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Trennung nach 29 Jahren - Eigene Familie stellt sich gegen mich.

Herr_Frodo75

Neues Mitglied
Trennung nach 29 Jahren – Eigene Familie stellt sich gegen mich

Hallo zusammen,

ich schreibe hier, weil ich gerade in einer Situation stecke, die mich emotional ziemlich durcheinanderbringt und ich ehrlich gesagt nicht mehr genau weiß, wo oben und unten ist.

Ich habe mich nach 29 Jahren Beziehung von meiner Frau getrennt. Das war keine spontane Entscheidung, sondern ein Prozess, der sich über lange Zeit entwickelt hat. Es war für mich irgendwann nicht mehr die Beziehung, die ich mir für mein Leben wünsche. Die Trennung an sich fühlt sich für mich trotz aller Traurigkeit richtig an.

Was mich aber gerade viel mehr belastet als die Trennung selbst, ist die Reaktion meines Umfelds – vor allem meiner eigenen Familie.

Meine Mutter, meine Geschwister – sie stellen sich sehr klar auf die Seite meiner Frau. Und ich merke, dass ich in deren Wahrnehmung automatisch in die Rolle des „Verursachers“ gerutscht bin. Es scheint, als wäre damit auch direkt klar, dass ich derjenige bin, der jetzt zurückstecken muss, ausziehen sollte und die finanziellen Konsequenzen möglichst allein tragen sollte.

Was mich daran so trifft, ist gar nicht, dass sie meine Frau unterstützen – das kann ich sogar verstehen. Aber dass kaum jemand fragt, wie es mir eigentlich geht oder was mich zu dieser Entscheidung gebracht hat. Es wird sehr schnell bewertet, aber wenig hinterfragt.

Ich habe das Gefühl, dass meine Beweggründe gar nicht wirklich gesehen werden. Dass die Komplexität einer so langen Beziehung auf eine einfache Geschichte reduziert wird: „Er hat sich getrennt, also ist er schuld.“

Dabei versuche ich gerade wirklich, eine faire Lösung zu finden. Es geht um unser gemeinsames Haus, um finanzielle Fragen, um die Zukunft unseres Sohnes. Ich möchte das alles sauber und respektvoll regeln, ohne unnötigen Druck aufzubauen – aber eben auch so, dass es für mich langfristig tragfähig ist.

Gleichzeitig merke ich, wie sehr mich diese Haltung meiner Familie verunsichert. Ich hinterfrage mich immer wieder: Mache ich hier gerade etwas falsch? Bin ich wirklich so egoistisch, wie es mir indirekt vermittelt wird? Oder ist das einfach ein typisches Muster, wenn jemand eine Trennung einleitet?

Ich fühle mich oft, als würde ich nicht nur meine Ehe verlieren, sondern auch ein Stück Rückhalt aus meiner eigenen Familie.

Mich würde interessieren:
Hat jemand von euch ähnliche Erfahrungen gemacht?
Wie seid ihr damit umgegangen, wenn das eigene Umfeld sich so klar positioniert hat?
Und wie schafft man es, bei sich zu bleiben, wenn von außen so viel Gegenwind kommt?

Danke euch fürs Lesen.
Marc
 
Es scheint, als wäre damit auch direkt klar, dass ich derjenige bin, der jetzt zurückstecken muss, ausziehen sollte und die finanziellen Konsequenzen möglichst allein tragen sollte.
Wenn man sich trennt, dann trennt man sich und die Regeln laut Familienrecht sind klar definiert.
Davon würde ich an deiner Stelle auch nicht abweichen. Da auch ein Kind im Spiel ist, braucht man eh nicht davon ausgehen das ein Mann bei einer Trennung übervorteilt wird. Dann noch hingehen und eigene Zugeständnisse machen die einen noch negativer dastehen lassen, würde ich als pervers empfinden.

Es ist ganz normal das jeder versucht den für sich optimalen Weg rechtlich durchzusetzen.
Muss man auch, damit man nicht auf der Strecke bleibt.

Du hast eine merkwürdige Familie.
Höre lieber auf die Meinung von Kumpels / Arbeitskollegen, die das auch schon hinter sich haben.

Wünsche dir viel Kraft.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ja klar bist du der Schuldige wenn du deine Familie verlässt. Aber wenn wirklich nix mehr geht, für dich es nicht mehr stimmt..., wieso auch nicht.
Falls du immer noch Gewissenskonflikte hast, nimm eine Auszeit per Urlaub, min. 1 Woche dann weisst du eher ob deine Entscheidung sinnvoll ist.
 
