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Triggerwarnung: Kindesmissbrauch Komisches Gefühl, Angst, dass mein Kind Missbrauch erlebt hat

Es komnt darauf an ob deine Sorgen schon einen eigenen Krankheitswert haben. Wenn ja, wäre der Gang zu einem niedergelassenen Psychotherspeuten der richtige Weg. Wenn du allgemein Sorgen hast, wird das eher bei der Stelle gemacht, die auch das Kind behandelt. Es gibt Beratungsstellen gegen sexuelle Gewalt, die machen das auf jeden Fall. Die haben auch die Beratung der Eltern im Blick.

Von der Herangehensweise unterscheiden sich diese Stellen. Der Psychotherapeut wird erst mal abklären, inwiefern deine Sorgen eine reelle Grundlage haben und welche Dinge dich sonst noch belasten. Danach richtet sich die mögliche Therapie dann.
Die Beratungsstelle erklärt den Eltern, was gemacht wurde und welchen Elndruck sie vom Kknd haben. Ob weitere Maßnahmen erforderlich sind, wie der allgemeine Entwicklungsstand ist, was man zu Hause beachten sollte, wie man sonst noch helfen kann daheim. Also eben eine Beratung, die auf den gewonnenen Infornationen beruht. Ich denke, dass du eher sowas bräuchtest, Rückversicherung und Halt.
 
Paar haben hier geschrieben, ich könnte eine Videoüberwachung machen. Wie ist das gemeint? Wie soll ich das im Nachhinein machen?

Eine Videoüberwachung im Nachhinein ist nicht möglich. Es ist auch eine persönliche Entscheidung, ob man wirklich die Wahrheit wissen will, auch wenn sie vielleicht schmerzt.

Falls es meine Tochter wäre, die betroffen ist, wäre ich stark versucht, meinem Bruder zum nächsten großen Fest (Geburtstag, Weihnachten oder vergleichbares) ein Smartphone zu schenken, das so voreingestellt ist, dass es regelmäßig vollständige Backups auf ein von mir kontrolliertes Cloud Konto macht. Das hilft natürlich nur, die Sache aufzuklären, wenn da auch in der Gegenwart etwas seltsam ist (z B Chat Verläufe o ä).

Grundsätzlich mag ich keine Spitzelei und finde sowas übergriffig. Aber falls dein Gefühl richtig liegt, dann ist ja nicht nur deine Tochter im Kindergartenalter gefährdet bzw bis zu deinem Eingreifen gefährdet gewesen, sondern auch dein jüngerer Bruder, der zwar schon Teenager ist, aber trotzdem noch minderjährig, und dessen Gefahr dauert dann noch an - auch wenn die Gefahr eine völlig andere ist.

Das wenige, was du von euren Eltern berichtet hast, klingt so, als ob sie entweder keine Gefahr sehen oder mehr oder weniger bewußt die Augen davor verschließen.

Was du vom Verhalten deines Bruders berichtet hast, als du ihn zur Rede gestellt hast, klingt für mich auch merkwürdig. Gehört er normalerweise zu den Menschen, die nah am Wasser gebaut sind und leicht weinen?

Wenn es etwas total harmloses wäre, was passiert ist (z B dass er deiner Tochter ein Video von Dinosauriern gezeigt hat, als sie beide alleine waren, weil er das lustig fand und es sie aber unerwartet erschreckt hat), dann würde ich eher erwarten, dass er auf Nachfrage bisschen rum druckst und das dann einfach zugibt, vielleicht sogar fragt, ob er in Zukunft auf was bestimmtes achten soll,damit er sie nicht erschreckt.

Dass es ihm so wichtig ist, dass deine Tochter mit ihm mit kommt, die Art, wie er sich verteidigt hat, dass er gleich in Tränen ausbricht - das alles klingt für mich so, als hätte er erheblichen Druck von irgendwoher.

Ist dein Bruder glücklich? Hat dein Bruder Freunde, ein Haustier, Hobbys, einen Schwarm oder sogar schon eine Freundin? Ist sein Verhältnis zu euren Eltern besser als deines, so gut, dass er sie gut ansprechen könnte, falls er ernste Probleme hätte (z B falls er gemobbt oder sogar erpresst würde?)

Du brauchst diese Fragen natürlich nicht hier zu beantworten. Es reicht völlig aus, wenn du da mal in Ruhe selbst darüber nachdenkst.

Die Sorge um die Sicherheit und das Wohlergehen deiner Tochter hat für dich die höchste Priorität und das ist auch richtig so.

Möglicherweise benötigt aber auch dein Bruder Hilfe der einen oder anderen Art.
 
@Prachtweib sorry, irgendwie fehlt jetzt mein halber Text. Aufjedenfall Kämpfe ich gerade mit mir, weil mein Vater nun wieder mit mir spricht und erwartet, dass ich mein Fehler wieder gut mache. Ich weiß, dass ich es niemals über mich bringen werde meine Mädchen bei meinen Eltern zu lassen. Das heißt für mich endloser Hass meines Vaters. Es tut so gut hier zu hören, dass Außenstehende das Verhalten meines Bruders auffällig finden und ich sie in jedem Fall zurecht Schütze. Auch wenn vielleicht nichts schlimmes passiert ist, ich kann das Risiko nicht eingehen. Ich muss lernen damit umzugehen und sicher zu wissen, dass ich nicht verrückt bin, sondern realistisch, hilft mir.
Von dem, was du schilderst, glaube ich auch ehrlich gesagt nicht, dass du übervorsichtig bist oder sie zu unrecht schützt oder überreagierst etc. Es erinnert mich einfach zu sehr an meine eigene Situation. Ich bezweifle auch ehrlich gesagt, wie jemand anders geschrieben hat, dass es etwas anderes wie ein brutales Computerspiel sein könnte. Allein schon, weil es keinen legitimen Grund dafür gibt, dass der Teenie sowas tut. Was hat er davon, nem kleinen Kind sowas zu zeigen? Sich drüber lustig zu machen wie mit seinen Kumpels kann er sich mit ner 3-jährigen entwicklungsbedingt sowieso nicht. Wolfenstein II, Call of Duty oder Silent Hill mit ihr spielen wird wohl auch schwer sein, allein schon aus sensomotorischen Gründen oder sie wäre einfach ein langweiliger Gegner.
"Erfahrungen" machen zu wollen, aber keine geeignete Person dafür zu haben und deswegen jemanden zu nehmen, der sich nicht wehren kann und/oder dem man eh nicht glaubt, ist allerdings ein völlig "legitimer" Grund; für den Täter jedenfalls und auch entgegen der leugnenden Allgemeinheit ein ziemlich verbreitetes Phänomen. Was ja auch logisch ist, wenn man bedenkt, dass ich letztens noch von einer Umfrage gehört habe, in der 67% aller Erwachsenen gegen Aufklärung in der Grundschule waren. und da wundert man sich....wie ich schon sagte: Bleibst du blöd, bleibst du gefährdet.

Ich weiß auch nicht, welchen Fehler du laut deines Vaters gemacht haben sollst, aber ich hab die berühmte Formel ja schon beschrieben:
Eltern + Selbstreflexion = ERROR und das Ignorieren versteh ich bis heute nicht. Wozu bekommt man Kinder, wenn man sich nicht mit ihnen beschäftigen oder/und sich nicht mit ihnen auseinandersetzen will?

Ich bin jedenfalls der Meinung, dass deine Sorge absolut berechtigt ist und stark erleichtert darüber, dass das die anderen hier auch so sehen. Babyboomer und Generation X in ihren Anfängen kennen einfach nur eine Methode, mit kritischen Situationen umgehen: Leugnen. Kenne auch den berühmten Satz von meiner Mutterr "Früher hätts sowas nicht gegeben", wenn sie irgendwas außerhalb ihrer Vorstellungskraft im Fernsehen sah(da zählten schon Schlägereien vor ner Diskothek zu, die gab es in den 1980ern natürlich NIEEEEMALS)

Ich glaube, bei denen fehlt's auch etwas an Allgemeinbildung, besonders was die psychologische Ebene betrifft. Ich weiß nicht, was die damals in der Schule gemacht haben, aber interpretiere, beurteile, argumentiere waren in ihren Aufgabenstellungen sicher nicht drin. Dafür aber "Vergleiche" .

Das Verhalten deiner Eltern sehe ich als bewusstes Augen verschließen. Sie wollen es nicht für möglich halten, weil sie sich ja dann tatsächlich auch mit ihrem eigenen Verhalten aka (wie kam es dazu, dass UNSER Sohn sowas tut) beschäftigt müssten, was wiederum mit meiner oben genannten Formel kollidiert, frei nach der Textzeile des brühmten Alligatoah-Songs:

Gib mir ein schlaues Buch, ich mach' die Augen zu. Schönheitsschlaf.
 
Zu einem möglichen Mißbrauch ist hier schon viel richtiges gesagt worden.

Ich möchte aber noch eine Ebene früher ansetzen. Unabhängig von dem Mißbrauchsverdacht, ist es das allerwichtigste, in jeder Situation das Bedürfnis Deiner Tochter anzuerkennen, wo und mit wem sie ihre Zeit verbringen möchte.

