ich und der GF gesagt hätte, dass sie das lockerer sehen darf (ist zwar absolut absurd - war aber schon mal so).
Danach ist die Stimmung sehr schlecht und nachhaltig überprüfen kann ich es ja eh nicht - viel zu aufwändig und letztendlich komme ich dann auch nicht mehr zum Arbeiten.
Var. C) Ich spreche mit dem GF darüber.
-> Arbeitszeitbetrug ist ein Kündigungsgrund. Eine Abmahnung wird das daher mindestens zu Folge haben. Dazu mag ich sie eigentlich (noch) zu gern und denke sie sieht das einfach alles nur viel zu locker...
-> mein Ansehen im Unternehmen leidet, weil ich als böse Petze wahrgenommen werde und sie durch ihre nette Art im Unternehmen auch beliebt ist
(Kollegen mit beruflichem Kontakt zu ihr sind hingegen auch eher unzufrieden/ genervt)
Was würdet ihr machen? Seht ihr vielleicht noch weitere Varianten?
Erwähnt werden sollte vielleicht noch, dass Frau X ein "Sonderprojekt" des GF war. Eigentlich beruflich schwer vermittelbar aufgrund persönlicher Umstände (für die sie nichts kann), wurde ihr hier eine neue Chance gewährt - auch wenn sie dafür eigentlich unterqualifiziert ist und entgegen dem Feedback der Vorabteilungen.
Fand/ finde ich eigentlich auch gut - die mangelnde Arbeitsmoral enttäuscht mich aber jetzt umso mehr.
Wenn das nun scheitert, würde der GF das aber vermutlich auch ein wenig als persönliches Scheitern erleben.
Und sowas erlebt man ja gar nicht gerne...
Vielen Dank an alle, die das bis zum Ende gelesen haben!