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Traumatherapie

Hallo CE,
es hilft die Zwickmühle nach außenzu tragen. Denn dann ist sortieren leichter, kann ich nur bestätigen.
Ja, so sehe ich es auch, nur fällt es mir das nach Außen zu tragen schwer! Kennst Du viell. auch?


Ich denke ich habe jetzt auch besser verstanden, worum es geht. Du weißt ja auch es ist deins und die Achterbahn, ja die ist da.
Sie ist so anstrengend...

Ich vergleiche es oft mit dem norddeutschem Wetter, gerade schien noch die Sonne - jetzt ein Regenguss und schon wiede Sonne, was durchaus mal umgekehrt sein kann. Mir hilft es daran zu denken - es gehört zu der Heilung dazu.
Genau, das zu reflektieren fällt mir eigentlich nicht schwer - mich rettet oft das Wissen, dass es eine Phase ist - auf dem Weg zur Heilung!
Wenn es die möglich ist, auch wenn du Achterbahn fährst bis zum Winter zu warten, aber nur wenn du wirklich das Gefühl hast es geht, dann kannst du es tun. Doch sollten Zweifel sein, ob du es bis dahin aushalten kannst, ob du die Achterbahn aushälst, genügend Unterstützung und Fähigkeiten hast, dich aufzufangen, um wieder da Hier und Jetzt wahrzunehmen, zu leben und zu sein, dann ziehe den termin vor, den du kriegen kannst.
Es ist gut es mit der Thera zu besprechen, sie kann es sicher besser einschätzen.
Jepp, die Achterbahn ist anstrengend - aber mit Hilfe meiner Thera habe ich gelernt, damit umzugehen. Zuweilen "falle" ich tatsächlich - mal jede Woche, mal einmal im Monat...unterschiedlich.
Ich muss dann abbrechen - egal um was es geht (Wartezimmer beim Gyn, Familienfeier, Urlaub, Einkauf, Kino, Restaurant...) eben alles, was man so macht, kann mich im Moment jederzeit überfordern.
Dann gilt es einfach, zu sehen, dass es nur eine Phase ist, die Situation zu verlassen und die aktuelle Belastung runter zu fahren - immer nur EINS zur Zeit!


Solange es eine Achterbahn ist, die nicht zu entgleisen droht, ist jede Entscheidung ok.
Als es anfing, hat mich das fast den Verstand gekostet - das muss ich schon so sagen, aber wie gesagt, inzwischen
kann ich schon besser damit umgehen - es ist halt anstrengend, gerade die Ängste sind sehr beschränkend...aber ich hab keine Alternative, wenn ich da raus will. Es wird bis Januar so weitergehen, aber ich hoffe, mit abnehmender Tendenz, seit ich einen Umgang mit diesen Entgleisungen gefunden habe, wirft es mich nicht jedesmal so "gewaltig" aus der Bahn.


Ich denke du verstehst, was ich meine. Wichtig ist, dass du egal wie du entscheidest, die Entscheidung tragen kannst.
Ja - und DANKE, das waren sehr hilfreiche Zeilen! Ich hab eine gute Anbindung (Tel. für den Notfall & inzwischen hat meine Familie auch diese totale Hilflosigkeit ablegen können - wir hatten ein Familiengespräch)

Ich verstehe es sehr gut, aber ich weiß auch, was es heißt warten zu müssen, wenn es gar nicht mehr geht. Deshalb nehme genau wahr, wie es dir mit der einen oder der andern Entscheidung geht. Stelle sie dir vor wie du sie umsetzt. Erst die eine und dan die andere und sieh dir dann deine Reaktionen an. So gehe ich vor, wenn ich nicht weiter weiß. denn dann kann ich es gut erkennen, was es auslöst.
Witzig, ganz genau so ist es bei mir, ich kann das inzwischen richtig durchspielen, anhand von Bildern (der "Monitor" hat meine Thera das mit mit mir geübt - so war es nicht so schwer, es zuzulassen)

