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Überlebt- aber traumatisiert

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Hallo Cheyenn,
Glaube ist wichtig. In schwierigen Zeiten, waren wir in der Kirche und haben versucht zur Ruhe zu kommen. Jahrelang waren wir ja auf der Flucht. Manchmal haben wir auch in der Bibel gelesen. Nicht das wir heilig sind, nein, ganz und gar
nicht. Es gibt aber Momente, da hilft der Glaube.
Da ich Schwesternhelferin bin und Sterbebegleitung gemacht habe (2 Jahre), weiß ich das ein friedlicher Glaube einem hilft. Gefährlich wird es, wenn jemand besessen vom Glauben ist.
Ich bin froh diese Seiten gefunden zu haben.
Für Dich alles erdenklich Gute.
Beate
 
Liebe Beate!

Habe damals mal ne Anzeige gemacht . Doch die Polizei meinte es liegt kein öffentliches Interesse vor und ich muß zu nem Anwalt gehen, aber ich hatte zu große Angst.

Ich habe meine ganze Geschichte im Tagebuch unter "Shalimars Lebensgeschichte" aufgeschrieben. Wenn es Dich interessiert kannst Du da mehr erfahren.

Mein Sohn mußte viel miterleben ihm selbst hat er damals Körperlich nichts getan aber die Seele von meinem kleinen Engel ist kaputt.....

Er wollte ihn mir wegnehmen wenn ich mich von ihm trennen sollte , und mit in seine Heimat nehmen.(Türkei)

Der Kleine hat ein Jahr Kinder- und Jugendpsychatrie anschließend noch ein Jahr in einer Tagesgruppe nach der Schule für 4 Stunden .Und ein Jahr einmal die Woche Therapie.
Mein jetziger Partner hat sich sehr um den Kleinen gekümmert und immer hinter uns gestanden. Er ist der beste Stiefvater den er haben kann .
Manchmal gibt es immer noch Tage an denen es ihm gar nicht gut geht. Aber ich hoffe das diese Tage ihn nicht noch ewig begleiten werden.

Ich habe auch und tu das auch heute noch viel gebetet. Das hilft wirklich sehr. DIch denke da genau wie Du, man sollte nur nicht fanatisch werden!!

Du bist eine sehr starke Frau und Du wirst das alles schaffen kleine Schritte sind auch ein Fortschritt.

Wie lange ist das alles bei Dir her???

Liebe Grüße Shalimar
 
Liebe Shalimar,
die Polizei Dein Freund und Helfer, ja, die haben wir auch in Höchstform erlebt.
Es gibt in jedem größerem Ort eine Kripo. Bei der Kripo gibt es ausgebildete Mitarbeiter die eine Anzeige aufnehmen. Die Beamten sind sehr einfühlsam, da sie wissen, das eine Aussage machen heißt, alles nochmals zu durchleben.
Hoffentlich geht es Deinem Kind besser. Mein Kind lehnt Therapie seit dem stat.
Aufenthalt ab. Sie schreibt viel, malt und lernt Schritt für Schritt Leben.
Es interessiert mich sehr, Deine Geschichte zu lesen. Es gibt eine Seite, wo Frauen sich austauschen. www.1001Geschichte.de. Unsere Geschichte ist Nr.108. Es tut so gut sich auszutauschen. Die meisten Menschen sagen ich bin stark. Das verstehe ich nicht, denn ich fühl mich wie ein Wrack. Schlafprobleme, Essprobleme, Depris. Manchmal ist es schwer den neuen Tag anzugehen.
Alles Liebe
Beate
 
Ja da hast Du recht man kann das ganze beim schreiben auch verarbeiten. Ich hab mich oft allein gefühlt, und gedacht nur mir geht es so aber man glaubt nicht wie viele Frauen so etwas durchgemacht haben.

