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Traumatisiert durch psychiatrische Zwangsbehandlung?

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Gast

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Hallo

Lange hab ich überlegt, ob ich darüber schreiben kann. Aber es lässt mich nicht in Ruhe.
Vor gut 4 Jahren war ich das erste Mal unfreiwillig in der Psychiatrie. Ich hatte keinen Lebenswillen mehr und wollte mich vor den Zug werfen. Ich wurde mit Gewalt und durch Polizisten in den RTW verbracht und kam dann auf eine geschlossene Abteilung. "Freiwillig" - man drohte mir mit zwangsweiser Einweisung, wenn ich hätte gehen wollen. Dort hielt man mich dann ca. 3 Wochen gefangen. Ausgang hatte ich nur, wenn Pfleger Zeit hatten, also auch mal fast 1 Woche garnicht. Es gab nichtmal einen Garten oder so. Ich bekam Medikamente, diese zu nehmen war Bedingung, dass ich wieder raus durfte. Obwohl ich "freiwillig" dort war. Nun denn man hat mich 3 Wochen dann ohne jedes Gespräch oder ähnliches aufbewahrt und eingesperrt. Die Medikamente haben nicht gewirkt, bis auf vermehrte Unruhe und eine Verstärkung der suizidalen Gedanken. Und so begann eine Odyssee. Ich wurde entlassen und ein paar Tage später wieder eingeliefert, weil ich wieder versuchte mich zu suizidieren. Bekam wieder Medikamente, mehr Medikamente und mehr Nebenwirkungen. Als ich wieder einmal in der Klinik endete und gesagt hab, ich mach das nicht mehr mit weil mir eh nicht geholfen wird bekam ich dann eine 6-wöchige Zwangseinweisung. Das machte mich total zum Spielball. Statt zu verstehen, dass Medikamente bei mir nicht oder paradox wirken wurde ich mit Unmengen Benzos zugedröhnt. Irgendwann waren es 40-60mg Valium am Tag. Ohne jede Wirkung. Die Oberärztin verordnete mir "Suizidprophylaxe" - d.h. ich verbrachte 5 Tage auf einer nackten Plastikmatratze ohne irgendetwas, durfte am Tag 3x eine Zigarette rauchen, im Raucherraum unter Aufsicht. Ansonsten hatte ich Zimmerarrest. Essen unter Aufsicht, allein in meinem Zimmer. An die Wand starren. Jeden Tag. 24h. Ich bekam Panikattacken. Am 5. Tag sagte ich der Oberärztin ich kann das nicht mehr ich will nicht mehr. Sie provozierte mich regelrecht bis ich lauter wurde und sagte, wenn ich mich wirklich (noch) umbringen will kann ich meinen Kopf auch in die Kloschüssel hängen und mich ersäufen. Ich sagte dies mit lauterer Stimme und war am heulen. Sagte wohl sowas wie dies sei eh kein lebenswertes Leben und fing aus Verzweiflung an mit meiner flachen Hand an die Wand zu schlagen. Keine Minute später wurde ich von 6 Männern umringt die mich packten und auf ein Fixierbett zerrten. Ich habe mich mit Händen und Füssen gegen diesen Angriff gewehrt und um mich geschlagen/getreten. Es kamen weitere Männer die mich gewaltsam ans Bett fixierten. Ich hatte Angst, Panik und schrie um Hilfe. Man ließ mich allein an ein Bett gebunden, schreiend und total mit eigenem Rotz verschmiert zurück. Ich schrie immer noch in Angst bis ich brechen musste.
Ich blieb 48h in der Fixierung. Musste 2x ins Bett pullern, weil niemand auf mein Rufen, dass ich "mal müsse" reagiert hat. Ich lag fast 1h in meinem eigenem Urin und wurde auch noch dafür doof angemacht.
Seitdem habe ich Flashbacks, bekomme oftmals Panikattacken, wenn mehrere Personen mir zu Nahe kommen, ertrage keine abgeschlossenen Türen mehr, zucke zusammen, wenn ich Türen zufallen/zugeschlossen höre.
Ich wurde mit dieser immensen Dosis an Valium entlassen, weil mein Beschluss endlich nach einer weiteren Verlängerung (insgesamt 12 Wochen) auslief und ich nur noch da weg wollte. Ich "flüchtete" zu meiner Familie, die weiter weg wohnen.
Dank dieser Benzobombe war mein Vorrat auch schnell weg und ich fand keinen Arzt, der mir meinen Bedarf decken wollte (Als Bedarfsmedikation war es übrigens auch im Entlassbrief deklariert) - also landete ich ziemlich schnell wieder in einer Psychiatrie, da ich massive Entzugserscheinungen hatte. Diesesmal war es aber einen vernünftige. Ich wurde entgiftet, bekam nur sehr wenige Medikamente und Therapie für meine Depressionen. Niemand sperrte mich weg, wenn ich Suizidgedanken hatte, die Türen waren offen.
So war mein Trauma auch nicht so präsent. Ich wurde sehr stabil entlassen und es ging mir wieder richtig gut.