Bin auch per pn erreichbar für dich, wennes mehr als Anspielungen werden sollten.
Ich danke Dir von ganzem Herzen Mittendurch - und wer weiß...:blume:

GlG
Mittendurch

Ich schreibe hier nur selten, weil ich verschiedenen Diskussionen eine zeitlang nicht mehr ertrug, weil sich gerade neue user oft verteidigen zu mussten.... Weil sie zugaben sie können nicht mehr. Oft gerade auch bei neuen usern, die gerade den Mut fanden ihre Situation das erste Mal zu benennen.
Die Personen, die teilweise despektierlich mit verzweifelten [neuen] Usern umgehen, können es nicht anders - ich persönlich denke, man kann ihnen das nicht mal vorwerfen...ein schwieriges Thema in einem Laienforum *denk*


Grüße aus dem Norden in den Norden!🙂
 

Hallo CE-continued-existence,

schau mal hier: Traumatherapie. Hier findest du vielleicht was du suchst.

Hallo CE🙂

Zuerst einmal toll, dass du diese Therapie bekommen hast, wow.. mit Hund, freut mich für dich!


Danke cloudy!:blume:

Mir ist ein Satz förmlich ins Gesicht gesprungen.
Nämlich, als du erzählt hast, dass deine Thera von einer "tiefen Überlebungsschuld" spricht, auch in dem Zusammenhang mit deinem jetzigen zeitlichen Theraproblem.
Weißt du, ich finde das ganz normal, dass du dir Gedanken über deinen LG machst, ich fände das eher traurig, wenn das nicht der Fall wäre. Und ich verstehe auch nicht, warum deine Thera dir irgendwelche "Schuldgefühle" ausreden will.
Das sind keine Schuldgefühle! In einer Partnerschaft sollte auf jeden Fall nicht immer der gleiche zurückstecken. Und ich finde es toll, dass du auch so denkst.
Und jetzt schaut es so aus, dass er dich als Unterstützung brauchen würde bis Januar.


Ich verstehe sehr gut, was Du meinst, und vor nicht allzu langer Zeit hätte ich das geschrieben haben können!
Hamm, wie soll ich es bloß erklären.
Die PTBS habe ich mir von Außen zugezogen, ich war vorher eher ein Power/Energie-Bündel, die Beziehung lief gut und natürlich stand einer für den anderen ein.
Heute ist alles anders, diese PTBS halt, so wird es genannt. Aus traumatischen Ereignissen entwickelte sich bei mir eine Störung im Alltag, was mit mangelnder Belastbarkeit, Übertragung von Ängsten und Verlustängsten auf nahezu jede Alltagssituation, Rückzug, Verlust der Daseinsberechtigung uvm. einher geht. (alles in total überzogener Form!)
Stell Dir vor, Du gehst nicht zur Tür, wenn es klingelt, weil es Dich wieder im griff hat, Du weckst nachts 3-4 mal Deinen Partner, um zu sehen, ob es ihm gut geht...überlegst genau, WANN Du zu Aldi fahren kannst, wann dort am wenigsten los ist...wann die Nachbarn nicht unbedingt an der Grundstücksgrenze Rasen mähen, wenn Du selbst dort vorbei gehen musst...Du kannst nicht in unbedarft und voller Vorfreude in den Urlaub fahren, suchst Dir das abgelegensde Naturcamp mitten in der Pampers und gehst von dort immer nur Step by Step daran, die Umgebung zu erkunden.
Und stell Dir vor, Du weißt vom Kopf her ganz genau, dass das ALLES völlig irreale Ängste und Gedanken sind, dass Du selbst vor gar nicht allzu langer Zeit Menschen mit eben diesen Problemen begleitet hast und froh warst, dass es bei Dir in dieser Hinsicht (aus heutiger Sicht vermeintlich) alles stimmt.

Das alles resultiert aus Ereignissen, die von Außen auf mich eingewirkten, ich hab mir das nicht ausgesucht.

In dieser schwierigen Zeit hält mich meine Thera, die Familie - und vor allem mein Partner!

Das ist vermutlich der Grund dafür, dass ich - über das Normale hinausgehend - so drauf bin, mir viel mehr Gedanken darüber mache, wie er wohl zurecht kommt, während ich in der Klinik sein werde. (Und ja, er KOMMT mit Sicherheit gut zurecht, ist sehr Alltagstauglich!)
Vielleicht wurde der Zusammenhang etwas klar?

Ich kann so nicht mehr lange weiter leben - will ich auch nicht - und darum werde ich auch diese stationäre Traumatherapie machen und Alles an therapeutischen Möglichkeiten nutzen...Hauptsache raus aus dieser Situation!

Ich hoffe, ich kann in absehbarer Zeit wieder ein normales Leben leben... solange ich diese Hoffnung habe, bin ich noch bereit, alles an therapeutischen Möglichkeiten auszuschöpfen und zu versuchen (außer nicht-wissenschaftlich anerkannte Therapien, dazu habe ich derzeit keinen Draht!)

Nur muss mein Kopf dafür frei sein, was er unter normalen Umständen ja wäre, zur Zeit aber eben nicht...Zugang zu meiner inneren Kraft habe ich phasenweise - aber eher selten. Ich werde dann wortlos, momentan kann ich meine Gedanken reflektieren, indem ich sie aufschreibe - das nutze ich grad, so viel es geht....ohne zu viel zu denken.

Deine Zeilen haben mir irgendwie nochmal deutlich gemacht, wie grenzwertig Vieles in meinem Leben eigentlich zur Zeit ist...Danke dafür!


Wenns irgend geht, würde ich versuchen, die Thera ins nächste Jahr zu schieben.
(das mit der Pension wäre allerdings auch 2 Überlegungen wert)

Ja, das habe ich mir schon Gestern vorgenommen, ich werde das auch noch diese Woche schriftlich klären, Heute und Morgen sind Werkstatttage (Auto) ich schaff nur eine Baustelle zur Zeit. Die Pension ist nicht mehr aktuell, gerade im Winter ist es ja kaum auszuhalten, in einem kleinen Zimmer die Abende zu verbringen - wenn man es so nicht kennt!


Aber egal, wie ihr es macht, wünsche ich dir ganz viel Glück für alles was kommt!
danke cloudy!:blume:
 
Hallo Tränenarm!:blume:

Man kann leider nichts für immer wegdrücken, eine Zeit schon, auch mal Jahre/-zehnte aber nie für immer. Was einmal wieder hoch kam, bleibt, will beachtet, will bearbeitet/ verarbeitet werden. Ich weiß das leider auch aus eigener Erfahrung.

Oh ja Tränenarm! Das zu wissen und es am "eigenen Leib" zu erfahren, ist ein riesiger Unterschied!

Schuldgefühle, oje oje wie gern würde ich Dir schreiben die sind totaler Quatsch, fehl am Platz, lass sie.
Aber auch das kann ich nicht mit guten Gewissen schreiben. Was man als Kind lernen musste, bleibt wohl leider das ganze Leben lang, man kann nur versuchen sich diesen Gefühlen nicht ganz auszuliefern. Ist schwer, ich weiß.

Ja, sie sind einfach da gewesen, wegdrücken ging nicht. Ich steh oft da und habe wenig bis keine Hoffnung, aber ich kämpfe trotzdem, zumindest dann, wenn ich nicht gerade "entgleist" bin.

Aber weißt Du, Du machst was Du kannst, manchmal/ oft noch viel mehr als das, nur reichen wird es in Deinen Augen wohl nie. Auch hier habe ich leider keinen Rat für Dich, tut mir leid.
Ich finde bei Anderen (auch Heute!) dass es nicht mal reichen muss - sondern dass es völlig ausreicht, das zu tun, was man schaffen kann, nicht seine eigenen Grenzen überschreiten sollte!
Ich selbst habe aber damit seit 2 Jahren ein riesiges Problem...das ist ein zusätzliches Dilemma.
Wenn man nicht weiß, dass man total irreale Gedanken hat, ist es wohl weniger quälend - stelle ich mir wenigstens so vor!


Schau jetzt, das Du Dich nicht überforderst. Ruf am besten in der Klinik an und kläre ab ob Du im Januar die Traumatherapie beginnen kannst, dann wäre das erstmal geklärt und Du kannst Dich Deiner ambulanten Therapie wieder mehr widmen.
Ja, das werde ich auch tun Tränenarm!(siehe letzter Beitrag!) - und Eure Beiträge in diesem Thread haben mir geholfen, das ganz klar so sehen zu können und zu dürfen!
Am Donnerstag spreche ich mit meiner Thera drüber, bringe aber diesmal meine Entscheidung schon mit!

(Ich hoffe, sie kippt nicht hintenüber...meine Entscheidungsfreudigkeit ist seit 2011 nämlich eigentlich nicht vorhanden)

Eine PN folgt in den nächsten Tage, okay
Gerne! Ich danke Dir! 🙂
 
Hey, du Liebe,
danke für deine gute Erklärung.
Ich hatte ja keine Ahnung..

Vielleicht ist doch besser so schnell wie möglich.. ist halt alles richtig blöd, auch mit der Jahreszeit, dass jetzt Winter, Weihnachten kommt..

Ach Mensch, das ist wirklich schwer!
 
Oh ja, die PTBS, hat viele Gesichter einen großen Teil hast du beschrieben. Die Achterbahn gehört auch dazu. Sie kann rasend schnell werden - von jetzt auf gleich und der Wechsel so schnell, dass dir fast schwindelig wird.
Die Ängste haben ihren Grund nur sind sie nicht mehr passend und meist woanders als im hier und jetzt zugehörig. Dies aber in der Situation schnell genug erkennen und das Hier und Jetzt erkennen, dazu bedarf es sehr viel Übung. Denn die Reaktionen auf einen kleinen Impuls sind viel schneller als der Verstand es wahrnehmen kann.
Viel Ruhe, seine eigenen Grenzen früh genug erkennen und vor allem dann auch noch beachten ist echt hilfreich. Diese überschreiten allerdings wirft doch oft weit zurück. Dann wieder Stück für Stüch das Aufbauen, was bis dahin geschafft wurde. Doch genauso kritisch ist es Situationen immer wieder aus dem Weg zu gehen, weil sie immer wieder Angst und Sch*** Gefühle auslösen, da kommt dann eins zum anderen und irgendwann geht nichts mehr. Nur noch Weg von allem. Immer wieder seine eigenen Fähigkeiten erkennen und sich aufzählen, eine Liste was in welcher Situation schon mal geholfen hat, diese Liste, möglichst immer dabei haben. Bei Reaktionen auf Gerüche helfen Gegengerüche, bei mir besonders angenehme. Manchmal ist es als wenn das Leben gelernt werden müsste, fast ganz von vorne, aber sicher all das was vernichtet wurde.
Ja die PTBS verändert, doch machmal da ist die starke Persönlichkeit zu erkenne, die alles überlebte. manchmal, da ist alles ganz glasklar und dann wieder, da frage ich mich wieso geht das nicht mehr wie früher "einfach machen".
Ne es geht nicht, weil es will gesehen werden. Es will endlich dahin wo es hingehört, es will Teil werden von einem selbst, es gehört zum Leben dazu, wie die Geburt, wie die Schule, die Ausbildung - ja es gehört dazu und es ist vergangen und doch ist es oft als wäre es jetzt. Das gehört dazu, damit es endlich in die Vergangenheit gehören kann.
Ja der Kopf hat es verstanden nun aber kommt der Rest dazu. Und viel Ruhe und Frieden und eins nach dem anderen, das kann wirklich sehr hilfreich sein.
Den Tag strukturieren, sich Zeit für das Vergengene nehmen und doch immer weitergehen. Sein Leben trotz dieser Störung zu leben. Sich derSicherheit immer wieder bewusst zu sein, sich dies unter Umständen jeden Abend vor dem Schlafen gehen immer wieder ins Bewusstsein zu rufen, damit die Nacht ungestört bis zum Morgen dauern kann.Ich habe eine Geschichte, die ich immer mal wieder lese, eine Geschichte, die ich schrieb, in der es um Schutz und Sicherheit geht.
Wenn du dir sicher bist, dass du es schaffen kannst, bis zum Januar zu warten, dann wird es sicher auch deine Thera erkennen. Es sind 4-5 Monate, oft sind die Wartezeiten länger...
Doch wichtig ist, dass du dir deiner sicher bist. Du hast ein Netzt von Menschen an die du dich wenden kannst. Hast du eine Liste, was du tun kannst, wenn du am "Fallen" bist? Sie kann sich im Laufe der Zeit immer wieder verändern, doch gut ist es eine zu haben, eine von der sicher ist, das vieles dabei ist, was schon oft geholfen hat, diese immer bei sich haben.
Ich führe auch immer ein kleines Taschenbüchlein mit mir, indem ich manchmal nur eine kurze Notiz mache, wenn was ist, wenn es gerade gar nicht geht, weg zugehen oder einen ruhigen Ort aufzusuchen, wo ich mich dann am ehesten "sammeln" kann.
Shreiben zum Sortieren immer wieder, das was mir echt gut hilft
 
Hallo CE,

ich bin aktuell auf der Suche nach einer Trauma Klinik, natürlich am Besten wo mein Hund mit hin kann. Du hast in deinem ersten Beitrag eine Klinik beschrieben die wohl nur Einzeltherapien u sogar noch mit Hund aufnimmt.
Leider hab ich nirgends gefunden wie diese Klinik heisst.. Kannst du mir das sagen bitte?
Danke im voraus u lg
 
Hallo ich bin auch auf der Suche nach einer Klink die Trauma behandelt und wo ich meinen Hund mitnehmen kann. Kannst du mir vielleicht die Adresse und den Namen des Klink nennen?




Hallo Ihr,

ich bin seit 2011 wegen einer PTBS in Psychotherapie, ich war im ersten Jahr deswegen auch 6 Wochen in einer psychosomatischen Klinik, was mir wirklich einiges gebracht hat.

Mein Ziel war es, mit Hilfe der - sich nahtlos anschließenden - ambulanten Psychotherapie den Weg zurück in die Normalität und auch den Weg zurück in die Arbeitswelt zu schaffen.

Meine Therapeutin ist ein echter Glücksfall, sie ist Fachärztin für Psychiatrie und gleichzeitig Psychotherapeutin.
Sie zog mich bisher durch die unterschiedlichsten Therapiephasen, sie unterstützt mich sehr, gibt Halt, bremst mich ggf. auch mal aus bzw. initiierte sie auch schon ein Familiengespräch, was mir viel gebracht hat.
Auch Klartext und Konfrontation kamen schon vor - allerdings sehr selten.

Ich war also - grundsätzlich - vorsichtig optimistisch, egal wie es mir grad ging, mit ganz viel Durchhaltevermögen und EMDR (meine Therapeutin hat auch die Zulassung zur Traumatherapeutin) ambulant das Sch... Trauma auflösen zu können und wieder "Alltagstauglich" zu werden!

Von einer EU-Rente wollte ich von daher auch bis zum Schluss nichts wissen, ich vertraute einfach irgendwie auf meine innere Kraft (selbst in Zeiten, in denen ich keinen Zugang zu meiner Kraft hatte!)
Und war bis dahin auch davon überzeugt, bis zum Herbst 2012 wieder halbwegs fit zu sein - ganz seltsam, aber so
habe ich es empfunden...

Dem war aber nicht so, denn ab einer bestimmten Phase der Traumatherapie ging es mir wieder deutlich schlechter!

Gezwungenermaßen stellte ich nun doch einen EU Rentenantrag, und schon 8 Wochen später hielt ich den Rentenbescheid in der Hand (Ich dachte, in dem Umschlag ist bestimmt die Einladung zum Renten-Gutachter...)

Das habe ich dann auch - nach anfänglichem Hadern - akzeptiert und letztlich auch für gut befunden, da es mir die Zeit für meine Therapie gab, die ich dringend brauche und mir auch den immensen Druck, bis dann und dann muss ich fit sein, erst einmal komplett raus nahm.

Immer öfter konfrontierte mich meine Therapeutin dann aber damit, dass sie nicht mehr denkt, dass wir es alleine und ambulant schaffen können.
Sie schlug mir vor, eine stationäre Traumatherapie zu beantragen (bei der TKK).

Da mein sicherer Ort hier Zuhause ist, tat ich mich zunächst sehr schwer damit.

Dazu kommt noch...
Ich habe einen absoluten Tieftonverlust (Innenohrschwerhörigkeit), der nur in gesunden Zeiten mit sehr guten Hörgeräten zu kompensieren ist.
Seit April 2011 kann ich diuese Hörgeräte (neueste Generation, Anpassung war noch nicht ganz abgeschlossen!)
nicht mehr tragen, ich reagiere darauf mit starken Kopfschmerzen, Rückzug/Fluchttendenzen (Reizüberflutung).
Die Gruppentherapien in der psychosomatischen Klinik (2011) stellte mich deswegen auch vor recht große Probleme - letztlich habe ich jedoch davon trotzdem sehr profitieren können, was ich ausschließlich meinen lieben Mitpatienten verdanke!!

Nun ist es mir vor einigen Monaten gelungen, eine psychosomatische Klinik, die (offiziell & KV-anerkannt) auch stationäre Traumatherapie anbietet, zu finden, in der ich evtl. gut aufgehoben wäre.

In dieser Klinik gibt es ausschließlich Einzeltherapien - keine sonst üblichen Gruppentherapien - bis auf Bewegungstherapie und einige Gestalttherapien (Körpertherapie ist ja immer Einzeltherapie).
Die Unterbringung ist zudem in Einzelzimmern - und zusätzlich bietet die Klinik mir die Möglichkeit, meinen Hund mitbringen zu dürfen!! 🙂 🙂 🙂

Ich suchte natürlich nach persönlichen Erfahrungsberichten und Bewertungen im Internet und dachte immer mehr, dass ich dort richtig sein könnte. (Letztlich weiß man das ja immer erst, wenn man in der Klinik ist!)
Auch meine Therapeutin nahm Kontakt mit dieser Klinik auf, sie wußte vorher schon, dass sie einen ausgezeichneten Ruf hat und riet mir natürlich zu! (Ich habe jetzt nich ca. 25 Psychotherapie Stunden, würde eine evtl. Verlängeruing ggf. auch selbst bezahlen, da ich einmal monatl. eione Std. von der KV bekäme, dann in einem 2 Wochen Rhythmus Therapie haben.)

Ich stellte also (im Frühjahr 2013) den Antrag auf Kostenübernahme.
Nach langem Hin- und Her (zwischen DRV und TKK, weil ich nur befristet berentet bin🙄) hat die TKK mir nun die Kostenzusage zu geschickt, 6 Wochen Traumatherapie in meiner Wunschklinik wurden bewilligt!:daumen:

Ich bin ja so froh!!😀



Nun kommt mein derzeitiges Problem:

Mein Lieblingsmensch hat nach Jahrzehnten bei der Bundeswehr (hier am Wohnort) im Zuge der Bundeswehrreform seinen Arbeitsplatz vor Ort verloren - vielmehr wurde er abkommandiert an einen anderen Standort.

Nach einem Jahr Pendeln (was ziemlich ätzend war, besonders auch im Winter!!) entschloss er sich dazu, eine Weiterbildung zu machen, um ab Februar 2014 wieder hier im Ort eingesetzt zu werden.

Er pendelt derzeit tgl. 160 Km - einfache Strecke - hat oft einen 14-15 Stunden Tag.

