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Trennung nach über 10 Jahren: Habe ich richtig entschieden? (Es geht nicht vor und nicht zurück)

leider kann ich am Handy nicht zitieren, wollte dir aber noch hierlassen, dass ich das mit dem Funktionieren gut kenne. Das hat mich geprägt und sich auf einige Beziehungen ausgewirkt. Immer richtig, immer gut sein wollen und doch nicht genug zu sein, so wurde es uns beigebracht. Liebe erbettelt man sich mit über sich hinauswachsen und eigene Grenzen zu missachten. Daraus entsteht ein recht ungesundes Verantwortungsgefühl. Wie man jetzt bei dir sieht, du hast dich räumlich getrennt, aber es kostet dich alle Kraft, dich emotional zu trennen.
Traurig, oder? Du hast es richtig erkannt, emotional laufe ich in zwei Welten, ich weiß nicht, wie lange ich brauche, um das zu durchbrechen.
Mein Tipp: Stelle dich ganz vorne an, sorge für dich und dein Wohlbefinden, setze Grenzen, da wo man dir oder du dir selbst schadest. Das lässt sich üben und lernen (eigene Erfahrung).
Danke für den Tipp. Das fällt mir immer enorm schwer, da ich mir dann egoistisch vorkomme. Ich muss anfangen Dinge für mich zu tun, mal wieder mehr alleine Zeit mit mir verbringen und mich neu kennenlernen.
Nein bist du nicht. Mit 35 war ich mir zu jung für ein Kind. Ich wollte keines mehr danach. Dennoch bin ich deutlich später Vater geworden. Biologisch bin ich zwar ein rel. alter Vater. Aber bin gelassener als vor 20 Jahren. Das ist für das Kinde extrem gut.
Ich kann keine Kinder mehr zeugen, das Thema ist durch. Ich will es auch nicht mehr, ich habe damit abgeschlossen.
Es war das einzig richtige. Diese Frau hat dir nie gut getan. Von Anfang an nicht. Elf Jahre lang hatte sie die Chance etwas zu verändern, sich für eure Beziehung einzusetzen und an sich zu arbeiten. Irgendwann ist genug. Sie wird sich nie ändern. Liebe hin oder her, sie tut dir nicht gut und macht dich physisch und psychisch kaputt. Ihre emotionalen Manipulationsversuche sind nur leere Worte. Sobald du einknickst fällt sie wieder ins alte Fahrwasser zurück.
Wahrscheinlich ist das die härteste Erkentniss und die Akzeptanz dieser Wahrheit.
Du solltest die Scheidung einreichen und die Wohnung künden. Du bist nicht für sie verantwortlich, sie ist erwachsen.
Wenn ich das mache sitzt sie auf der Straße. Der Wohnungsmarkt ist sehr dürftig, gerade was bezahlbare Miete angeht. Meine Deadline ist, dass sie bis August in eine neue Wohnung gezogen sein muss. Dann ist auch das Trennungsjahr vorbei und ich habe fair und gerecht gehandelt.
Hallo Southstar,

