S
sandra0309
Gast
Hallo,
ich lese schon seit einiger Zeit hier mit, weil ich gehofft hatte, dass vielleicht jemand ein ähnliches Problem hat. Aber leider habe ich nichts gefunden. Irgendwie weiß ich einfach nicht mehr weiter. Aber ich fange mal vorne an.
Ich bin 28 Jahre alt, kenne meinen Mann seit 14 Jahren, davon sind wir seit 6 Jahren zusammen und seit 5 Jahren verheiratet. Wir haben 2 gemeinsame Kinder (Mädchen, 5 Jahre und Jungen, 16 Monate). Die 8 Jahre, bevor mein Mann und ich zusammen kamen, waren wir die besten Freunde. Fast wie Geschwister. Wir haben uns alles erzählt und waren uns emotional wahnsinnig nah. Das war auch bis vor einiger Zeit eigentlich noch so. Aber jetzt ist seit ungefähr 1 Jahr der Wurm drin. Womit es genau angefangen hat, kann ich gar nicht genau sagen. Auf jeden Fall können wir irgendwie nicht mehr miteinander reden. Ich sollte vielleicht dazu sagen, dass wir uns im Laufe der Jahre immer höher verschuldet haben. Das ist mit Sicherheit ein großer Faktor, aber viel mehr stört mich diese Sturheit meines Mannes.
Ich habe, als ich erkannte, dass uns die finanziellen Sorgen schwer zu schaffen machen, vorgeschlagen, zu einer Schuldnerberatung zu gehen. Mein Mann meinte, wir brauchen das nicht. Wir schaffen das schon. Ich habe dann drei Wochen lang auf ihn eingeredet (ich hatte parallel dazu auch eine Paar- oder Familientherapie vorgeschlagen, die er auch vehement ablehnt!) bis ich letztendlich einfach einen Termin bei der Schuldnerberatung gemacht habe und ihn da hin geschleppt habe. Er ist dann auch eher widerwillig mitgegangen. Jedenfalls konnten die uns schon ein bißchen helfen und haben uns gesagt, wie wir jetzt am besten vorgehen sollen. Damit ist das Thema für meinen Mann erledigt, denn ich mache das ja schon.
Es ist wirklich mit allem so. Ich kann mich zwar nicht beschweren, dass er mich nicht im Haushalt unterstützt oder sich nicht um die Kinder kümmert, das ist es nicht. Aber er lässt mich mit allen Problemen völlig allein.
Unsere Tochter hatte letzten Montag einen kleinen emotionalen Zusammenbruch im Kindergarten. Daraufhin wurde ich angerufen und habe sie abgeholt. Natürlich habe ich mir wahnsinnige Sorgen gemacht, ob sie vielleicht die schlechte Stimmung zu Hause mitbekommen hat oder was jetzt der Auslöser dafür war. Jedenfalls hatte ich für den Freitag einen Termin für ein Elterngespräch gemacht. Ich bat meinen Mann, auf der Arbeit Bescheid zu sagen, dass er am Freitag 3 Stunden später kommen würde, da es ja auch seine Tochter sei und ich schon fände, dass er dabei sein sollte. Aber nein, mein Mann zog es vor, arbeiten zu gehen. Also war ich allein bei dem Elterngespräch. Es war für mich sehr aufschlussreich und ich habe mich gekümmert und einen Termin bei der Erziehungsberatung gemacht. Genauere Einzelheiten würden jetzt hier den Rahmen sprengen. Nur grob - meine Tochter spiegelt mich wieder und funktioniert einfach nur noch. Sie ist nicht mehr in der Lage, ihre Gefühle zu äußern. Weder verbal noch körperlich. Und da das genau das ist, was ich ihr vorlebe (ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal geweint habe oder gesagt habe, ich kann nicht mehr) habe ich mich entschieden, Hilfe zu suchen. Denn ich weiß nicht, wie ich ihr da helfen soll.
Anstatt dass mein Mann dann wenigstens mal fragt, wie es war und was dabei raus gekommen ist - nein, warum denn auch. Ich regel das ja schon.
Samstag Abend ist die Situation dann eskaliert. Ich konnte meine Wut und Enttäuschung nicht mehr verbergen. Vielleicht nur kurz dazu gesagt - er hat den Strom nicht bezahlt und die Post vor mir versteckt, habe zufällig eine Mahnung in der Post gefunden, er kümmert sich um seine eigenen Dinge, wie Papierkram oder wichtige Telefonate überhaupt nicht... Ich habe also das Gespräch mit ihm gesucht. Und er hat überhaupt nichts verstanden. Ich habe meinem ganzen Ärger Luft gemacht und ihm in allen Einzelheiten gesagt, was mich stört. Wir hatten ähnliche Gespräche in dem letzten halben Jahr, aber wirklich geändert hat sich gar nicht.