Wie geht deine Frau denn mit der Gesamtsituation um? Darüber schreibst du gar nichts, aber das ist doch das Entscheidende.

Deine Familie geht das zunächst mal nichts an - außer du möchtest bei einem Familienmitglied in die Wohnung mit einziehen. Aber in 30J werden deine Familienmitglieder auch Bindungen zu deiner Frau aufgebaut haben und sie werden mit euch mitgelebt haben und da bildet man sich wohl zwangsläufig eine Meinung über das, was da geschieht. Außenstehende denken sich da evtl: Das wäre für mich doch kein Trennungsgrund, jetzt hat er es 30J lang ausgehalten, warum macht er jetzt alles kaputt, usw.
Es kommt also schon auch auf die Trennungsgründe an (zB: Hast du deine Frau erst jahrelang betrogen und möchtest nun mit ihrer Nachfolgerin zusammenziehen?), und auch auf die familiäre Gesprächskultur. Meine Familie wäre wohl kaum schockiert gewesen und hätte sich im Fall einer Trennung auch nicht auf die Seite meines Partners geschlagen, denn solch grundlegende Punkte, die dann zu einer Trennung führen, hätten die mitbekommen, und zwar aus meiner Sicht.
 
Meine Gedanken zu deiner Situation:
Willkommen im Forum 🙂
ich schreibe hier, weil ich gerade in einer Situation stecke, die mich emotional ziemlich durcheinanderbringt und ich ehrlich gesagt nicht mehr genau weiß, wo oben und unten ist.
Das ist doch verständlich, ich fände es als "unnormal", wenn du die Situation "einfach so" abschütteln würdest.
Ich habe mich nach 29 Jahren Beziehung von meiner Frau getrennt. Das war keine spontane Entscheidung, sondern ein Prozess, der sich über lange Zeit entwickelt hat. Es war für mich irgendwann nicht mehr die Beziehung, die ich mir für mein Leben wünsche. Die Trennung an sich fühlt sich für mich trotz aller Traurigkeit richtig an.
Ja, andere bleiben aus Gewohnheit, wegen den Kindern oder dem Geld zusammen.
Ob das unbedingt besser ist.
manchmal hinterfrage ich auch mein gefüge oder wenn ich die anderen Partnerschaften/Ehen so sehe...
Was mich aber gerade viel mehr belastet als die Trennung selbst, ist die Reaktion meines Umfelds – vor allem meiner eigenen Familie.
Was denkst du, wie "plötzlich" die Trennung nach außen wirkte.
Habt Ihr nicht versucht die Fassade nach außen zu wahren ?
Meine Mutter, meine Geschwister – sie stellen sich sehr klar auf die Seite meiner Frau. Und ich merke, dass ich in deren Wahrnehmung automatisch in die Rolle des „Verursachers“ gerutscht bin.
Nach 29 Jahren Ehe, gehe ich davon aus, daß Ihr irgendwo zwi. 50 und 60 seid.
"Wir" sind Generation X.
In den Köpfen und in denen unsrer Eltern sind hier noch die Männer "die Versorger".
Wenn du dich jetzt der Familie entziehst... bist du der Buhmann 😉

Es scheint, als wäre damit auch direkt klar, dass ich derjenige bin, der jetzt zurückstecken muss, ausziehen sollte und die finanziellen Konsequenzen möglichst allein tragen sollte.
Jepp, siehe oben 😉
Was mich daran so trifft, ist gar nicht, dass sie meine Frau unterstützen – das kann ich sogar verstehen. Aber dass kaum jemand fragt, wie es mir eigentlich geht oder was mich zu dieser Entscheidung gebracht hat. Es wird sehr schnell bewertet, aber wenig hinterfragt.
Wer will denn wissen, wie es dir geht ?
Männer sind die Versorger, Frauen kümmern sich um Haus und Familie
Ich habe das Gefühl, dass meine Beweggründe gar nicht wirklich gesehen werden. Dass die Komplexität einer so langen Beziehung auf eine einfache Geschichte reduziert wird: „Er hat sich getrennt, also ist er schuld.“
Hier kann helfen, dir zunächst nochmal deiner Beweggründe bewusst zu werden.
Dabei versuche ich gerade wirklich, eine faire Lösung zu finden.
Ja, so bin ich auch geprägt.
Was ist ?
oder
Gibt es wirklich eine faire Lösung ?
Es geht um unser gemeinsames Haus, um finanzielle Fragen, um die Zukunft unseres Sohnes. Ich möchte das alles sauber und respektvoll regeln, ohne unnötigen Druck aufzubauen – aber eben auch so, dass es für mich langfristig tragfähig ist.
Ihr (zunächst du und dein Frau) solltet euch nach etwas Abstand an den "grünen Tisch" setzen und ie Situation besprechen.
Evtl. gleich oder etwas später mit dem Sohn.
Gleichzeitig merke ich, wie sehr mich diese Haltung meiner Familie verunsichert.
Verständlich...
Meine Mutter sagte gerne:
"Früher blieb man zusammen, heute trennt man sich, beides ist nichts"
oder
Früher hat man geflickt, heute wirft man weg"
😉
Hier könnt ihr nur eure Sicherheit finden.
Ich hinterfrage mich immer wieder: Mache ich hier gerade etwas falsch?
Nein, warum ?
Bin ich wirklich so egoistisch, wie es mir indirekt vermittelt wird?
Weshalb, habt ihr in eurem Rahemn über die Familiensituation gesprochen (oder es totgeschwiegen 😉)
Oder ist das einfach ein typisches Muster, wenn jemand eine Trennung einleitet?
Ich könnte mir vorstellen, nach außen ja.
Ich fühle mich oft, als würde ich nicht nur meine Ehe verlieren, sondern auch ein Stück Rückhalt aus meiner eigenen Familie.
Das finde ich veständlich...
Du haderst mit dem "heiligen Familienbild", deine Familie auch.
Mich würde interessieren:
Hat jemand von euch ähnliche Erfahrungen gemacht?
Ja, Trennungen habe ich schon durchlebt.
Wie seid ihr damit umgegangen, wenn das eigene Umfeld sich so klar positioniert hat?
Darüber sprechen, auch mit dem Umfeld.
Mit guten Freunden, mir nahestehenden Menschen, m it der familie, die es - momentan nicht oder auch nie - versteht.
Und wie schafft man es, bei sich zu bleiben, wenn von außen so viel Gegenwind kommt?
Indem du dir bewusst machst/klar wirst, was DEINE Beweggründe zur Trennung sind.
Somit kannst du mit deiner Frau im gesprcäh bleiben, um die weiteren Schritte zu gehen.

Nach so viel jahren Ehe, ist es schwierig die Emotionen der Außenstehenden rauszuhalten, allerings ist das eine Sache zwischen euch.

Manchmal treffe ich in solchen Situationen die Aussage, "Ich mache das nicht gegen euch, sondern für mich" 😉🙂

und...
Wie geht deine Frau denn mit der Gesamtsituation um? Darüber schreibst du gar nichts...
Ja, wie ist sie denn eingebunden ?
 
Zuletzt bearbeitet:
"Es scheint, als wäre damit auch direkt klar, dass ich derjenige bin, der jetzt zurückstecken muss, ausziehen sollte und die finanziellen Konsequenzen möglichst allein tragen sollte."

Absolut richtig. Du willst die Veränderung, also bist du für deren Folgen verantwortlich. Wenn du mein Bruder wärest und meine Schwägerin nach fast 30 Jahren abschießen würdest, würden mich deine Befindlichkeiten 0,0 interessieren. Steh zu deiner Entscheidung, heul jetzt nicht rum und versuche nicht, aus dem Leid deiner Frau noch finanzielle Vorteile zu ziehen, sondern mache es für sie so einfach wie möglich. Dann würde ich eventuell als Schwester irgendwann deine Geschichte anhören. Wenn du sie aus dem Haus kickst und finanziell übervorteilst würde ich nicht mehr mit dir reden. Wer braucht denn so einen Bruder?

Du kannst natürlich auch die Ego-Schiene fahren, wie von Portion Control vorgeschlagen, dann musst du dich aber nicht über Gegenwind der Familie wundern. Wo du die Priorität setzt, ist dir überlassen.
 
