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Traumatherapie

Meise

Neues Mitglied
Hallo zusammen,
meine Frau und damit auch ich haben folgendes Problem.
Vor ca. 2 Monaten hat meine Frau eine Magen- und Darmspiegelung mitgemacht. Dabei sind bei der Darmspiegelung einige gravierende Probleme aufgetreten. Die Sedierung mit Propofol hat nicht funktioniert und meine Frau hatte große Schmerzen. Dazu kam, dass die Spechstundenhilfen sehr unfreundlich waren. Da die Sauerstoffsättigung (COPD Patient) bis auf 80% abfiel und meine Frau wegen der Schmerzen die Beine immer wider anzog, wurde sie von den Helferinnen laut angemotzt. Darüber hinaus gibt es noch weitere Punkte die schlecht gelaufen sind und meiner Frau sehr mitgenommen haben.

Seit dieser Zeit hat meine Frau ein Trauma und sie erlebt jede Nacht immer wieder die Darmspiegelung in verschieden Ausführungen, die man nicht wieder geben kann.
Meine Frau hat sich entschlossen eine Traumatherapie durchzuführen. Nächte Woche hat sie einen ersten Termin.

Im Internet werden verschiedene ambulante Therapiemöglichkeiten beschrieben, die zum Teil sehr heftig sein sollen (körperlich und psychisch). Da meine Frau schon heute sehr zu leiden hat, ist eine weitere Belastung schwer zu verkraften.

Kann uns hier jemand aus eigener Erfahrung mitteilen, welche Methode am wenigsten Belastung macht. Der Therapeut bevorzugt die "Somatic Experiencing-Methode". Hat jemand Erfahrung damit?

Viele Grüße

Meise
 
Hallo Meise,

Also ich kenne mich nicht im Detail aus, welche verschiedenen Trauma Therapien möglich sind!

In so einer Therapie wird natürlich der Schmerz noch mal neu "aufgerollt" und wieder neu gefühlt, aber dadurch wird der Schmerz dann auch verarbeitet! Und erst durch das Verarbeiten des "Schocks" löst sich das Trauma!

Ich finde es wichtig das Trauma zu behandeln, dass ist nur einmal kurz schmerzhaft, und viel besser als eine dauerhafte zusätzliche Belastung durch das unverarbeitete Trauma!

liebe Grüße,

Bernd

PS: Ich hoffe Ihr legt auch noch Beschwerde bei dem Arzt ein, der scheint ja ziemlich inkompetent zu sein!
Die Ärztekammer findet Ihr hier:
Bürgerberatung der Ärztekammer Nordrhein - Ärztekammer Nordrhein


 
Hallo Meise,

ich mache seit kurzer Zeit eine Traumatherapie bei einer Therapeutin, die bei mir gerade auch Somatic Experiencing anwendet. Jetzt kann ich natürlich mangels Erfahrung schlecht vergleichen, aber ich finde die Methode sehr erleichternd und nicht zusätzlich belastend. Meine Therapeutin bittet mich halt, mein aktuelles Gefühl im Körper zu orten, und dann z.B. die Bewegung, die der Körperteil ausführen 'möchte' ganz langsam zu machen. Seltsamerweise erleichtert das. Man kann den Bewegungsablauf auch jeweils unterbrechen, sich nochmal stabilisieren, und dann weitermachen.
Das klingt jetzt wahrscheinlich ziemlich kryptisch, ich kenne auch sicher nicht alle Aspekte der Methode. Aber sie hat auch den Ruf, sehr schonend zu sein.

viele Grüsse
 
Hallo zusammen,
zuerst vielen Dank für die Antworten.
Meine Frau und ich haben in den letzten Wochen versucht einen Traumatherapeuten zu finden. Wir haben sicherlich 40 telef. Kontakte gehabt. Die meisten haben aber Wartezeiten von bis zu 2 Jahren.
Eine freie Therapeutin arbeitet in einem Ausbildungszentrum und bei der Therapie wären 2 Therapeuten (1 Azubi?) anwesend, was meine Frau abgelehnt hat.
Bei einer weiteren Traumatherapeutin, die noch Kapazität frei hatte (wenn auch nicht regelmäßig), stimmte die Chemie nicht.
Da meine Frau Hilfe braucht, überlegen wir bei einem "normalen" Therapeuten Hilfe zu suchen, sind aber unsicher.
Hat hierzu jemand Erfahrung oder kann jemand uns einen Rat geben?