Jetzt habe ich ihm gesagt, dass ich nicht mehr sicher bin, ob ich die Ehe so noch weiter führen möchte. Er ist heute auf Montage gefahren. Erstmal für drei Wochen. Ob er an den Wochenenden kommt wusste er noch nicht. Ich habe gesagt, dass ich diese Zeit nutzen möchte, um mir über meine Gefühle klar zu werden. Ich bräuchte Abstand.
Ich fühle mich emotional so leer, dass ich noch nicht einmal mehr sagen kann, ob ich überhaupt noch irgendwelche Gefühle für meinen Mann habe. Weder positive noch negative. Er hat das ganze Gespräch damit abgetan, dass er sagte, dann wären wohl seine Koffer gepackt und die Schlösser ausgetauscht, wenn er wiederkäme. Ich könnte platzen!! Er versteht es einfach nicht. Das einzige, was ich will, ist, dass er hier mal am Alltag teil nimmt. Und das ist nunmal nicht nur, die Küche aufzuräumen, ein bißchen mit den Kindern zu spielen und mit dem Hund zu gehen. Dazu gehört verdammt nochmal mehr.
Was für mich jetzt einfach zu klären wäre ist, wie ich im Fall der Fälle da stünde. Mein Mann ist nicht in der Lage, nachdem er für die Kinder gezahlt hat auch für mich angemessenen Unterhalt zu zahlen. Bekommt man Hilfe vom Amt? Würden die evtl. auch die Wohnung bezahlen? Habe ich als Alleinerziehende bessere Chancen, für meinen Sohn einen Platz in einer kleinen altersgemischten Kindergartengruppe zu bekommen? Ich will nicht ewig vom Staat leben, aber solange ich ihn zu Hause habe kann ich nicht arbeiten.
Wie läuft das alles? Hat jemand damit Erfahrung?
Ich bin dankbar für jede Antwort und für jeden Rat. Vielleicht hat ja auch jemand ähnliches erlebt und seine Ehe retten können.
Liebe Grüße
Sandra
ich lese schon seit einiger Zeit hier mit, weil ich gehofft hatte, dass vielleicht jemand ein ähnliches Problem hat. Aber leider habe ich nichts gefunden. Irgendwie weiß ich einfach nicht mehr weiter. Aber ich fange mal vorne an.
Ich bin 28 Jahre alt, kenne meinen Mann seit 14 Jahren, davon sind wir seit 6 Jahren zusammen und seit 5 Jahren verheiratet. Wir haben 2 gemeinsame Kinder (Mädchen, 5 Jahre und Jungen, 16 Monate). Die 8 Jahre, bevor mein Mann und ich zusammen kamen, waren wir die besten Freunde. Fast wie Geschwister. Wir haben uns alles erzählt und waren uns emotional wahnsinnig nah. Das war auch bis vor einiger Zeit eigentlich noch so. Aber jetzt ist seit ungefähr 1 Jahr der Wurm drin. Womit es genau angefangen hat, kann ich gar nicht genau sagen. Auf jeden Fall können wir irgendwie nicht mehr miteinander reden. Ich sollte vielleicht dazu sagen, dass wir uns im Laufe der Jahre immer höher verschuldet haben. Das ist mit Sicherheit ein großer Faktor, aber viel mehr stört mich diese Sturheit meines Mannes.
Ich habe, als ich erkannte, dass uns die finanziellen Sorgen schwer zu schaffen machen, vorgeschlagen, zu einer Schuldnerberatung zu gehen. Mein Mann meinte, wir brauchen das nicht. Wir schaffen das schon. Ich habe dann drei Wochen lang auf ihn eingeredet (ich hatte parallel dazu auch eine Paar- oder Familientherapie vorgeschlagen, die er auch vehement ablehnt!) bis ich letztendlich einfach einen Termin bei der Schuldnerberatung gemacht habe und ihn da hin geschleppt habe. Er ist dann auch eher widerwillig mitgegangen. Jedenfalls konnten die uns schon ein bißchen helfen und haben uns gesagt, wie wir jetzt am besten vorgehen sollen. Damit ist das Thema für meinen Mann erledigt, denn ich mache das ja schon.
