Hallo zusammen,
ich erkundige mich seit heute im Internet über Venlafaxin. Meine kurze Geschichte:
Ich litt seit ca. Dezember 2009 unter ständigem Durchfall, bis hin zu Panikattacken (seien es ganz normale Treffen mit Freunden gewesen, Kino, Disko etc.) ich habe mich nicht mehr vor die Tür getraut, habe nichts mehr gegessen, aus Angst, Durchfall zu bekommen und nicht rechtzeitig eine Toilette in der Nähe zu haben. Ich hatte Heulkrämpfe - einfachso aus heiterem Himmel! Es war eine furchtbare Zeit! Hinzu kam, dass meine Beziehung zu dieser Zeit den Bach runterging, ich fühlte mich total Lustlos, Schwach, ohne jeglichen Antrieb - sah keinen Sinn mehr in meinem Tun!
Was wichtig wäre zu erwähnen: Ich bin 27 Jahre alt, seit 10 Jahren in einem Unternehmen angestellt, verdiene mein eigenes Geld, lebe seit meinem 21. Lebensjahr alleine und komme gut über die Runden. Urlaub, Auto etc. alles im Budget drin!!! Und trotzdem plagen mich diese Gedanken!
Meine Mutter ist vorbelastet, genauso wie meine Oma. Sie ist seit Jahren in Therapie, war auch schon in der Klinik. Sie hat dann meine Geschichte ihrer Therapeutin erzählt und ich habe mich dort vorgestellt und die o. g. Symptome geschildert.
Seit Oktober 2010 habe ich Venlafaxin genommen. Erst 37,5 Retard, dann bis vor einpaar Wochen 75 mg Retard. Ich kann mich noch an den ersten Tag erinnern (Schwindel, wie auf Wolken (unter Drogen), ich war einfach total neben der Spur). Nach diesem Tag ging es aber mit mir und meiner Psyche kontinuierlich bergauf. Der Durchfall stellte sich ein und ich war wieder fast die "Alte".
Im März 2011 habe ich mich von meinem damaligen Freund getrennt, mir eine neue Wohnung gesucht und nochmal ganz von vorne und in Ruhe angefangen. Mir ging es immer besser! Nach meinem letzten Therapiebesuch riet mir dann die Therapeutin, langsam mit dem Ausschleichen anzufangen. Das tat ich dann auch. Seit ca. 2 Monaten nehme ich Venlafaxin 37,5mg ohne Probleme.
Am Samstag habe ich dann abgesetzt und seither auch keine mehr eingenommen. Nun habe ich seit Sonntag diesen - wie auch von vielen hier geschilderten - Schwindel (wie Stromstöße oder "Kopfgewitter", wenn ich die Augen drehe, gibt das ein Geräusch in den Ohren). Es macht mich fix und fertig. Ich bin seit Montag wieder arbeiten und kann mich kaum konzentrieren. Es ist sehr anstrengend! Aber gerade weil ich jetzt mittendrin stecke, will ich auch nicht aufgeben. Ich werde das schaffen!
Und ich kann nur vielen Mitbetroffenen raten, GLAUBT AN EUCH - VERDAMMT! Das größte Problem an dieser Krankheit ist, das man nicht an sich glaubt! Ihr seit alle - jedes Individuum für sich - etwas ganz Besonderes! Seht die guten Seiten eures Lebens! Die Sonne, wenn sie scheint; euer Lieblingslied, wenn es im Radio läuft; ein Freund, wenn er anruft, um mit euch ein Eis essen zu gehen! Wir müssen diese düsteren Gedanken aus unserem Kopf verbannen, denn sie alleine sind es Schuld, dass es soweit kommt.
Ich weiß, das hört sich alles so einfach an und ich kämpfe ja auch dagegen!!! Ich habe inzwischen einen neuen Partner, der auch ständig damit konfrontiert wird und ich muss ehrlich sagen, ich kotze mich schon selber an, dass ich ständig nur nörgel, heule und denke, denke, denke! Dabei hat das Leben noch so viel wichtigere Themen!!!
Aber ich gebe nicht auf! Und ob dieser Schwindel, den ich da momentan verspüre nun Einbildung ist oder nicht, er ist da und wird auch wieder gehen!
Ich möchte allen Mut machen! Und wisst ihr, wenn es euch mit den Tabletten gut geht und ihr stabil seit, dann nehmt sie! Macht euch keine Gedanken, wie es wäre, "ohne"! Warum? Wenn es euch doch damit gut geht, was soll´s? Schlecht geht / ging es uns oft genug!
Herzliche Grüße und ganz viel Kraft!