Du bist auch stark . Ich hab das auch nie verstanden warum das einige zu mir gesagt haben obwohl es mir besch.... ging, aber es ist dieses Kämpfen das man es immer wieder versucht, es ist das Kämpfen, um wieder zu leben zu lachen. Jeden Tag das beste daraus machen das nicht aufgeben trotz aller Probleme und u sehen auch wenn es nur kleine Fortschritte sind das man etwas geschafft hat.
Wenn man etwas erreicht hat sei es nur das man an dem Tag mal nicht geweint hat, hat man wieder etwas Mut und Hoffnung das alles besser wird.

Und das man immer weiter gemacht hat egal was kam das ist finde ich ganz schön stark!!!!!!!!!!!

Umarme Dich mal lieb ....
 
Hallo Beate,

mit grosser Betroffenheit habe ich deine Berichte gelesen. Du hast eine Menge mitmachen müssen, bist durch die Hölle gegangen, daher ist eine gute Traumatherapie ganz ganz wichtig für dich. Ohne professionelle Hilfe ist es in den allermeisten Fällen so, dass die Opfer lebenslange VErhaltenströrungen bekommen, oft psychisch erkranken, seelisch vor die Hunde gehen.
Aus meiner persönlichen Sicht und auch Erfahrung mit einem gewalttätigen Vater (hat "nur" geschlagen) kann ich aber sagen, dass einzig hilft offen darüber zu reden...egal ob mit Freunden oder Bekannten...besser ist natürlich mit einem Psychologen...Meine jüngste Schwester und ich waren Kämpferinnen, wie haben stets Contra gegeben und nie geschwiegen und sind gut damit weggekommen. Meine mittlere schwester jedoch hat verdrängt, schön geredet etc. und im letzten Jahr psychisch erkrankt und holt jetzt in einer Therapie alles nach...was bereits hätte vor Jahren geschehen müssen: eine innere Abgrenzung und Verarbeitung der Vergangenheit...offen und ohne Zip und Zap....wie ich immer zu sagen pflege...Ich weiss es ist manchmal hart über einige Dinge zu reden...aber es ist oft noch wesentlich härter es nicht zu tun und am Seelenschmerz oder Seelenmüll zu ersticken...Ich ärgere mich oft , wenn ich hier so häufig im Forum mitkriege wie lange die Opfer leiden...wie gross dadurch die Macht der Täter ist....das sollte man denen echt nicht gönnen und die professionell nachhaltig aus der Seele rausschmeissen...mit einer guten Traumatherapie geht das i.d.R. schneller und v.a. effektiver. Ich selber habe immer gesagt: Schamgefühle? wozu? kenne ich nicht...ich kann über alles reden...Und in Hinsicht auf meinen schlagenden Vater: schämen wozu? Der einzige der sich schämen sollte ist er...und das tut er auch!

Immer nur nach aussen hin stark zu sein, dich für andere aufzuopfern ist an sich keine gute Lösung...das führt sehr häufig nur in ein Burn Out (oder wie bei meiner Schwester in eine Psychose) wesentlich verantwortungsbewusster wäre es, wenn du ausreichend Seelenpflege betreiben würdest und evtl.. auch nen Psychologen, bzw. eine Psychologin aufsuchen würdest...Oder zumindest mit Freunden/Freundin reden kannst? Auch hier im Forum kannst du mal Dampf ablassen, dir alles von der Seele reden, was total wichtig ist, denn Seelenmüll muss raus! Besser ist natürlich ne Therapie in der man lernt seine Erinnerungen und Ängste zu kontrollieren. Auch sehr gut, insbesondere für deine Kinder wäre es einen Kampfsport zu erlernen...das stärkt das Selbstbewusstsein und bekämpft sehr gut innere Ängste...man gewinnt Kontrolle über seinen Körper, über sich und sein Leben...und kann, wenn es hart auf hart kommt sich umgehend effektiv selber schützen.