Es ist wirklich mit allem so. Ich kann mich zwar nicht beschweren, dass er mich nicht im Haushalt unterstützt oder sich nicht um die Kinder kümmert, das ist es nicht. Aber er lässt mich mit allen Problemen völlig allein.
Unsere Tochter hatte letzten Montag einen kleinen emotionalen Zusammenbruch im Kindergarten. Daraufhin wurde ich angerufen und habe sie abgeholt. Natürlich habe ich mir wahnsinnige Sorgen gemacht, ob sie vielleicht die schlechte Stimmung zu Hause mitbekommen hat oder was jetzt der Auslöser dafür war. Jedenfalls hatte ich für den Freitag einen Termin für ein Elterngespräch gemacht. Ich bat meinen Mann, auf der Arbeit Bescheid zu sagen, dass er am Freitag 3 Stunden später kommen würde, da es ja auch seine Tochter sei und ich schon fände, dass er dabei sein sollte. Aber nein, mein Mann zog es vor, arbeiten zu gehen. Also war ich allein bei dem Elterngespräch. Es war für mich sehr aufschlussreich und ich habe mich gekümmert und einen Termin bei der Erziehungsberatung gemacht. Genauere Einzelheiten würden jetzt hier den Rahmen sprengen. Nur grob - meine Tochter spiegelt mich wieder und funktioniert einfach nur noch. Sie ist nicht mehr in der Lage, ihre Gefühle zu äußern. Weder verbal noch körperlich. Und da das genau das ist, was ich ihr vorlebe (ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal geweint habe oder gesagt habe, ich kann nicht mehr) habe ich mich entschieden, Hilfe zu suchen. Denn ich weiß nicht, wie ich ihr da helfen soll.
Anstatt dass mein Mann dann wenigstens mal fragt, wie es war und was dabei raus gekommen ist - nein, warum denn auch. Ich regel das ja schon.
Samstag Abend ist die Situation dann eskaliert. Ich konnte meine Wut und Enttäuschung nicht mehr verbergen. Vielleicht nur kurz dazu gesagt - er hat den Strom nicht bezahlt und die Post vor mir versteckt, habe zufällig eine Mahnung in der Post gefunden, er kümmert sich um seine eigenen Dinge, wie Papierkram oder wichtige Telefonate überhaupt nicht... Ich habe also das Gespräch mit ihm gesucht. Und er hat überhaupt nichts verstanden. Ich habe meinem ganzen Ärger Luft gemacht und ihm in allen Einzelheiten gesagt, was mich stört. Wir hatten ähnliche Gespräche in dem letzten halben Jahr, aber wirklich geändert hat sich gar nicht.
Jetzt habe ich ihm gesagt, dass ich nicht mehr sicher bin, ob ich die Ehe so noch weiter führen möchte. Er ist heute auf Montage gefahren. Erstmal für drei Wochen. Ob er an den Wochenenden kommt wusste er noch nicht. Ich habe gesagt, dass ich diese Zeit nutzen möchte, um mir über meine Gefühle klar zu werden. Ich bräuchte Abstand.
Ich fühle mich emotional so leer, dass ich noch nicht einmal mehr sagen kann, ob ich überhaupt noch irgendwelche Gefühle für meinen Mann habe. Weder positive noch negative. Er hat das ganze Gespräch damit abgetan, dass er sagte, dann wären wohl seine Koffer gepackt und die Schlösser ausgetauscht, wenn er wiederkäme. Ich könnte platzen!! Er versteht es einfach nicht. Das einzige, was ich will, ist, dass er hier mal am Alltag teil nimmt. Und das ist nunmal nicht nur, die Küche aufzuräumen, ein bißchen mit den Kindern zu spielen und mit dem Hund zu gehen. Dazu gehört verdammt nochmal mehr.
Was für mich jetzt einfach zu klären wäre ist, wie ich im Fall der Fälle da stünde. Mein Mann ist nicht in der Lage, nachdem er für die Kinder gezahlt hat auch für mich angemessenen Unterhalt zu zahlen. Bekommt man Hilfe vom Amt? Würden die evtl. auch die Wohnung bezahlen? Habe ich als Alleinerziehende bessere Chancen, für meinen Sohn einen Platz in einer kleinen altersgemischten Kindergartengruppe zu bekommen? Ich will nicht ewig vom Staat leben, aber solange ich ihn zu Hause habe kann ich nicht arbeiten.
Wie läuft das alles? Hat jemand damit Erfahrung?
Ich bin dankbar für jede Antwort und für jeden Rat. Vielleicht hat ja auch jemand ähnliches erlebt und seine Ehe retten können.
Liebe Grüße
Sandra