ich denke auch, dass die Trennung die richtige Entscheidung war und dass es für euch beide besser ist, wenn ihr getrennt bleibt. Dass das erstmal schwer, schmerzhaft und vor allem ungewohnt ist nach so vielen Jahren, kann ich gut nachfühlen. Ich glaube, es braucht einfach Zeit, bis man ein Stück weit "entwöhnt" ist, sich auf einen neuen Menschen einlassen kann. Im Vergleich zu 11 Jahren ist der Zeitraum, in dem ihr jetzt getrennt seid, einfach noch relativ kurz. Halte durch! 🙂
Danke für deine Worte, ich werde es verinnerlichen, auch wenn es mir schwer fällt....
Es liest sich nicht so, als hättet ihr euch gegenseitig gut getan, auch ihr schien es ja über viele Jahre nicht gut zu gehen und sie hat es innerhalb der Beziehung nicht wirklich auf die Reihe bekommen, an sich zu arbeiten/ sich weiterzuentwickeln, was auch für sie tragisch ist.
So ist es, sie hatte schon von Anfang an Probleme, diese haben sich über die Jahre immer mehr aufsummiert. Probleme wurden aber nicht gelöst oder benannt, sie wurden ignoriert und kompensiert. Sie hat es auch stets sehr einseitig gesehen und nie akzeptiert, dass sie auch einen Anteil zu tragen hat. Das war einfach schwarze Loch was sie mehr und mehr eingezogen hat. Leider konnte ich ihr nicht helfen, sie wollte einfach nicht hören, dass man diese Dinge angehen muss.
Wenn sie Ende 30 ist, hätte sie evtl noch ein kurzes Zeitfenster, um ihren Kinderwunsch zu realisieren (auch wenn sie sagt, dass er jetzt plötzlich weg ist).
Ja hätte sie, aber ich glaube, das wäre keine gute Idee. Sie hat so viele Baustellen und müsste diese in den Griff bekommen. Dazu muss auch ein geeigneter Partner her. Alleine wird sie das menschlich und finanziell nicht stemmen können.
Sie hat sich ja erst so auf den Kinderwunsch eingeschossen, als ihre Probleme schlimmer wurden und der Bruch zu ihrer Familie kam.
Hier war ich doch etwas verwundert, dass du erst nach so vielen Jahren ein spermiogramm gemacht hast, wie kam das? Falls es bei ihr "nur" um Endometriose geht, ist das zwar ein Hemmnisse für eine Schwangerschaft aber meines Wissens nach kein Ausschlussgrund.
Du hast recht damit, allerdings hat man bei einem Facharzt und nach einer Bauchspiegelung festgestellt, dass sie den schwersten Grad hat. Auch die Eierstöcke waren betroffen. Man hat sich ärztlich sehr darauf eingeschossen.
Die ersten zwei Jahre, als wir versucht haben ein Kind zu bekommen haben wir uns auch irgendwie keine richtigen Gedanken gemacht und es wurde eher "inkonsequent" umgesetzt.
Der Sex ließ auch nach und wurde auch nicht nach Eisprung vollzogen.

Als dann die Problematiken immer mehr schwieriger wurden habe ich es auch immer mehr in Frage gestellt, ob es richtig ist ein Kind zu bekommen.
Mich hat immer gestört, das sie sich selbst nie in Frage gestellt hat, ob es auch wirklich das ist, was sie möchte und was das eigentlich bedeutet.
Es ist süß, es ist klein, es ist abhängig, dann gehöre ich halt dazu. Das war immer so die Botschaft und das hat mich beunruhigt.

Sie leidet durch die Endo auch an Erschöpfung, deshalb war es für mich auch okay, das sie weniger arbeitet. Sie traut sich nicht Schnellstraßen oder Autobahnen zu fahren. Hat viele Ängste und Neurosen. Das alles hat mich halt auch belastet, ich musste schon damals viel mehr Verantwortung tragen und wenn dann noch ein Kind dazu kommt habe ich nochmal mehr zu tragen. Alles was sie normalerweise machen würde hätte ich begleiten müssen.
Mich hat es gestört, das sie nie mit mir richtig über das Thema gesprochen hat, uns oder auch sich in Frage gestellt hat und ob wir als Eltern geeignet sind und was es auch an Herausforderungen mit sich bringt.

Dazu hat sie mir das Gefühl gegeben, das ich nur als Vater und Versorger liebenswert bin. Wenn ich meine Sorgen geäußert habe wurde ich sofort mit Missachtung, Entzug von sämtlicher Nähe "bestraft". Das hat in mir dazu geführt, dass ich irgendwann blockiert habe, ich habe mich als Mensch gar nicht mehr gesehen und geliebt gefühlt.
Da habe ich angefangen zu blockieren, nicht bewusst, aber unbewusst.

Als dann meine Diagnose kam war ganz vorbei. Das war auch, wie ich im Nachhinein empfinde, einer der größten Knackpunkte. Sie war nur noch sauer auf mich und das letzte bisschen Intimität ging flöten oder hat sich so pragmatisch angefühlt, das es einfach nicht mehr stattfand.
Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie stark sich das Thema Kinderwunsch/ eigene Traumata/ Unzufriedenheit in der Beziehung vermischen und aufsummieren und sehr unglücklich machen können.
Sowas kann man aber auch nur angehen, wenn man redet. Das ging mit ihr nicht. Wenn wurden Dinge im Nachhinein über Whatsapp völlig verdreht angesprochen und wenn man versucht hat, diesen Kommunikationsaustausch einzugehen wurde nicht mehr geantwortet.