Ich wünsche dir und deinen Kindern weiterhin viel Glück und Mut und Kraft, damit du wieder Freude im Leben finden kannst...wie Lexie bereits sagte: sich auch an kleinen Dingen freuen und Schritt für Schritt!

LG
Tyra
 
Liebe Shalimar, liebe Tyra,
gut das es "hilferuf" gibt, und Menschen wie Euch. Mit Psychologen ist das so ne Sache, wenn man sie braucht, sind sie nicht da weil man vielleicht erst in 2 Tagen den nächsten Termin hat. Schreiben und sich mit anderen austauschen tut gut. Ich kann jederzeit etwas mitteilen und dann sind da andere Menschen die antworten können wenn sie wollen. Ich werde irgendwann nochmals einen Anlauf für eine Therapie nehmen. Zur Zeit versuche ich irgendwie zu leben/überleben. Die Erfahrung zu machen das es sehr vielen genauso geht mobilisiert mich aktiv etwas gegen Gewalt und Missbrauch zu unternehmen. Öffentlichkeitsarbeit, kenne ich aus der Vergangenheit, ist für mich ideal. Stück für Stück aus der Vergangenheit wird dadurch verarbeitet.
Drück Euch ganz lieb
Beate
 
Hi Beate,

denke daran, dass du an sich ein Recht darauf hast nicht nur zu überleben, sondern auch ein wenig glücklicher zu leben...und das kannst du indem du deine Vergangenheit, belastende Dinge gut verarbeitest. Ne Therapie ist manchmal dabei echt hilfreich. Auch wenn das mit den Terminen nicht immer ideal ist...ich kenne das.
Shalimar hat Recht mit der Stärke, ihr beide seidt stärker als ihr glaubt. Aber dabei ist immer zu achten, dass man mit seinen Kräften haushaltet. Sich nicht übernimmt, sondern seine Stärke gezielt einsetzt. Die größte Stärke ist erforderlich sich ohne Zip und Zap und ohne Beschönigungen der Realität zu stellen, sich in einer Therapie seiner Vergangenheit zu stellen, sich mit sich selber zu konfrontieren. Wer das schafft, schafft alles!
Körper und Geist benötigen ihre Pflege- und Streicheleinheiten. Man muss nicht immer nur an andere denken, sondern auch genügend an sich selber...denn dadurch kann man erst mit voller Kraft auf andere eingehen.

Also Mädels, tut euch was Gutes und habt Mut und Zuversicht!

LG
Tyra
 
Hallo Tyra,
Du hast recht mit dem was Du sagst. Mein Kind hat viel Wut, Trauer und Angst bei ihrem stationären Aufenthalt rausgeschrien und rausgeweint. Ich bin selber aber ein beherschter Mensch und könnte es mir auch nicht erlauben stationär eine Therapie zu machen; wer wäre dann bei meinem Kind?
Wieder LEBEN fühlen, erfahre ich durch soziale Kontakte, die ich allmählich wieder aufbaue. Es gab ja nichts mehr in unserem Leben. Nur noch eine abgedunkelte Wohnung wo wir uns vor diesem Monster versteckt haben. Das ging über Jahre so. Irgendwann fuhren wir während dieser Zeit in Urlaub. Im Flugzeug habe ich "Rotz und Wasser" vor Freude geweint, weil vor uns 2 angstfreie Wochen lagen. Ich konnte während dieses Urlaubs auch wieder normal essen (habe 10 Pfd. zugenommen 🙂)) ). Ein Therapeut kann nur mögliche Wege anbieten oder zeigen, die Richtung kann nur ich wählen. Ich laufe aber seit einiger Zeit nicht mehr im Kreis, sondern gehe behutsam neue Wege.
Liebe Grüße
Beate
 
Hi Beate,

das mit den sozialen Kontakten ist doch schon mal ne sehr gute Sache! Wichtig ist, dass man nicht zu isoliert ist, auch Leute hat mit denen man mal reden kann..sich bei größeren oder kleineren Problemen austauschen etc.

In Hinsicht auf Therapie: muss ja an sich nicht stationär sein, kann ja auch ambulant sein...An sich ist stationär nur notwendig, wenn das Kind....nee ich mein natürlich die Psyche bereits in den Brunnen gefallen ist...Aber auch wenn stationär, normalerweise müsste sich da auch ne Lösung und Kinderbetreuung finden lassen...ich glaub hier im Forum gibt es sicher Leute die zu diesem Punkt mehr Ahnung haben...

Ist ja echt die Härte mit dem Verstecken...diese ständige Angst, die muss dir ziemlich und nachhaltig zugesetzt haben! Verstecken bringt oft nix...außer vielleicht für machtgeile Monster, die ihr Revier abstecken, sich frei in der Sonne bewegen, während ihre Opfer angsterfüllt im Dunklen harren...Der einzige Weg da raus: dem Monster den Kampf ansagen....sich zu ner Kampfassel trainieren und nix mehr bieten lassen...sich mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln (Polizei, Strafanzeigen, Gericht, Kampfsport und evtll. physische Abwehr) einen Platz an der Sonne zurück erkämpfen...Paradoxerweise (aber psychologisch/verhaltensbiologisch) sind oftmals die, die Stärke und Kampfgeist zeigen weit weniger gefährdet, als die, die sich ängstlich verstecken! Ich habe das selber in meiner Jugend gelernt...wo ich mal so mit ca. 16/17 Jahren als 50 Kilo-Püppi in einer Gefahrensituation einfach durch Wut und Bluff ein paar Halbstarken gezeigt hab, wo es lang geht, sie in die Flucht gejagt..Angst hatte ich auch total, hab die aber nicht gezeigt, denn zeigt man Unsicherheit und Angst hat man schon gleich verloren...diese Erfahrung war ein Schüsselerlebnis, dass mir gezeigt hat: Stärke ist v.a. Kopfsache und mit einigen Monstern wird man fertig indem man sie erstmal im Kopf genau und realistisch betrachtet und dann bemerkt: so dolle monstrig ist das Monster gar nicht, nur ein kleiner versch***Machtfetischist, der sich zu viel rausnimmt..und dem man mal ne Grenze zeigen sollte....Oft reicht es schon, sich selber mal nicht so klein zu reden, sondern aufrecht hinzustellen und zu sagen: Hier bin ich, was willst du? An mir kommst du nicht (straflos) vorbei, wenn du mir was willst!...Das macht Eindruck und man wird in Ruh gelassen....alles ne Psychologie des Kampfes, die man übrigens überall im Alltag, auch im Job etc. kennen und anwenden muss/sollte...

Du hast Recht, ein Therapeut zeigt Wege, entscheiden musst du immer selber...aber das sehe ich an sich nicht als Last an...eher als Freiheit...dann wird es auch leichter sich zu entscheiden...und wenn man einigermaßen selbstbewusst ist und sich sagt: o.k. ich entscheide mich, versuche jetzt mal diesen neuen Weg..egal wie ungewiss der Erfolg ist, egal wie oft mich ein Rückschlag trifft, dann entscheide ich mich halt wieder für was anderes und ändere so lange, bis ich nen Zustand erreicht habe in dem ich angstfrei und selbstbestimmt leben kann....so verläuft an sich jedes normale Leben...man muss ständig gucken und auch mal kämpfen und kriegt mal einen vor den Latz, steht wieder auf, kämpft weiter, hat auch mal Erfolge, kann sich so was wie ein recht stabile Glück basteln...aber: von nix kommt halt nix, das ist halt ein Stück Arbeit an sich selbst, damit man den Mut gewinnt Macht in seinem Lebensbereich auszuüben, selber zu planen, organisieren und zu handeln...tut man es nicht selber, erledigen andere das für einen...und oft kommt dann dabei was raus, was einem weniger gefällt! 🙁

Gruss
Tyra
 

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