Gruß
Meise
 
Wie wärs mit einer Klinik?
Als Methode kann ich EMDR empfehlen, hilft aber nur bei Traumata, bei denen es bei Erinnerung an das Trauma starke Empfindungen gibt (also bei kürzlichen, nicht bei verkrusteten jahrealten Dingern). Bei euch sollte es also super funktionieren!
 
Das Problem bei den ambulanten Traumatherapien ist wohl, dass diese Therapieart, trotz der inzwischen wissenschaftlich gut bewiesenen Wirksamkeit, leider noch immer nicht anerkannt worden ist von den Krankenkassen. Therapeuten, die eine Traumatherapie anbieten wollen, müssen das in der Regel über eine tiefenpsychologische Therapie bei den Kassen abrechnen.

Wohl auch deswegen gibt es für Kassenpatienten bis heute leider nur sehr wenige Anlaufstellen. Ich habe mich auch um eine solche Therapie bemüht und hier sieht es auch nicht anders aus bei den Wartezeiten auf ambulante Therapeuten.

Deshalb wäre bei einer derart akuten Traumabelastung eine Klinik wirklich nicht schlecht als Alternative. Denn in einer Klinik kann eine Traumatherapie angeboten werden, das stellt dann kein Problem bei der Abrechnung mit den Kassen dar. Ich würde auch empfehlen, mal gezielt nach einer Klinik zu suchen, die auch Traumatherapien speziell für solche Fälle anbietet.

Vielleicht kann ja ein Psychiater oder ein Neurologe dann relativ schnell für eine Einweisung in eine solche Klinik sorgen, wenn er eine Posttraumatische Belastungsstörung festgestellt hat. Das ist bei geeigneten Kliniken nach meiner Erfahrung, im Rahmen einer ganz normalen psychiatrischen Krankenhausbehandlung, durchaus sehr unproblematisch und ohne eine notwendige Bewilligung der Kassen relativ schnell möglich. Wartezeiten müssen aber dennoch auch hier in Kauf genommen werden, weil die Kapazitäten auch bei den stationären Therapien leider nicht ausreichen. Jedoch sind die Wartezeiten nicht so lang wie bei den ambulanten Therapien.
 
@elves_castle
Schon mal den Spruch gehört : Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus ? Dies bewahrheitet sich leider unter ärztlichen Kollegen.

Die Ärztekammer mit der Beschwerdestelle ist mehr Schein, als Sein ! Klüger wäre es die Krankenkasse mit den Vorfall zu kontaktieren.

Viel Erfolg
 
Es muß ja nicht gleich stationär sein, da gibts eine gewisse Bandbreite von der einmaligen Traumasprechstunde, zb hier in der Mainzer Klinik, bis zur ambulanten Therapie. Sicher findet sich da das richtige Konzept, vor allem, weil ein relativ kurz zurückliegendes Ereignis sicherlich leichter und schneller behandelt werden kann als eines, wo sich bereits ein ganzes Leben drumherum aufgebaut hat.
Also ran an den Telefonhörer oder einfach mal zur offenen Sprechstunde gegangen 😉
 
Ich habe bei einer Knochenmarkentnahme ein ähnliches Trauma erlitten. Für mich war aber nach kurzer zeit klar, dass ich mit der betreffenden Ärztin ein Gespräch brauche um meine Ängste, Wut usw. loszuwerden..
Versuche diesen Weg, bringt mehr als eine Traumtherapie, wo das Erlebte wieder durchgemacht werden muss...
 

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