Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Überfordert mit Multitasking am Arbeitsplatz

Lily Jane

Neues Mitglied
Ich sitze am Empfang, muss ständig Anrufe entgegennehmen, Besucher begrüßen, Auskünfte erteilen und dabei viele Seiten Notizen zu verständlichen, klaren, auf den Punkt gebrachten Dienstanweisungen ausformulieren. Das fällt mir schwer, ich finde nicht sofort die richtigen Worte für eindeutige pointierte Formulierungen und es stört mich extrem, dass ich beim Formulieren ständig vom Telefon oder anderen Leuten unterbrochen werde. Es macht mich einfach wahnsinnig! Da ich diese Dienstanweisungen noch am selben Tag fertig abschicken muss und das einfach mit dem vielen Auskünfteerteilen nebenbei nicht zu schaffen ist, habe ich es heute nicht mehr ausgehalten und mich in das Büro hinter den Empfangstresen gesetzt, wo ich den Empfang zwar noch im Blick habe, aber deutlich weniger gut sichtbar bin, was mir deutlich mehr Ruhe verschafft und ich mich sehr viel besser auf den Text konzentrieren kann.


Als meine Chefin das mitbekommen hat, forderte sie mich auf, das zu unterlassen. Ich habe mich gefügt, aber es geht mir wirklich sehr schlecht mit dieser Doppelbelastung bzw. Multitasking. Nach der Arbeit habe ich sehr starke Kopfschmerzen und bin so aufgedreht und kirre, als hätte man mich in eine Waschmaschine gesteckt und ich hätte den Schleuderwaschgang am eigenen Leib erfahren. Ich muss das nicht jeden Tag machen, trotzdem ist es eine enorme nervliche Überforderung und ich stehe innerlich unter einem enormen Druck.


Ich möchte meine Chefin bitten, dass ich wenigstens für 1-2 Stunden mich nach hinten setzen kann, um das meiste zu formulieren und dann wieder nach vorne an den Empfang gehe. Aber ich kann nicht zu meiner inneren Not stehen, habe Angst vor dem altbekannten Vorwurf, eine Mimose zu sein oder die Prinzessin auf der Erbse, wenn ich so eine Bitte vorbringe.


Es gibt ja Menschen, die auch gut bei viel Gewusel, Geplapper und Geräuschen um sie herum gut arbeiten können, für mich ist das wirklich eine Tortur, weil ich alles um mich herum gleich stark wahrnehme und nicht filtern kann.


Findet ihr mein Anliegen verständlich oder ist diese Art von Multitasking eine Selbstverständlichkeit am Arbeitsplatz und ich würde mich als nicht belastbarer Schwächling präsentieren, wenn ich die Chefin anspreche?
 
Diese Art von Multitasking ist selbstverständlich, vor allem bei diesem Beruf. Für mich ist die wichtigere Frage, wie lange du dort schon arbeitest? Im Grunde ist das nämlich entweder eine Sache der Gewöhnung oder, falls du wirklich schon länger dort in diesem Bereich arbeitest, schlicht und ergreifend nicht dein Fall.

Das muss dir nicht peinlich sein, denn Menschen sind verschieden. Allerdings würde ich dann einen andere Job suchen. Oder, falls möglich, mich versetzen lassen.
 
...
Findet ihr mein Anliegen verständlich oder ist diese Art von Multitasking eine Selbstverständlichkeit am Arbeitsplatz und ich würde mich als nicht belastbarer Schwächling präsentieren, wenn ich die Chefin anspreche?

Also es gibt Menschen, die Multitaskingfähig sind. Das kann man ein Stück weit trainieren. Es gibt aber auch Menschen, die das nicht schaffen. Mit zunehmendem Alter wird das jedoch immer schwieriger; das wird aber eine Zeit lang noch durch eine sehr große Erfahrung ausgeglichen.

Ich vergleiche das mal mit einem Akkordenspieler(in): Die rechte Hand spielt auf einer klavierähnlichen Tastatur die Noten, linke Hand spielt auf Druckknöpfen die Begleitung dazu und Der/die Sänger(in) singt dazu den Text.

Das kann auch nicht jeder.