Wenn sich Deine Tochter unwohl fühlt oder auch einfach nur deutlich macht, daß sie nicht mit jemandem spielen möchte oder nicht in ein anderes Zimmer möchte, dann ist das die Richtschnur. Dann ist an der Stelle Schluß, dann wird weder bedrängt noch relativiert, weder manipuliert noch rumgenervt. Dann möchte sie nicht. Punkt.

Es unterstützt ungesunde Familienstrukturen, wenn man einem Kind signalisiert, daß seine Bedürfnisse nicht erfüllt werden und über seine Grenze hinausgegangen wird. Egal wie harmlos ein Spiel im Zimmer des Bruders auch wäre. Es reicht schon, daß ein Kind sagt, ich mag nicht. Es ist nicht ok, ein Kind zu überreden mit Geschenken oder das Überreden mit Geschenken zu tolerieren. Es ist nicht ok, ein Kind aufzufordern, spiel doch mit dem oder geh mit ihm mit. Egal wie harmlos das wäre. Wenn das Kind nicht mag, mag es nicht. Punkt.

Das was in eurer Familie passiert ist, ist typisch für Grenzverletzungen. Das ist das gleiche wie "gib der Oma einen Kuss" oder "sei nett zu dem Onkel". Nein, wenn das Kind nicht mag, mag es nicht. Punkt.

Egal wie die spezielle Situation mit Deinem Bruder weitergeht, was sich herausstellt oder vielleicht nicht vollständig aufklären lässt, wichtig sollte sein, daß in Eurer Familie ganz klar die Regel gilt, mit wem die Kinder nicht spielen oder zusammensein möchten, mit dem müssen sie nicht spielen oder zusammensein. Welche Berührungen sie nicht möchten, die werden ihnen nicht aufgedrängt. Kinder werden nicht bedrängt, sondern ihre Grenzen werden akzeptiert. Und zwar nicht erst nach vielen penetranten Versuchen, das Kind zu manipulieren, so daß es sich nur noch mit weinen oder festklammern zu helfen weiß. Sondern nach dem ersten Nein ist bereits Schluß.

Wenn das Kind einmal die Frage verneint, möchtest du mit mir spielen, dann ist das die Antwort. Dann wird nicht mehr gesagt, er hat Dich doch so lieb oder geh doch mit oder jetzt spielt doch mal schön zusammen. Alle müssen lernen, ein Nein eines Kindes zu akzeptieren.

Das ist etwas, was ich mit Deinen Eltern und Deinem Bruder auf jeden Fall kommunizieren würde. Eine Akzeptanz dieser Regel wäre für mich Voraussetzung für jeden weiteren Kontakt. Besuche des Kindes allein bei den Eltern oder gar bei dem Bruder sollten aktuell sowieso ausgeschlossen sein, solange der geringste Zweifel besteht. Aber auch für begleitete Besuche oder Besuche bei Euch sollte die Regel gelten, wenn das Kind einmal Nein gesagt hat, egal welche Form des Kontaktes oder der Annäherung in Rede steht, dann ist das ein Nein. Dann wird das akzeptiert und nicht weiter gedrängt. Dann gibt es kein "oh hab Dich nicht so" oder "ich meine es doch nur gut" oder "Du bekommst auch was dafür" oder "wir spielen auch das, was Du möchtest" oder "jetzt ist der Bruder oder die Oma oder der Opa aber traurig", sondern nur ein "Ok, du möchtest das nicht. Ich akzeptiere das."

Ich glaube, ganz unabhängig von dem aktuellen Mißbrauchsverdacht, ist das enorm wichtig in Eurer Familie zu kommunizieren und zur Voraussetzung für jeglichen Kontakt zu machen.
Das Verhalten Deiner Mutter legt nahe, daß sie es eben nicht akzeptiert, wenn Dein Kind einen Wunsch ihres Sohnes zurückweist. Und das aktuelle Verhalten Deines Vaters zeigt ebenfalls, daß er weder das Unbehagen Deines Kindes akzeptiert noch Deine Grenze respektiert. Schon Du hast erlebt, daß du Dich als Kind den Bedürfnissen der Erwachsenen und speziell Deines Vaters angepasst hast. Es ist wichtig, jetzt klar zu machen, daß die nächste Generation das so nicht mehr erleben muß, sondern daß ihre Grenzen geachtet werden und Dir das ganz wichtig ist, daß auch die Großeltern und Dein Bruder ihre Erwartung ablegen, daß ihre eignen Bedürfnisse über denen des Kindes stehen könnten.

Selbst wenn sich der Mißbrauchsverdacht nicht erhärtet, wäre das der Punkt, wo ich ansetzen würde und nur wenn da absoluter Konsens in der Familie besteht, wäre Kontakt - in welcher geschützten Form auch immer - möglich.
 
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