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Ü30 ohne berufliche und private Perspektive

Hallo @Pfefferminzdrops,
ja theoretisch wäre eine Beschäftigung im "Kulturbereich" weiterhin möglich, sollte sich so eine Stelle auftun. Finanziell würde sich das gegenüber einer neuen Richtung, Ausbildung, Umschulung, Junior Position o. Ä. auch lohnen. Das Problem ist dabei eher, dass die Stellen selten sind, die Konkurrenz hoch, meistens befristet (womit ich in absehbarer Zeit zum wiederholten Male vor dem "Aus" stehe) und insbesondere habe ich die Freude an diesen Jobs verloren und sie sind für mich nicht mehr sinnstiftend. Abgesehen davon schaue ich trotzdem weiterhin nach Jobs in dem Bereich.

Lieber würde ich aber gerne etwas machen worin ich einen Sinn sehen kann, das Gefühl habe etwas wertvolles zur Gesellschaft beizutragen und trotzdem an meine Gehaltsvorstellungen usw. dran zu kommen. Z. B. in der Technologie, Pharmazie, oder oder. Aber das wird ohne neues Studium und mit Mitte 30 einfach nicht einfacher und ist eher unrealistisch.

Realistisch wäre mit einer Weiterbildung ein Job im "Marketing" bei einem Unternehmen. Dafür brenne ich allerdings auch nicht. Müsste ja auch nicht sein, ich will ja mein Leben davon finanzieren und mich nicht dabei verwirklichen. Aber mit der Depression gerade kann ich mich dafür nicht begeistern, denn eigentlich hasse ich Marketing. Und das Gefühl einfach versagt zu haben, meine besten Jahre vergeudet zu haben und die Zeit nicht mehr aufholen zu können und meine Ansprüche massiv nach unten schrauben zu müssen, und dabei einen Neuanfang ohne Umfeld und ohne Leidenschaft angehen zu müssen, was zum großen Teil einfach die Realität ist mit der ich konfrontiert bin, ist für mich ganz aktuell extrem lähmend und verzweifelnd.

Ich weiß, dass ich mich auf vergleichsweise hohem Niveau beschwere, aber das wäre alles gar kein so großes Thema, wenn ich einen sinnvollen Job gelernt hätte, Freunde hätte, wüsste in welcher Stadt ich leben will, eine Partnerschaft hätte, usw. Habe ich aber nicht, was die Situation keinen Job und keine Perspektive zu haben und für mich so belastend macht. Mit dem Partner in einer Wohnung zu sitzen und mal keinen Job zu haben, wenn man mit dem Hund gehen muss und am Wochenende die besten Freunde zum Spieleabend kämen, ließe sich das ja eine Weile aushalten. Ich kann an den ganzen anderen Problemen aber ohne Job nichts ändern. Die Arbeit war eigentlich immer das, was mir in Ermangelung der anderen Lebensbereiche "Sinn" gegeben hat. Ich bin aber schon länger ohne Job als ich je am Stück in einer Beschäftigung war.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ob man seinen Job als sinnstiftend empfindet ist doch individuell und hängt von den persönlichen Werten und Zielen ab. Kulturschaffende bereichern durchaus das Leben der Menschen und fördern das Verständnis und die Wertschätzung für verschiedene Perspektiven.

Ich glaube, du solltest erst einmal für dich festlegen, wo du beruflich Fuß fassen willst. Im nächsten Schritt dann überlegen, wie du dazu vorgehen musst, was es möglicherweise noch braucht, damit du die Voraussetzungen erfüllst und zum geeigneten Kandidaten wirst. Werde konkreter und dann fokussier dich darauf. Ansonsten pendelst du nur weiter durch dein Leben. Ein Ziel ohne Plan ist (und bleibt oft) ein Wunsch.

Wie muss ein Job für dich sein, dass du ihn als sinnstiftend ermpfindest? Vielleicht wäre ja auch eine Idee, dich im Ausland mal für ein gemeinnütziges Projekt einzusetzen und darüber zu reflektieren, wie es für dich weitergehen kann? Eine Zeitlang mal ganz raus aus dem Frust. Wenn du ohnehin nichts zu tun hast könntest du dich auch zunächst ehrenamtlich engagieren, um wieder ans Machen zu kommen. Einerseits ist das sinnstiftend, andererseits ergeben sich gerade über solche Tätigkeiten vielleicht ganz neue Perspektiven.
 
Ich sage auch nicht, dass die Jobs nicht sinnstiftend sein können, aber für mich sind sie es nicht mehr.
Das größte Problem dabei ist, dass ich darin auch keine Perspektive sehe insofern, als das sie befristet sind und man nichts aufbauen kann. Ich kenne Leute am Theater die alle paar Jahre mit 40, 50 in ein anderes Land ziehen. Das ist nichts für mich.

Das mit dem Festlegen ist für mich gar nicht so einfach. Was bringt es mir, jetzt zu sagen, ich will "XY" machen, wenn am Ende damit keine aussichtsreichen Chancen verbunden sind und ich am Ende genauso gut etwas anderes hätte machen können. Ich verstehe an dem Punkt das System einfach nicht.

Der Job müsste praktisch sein, aber nicht handwerklich. Also strategisch, analytisch, ein Ergebnis zur Folge haben und etwas verbessern. Ich will auch niemandem was Verkaufen, daher bin ich beim Vertrieb/Marketing eher kritisch. Aber das ist eben gar nicht so einfach umzusetzen, vor allem ohne entsprechendes Studium. Aber mein Anspruch ist gar nicht, dass der Job mich in dem Sinne erfüllt, er soll ja vor allem finanzielle Planbarkeit und Sicherheit bieten. Aber es hilft halt nicht mit der Motivation.
 

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