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Übertherapiert?

OddThomas

Mitglied
Ich war letztes Jahr zweimal in einer Psychosomatischen Klinik, vor dem zweiten mal auf einer beschützten Station.
Dieses Jahr, im Rahmen einer Reha-Maßnahme in einer Psych.-Som-Klinik und derzeit in einer Tagesklinik.
So richtig gebracht, hat mir erst die Reha, d.h. ich habe es erst beim letzten Aufenthalt kapiert (bin eben ein bisschen langsam).
Aber jetzt habe ich das Gefühl, auf der Stelle zu treten, weil aktuell mehr Wert auf Tages-Struktur, als auf Therapie gelegt wird, ich fühle mich aber sehr allein gelassen und habe dies auch schon angesprochen, sinngemäß wurde gesagt, "daß ist jetzt eben so, Therapie kann in der kurzen Zeit nicht erfolgen" (ca. vier Wochen).
Ich hab also noch zwei Wochen vor mir, aber erst Ende Oktober einen Therapeuten.
Mein Problem ist, ich kriegs nicht alleine hin, konkret gesagt ist es so, ich verkrafte die Trennung von meiner Freundin nicht (seit März), dazu kommt noch, daß Sie eine Tochter hat, die ich auch extrem vermisse...
Unabhängig davon bin ich deppressiv (ca. seit der Pubertät, bin jetzt 37).
Da mein Hirn schon wieder Purzelbäume schlägt, lass ich das mal so stehen.
 
Hallo,

für Dich geht es ja darum, die Zeit zu überbrücken, bis Du einen neuen Therapeuten bekommst. Willst Du nicht mal ein bisschen von Deiner Freundin und deren Tochter erzählen? Wie lange ward ihr zusammen, wo hast Du sie kennen gelernt (in einer Therapie)? Ist das eine Tochter von Dir? Schreib doch einfach ein bisschen! Du meinst sicher, das tut Dir zu weh, aber ich denke, daß du den Tatsachen ohnehin ins Auge blicken musst, wird es Dir eher gut tun, das über Erzählen zu verarbeiten.

Kannst Du Dich überwinden? Du hast mein volles Mitgefühl und bleibst ja anonym und vielleicht können wir gemeinsam die Zeit für Dich überbrücken. Siehst Du wenigstens Deinen Hausarzt regelmäßig? Kümmert sich sonst wer um Dich? Was machst Du beruflich?

Liebe Grüße

Barnici
 
Ich fang mal ein bisschen früher an, ich habe mit 30 geheiratet, aus Gründen die mir, rückblickend, falsch erscheinen.
Ich war damals nicht verliebt, dachte aber, daß ichs wäre, ob sich das jetzt schnulzig anhört oder nicht, ich habe erst nach meiner Ehe erfahren, was Liebe ist.
Ich habe S. im Internet kennen gelernt und war nach unserem ersten Treffen sofort Feuer und Flamme, ihr ging es genau so, wir sind auch ziemlich schnell zusammen gezogen und beinahe genauso schnell, hat sie sich, daß erste mal, von mir getrennt.
Danach kam mein erster Klinik-Aufenthalt, während der Therapi kamen wir aber wieder zusammen.
Im März hat sie mich dann endgültig verlassen, wir waren fast zwei Jahre zusammen.
Ihre Tochter ist 3 1/2, anfangs hatte ich Probleme mit ihr, habe sie dann irgendwann akzeptiert und schließlich genauso geliebt wie mein eigenes Kind. S. hat im März denn Kontakt total eingestellt, was eigentlich auch in Ordnung ist, da ich ihr, wenn ich ehrlich bin, nicht gut tue, die beiden haben schon was besseres verdient, was es mir aber nicht leichter macht, ich versuche sie aus meinem Kopf zu verbannen, klappt natürlich überhaupt nicht, aber ich habe mich entschlossen, daß durch zu ziehen und alleine klar zu kommen.
Aber wie gesagt, aller guten Vorsätze zum Trotz, vermisse ich meine zwei süssen...
 
Hallo, OddThomas,

entschuldige die Pause, ich konnte nicht früher. Was hast Du am Wochenende gemacht? Wenn Du genauso schönes Wetter hattest, wie hier bei mir, dann hättest Du eigentlich spazieren gehen müssen. Warst Du draußen?

Deine Infos habe ich mit großem Interesse gelesen. Sag mal, kannst Du eigentlich rückwärts nachvollziehen, warum Deine Depression so früh angefangen hat. Führst Du das auf eine Kindheit mit schlechten Erfahrungen zurück oder hast Du menschliche Verluste erlitten, Tod der Eltern oder Geschwister oder anderer nahestehender Menschen? Oder hast Du in der Kinder-, Jugend- oder frühen Erwachsenenzeit Misserfolge sonstiger Art erlitten, die Dich so verzweifeln ließen?

Hast Du Angst vor Menschen? Ich kann das eigentlich gar nicht so richtig nachvollziehen. Wenn Du um Dich schaust, und dies mit "offenen Augen", kannst Du ganz klar erkennen, daß jeder, und sei er noch so selbstbewusst und in Deinen Augen vielleicht beneidenswert, die gleichen Anforderungen im Leben durchlaufen muss, mit allen Selbstzweifeln und Rückschlägen! Natürlich gibt es Menschen, die das einfach so "wegstecken" und innerlich schneller wieder auf den Beinen sind, als Du, der Du mir sehr sensibel erscheinst, zu sensibel!

Du willst niemanden belasten, wie Du schreibst. Aber warum denn nicht? Wahrscheinlich liegt es daran, daß Du schlechte Erfahrungen mit anderen Menschen gemacht hast. Ich meine jetzt nicht Deine S., das ist eine andere Sache. Es gibt natürlich Partner, aber das ist der sehr seltene Idealfall, der vielleicht auch altersabhängig ist, die bereit sind, dem anderen (wie ein Therapeut) bei seinen Schwierigkeiten zur Seite zu stehen, aber normalerweise funktioniert eine Beziehung natürlich leichter ohne Belastungen dieser Art. Manche Partner wollen sich diese Mühe nun mal einfach nicht antun. Aber es gibt sie trotzdem. Genau deswegen solltest Du "die Flinte nicht ins Korn werfen" und einfach abwarten (aber bitte nicht untätig!), wen das Schicksal Dir als nächstes zuführt.

Ich weiß nun leider nicht, welcher Art Deine Depression ist, hat sie einen Auslöser gehabt, oder ist sie sog. systemischer Natur. Wenn Du diese Beeinträchtigung, für die man wirklich niemanden beneiden kann, schon so lange ertragen musst, wie hast Du das denn so lange alleine ausgehalten? Ich nehme an, daß Du Dich selbst in der Zeit mit S. " alleine" gefühlt hast. Wäre es nicht besser, wenn Du die Nähe oder Gesellschaft einer gleichermaßen betroffenen Frau suchen würdest, mit der Du reden und etwas unternehmen kannst? Ihr hättet doch eine ideale Basis, was das gegenseitige Verständnis und auch gegenseitige Unterstützungsmöglichkeiten anbelangt.

Mir drängt sich der Eindruck auf, daß Du Dich wegen Deiner Beeinträchtigung schämst, daß Du sie quasi zudecken, d.h. verstecken willst, damit sie niemand erkennt und Dir deswegen u.U. wehtut. Du suchst deshalb, und niemand kann Dir das natürlich verwehren, die Anbindung an sog. "gesunde" Menschen. Aber da man Dir von dieser Seite in den seltensten Fällen das nötige Verständnis entgegenbringen kann, kommt es zwangsläufig doch wieder dazu, daß man Dir wehtut, aus Ungeduld und Unverständnis heraus, wie es Dir wahrscheinlich (und leider) mit S. passiert ist.

Du schreibst, daß Du im Moment keiner Berufstätigkeit nachgehst. Kann Dir Deine Berufsausbildung über Lesen, o.ä. denn noch etwas für Deine Privatzeit geben? Hältst Du Dich in irgendeiner Form auf dem Laufenden? Hörst Du Nachrichten? Interessiert Dich das, was in der Welt passiert? Soviel Schönes ist es zwar nicht, aber auf dem Laufenden sollte man sich trotzdem halten.

Ich würde Dir vorschlagen, komm raus aus Deinem selbst gebauten Gefängnis, wage einen Blick "über den Tellerrand", weg von Deinen Krankheitsgefühlen. Das geht nicht von jetzt auf nachher, schon gar nicht, wo das schon so lange dauert bei Dir. Deine Therapie wird bald wieder beginnen, aber verlaß Dich nicht ausschließlich auf Deinen Therapeuten. Der kann Dich nicht ein Leben lang an der Hand führen und Dir "den rechten Weg weisen". Du selbst bist gefragt! Du selbst musst aus Deiner Isolation raus, die sich Depression nennt. Raus und hin zu den andern, und wenn Du dort (und dessen bin ich sicher) Ähnliches feststelltst wie bei Dir, dann versuche, zu helfen. Das positive Echo ist gewiss und es wird Dir Freude machen und Dich aufbauen. Warte nicht auf Deinen Therapeuten, tu selbst etwas - für Dich!

Wie wäre es z.B., wenn Du Dich einer Selbsthilfegruppe für Depressionen anschließt, die gibt es sicher auch in Deiner Nähe. Such mal über Google, o.ä.

Hast Du irgendeine sportliche Vorliebe? Ich fände es gut, wenn Du einfach mal Joggen gehst. Erschöpf Dich richtig und verausgabe Dich, daß Du nur so nach Luft schnappst und Dir "alle Knochen wehtun". Auf diese Weise kommst Du weg von Deinem gegenwärtigen "Mittelpunkt", der Depression. Versuch dann mal in Dich hineinzulauschen, wie es Dir dann geht? Ich möchte annehmen, blendend, weit entfernt von einer Depression! Selbst wenn es nur für einen Augenblick ist, aber diese Erfahrung ist so wertvoll, daß Du sie wiederholen wollen wirst.

Vergiß auch nicht, daß Du durch die mangelnde Berufstätigkeit ebenfalls eine "Leere" in Dir, wie ein Loch, empfindest. Vielleicht ist Dir das gar nicht bewusst, aber auch in diesem Zusammenhang wirst Du durch körperliche Anstrengung wieder zu einer gewissen Kondition finden.

Tu mir den Gefallen und überwinde Dich, setze irgendwo an, ohne Hektik, einfach, um etwas zu tun! Willsts Du?

Ich bin sehr gespannt,

liebe Grüße

Barnici
 
Hallo, OddThomas,

wenn ich frage "was ist los" komme ich mir blöd vor. Bitte schreib doch! Was machst Du den ganzen Tag? Hast Du schon Nachricht wegen des Therapeuten und wann das wieder einsetzt?

Bitte, melde Dich und schreib Dir doch alles von der Seele. Sag mal, wo ist diese Klinik, etwa in der Nähe der Bayerischen Hauptstadt?

Liebe Grüße

Barnici
 
Hallo OldThomas,

um diese Zeit zu überstehen, könntest du jeden Tag die Telefonseelsorge anrufen. (die Telefonnummern findest du hier im Forum unter Unterstützung - Soforthilfe)

Du könntest dich auch mit EFT behandeln. Bei dieser Methode werden Sätze gebildet und bestimmte Punkte am Körper "beklopft". Es gibt auch eine Kurzversion, bei der die beiden Handkanten aufeinander geschlagen werden, währenddessen der Satz gesagt wird.

z.B.
Auch wenn ich meine Freundin sehr vermisse, liebe und akzeptiere ich mich so wie ich bin.
Auch wenn ich jetzt so alleine bin, liebe und akzeptiere ich mich so wie ich bin.

Mehr Info´s gibt es hier:
www. eft-info.com

LG Dame
 
Hallo, OddThomas,

wenn ich frage "was ist los" komme ich mir blöd vor. Bitte schreib doch! Was machst Du den ganzen Tag? Hast Du schon Nachricht wegen des Therapeuten und wann das wieder einsetzt?

Bitte, melde Dich und schreib Dir doch alles von der Seele. Sag mal, wo ist diese Klinik, etwa in der Nähe der Bayerischen Hauptstadt?

Liebe Grüße

Barnici

Bitte nicht böse sein, ich bin derzeit ein emotionales Weichei, sowas vertrag ich gar nicht.

Ich mach eigentlich gar nichts, häng nur Zuhause rum, da ich letzten Freitag aus der Tagesklinik (BKH Ansbach) entlassen wurde, fehlt mir halt die Tagesstruktur. Ich hab ja schon geschrieben, daß in der TK, nicht therapeutisch gearbeitet wurde, ich hatte da nur Arbeits-, Beschäftigungs-Thera und einmal die Woche Soziales-Kompetenz Training.
Insofern fällt es mir extrem schwer mein eigentliches Problem zu besprechen, ich verdränge das, so gut es geht. Gestern war ich bei meiner Hausärztin und als das Gespräch nur minimal in diese Richtung ging, hab ich geheult wie ein kleines Kind...

Also, bitte, habt Geduld mit mir und wenns Euch zu blöd wird, schreibt einfach nicht mehr, nicht das ich mir das wünsche, denn es tut schon gut, wenn man ein wenig Zuwendung bekommt.
Danke erstmal.
 
Hallo OldThomas,

um diese Zeit zu überstehen, könntest du jeden Tag die Telefonseelsorge anrufen. (die Telefonnummern findest du hier im Forum unter Unterstützung - Soforthilfe)

Du könntest dich auch mit EFT behandeln. Bei dieser Methode werden Sätze gebildet und bestimmte Punkte am Körper "beklopft". Es gibt auch eine Kurzversion, bei der die beiden Handkanten aufeinander geschlagen werden, währenddessen der Satz gesagt wird.

z.B.
Auch wenn ich meine Freundin sehr vermisse, liebe und akzeptiere ich mich so wie ich bin.
Auch wenn ich jetzt so alleine bin, liebe und akzeptiere ich mich so wie ich bin.

Mehr Info´s gibt es hier:
www. eft-info.com

LG Dame

Süsse Katze da oben links.

Mit dem Krisendienst kann ich nicht viel anfangen.

Ich habs mal mit Mantras versucht, klappt nicht, aber das EFT propier ich mal.
Das Problem ist, wenn ich mir sagen soll, ich liebe und akzeptiere mich, komm ich mir heuchlerisch vor, denn ich hab ja auch ein Problem mit mir selbst, ich hab ne ziemlich negative Meinung von mir, daß hat sich auch immer wieder bestätigt.
Ich finde sogar, daß meine Ex absolut recht hatte, mich zu verlassen, weil ich in keinster Hinsicht was tauge, daß ist was ich akzeptiert habe.
 

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Du bist keinem Raum beigetreten.

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