Deine Stärken liegen eben auf eine anderen Gebiet. Kannst Du Dich innnerbetrieblich auf eine ander Stelle bewerben?
 
Hallo Lily Jane,

erst einmal..das Arbeitsleben ist mitunter recht hart und Chefs verlangen schier unmögliches. Aber Dein Problem ist ja wohl nicht nur auf die Arbeitswelt bezogen. Ich aus meiner Sicht würde Dir sagen, lern Klavier spielen 😀
Aber ich glaube damit kommen wir nicht weiter - daher meine Empfehlung; versuche mal mit beiden Händen gleichzeitig zu arbeiten, male ein Bild wo die linke so wie die rechte Hand ein und die selbe Figur zeichnet. Es wird Dir natürlich nicht gleich gelingen, aber wenn Du es gut übst, zwingst Du Sein gehirn zweischichtig zu denken, was auch multitaskingfähig macht

Viele Grüße

Lumpi
 
Hallo 🙂

ich möchte zu meinen Vorredern vielleicht doch eher eine Gegenposition vertreten, und zwar:

Du hast mein totales Verständnis für Deine Überforderung, denn bei Deiner Situation handelt es sich nicht um "normales" Multitasking. Normales Multitasking besteht darin, ineinandergreifende Tätigkeiten zufriedenstellend auszuführen bzw. parallel stattfindende Situationen zusammenzuführen und diese für alle Beteiligten optimal zu lösen. So könnte im einfachsten Fall das Telefon klingeln, das am Empfang eine wichtige Rolle hat, und Du aber gleichzeitig mit jemandem am TResen sprichst - Multitasking im simpelsten Sinn ist also meiner Meinung nach sowohl für das Telefon da zu sein als auch für Menschen, die mich am Tresen ansprechen. (Aus dem Einzelhandel kenne ich es so, dass das Telefon grundsätzlich hinter dem Kunden im Laden zurückzustehen hat, so etwas lässt sich am Empfang zwar vom Grundsatz so angehen, aber umsetzen ist da noch ein höherer Anspruch, da wahrscheinlich recht häufig das Telefon klingelt.)

Multitasking eine Stufe höher ist dann vielleicht, wenn Du etwas bearbeitest, etwas einsortierst, stempelst etc. und dennoch für die Kunden und das Telefon da bist.

Und jetzt kommt das, worauf ich hinauswill:

eine anspruchsvolle Tätigkeit, wie pointierte Texte zu formulieren kann nicht immer funktionieren, wenn man unterbrochen wird. Und zwar kann ich das deshalb nachvollziehen, weil ich den Personaleinsatzplan im Laden am PC schreiben musste. Also im Büro hinten gab es keinen PC, am PC musste ich den Plan aber schreiben. Im Grunde konnte ich auch nicht vorher in Ruhe etwas für den Plan vorbereiten, weil das oft einfach doppelte Arbeit war, da am PC die Stunden der vorherigen Monate abgespeichert sind und so automatisch anders mit den Stunden des zu planenden Monats umgegangen werden musste.
Nun stand ich also am Kassen-PC, rief das Dokument auf und fing an Stunden einzutragen und zu planen. Oh, ein Kunde will bezahlen. Klick, Kassensystem aufrufen. Okay, Kunde weg, Personalplan aufrufen. Oh, eine Kollegin ruft mich. Oh, ein Kunde ruft mich. Oh, das Telefon klingelt. usw.usf.

Vielleicht mag da jetzt einer sagen, das ist in der heutigen Arbeitswelt doch ganz normal. Ja, mag sein. Aber so braucht man für eine Aufgabe, für die man in Ruhe vielleicht eine Stunde benötigt hätte, womöglich einen ganzen Vormittag. Das kann doch nicht gewollt sein. Wir waren auch noch chronisch unterbesetzt, sonst hätte ich einfach die andere Kasse aufgemacht.... aber, selbst wenn eine zweite Kasse geöffnet ist, wird man trotzdem an dem anderen PC ständig angesprochen (es gab zwei PCs = zwei Kassen).