Bis auf gelegentliche Alpträume und Flashbacks, Panikattacken in obengenannten Situationen blieb das auch so.
Das ist nun fast 2 Jahre her und ich dachte, ich hab mein Leben im Griff.
Nun kam ein Freund in die Psychiatrie, die mich so traumatisiert hatte. Auch geschlossene Abteilung. Er fragte, ob ich vorbeikäme um ihm ein paar Sachen zu bringen. Ich sagte kein Problem. War es aber doch. Schon beim Betreten des Geländes hatte ich ein bedrückendes Gefühl. Der Geruch alles ließ mich erschaudern. Als die Tür hinter mir zufiel und abgeschlossen wurde bekam ich leichte Panik. Eine Pflegerin wollte die Sachen durchsuchen und anschliessend mich. Ich sagte nein, das möchte ich nicht. Das müsse so sein. Als sie anfing in meiner Handtasche zu wühlen sagte ich, dass ich dies nicht möchte, was sie aber nicht störte, sie durchsuchte auch meine Geldbörse und tastete mich ab. Gegen meinen ausdrücklichen Willen und Protest...und fand 2 Tabletten gegen Sodbrennen vom Rossmann. Ich sagte ich habe Sodbrennen ich brauche die und sie sagte nein ich muss Ihnen die abnehmen. Wenn sie die brauchen können sie sich eine bei mir abholen.
Als ich mit dem Freund allein war bekam ich einen Heulkrampf, der sich in eine massive Panikattacke ausweitete. Ich musste umgehend da raus. Ich hatte Angst, dass man mich nicht mehr rauslassen wird, mitbekomnt, dass ich Angst habe und mich wieder zwangsweise dabehalten will. Ich weiss auch nicht wirklich, wie ich nach Hause gekommen bin.

Das ist nun 1 Woche her. Seitdem habe ich viele Panikattacken. Kann kaum noch rausgehen, weil ich Angst habe, dass ich Panik bekomme und jemand den RTW ruft, der mich dann in die Psychiatrie verfrachtet, ich wieder eingesperrt werde.

Ich weiß nicht, was ich noch tun soll. Was ich dagegen machen soll. Ich dachte nicht, dass es so schlimm werden würde und vor allem war mir nicht klar, wie traumatisiert ich wirklich durch diese Erlebnisse bin. Dass es mich nach so langer Zeit, in der es mir meist recht gut ging, so von den Füssen hauen wird.
Sorry, dass es so lang geworden ist, danke fürs Lesen.
 

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Waldluft

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Puh, das liest sich ganz schön schrecklich.

So, wie man dich in der ersten Psychiatrie behandelt hat, sollte man meiner Ansicht nach niemanden behandeln. Mir ist klar, dass man nicht einfach tatenlos zusehen kann, wie jemand versucht sich umzubringen, aber so mit einer suizidgefährdeten Person umzugehen, zeugt auch nicht gerade von Verstand.

Ich bin kein Experte, aber für mich liest sich das so, als hätte diese Psychiatrie im Umgang mit dir einige Grenzen überschritten.

Ich denke, wichtig wäre erst einmal, dass du dir psychotherapeutische Hilfe suchst, um dein Trauma zu verarbeiten. Nach deinen negativen Erfahrungen in der Psychatrie wird es sich gewiss schwierig gestalten, jemandem zu vertrauen, aber versuche es so zu sehen, dass du dich freiwillig für eine Therapie entscheidest.

Vielleicht kennt sich hier ja jemand damit aus, ob und wie man rechtlich gegen besagte Psychiatrie vorgehen könnte. Soweit ich weiß, gibt es ja auch kostenlose Rechtsberatungen. Denn wenn ich Dinge lese, wie z.B. dass du 48 Stunden lang fixiert wurdest, dann finde ich das schon richtig, richtig krass. Das darf doch heutzutage eigentlich nicht mehr passieren.
 
G

Gast

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Danke dir.
Ja das mit dem "freiwillig" ist ja so eine Sache. Dieser neuerliche Besuch und die erneuten Grenzüberschreitungen haben mich ungewöhnlich stark getriggert.

Das was ich da beschreibe ist der ganz normale Umgang (zumindest in dieser) in der geschlossenen Station mit Menschen. Ja, ich war depressiv, aber mein Gehirn hat noch funktioniert. Ich war da auch kein Einzelfall, der so behandelt wurde. Androhungen von Zwangsmaßnahmen gehören dort dazu. Nur wer eh schon total verstrahlt in der Ecke saß, brav Pillen schluckte oder totaler Lethargie verfallen, wurde in Ruhe gelassen.
Ich habe Fixierungen erlebt, die noch länger anhielten als nur 48h - das kürzeste, was ich mitbekam waren ca. 12h.
Die Indikation hierfür klingt halt auf dem Papier klar, ist aber mehr als schwammig in der Praxis. Ist jemand fremdgefährdend, weil er sehr wütend ist und lauter, erregter spricht? Die Frage, ob eine solche Situation auch anders zu deeskalieren wäre, wird meist nicht gestellt.

Die Würde eines Menschen ist unantastbar, heißt es so schön. Entweder gilt dieser Satz nicht in der geschlossenen Psychiatrie oder psychisch Kranke, die per Gerichtsbeschluss zwangseingewiesen sind, sind keine Menschen. Das ist zumindest mein Fazit.
Freiwillig würde ich in meiner Stadt nicht einmal mehr zum niedergelassenen Psychiater gehen. Die Angst, dass der meine Angst gegen mich verwendet, erscheint mir zu groß. Und welche Krähe hackt einer anderen schon das Auge aus?

Ich weiß, das Psychiatrie auch anders gehen kann. Die Klinik, in der ich danach war, wäre so etwas. Leider 500km weit weg, leider nur Akutaufnahmen. Aber nur einmal zum Vergleich: In dieser Klinik war ich 10 Wochen. Der "geschlossene" Bereich hatte nur 12 Betten - auf diesen Bereich kam man nur in absoluter Krisensituation oder wenn wirklich ein Beschluss notwendig war. Dieser wurde auch nicht künstlich aufrechterhalten sondern so schnell wie möglich aufgehoben. In den 10 Wochen habe ich 2 Fixierungen gesehen. 1 aus einer Krisensituation heraus und eine freiwillige für 4h weil ein Patient selbst darum bat, weil er anders nicht mehr für sich garantieren konnte.

Egal wie ich es drehe und wende, wenn ich hier vor Ort in die Klinik käme, wäre jetzt schon sicher in welche, ja selbst auf welche Station/Abteilung ich käme.
Und diese Angst ist grad ziemlich präsent, dass "irgendjemand" merken könnte, dass ich Angst habe, ich die Kontrolle verliere und mich so auffällig verhalte, dass "irgendjemand" den RTW rufen könnte, der mich dann an diesen Ort verbringen wird. Rational weiß ich, dass es totaler Schwachsinn ist, dass macht es aber nicht besser. Eher das Gegenteil.
 
S

seele28

Gast
Es tut mir leid was du erfahren musstest. Leider ist das heutzutage fast schon Alltag in geschlossenen Akutpsychiatrien. Die Pfleger und Ärzte sind dort überlastet und emotional abgestumpft. Das soll jetzt keine Entschuldigung sein. Denn alles dort sollte ganz anders laufen. Natürlich kann es dort keine Psychotherapie geben, da es sich um einen Akutaufenthalt handelt. Aber es sollte definitiv mehr entlastende Gespräche geben mit einem Psychiater oder Therapeuten. Oder zumindest mit dem Pflegepersonal.

Fixierung sollte ganz abgeschafft werden. Es ist heute immer noch erlaubt, aber mit Erlaubnis des Richters. Nur daran hält sich keiner. Ich weiß nicht wie es aussieht wenn jemand akut suizidal ist und ganz schnell aus Eigensicherheit Fixiert werden muss, ob das auch ohne Erlaubnis des Richters geht. Da kenne ich mich nicht gut aus.

Doch ich sah bei dir jetzt nicht diesen Fall, dass es schnellst möglichst passieren musste. Die Hand gegen die Wand schlagen ist kein Grund jemanden zu fixieren! Und 48 Stunden ist auch nicht erlaubt. Ich glaube es sind max. 12 Stunden mit Überwachung und Sedierung. Dass der Patient wenigstens schläft dabei und nicht die ganze Tortur miterleben muss die ganze Zeit.

Aber wie gesagt daran hält sich niemand. Ich hab auch einiges am eigenen Leib miterlebt und auch mit angesehen wie andere Patienten Menschenunwürdig behandelt wurden. Ich würde nicht sagen dass es bei mir solch ein Trauma wie bei dir ausgelöst hatte. War bei mir auch nicht so extrem wie bei dir. Aber die Angst vor Krankenhäuser ist extrem gestiegen. Das hindert mich heute daran, mich in stationärer Therapie zu begeben. Alpträume hab ich ab und zu noch, aber nicht mehr so schlimm.

Ich würde dir echt raten, ambulante Therapie zu machen, das ganze schlimme zu verarbeiten. Es braucht ja keine stationäre Therapie. Traumatherapie kann man auch ambulant machen.

Wenn ambulant nicht geht, wäre alternative eine Tagesklinik. So könntest du auch mehr positive Erfahrungen machen. Ich hoffe es geht dir bald wieder besser, das wünsche ich dir!! Und ich hoffe das solche Akutaufenthalte nicht mehr nötig sind. Versuche in der Therapie andere Wege bei Suizidalität zu finden als Klinik. Mir hilft es einen Selbstschutzvertrag zu vereinbaren. Und Notfallmedikamente sind auch sehr hilfreich, wenn einfach gar nichts mehr geht. Aber da musst du für dich schauen, was hilfreich ist und dir gut tut. Entlastende Gespräche können auch helfen. Alles gut dir. :)
 
G

Gast

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Fixierung sollte ganz abgeschafft werden.
So was polarisiert stark, im manchen Fall da muß sofort entschieden werden, zum Wohle wessen....
Wer trägt die Verantwortung wenn sich der Patient dann umbringt oder andre tödlich attackiert im Akut Fall.
Das Trauma entsteht nicht nur durch ein Behandlung , sondern ist Teil einer Entwicklung im Lebenslauf der Patienten.
Wie will man Psychische gestörte die sich selbst gefährden behandeln, wen die nicht wollten, gar nicht.
Was ist da dann unterlassene Hilfeleistung oder Zwang.
Lese mal die Trades hier zu Suizid, was da steht wenn der Patient sich umgebracht hat, da wird sofort der Staat und die andern angeklagt, warum haben die nicht zum Schutz der Person sofort...
Suizidgefährdung ist keine Krankheit.
Die Selbsttötung ist eine Möglichkeit des Menschen - und als Möglichkeit ist sie niemandem ganz fremd.
Suizidgefährdung kann aber auch Symptom psychischer Krankheit sein.
Beispiel:
Die / der Patien- tin wird nach wenigen Tagen aus der psychiatrischen Klinik entlassen, um erneut in der Privatklinik aufgenommen zu werden.
Viele Helfer und Freundinnen haben sich um sie bemüht.
Dennoch schien sie unerreichbar zu sein.
Schließlich ließen die drängenden Gedanken, sich zu suizidieren, nach.
Die depressive Stimmung löste sich, die Patientin wurde ruhiger.
Das Behandlungsteam begann aufzuatmen.
Dann passierte es.
Drei Wochen später kommt die Nachricht, daß sie sich vor einen Zug geworfen hat.
Möchtest du die Entscheidung treffen die Verantwortung übernehmen.....
 
G

Gast

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Hallo

Lange hab ich überlegt, ob ich darüber schreiben kann. Aber es lässt mich nicht in Ruhe.
Vor gut 4 Jahren war ich das erste Mal unfreiwillig in der Psychiatrie. Ich hatte keinen Lebenswillen mehr und wollte mich vor den Zug werfen. Ich wurde mit Gewalt und durch Polizisten in den RTW verbracht und kam dann auf eine geschlossene Abteilung. "Freiwillig" - man drohte mir mit zwangsweiser Einweisung, wenn ich hätte gehen wollen. Dort hielt man mich dann ca. 3 Wochen gefangen. Ausgang hatte ich nur, wenn Pfleger Zeit hatten, also auch mal fast 1 Woche garnicht. Es gab nichtmal einen Garten oder so. Ich bekam Medikamente, diese zu nehmen war Bedingung, dass ich wieder raus durfte. Obwohl ich "freiwillig" dort war. Nun denn man hat mich 3 Wochen dann ohne jedes Gespräch oder ähnliches aufbewahrt und eingesperrt. Die Medikamente haben nicht gewirkt, bis auf vermehrte Unruhe und eine Verstärkung der suizidalen Gedanken. Und so begann eine Odyssee. Ich wurde entlassen und ein paar Tage später wieder eingeliefert, weil ich wieder versuchte mich zu suizidieren. Bekam wieder Medikamente, mehr Medikamente und mehr Nebenwirkungen. Als ich wieder einmal in der Klinik endete und gesagt hab, ich mach das nicht mehr mit weil mir eh nicht geholfen wird bekam ich dann eine 6-wöchige Zwangseinweisung. Das machte mich total zum Spielball. Statt zu verstehen, dass Medikamente bei mir nicht oder paradox wirken wurde ich mit Unmengen Benzos zugedröhnt. Irgendwann waren es 40-60mg Valium am Tag. Ohne jede Wirkung. Die Oberärztin verordnete mir "Suizidprophylaxe" - d.h. ich verbrachte 5 Tage auf einer nackten Plastikmatratze ohne irgendetwas, durfte am Tag 3x eine Zigarette rauchen, im Raucherraum unter Aufsicht. Ansonsten hatte ich Zimmerarrest. Essen unter Aufsicht, allein in meinem Zimmer. An die Wand starren. Jeden Tag. 24h. Ich bekam Panikattacken. Am 5. Tag sagte ich der Oberärztin ich kann das nicht mehr ich will nicht mehr. Sie provozierte mich regelrecht bis ich lauter wurde und sagte, wenn ich mich wirklich (noch) umbringen will kann ich meinen Kopf auch in die Kloschüssel hängen und mich ersäufen. Ich sagte dies mit lauterer Stimme und war am heulen. Sagte wohl sowas wie dies sei eh kein lebenswertes Leben und fing aus Verzweiflung an mit meiner flachen Hand an die Wand zu schlagen. Keine Minute später wurde ich von 6 Männern umringt die mich packten und auf ein Fixierbett zerrten. Ich habe mich mit Händen und Füssen gegen diesen Angriff gewehrt und um mich geschlagen/getreten. Es kamen weitere Männer die mich gewaltsam ans Bett fixierten. Ich hatte Angst, Panik und schrie um Hilfe. Man ließ mich allein an ein Bett gebunden, schreiend und total mit eigenem Rotz verschmiert zurück. Ich schrie immer noch in Angst bis ich brechen musste.
Ich blieb 48h in der Fixierung. Musste 2x ins Bett pullern, weil niemand auf mein Rufen, dass ich "mal müsse" reagiert hat. Ich lag fast 1h in meinem eigenem Urin und wurde auch noch dafür doof angemacht.
Seitdem habe ich Flashbacks, bekomme oftmals Panikattacken, wenn mehrere Personen mir zu Nahe kommen, ertrage keine abgeschlossenen Türen mehr, zucke zusammen, wenn ich Türen zufallen/zugeschlossen höre.
Ich wurde mit dieser immensen Dosis an Valium entlassen, weil mein Beschluss endlich nach einer weiteren Verlängerung (insgesamt 12 Wochen) auslief und ich nur noch da weg wollte. Ich "flüchtete" zu meiner Familie, die weiter weg wohnen.
Dank dieser Benzobombe war mein Vorrat auch schnell weg und ich fand keinen Arzt, der mir meinen Bedarf decken wollte (Als Bedarfsmedikation war es übrigens auch im Entlassbrief deklariert) - also landete ich ziemlich schnell wieder in einer Psychiatrie, da ich massive Entzugserscheinungen hatte. Diesesmal war es aber einen vernünftige. Ich wurde entgiftet, bekam nur sehr wenige Medikamente und Therapie für meine Depressionen. Niemand sperrte mich weg, wenn ich Suizidgedanken hatte, die Türen waren offen.
So war mein Trauma auch nicht so präsent. Ich wurde sehr stabil entlassen und es ging mir wieder richtig gut.

Bis auf gelegentliche Alpträume und Flashbacks, Panikattacken in obengenannten Situationen blieb das auch so.
Das ist nun fast 2 Jahre her und ich dachte, ich hab mein Leben im Griff.
Nun kam ein Freund in die Psychiatrie, die mich so traumatisiert hatte. Auch geschlossene Abteilung. Er fragte, ob ich vorbeikäme um ihm ein paar Sachen zu bringen. Ich sagte kein Problem. War es aber doch. Schon beim Betreten des Geländes hatte ich ein bedrückendes Gefühl. Der Geruch alles ließ mich erschaudern. Als die Tür hinter mir zufiel und abgeschlossen wurde bekam ich leichte Panik. Eine Pflegerin wollte die Sachen durchsuchen und anschliessend mich. Ich sagte nein, das möchte ich nicht. Das müsse so sein. Als sie anfing in meiner Handtasche zu wühlen sagte ich, dass ich dies nicht möchte, was sie aber nicht störte, sie durchsuchte auch meine Geldbörse und tastete mich ab. Gegen meinen ausdrücklichen Willen und Protest...und fand 2 Tabletten gegen Sodbrennen vom Rossmann. Ich sagte ich habe Sodbrennen ich brauche die und sie sagte nein ich muss Ihnen die abnehmen. Wenn sie die brauchen können sie sich eine bei mir abholen.
Als ich mit dem Freund allein war bekam ich einen Heulkrampf, der sich in eine massive Panikattacke ausweitete. Ich musste umgehend da raus. Ich hatte Angst, dass man mich nicht mehr rauslassen wird, mitbekomnt, dass ich Angst habe und mich wieder zwangsweise dabehalten will. Ich weiss auch nicht wirklich, wie ich nach Hause gekommen bin.

Das ist nun 1 Woche her. Seitdem habe ich viele Panikattacken. Kann kaum noch rausgehen, weil ich Angst habe, dass ich Panik bekomme und jemand den RTW ruft, der mich dann in die Psychiatrie verfrachtet, ich wieder eingesperrt werde.

Ich weiß nicht, was ich noch tun soll. Was ich dagegen machen soll. Ich dachte nicht, dass es so schlimm werden würde und vor allem war mir nicht klar, wie traumatisiert ich wirklich durch diese Erlebnisse bin. Dass es mich nach so langer Zeit, in der es mir meist recht gut ging, so von den Füssen hauen wird.
Sorry, dass es so lang geworden ist, danke fürs Lesen.

Manchmal geht es nicht anders, als einen Menschen zu fixieren, um ihn vor sich selbst oder andere vor ihm zu schützen.
Bei schwerer Aggression gegen andere oder wenn sich jemand ernsthaft selbst verletzt ist es manchmal die einzige Möglichkeit.

Allerdings darf keiner in der Fixierung allein gelassen werden.
Dazu gehört eine Sitzwache.
Auch muss bei längerer Fixierung auf jeden Fall ein Richter eingeschaltet werden.

Was mit Dir gemacht wurde, geht gar nicht.

Was Du beschreibst, klingt -ohne dass ich es weiß- doch recht typisch nach einer Traumafolgestörung.
Es gibt viele gute psychosomatische Kliniken (keine Psychiatrie!!!) und auch niedergelassene Experten, bei denen Du eine entsprechende Diagnostik und Therapie fachgerecht durchführen lassen kannst.

Einige Kliniken haben auch Trauaambulanzen
 

greeneye49

Mitglied
Ich habe vergleichbare Erfahrungen gemacht, psychiatrische Einweisung, Diagnose, Medizin, auch gegen meinen Willen. Verschiedene Zwangsmassnahmen, Einsperrungen, und Vorausbeurteilungen.

Bei mir ist eines der groessten Probleme die Dauermedikation.

Kann nicht so viel darueber schreiben, weil es mir nicht gut geht.
Rechtliche Hilfe waeredasgesuendeste fuer mich, aber die ist schwer zu finden.
 

pecky-sue

Aktives Mitglied
Hallo Gast Te,
Wie lebst du denn, gehst du arbeiten?
Hast du einen Hausarzt deines Vertrauens.
Dein Bericht hat mich sehr mitgenommen.

Ich war vor knapp einen Monat auch getriggert, nicht dasselbe wie bei dir. Ist vielleicht nicht die beste Methode, aber ich habe keine andere. Ich gehe nirgends wo hin, mindestens 5 Tage nicht. Und checke in meiner Wohnung eine Sicherheitszone. Danach schaffe ich es dann einkaufen zu gehen, und so nach und nach, geht dann das ein oder andere.
Im Moment beschränke ich mich noch auf Gassi gehen, Einkaufen im Schnelldurchlauf, Kinder zur Schule bringen und abholen, und zu einem Therapeutengespräch gehen.

Wenn du alleine lebst, kannst du dir vielleicht deine Sicherheitszone schaffen, und wenn du merkst es beruhigt sich wieder in dir, dann wieder etwas Vertrauen zu dir selbst fassen.

Vielleicht kannst du dann Schritt für Schritt bei einer Traumaambulanz (Uniklinik) anrufen.

Und merke dir eines, eine Strategie entwickeln, niemals auffällig werden, wenn du jemals wieder mit so jemanden in Kontakt kommst, dich nicht wehren, bzw so tun, und so tun als ob du mitmachst.. und so weiter. Ist besser als Gegenwehr.

Aber du wirst nicht in so eine Situation kommen. Du brauchst aber Hilfe von einem Therapeuten, um die Erlebnisse zu verarbeiten. Das Rezept für eine Therapie bekommst du erst mal beim Hausarzt.

Und der Link von dem Gast, "die schlaue Patientenverfügung" finde ich echt gut. Das solltest dir ausdrucken, und die für dich wichtigen Personen eintragen.

Liebe Grüße Pecky
 

Notrust

Neues Mitglied
Hallo, ich finde es schon heftig was die Threaderöffnerin erlitten hat bzw erdulden musste. Noch heftiger finde ich das einige es für gut heissen. >Was soll man denn machen, wenn sich jemand umbringen will? "Klar nicht zuschauen und klatschen-das bestimmt nicht-"<

Wäre es vielleicht als ein solches Krankenhaus nicht auch mal ne Massnahme zu fragen: He Mädel, Mensch was ist dir denn so tragisches passiert? Erzähls mir, ich möchte dir gerne zuhören, wenn du erzählen willst. Wenn du möchtest, geb ich dir hier ein paar Pillen, die dich erstmal wieder auf den Boden zurückholen und dich beruhigen. <<<<Hmmm

Aber nee, da kommt einer eh schon angeschlagen aus unterschiedlichen Gründen in so einen miesen Laden, dann wird der "Knüppel" ausgepackt...entweder machst du jetzt was wir wollen, oder wir sorgen dafür das du hier ne Zwangbehandelung bekommst. Klasse Applaus und das in einer Klinik in der angeblich Psychologen arbeiten. Ich nenne sowas eher Möchtegerne in weiss, die labile Menschen für ihre Studien missbrauchen. Seien es Verhaltensstudien oder Medikamentenstudien, ist unwichtig.....unter das unter dem Schutz des Gesetzes bzw Gerichtes.

Will man sich beschweren, dreht man es immer so das sämtliche Behandlungen notwendig waren.

Echter Schwachsinn zb. wenn man abends Schlafmittel aufgezwungen bekommt, obwohl man immer gut einschlafen konnte. Ach es würde den Rahmen sprengen, hier alles zu schreiben, was für Menschenverachtende Behandlungen man über sich ergehen lassen muss.

Würde gerne einen Tip obs Gruppen gibt, die ähnlich angesäuert sind, denn zusammen könnte man eine Sammelklage einreichen bei einer oberen Stelle der EU. Müsste mich dazu nocheinmal genauer schlau machen. Denn ich habe auch das Problem, das ich nach dem mittlerweile 5ten Aufenthalt im "KH" keine Lust mehr habe, diese stümperhaften Methoden stillschweigend hinzunehmen, bzw nichts zu machen, damits auch für andere Menschen dort besser wird. Nicht jeder hat die gleichen Erfahrungen, auch im Leben, viele glauben ja noch den Mist das solche Psychopharmaka vielleicht helfen..........aber wenn man sich selbst nicht helfen kann, dann kann das höchstens noch der liebe Gott, aber bestimmt keine chemische Scheisse.

Würde mich freuen über PN, falls jemand Gruppen kennt, oder Anwälte die spezialisiert sind auf Fälle in denen Menschenrechte missachtet wurden. Vielen Dank!
 

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