Ich kann ihn jetzt (gerade jetzt!) nicht mit Haus und Hof für 6 Wochen sich selbst überlassen - dann müsste er abbrechen.
Ressourcen für Einkauf, Hausputz, Wäsche waschen etc. sind im Moment nicht vorhanden, er braucht all
seine Kraft für diese Weiterbildung, die noch bis Ende Januar geht. (Dann ist sein Arbeitsplatz wieder hier vor Ort)

Ich bin seit Tagen total aufgelöst, schlafe kaum noch, denn ich weiß grad nicht, was ich jetzt tun soll.
Das Wichtigste ist natürlich meine Gesundheit, ich kann und will nicht länger so weiter leben, wie ich im Moment
tue....von daher würde ich am Liebsten sofort in die Klinik gehen.

Die Klinik hat zwei Wartelisten, eine für allg. Behandlung, inkl. Burnout, und eine weitere für Trauma Patienten, da nur sehr begrenzte Kapazität.

Ich muss dazu sagen, dass mein LG mich in den letzten 2,5 Jahren unendlich unterstützt hat - ohne ihn hätte ich es nicht bis hierher geschafft, in den schlimmsten Phasen war er einfach da, 2 mal in der Woche besuchte er mich 2011 auch in der psychosomatischen Klinik.

Schon 2005, als ich eine ziemlich umfangreiche, große Wirbelsäulen-OP hatte, war er mit mir dort vor Ort, nahm sich dort einen Mietwohnwagen - direkt neben der Klinik (Neustadt/Ostsee) - er war immer da!

Auch in den 6 Monaten nach der OP (Morphine weg. Schmerzen, nicht sitzen und nicht heben dürfen etc) übernahm er ganz selbstverständlich Haushalt, Einkauf, Wäsche usw....

Bezgl. Klinikaufenthalten habe ich generell das Problem, dass ich weg. "Rollenwechsel" (Krankenschwester geschl. Akutpsychiatrie) etwas länger brauche, um wirklich "anzukommen" - was ja nicht soooo schlimm ist, wenn man es weiß...

Nur brauche ich aus diesem Grunde erst recht einen wirklich freien Kopf, um mich auf die Traumatherapie wirklich einzulassen, sonst gerate ich sehr schnell ins Schwimmen! (äußert sich meistens umgehend in fehlender Belastbarkeit, Infektanfälligkeit und absoluter Antriebslosigkeit (diagnostiziert als schwere Episode einer Depression)

Insgesamt tendiere ich im Moment dazu, mir (im Vorfeld) einen festen Aufnahmetermin in der 5. Woche 2014 geben zu lassen.
Dann wäre mein Schatz mit seiner Weiterbildung durch, ich müsste mir keine Sorgen um ihn machen, er ist Lebenstüchtig und kommt durchaus ohne Frau zurecht!

Nur bin ich völlig verunsichert, ob das wirklich so ok ist!

Die TKK schrieb mir mit der Kostenzusage, dass ich bis Ende Januar 2014 die stationäre Therapie beginnen muss, solange gilt die Kostenzusage!

Ich beziehe eine befristet EU-Rente bis 8/2014.
Diese gibt mir die Möglichkeit, mit Hilfe der Therapie, in Ruhe und ohne - kontraproduktiven Druck - gesund zu werden. Ich sehe diese zeit nicht als Zeit, um mich "auf der Rente auszuruhen"....

Ist es "fahrlässig" von mir, nicht den nächstmöglichen Aufnahmetermin (manchmal springt ja ein anderer Patient von der Warteliste ab!) für die stationäre Thera zu nehmen, sondern die berufliche Situation meines LG mit zu berücksichtigen?? Ich habe damit derzeit einen richtig heftigen Gewissenskonflikt, den ich sicher auch in der nächsten Therapiestunde ansprechen werde.

Wie seht Ihr das? Kennt das hier vielleicht sogar Jemand aus eigener Erfahrung?

Das ursprüngliche Trauma würde ins Forum Gewalt gehören, es ist teils beruflich und teils persönlich (Re-Traumatisierung) bedingt.
Ich kann es bis Heute (noch) nicht im Forum thematisieren.

Sorry für das Wirrwarr, ich kriege es grad nicht besser hin!
Und Danke fürs Lesen!:blume:
 

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