Ich stimme dir voll und ganz zu, das ist ein sehr schwieriges Thema und hat einen großen Beitrag zum Bruch geleistet.
 
Deswegen habe ich neben vielen kritischen Punkten, die du an ihr beschreibst und die ich auch so sehe, auch Mitgefühl mit ihr. Auch fehlt mir in deiner Beschreibung etwas ihre Persönlichkeit, ich lese vor allem, dass sie wunderschön ist, aber wahrscheinlich ist sie ja noch viel mehr.
Natürlich war da noch viel mehr, ich hoffe du merkst, das Lara die Liebe meines Lebens war und auch bleiben wird. Eine Beschreibung habe ich hier nur nicht noch zusätzlich mit reingepackt, da es einfach so schon viel zu viel ist.

Sie ist eine ganz ruhige Persönlichkeit und hat unglaublich viele Talente. Wir waren beide sehr häuslich und sie hat einen tollen Blick für Details und hat uns das schönste Zuhause aller Zeiten geschaffen.
Sie hat eine einzigartige Ausstrahlung, einen wundervollen Humor und wir hatten anfangs so viel Spaß miteinander und haben viel gelacht.
Wir mögen beide keine "klassischen" Aktivitäten wie feiern gehen oder all inclusive Strandurlaub. Haben immer tolle Dinge unternommen, sind in Museen gegangen, Tierparks, haben die schönsten Orte überhaupt besichtigt. Haben beide eine Leidenschaft für alte Sachen und Geschichte.
Sie ist Handwerklich total geschickt, kann nähen, stricken, zeichnen, stellt eigenes Spielzeug und Puppen her wo sie viel Hingabe und Liebe reinsteckt.
Sie ist super tierlieb und hat das an mich weitergetragen, setzt sich für deren Recht und die Umwelt ein. Dank ihr lebe ich viel gesünder, Esse kein Fleisch seit 11 Jahren und überwiegend Pflanzenbasiert.
Sie hat ein wunderschönes Lächeln und konnte damit eine Wärme in mein Herz zaubern wie keine andere. Sie war mir immer treu, hatte keine Augen für andere Männer. In einigen Momenten wo sie Liebe zuließ fühlte ich mich tief mit ihr verbunden und habe die Nähe zu ihr geliebt.
Mit ihr gemeinsam einschlafen und aufwachen war das Schönste überhaupt. Wenn sie in meinen Armen lag wollte ich diesen Moment für immer festhalten, sie war meine kleine Frau. Für mich persönlich ist sie ein guter Mensch, ein viel besserer Mensch als ich es bin. Ein Mensch, der durch seine Probleme so blockiert ist, das daraus eine ganz andere Person geworden ist. Ein Mensch, der Versorgen mit Fürsorge verwechselt und Dinge nicht kann, obwohl sie sie möchte.
Es fällt mir gerade sehr schwer das zu beschreiben, da es mir so weh tut und so tragisch ist, das ich es einfach nicht mehr ausgehalten habe.

Trotz allem bereue ich die Zeit mit Lara nicht, sie hat mir vieles beigebracht, mich zu einem besseren Menschen geformt. Nir tolle Zeiten und Momente geschenkt, ich bin unendlich dankbar dafür!
Sie hat mich auf viele Arten und Weisen verändert....

Zurück bleibt die Frage, was war echt?
 
Zurück bleibt die Frage, was war echt?
Da ich es selbst von mir kenne, dass es mir in einer Beziehung oft schlechter geht, ich Schwierigkeiten mit Nähe/ Distanz habe und dadurch oft viele schöne Eigenschaften von mir in den Hintergrund treten, kann ich auch da gut mitfühlen. Und kann zumindest aus meiner Erfahrung heraus sagen: beides ist "echt": die tollen Eigenschaften an Lara und die schwierigen, die immer mehr wurden. Entscheidend ist immer, welche Dynamiken zwischen Menschen entstehen und die zwischen euch schienen euch beiden leider gar nicht gut zu tun.
Deswegen bewahre dir das Schöne an Lara im Herzen, es ist da und real, aber es konnte das schwierige in euren Dynamiken nicht überwiegen. Vielleicht kann sie manches davon besser ohne dich leben, auch wenn es weh tut. An ihren Bindungsthemen kann sie hoffentlich in der Therapie arbeiten und bleibt dran (und wenn nicht, ist es ihre Verantwortung).
 
Da ich es selbst von mir kenne, dass es mir in einer Beziehung oft schlechter geht, ich Schwierigkeiten mit Nähe/ Distanz habe und dadurch oft viele schöne Eigenschaften von mir in den Hintergrund treten, kann ich auch da gut mitfühlen.
Das muss unheimlich anstrengend für einen Menschen sein, der Nähe will aber sie nicht ertragen kann. Sie sagte mir auch, dass sie die Beziehung unbewusst sabortiert hat.
Sie hat mir schon zu Beginn gesagt, dass ich sie irgendwann verlassen werde. Vielleicht hat sie es unbewusst in die Richtung gelenkt.
Und kann zumindest aus meiner Erfahrung heraus sagen: beides ist "echt": die tollen Eigenschaften an Lara und die schwierigen, die immer mehr wurden. Entscheidend ist immer, welche Dynamiken zwischen Menschen entstehen und die zwischen euch schienen euch beiden leider gar nicht gut zu tun.
Du bringst die Sachen auf den Punkt, gerade diese Erkenntnisse schmerzen sehr. Ich habe ihr auch nicht gut getan und das, obwohl ich immer versucht habe mein Bestes zu geben.
Deswegen bewahre dir das Schöne an Lara im Herzen, es ist da und real, aber es konnte das schwierige in euren Dynamiken nicht überwiegen.
Wenn Liebe allein einfach nicht reicht....
Vielleicht kann sie manches davon besser ohne dich leben, auch wenn es weh tut. An ihren Bindungsthemen kann sie hoffentlich in der Therapie arbeiten und bleibt dran (und wenn nicht, ist es ihre Verantwortung).
Ich glaube, sie hat ohne mich ein besseres Leben. Alleine schon deshalb, weil sie nun zur Selbstständigkeit gezwungen ist. Wenn sie mal merkt, welche Stärke in ihr steckt und was sie alles schaffen kann dann wird sie aufblühen. Sie wird erkennen, das sie nicht schwach ist, nicht hilflos ist. Auch wünsche ich mir, dass sie sich nochmal für eine Beziehung öffnet und dann aktiv Liebe geben kann und ein ausgewognes Maß findet und glücklich wird. Auch, wenn es mir dann nicht mehr zugute kommt.

Es macht mich traurig, all das hätte nicht sein müssen, aber mein Anteil daran ist genauso groß. Durch mein Fehlverhalten habe ich ihre Entwicklung blockiert.
 
Ich finde deine Gedanken dazu sehr schön, weil es zeigt, dass sie dir wirklich als Mensch sehr am Herzen liegt🙂 ich weiß gar nicht, ob ich sagen würde, dass eure Anteile gleich groß sind, ich finde ihren Anteil schon irgendwie schwerwiegender, da destruktiver. Und trotzdem hätte sie es für sich und euch sicherlich auch gerne "besser" gemacht und hat keinen Zugang oder Weg dazu gefunden, vielleicht auch, weil sie zu sehr in Watte gepackt war.

Ich wünsche euch sehr, dass ihr in irgendeiner Form verbunden bleiben könnt aber eher freundschaftlich mit mehr Grenzen. 🙂
 
@Southstar89
Ich habe mir jetzt alle deine Beiträge durchgelesen. Was ich dabei denke,ist für dich vielleicht nicht angenehm,aber ist mein Gefühl dazu.
Alles was Du schreibst,ist mehr auf sie bezogen und welche Probleme sie hat. Klar,Du gibst auch zu,dazu beigetragen zu haben,aber Du rückst dich dabei in die Rolle des Helden.
SIE hätte Fürsorge mit Versorgen verwechselt,sagst Du. Aber das warst Du,nicht sie. Sie hat nicht danach gefragt,Du hast eigenständig gehandelt und es wurde somit System. Sie gewöhnte sich daran und nahm es,vielleicht weil Du ihr nichts anderes geboten hast.
Als Beispiel: oft werden Kinder als verwöhnt dargestellt und böse,obwohl es von den Eltern als System gegeben wird. Dabei hätten viele lieber Stabilität und Liebe mit Grenzen gebraucht.
Sprich, Du hast keine Grenzen geboten und deshalb denke ich,dass Du zu gleichen Teilen ein nicht verarbeitetes Problem hast.
So und nun hast Du dich getrennt,weil Du dein System nicht mehr aufhalten könntest,was gut ist. Jetzt fängt sie an aufzuleben. Du sagst zwar,es gibt eine andere Frau bei dir,aber ich merke deine Unsicherheit,bezogen auf Lara. In meinen Augen, ist es zu früh für dich für eine andere feste Bindung. Du würdest wieder das gleiche tuen,weil nicht die Frauen es verursachen,sondern es in dir ist.
Ich denke,deine Frage ist nicht ,ob es der richtige Weg war. Ich glaube es verletzt dich zu sehen,dass Lara kämpft ,um sich wiederzufinden. Jetzt kommt vielleicht die Lara wieder,die Du toll fandest. Gehe deinen Weg,denn Du würdest ihr nicht gut tuen,wenn Du deine Dinge nicht bearbeitest. Lass die andere Sache locker laufen,damit Du nicht mehr Verantwortung übernimmst,als gut ist und dann sieht man weiter.
 
Ich denke Lara braucht Zeit,um sich zu finden. Du warst ihre erste Beziehung,daran hängt man,wenn sie so lange ging.
Aber auch Du brauchst Zeit und solltest jetzt rausfinden,welche Grenzen Du brauchst,um nicht in einer anderen Person unterzugehen.
 
Ich wünsche euch sehr, dass ihr in irgendeiner Form verbunden bleiben könnt aber eher freundschaftlich mit mehr Grenzen. 🙂
Danke dir, genau das wünsche ich mir auch...
Wie sieht es nun eigentlich mit deinen Schulden aus? Konntest du die tilgen?

90.000 ist schon knackig.
Es sind 95.000€ und ich fange JETZT an, diese zu tilgen. Dazu gibt es einen ganzen Thread....
Ansich eine schöne Idee. Ich würde aber da nicht drauf hoffen. Manchmal ist es einfach besser getrennte Wege zu gehen.
Schwer zu verdauen aber so ist es.
Ich habe mir jetzt alle deine Beiträge durchgelesen. Was ich dabei denke,ist für dich vielleicht nicht angenehm,aber ist mein Gefühl dazu.
Es muss nicht alles angenehm sein und Sichtweisen sind Sichtweisen.
Alles was Du schreibst,ist mehr auf sie bezogen und welche Probleme sie hat. Klar,Du gibst auch zu,dazu beigetragen zu haben,aber Du rückst dich dabei in die Rolle des Helden.
Absolut gar nicht. Ich bin kein Held und meine Erläuterung ist nicht heroisch. Wäre ich ein Held, hätte ich Dinge nicht zugelassen und der Bruch wäre nicht passiert.
SIE hätte Fürsorge mit Versorgen verwechselt,sagst Du. Aber das warst Du,nicht sie. Sie hat nicht danach gefragt,Du hast eigenständig gehandelt und es wurde somit System.
Das ist nicht ganz richtig. Sie kam bereits aus dieser Dynamik, hat bis 26 Jahre bei ihren Eltern gelebt, ist nach ihrer Ausbildung nie wieder Vollzeit arbeiten gegangen und hat ihr Leben quasi wie in der Schule weitergeführt. Wenn habe ich eine Dynamik übernommen, aber nicht erschaffen. Richtig ist, sie hat nicht danach gefragt, hat es aber beeinflusst, sowas geht auch indirekt und ohne direkt gerichtete Worte. Dennoch steckt Wahrheit in deinen Worten.
Sie gewöhnte sich daran und nahm es,vielleicht weil Du ihr nichts anderes geboten hast.
Das hätte ich von dir gerne konkretisiert?

Ich habe dieser Frau meine ganze Liebe und Unterstützung geschenkt, permanent, in jeder Lebenslage. Nicht nur materiel, sondern vor allem emotional.
Sie hat eigenständig alle Menschen aus ihrem Leben geworfen, ich habe ihr gesagt, dass das nicht gut ist. Ich habe mit ihr immer wieder gesprochen und versucht, dass sie eine Therapie macht und durchzieht, bin mit zu Sitzungen gegangen, habe immer wieder nach jedem Abbruch neue Alternativen gesucht. Ich selbst habe eine Therapie begonnen und durchgeführt, weil ich immer dachte, die komplette Schuld liegt bei mir.
Es ist schwer einen ganzen Lebensabschnitt von 11 Jahren mit Dynamiken hier abzubilden.

Aber erkläre mir bitte genau, was du meinst und was ich hätte deiner Meinung nach bieten müssen.

Als Beispiel: oft werden Kinder als verwöhnt dargestellt und böse,obwohl es von den Eltern als System gegeben wird. Dabei hätten viele lieber Stabilität und Liebe mit Grenzen gebraucht.
Mit dem Unterschied, dass sie schon lange kein Kind mehr war und ist und ich nicht die Defizite von 26 Jahren aufarbeiten kann.
Dein Beispiel ist sehr treffend und natürlich hätte ich Dinge anders machen müssen. Ich bin aber ein 24 jähriger Junge gewesen und kein ausgebildeter Therapeut, auch wenn ich mir in den Jahren oft so vorgekommen bin. Ein großer Fehler von mir war, dass ich keine Grenzen gesetzt habe. Teils aus Angst, teils aus Erschöpfung und auch aus Resignation.
Ich hätte definitiv mehr zuhören müssen und nicht Lösungen bieten sollen.
Sprich, Du hast keine Grenzen geboten und deshalb denke ich,dass Du zu gleichen Teilen ein nicht verarbeitetes Problem hast.
Das ist so, du sagst ja, du hast alle meine Beiträge gelesen, da habe ich das bereits selbst aufgegriffen und eingestanden.
So und nun hast Du dich getrennt,weil Du dein System nicht mehr aufhalten könntest,was gut ist.
Nein, deswegen habe ich mich nicht getrennt. Sie ist immer weiter in "das System" gerutscht und ich auch, das hat uns zerstört und deshalb bin ich gegangen.
Jetzt fängt sie an aufzuleben.
Aufleben sieht anders aus, sie macht Dinge, weil sie keine andere Wahl mehr hat. Ich hoffe, dass sie dadurch irgendwann aufleben kann.
Du sagst zwar,es gibt eine andere Frau bei dir,aber ich merke deine Unsicherheit,bezogen auf Lara.
Natürlich gibt es nach so einer langen Zeit Unsicherheiten, gerade, wenn die Anspannung etwas los lässt. Gibt kaum jemanden, der sich nicht hinterfragt. Das bedeutet nicht, das meine Entscheidung falsch war.
In meinen Augen, ist es zu früh für dich für eine andere feste Bindung.
Es ist keine grundfeste Bindung sondern eine entspannte Bindung. Sie weiß über meine Situation bescheid.
Du würdest wieder das gleiche tuen,weil nicht die Frauen es verursachen,sondern es in dir ist.
Die meisten Probleme haben schon vor mir existiert und ihre Verhaltensweisen zeigten sich schon in der Kindheit.
Also sagst du, das meine Ex ohne mich ein erfülltes, selbstständiges und glückliches Leben geführt hätte, weil die ganze Ursache in mir liegt?
Fände ich gut, wenn das so ist, dann wird sie ja bald das beste Leben führen und mich vergessen. Das würde mich freuen, ich will nur, das sie glücklich wird.
Dann wäre das ja auch in ausnahmslos jeder meiner anderen Beziehungen so gewesen.

