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Gastro
Gast
Ich bin oft tagelang, wochenlang traurig. Ich fühle mich allein und irgendwie verloren. Nicht, weil ich tatsächlich allein bin. In meinem Umfeld leben nur wunderbare Menschen. Dennoch finde ich niemanden, mit dem ich über meine Gedanken und Gefühle auf einer gleichen Ebene reden kann. Nicht, weil niemand für mich Zeit hat, sondern weil ich mehr und mehr den Eindruck gewinne, dass es Menschen mit Tiefgang nicht mehr gibt. Das einzige, was ich zuweilen finde, sind die irgendwie existierenden Hüllen von Menschen, die auch vergeblich auf der Suche nach Antworten waren. Bei ihnen finde ich lediglich noch ausdruckslose Augen, die lange davor wenigstens noch mit Resignation bewohnt waren. Ist es tatsächlich so, dass filigrane Gefühle und tief empfundene Emotionen keinen Platz haben in dieser Welt? Oder bin ich möglicherweise eine Fehlkonstruktion, nur weil ich ein Gespür dafür habe, wenn ein Mensch in meiner Nähe - gleichgültig ob er mir bekannt ist oder nicht – in schlechter Verfassung ist oder ich in langen Nächten den Weltschmerz deutlich in mir zu spüren glaube. Ich möchte mich aber nicht mit Alkohol betäuben oder mich in einen Mikrokosmos flüchten, nur um Ruhe zu bekommen. Dazu liebe ich das Leben zu sehr. Auch wenn es mir viel zu oft nur wie eine Last vorkommt. So stürzte ich mich wie ein Wahnsinniger in Arbeit, um meinen Kopf zu beschäftigen. Diese Art die Eindrücke zu verdrängen bzw. zumindest zu reduzieren funktionierte nur ein paar Jahre lang gut. Dann hat es mich körperlich komplett zerbröselt. Bin innerhalb weniger Monate mehrmals komplett kollabiert. Hatte mit Schwindelattacken zu kämpfen und konnte nicht mal mehr Auto fahren. Ich musste die Arbeit zwangsläufig reduzieren und habe nun fast 4 Jahre gebraucht, mich Stück für Stück wieder aufzubauen. Was seither nicht mehr geht sind 10 bis 18 Stunden täglich und das oft 7 Tage die Woche. Seither habe ich eher normale Arbeitszeiten. Und leider viel mehr Zeit für meine Gedanken. Und gestern früh bin ich wieder zusammengeklappt und war kurz weg. Im Gegensatz zu früher, hatte ich aber keine Angst mehr, wenn es nun das letzte mal gewesen wäre. Früher hat es geholfen zu weinen. Das Weinen wirkte wie ein wohltuender Sommer-Regen, der den Staub aus der Luft wäscht, bis sie ganz klar und rein ist. Das verschaffte mir Luft und ich hatte wieder Ideen und Mut weiterzumachen. Heute würde ich gerne einmal tagelang nur weinen und kann es nicht. Heute sehe ich auch mehr und mehr die Dummheit und viel zu oft muss ich leider auch die Absicht erkennen, die hinter dem Schmerz steckt. Das macht mich wahnsinnig traurig und wütend.
Ich kann mich noch wage an eine Geschichte aus meiner Schulzeit erinnern, in der ein Mensch, der die Gabe hatte, mittels seiner Augen Dinge zu sehen, die kein anderer sehen konnte. Das was er da sah, hat ihn so betroffen gemacht, dass er sich die Augen ausgerissen hat. Das nutzt mir aber reichlich wenig, denn ich sehe mit geschlossenen Augen am besten. Was soll ich tun?
Ich kann mich noch wage an eine Geschichte aus meiner Schulzeit erinnern, in der ein Mensch, der die Gabe hatte, mittels seiner Augen Dinge zu sehen, die kein anderer sehen konnte. Das was er da sah, hat ihn so betroffen gemacht, dass er sich die Augen ausgerissen hat. Das nutzt mir aber reichlich wenig, denn ich sehe mit geschlossenen Augen am besten. Was soll ich tun?