Wie seid ihr damit umgegangen, wenn das eigene Umfeld sich so klar positioniert hat?
Und wie schafft man es, bei sich zu bleiben, wenn von außen so viel Gegenwind kommt?
Indem du ihnen Grenzen setzt und dich nicht verunsichern lässt. Du hast dir das Ganze über längere Zeit gut überlegt, sag dir das immer wieder. Lsss dir von ihnen keine Schuldgefühle einreden, sie wissen nicht wie du zu dem Entschluss gekommen bist und wie lange du schon darüber nachdenkst. Offenbar hast du deiner Familie gegenüber nie Bemerkungen gemacht, dass in eurer Ehe etwas im Argen ist und sie wurden von der Neuigkeit völlig überrascht. Wer kann ihnen ihr Unverständnis verdenken wenn sie bisher glaubten, bei euch wäre alles Paletti?

Sag ihnen: "Es steht euch nicht zu zu urteilen, solange ihr nicht wisst wie ich zu dieser Entscheidung gekommen bin. Ihr könntet auch einfach fragen, anstatt mich wie selbstverständlich als Bösewicht zu verurteilen. Keiner fragt mich wie es mir damit geht. Falls ihr es wissen wollt... nicht gut. Ich fühle mich S**** und könnte ein wenig moralische Unterstützung gebrauchen."
 
Ich habe mich nach 29 Jahren Beziehung von meiner Frau getrennt. Das war keine spontane Entscheidung, sondern ein Prozess, der sich über lange Zeit entwickelt hat. Es war für mich irgendwann nicht mehr die Beziehung, die ich mir für mein Leben wünsche. Die Trennung an sich fühlt sich für mich trotz aller Traurigkeit richtig an.

Meine Mutter, meine Geschwister – sie stellen sich sehr klar auf die Seite meiner Frau. Und ich merke, dass ich in deren Wahrnehmung automatisch in die Rolle des „Verursachers“ gerutscht bin. Es scheint, als wäre damit auch direkt klar, dass ich derjenige bin, der jetzt zurückstecken muss, ausziehen sollte und die finanziellen Konsequenzen möglichst allein tragen sollte.

Was mich daran so trifft, ist gar nicht, dass sie meine Frau unterstützen – das kann ich sogar verstehen. Aber dass kaum jemand fragt, wie es mir eigentlich geht oder was mich zu dieser Entscheidung gebracht hat. Es wird sehr schnell bewertet, aber wenig hinterfragt.

Ich habe das Gefühl, dass meine Beweggründe gar nicht wirklich gesehen werden. Dass die Komplexität einer so langen Beziehung auf eine einfache Geschichte reduziert wird: „Er hat sich getrennt, also ist er schuld.“

Dabei versuche ich gerade wirklich, eine faire Lösung zu finden. Es geht um unser gemeinsames Haus, um finanzielle Fragen, um die Zukunft unseres Sohnes. Ich möchte das alles sauber und respektvoll regeln, ohne unnötigen Druck aufzubauen – aber eben auch so, dass es für mich langfristig tragfähig ist.

Warum sprichst du mit deiner Familie nicht darüber?
Eine Schuldfrage von außen ins Spiel zu bringen macht überhaupt keinen Sinn.
Beziehungen enden aus vielen Gründen und kein Außenstehender kann in dieser Komplexität wahrnehmen, was bei euch dahintersteht.
Mach ihnen klar, dass sie dich verletzen und mit ihrer Einmischung und Verurteilung niemandem helfen, das besser und auf faire Weise zu überstehen.
Du brauchst eine Lösung, mit der langfristig deine Frau, du und euer Sohn gut leben können. Und keine Famiie, die Fronten und zusätzliche Belastungen erzeugt.

Wie alt ist euer Sohn?
Was wird an ihn herangetragen?

Ging es deiner Frau denn noch gut in eurer Beziehung, war für sie alles in Ordnung?
Wie geht sie mit der Trennung um?
 
heul jetzt nicht rum und versuche nicht, aus dem Leid deiner Frau noch finanzielle Vorteile zu ziehen, sondern mache es für sie so einfach wie möglich. Dann würde ich eventuell als Schwester irgendwann deine Geschichte anhören. Wenn du sie aus dem Haus kickst und finanziell übervorteilst würde ich nicht mehr mit dir reden. Wer braucht denn so einen Bruder?
Wo genau hast du das alles gelesen?
Als betroffener Bruder würde ich darauf verzichten wollen, wenn sich meine Schwester irgendwann gnädig dazu bereit erklärt mir zuzuhören, NACHDEM sie über mich hergezogen ist.
 

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