Meine Bekanntschaft steht mehr als nur mit beiden Beinen im leben und sucht keinen Versorger oder Seelentröster, die Frau braucht mich nicht, sondern sie will mich, das ist ein Unterschied.
Ich denke,deine Frage ist nicht ,ob es der richtige Weg war. Ich glaube es verletzt dich zu sehen,dass Lara kämpft ,um sich wiederzufinden.
Es verletzt mich, dass sie leidet. Natürlich hat man die "was wäre wenn Illusion", aber schlussendlich wäre es nie wieder das selbe. Ich trauere um das, was hätte sein können, was wir hätten sein können. Man verliert nicht nur eine Person, sondern einen ganzen Lebensabschnitt, den man sich gemeinsam aufgebaut hat. Mit Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Natürlich berührt mich ihr Prozess, ich empfinde was für sie und bin kein kaltherziger Mensch. Ich will, dass sie sich wieder findet. Nicht für mich, für sich!
Jetzt kommt vielleicht die Lara wieder,die Du toll fandest. Gehe deinen Weg,denn Du würdest ihr nicht gut tuen,wenn Du deine Dinge nicht bearbeitest.
Ich habe Lara als Mensch immer toll gefunden, ich glaube, du solltest meine Beiträge nochmal genauer lesen. Wir würden uns beide nicht gut tun. Du blendest gerade komplett aus, das Lara Depressionen und Borderline hat und signalisierst, dass all ihre Probleme nur durch mich entstanden sind und nur das die Ursache ist. Das ist extrem eindimensional und sie hätte dann vor mir ja gar keine Probleme gehabt. Sie war als Kind und als Jugendliche schon bei Psychologen.

Natürlich muss ich auch an meinen Defiziten arbeiten, Therapiestart ist der 15.02 bei mir. Sie muss es aber endlich auch tun. Das Ziel soll auch nicht sein, wieder zusammen zu kommen.
Auch ich bin deiner Meinung, dass sie sich ohne mich besser entfalten kann und ganz neu starten muss. Das ist der beste Weg.

Lass die andere Sache locker laufen,damit Du nicht mehr Verantwortung übernimmst,als gut ist und dann sieht man weiter.
Ich übernehme Verantwortung für mich und das ist alles, was ich jetzt erstmal tun muss, sehe ich genau wie du.
Ich denke Lara braucht Zeit,um sich zu finden. Du warst ihre erste Beziehung,daran hängt man,wenn sie so lange ging.
Glaub mir, ich hänge da auch sehr dran und es kostet mich viel Kraft, diesen Zustand zu akzeptieren. Nur weil man geht heißt es nicht, dass man nicht leidet.

Aber auch Du brauchst Zeit und solltest jetzt rausfinden,welche Grenzen Du brauchst,um nicht in einer anderen Person unterzugehen.
Danke für diesen Satz, den muss ich mir jeden Tag laut vorlesen.

____________

Danke für diesen ehrlichen und reflektierenden Beitrag. Auch wenn ich dir nicht vollumfänglich zustimme (darum geht es ja nicht) schätze ich die Perspektive die du einnimmst.
Das hat mich nochmal zum nachdenken gebracht.

Was ich nochmal ausdrücklich klarstellen möchte, ich positioniere mich nicht als Held. Natürlich habe ich hier auch mein Leid aus meiner Perspektive beschrieben und meinen Schmerz. Da kommt sowas oft einseitig rüber. Ich habe Lara aber nicht abgewertet oder schlecht gemacht.
Lara ist ein viel besserer Mensch mit liebenswerteren Eigenschaften als ich es jemals sein kann.
Gerade weil ich sie so wertvoll finde, habe ich sie immer auf ein Podest gestellt und versucht, sie zu beschützen.

Ich habe sehr, sehr viele Fehler gemacht, muss aber auch akzeptieren, dass ich ein Mensch bin und mir da auch Dinge aufgegladen habe, die ich mir nicht hätte aufladen dürfen. Ich habe ihr damit mehr geschadet als geholfen.

Welche Erfahrungen hast du selbst gemacht?
 

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