Ich kann Dich also total verstehen! Auch wenn man Multitasking trainieren kann, ist Multitasking auch total ÜBERSCHÄTZT.
 
also ich finde solche kombination empfang und sich in eine kreative arbeit hineinzuversetzen, wo man mal nachdenken muss nicht machbar. weil man für letzteres mal ein paar minuten/stunden/tage ruhe braucht, sich zu konzentrieren und das gutes auszudenken. ich habe früher mal in einen architektenbüro gearbeitet, wo nun kreativität wirklich pflicht war, sich was auszudenken an der tagersordnung, manchmal unmögliche grundstücke zu bebauen waren, dafür entwürfe zu machen. mein chef, eigentlich ein lieber netter mensch, der neben mir seinen schreibtisch hatte, gab mir mal solch herausforderung an objekt, quatschte mich aber permanent voll, wie weit ich sei, der kunde kommt und will was sehen so in der art, totaler unnützer druck... eh bei sowas kann man doch keinen klaren gedanken fassen... ich fuhr meinen pc herunter, ging in den freien RUHIGEN nachbarraum, loggte mich da am pc ein, und schloss die tür hinter mir zu und fabrizierten UNGESTÖRT einen absoluten knaller als entwurf... ab da war ruhe und jeder der mal zeit zum nachdenken brauchte, ging ab da in den ruhigen raum und schloss sich dort ein.. da war kein telefon nix, nur der pc...
 
Ich war schlicht und ergreifend für diesen Job nicht geeignet.

Naja, geeignet ist man rein theoretisch für jeden Job, jedoch gibt es nunmal Jobs welche man irgendwie verabscheut. Da kann man sich dan noch so bemühen - die Arbeit wird man nie gescheit machen können. Man konzentriert sich dann zu sehr darauf das eine irgendwie richtig zu machen, und hat dann keinen Nerv mehr für andere Dinge.

Viele Grüße

Lumpi
 
Muss ich grad mal für mich widersprechen, mir hatte der Job Spaß gemacht aber konnte ihn nicht zur Zufriedenheit ausführen 😉, da ich die Menschen am Telefon nicht verstanden habe, weil es zuviele Geräusche aussenrum gab und es viel mir schwer ihn aufzugeben.

Naja, das ist natürlich ein Argument. Ich kann Dir mal was aus meinem eigenem Leben berichten:
ich hatte mich mal als Dirigent versucht, woran ich auch großen Spaß gehabt hätte, aber ich habe es schlichtweg vergeigt - warum? Weil ich nicht die da zu notwendige Ausbildung hatte - ich wußte nicht mehr wo was wer spielen sollte. Natürlich hatte ich mich damit nur Laienhaft befaßt. Aber in der heutigen Zeit ist es sehr oft so, daß die Ausbildungen für die Berufe unzureichend sind, es wird zum Teil nur halbherzig ausgebildet, und die Menschen dann in das Berufsleben geworfen - frei nach dem Motto"den Rest lernt man schon auf der Arbeit"

Viele Grüße

Lumpi
 
Naja, geeignet ist man rein theoretisch für jeden Job, jedoch gibt es nunmal Jobs welche man irgendwie verabscheut. Da kann man sich dann noch so bemühen - die Arbeit wird man nie gescheit machen können. Man konzentriert sich dann zu sehr darauf das eine irgendwie richtig zu machen, und hat dann keinen Nerv mehr für andere Dinge.

Viele Grüße

Lumpi

da muß ich dir wiedersprechen . es ist nicht jeder für jeden job geeignet .ich z.b. werde niemals auf einer baustelle arbeiten können . oder verkäuferin sein .oder im büro sitzen .rein theoretisch .
ich habe immer action gebraucht . war nur am laufen + reagieren .
 
da muß ich dir wiedersprechen . es ist nicht jeder für jeden job geeignet .ich z.b. werde niemals auf einer baustelle arbeiten können . oder verkäuferin sein .oder im büro sitzen .rein theoretisch .
ich habe immer action gebraucht . war nur am laufen + reagieren .

Da sind wir halt unterschiedlicher Meinung - ich persönlich jedenfalls gehe davon aus, daß jeder im Grunde genommen alles könnte, wenn er denn Willens da zu wäre und auch die entsprechende Ausbildung dafür bekommt. 🙂

Viele Grüße

Lumpi
 

Anzeige (6)

Ähnliche Themen

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben