Hallo Ihr,
ich bin seit 2011 wegen einer PTBS in Psychotherapie, ich war im ersten Jahr deswegen auch 6 Wochen in einer psychosomatischen Klinik, was mir wirklich einiges gebracht hat.
Mein Ziel war es, mit Hilfe der - sich nahtlos anschließenden - ambulanten Psychotherapie den Weg zurück in die Normalität und auch den Weg zurück in die Arbeitswelt zu schaffen.
Meine Therapeutin ist ein echter Glücksfall, sie ist Fachärztin für Psychiatrie und gleichzeitig Psychotherapeutin.
Sie zog mich bisher durch die unterschiedlichsten Therapiephasen, sie unterstützt mich sehr, gibt Halt, bremst mich ggf. auch mal aus bzw. initiierte sie auch schon ein Familiengespräch, was mir viel gebracht hat.
Auch Klartext und Konfrontation kamen schon vor - allerdings sehr selten.
Ich war also - grundsätzlich - vorsichtig optimistisch, egal wie es mir grad ging, mit ganz viel Durchhaltevermögen und EMDR (meine Therapeutin hat auch die Zulassung zur Traumatherapeutin) ambulant das Sch... Trauma auflösen zu können und wieder "Alltagstauglich" zu werden!
Von einer EU-Rente wollte ich von daher auch bis zum Schluss nichts wissen, ich vertraute einfach irgendwie auf meine innere Kraft (selbst in Zeiten, in denen ich keinen Zugang zu meiner Kraft hatte!)
Und war bis dahin auch davon überzeugt, bis zum Herbst 2012 wieder halbwegs fit zu sein - ganz seltsam, aber so
habe ich es empfunden...
Dem war aber nicht so, denn ab einer bestimmten Phase der Traumatherapie ging es mir wieder deutlich schlechter!
Gezwungenermaßen stellte ich nun doch einen EU Rentenantrag, und schon 8 Wochen später hielt ich den Rentenbescheid in der Hand (Ich dachte, in dem Umschlag ist bestimmt die Einladung zum Renten-Gutachter...)
Das habe ich dann auch - nach anfänglichem Hadern - akzeptiert und letztlich auch für gut befunden, da es mir die Zeit für meine Therapie gab, die ich dringend brauche und mir auch den immensen Druck, bis dann und dann muss ich fit sein, erst einmal komplett raus nahm.
Immer öfter konfrontierte mich meine Therapeutin dann aber damit, dass sie nicht mehr denkt, dass wir es alleine und ambulant schaffen können.
Sie schlug mir vor, eine stationäre Traumatherapie zu beantragen (bei der TKK).
Da mein sicherer Ort hier Zuhause ist, tat ich mich zunächst sehr schwer damit.
Dazu kommt noch...
Ich habe einen absoluten Tieftonverlust (Innenohrschwerhörigkeit), der nur in gesunden Zeiten mit sehr guten Hörgeräten zu kompensieren ist.
Seit April 2011 kann ich diuese Hörgeräte (neueste Generation, Anpassung war noch nicht ganz abgeschlossen!)
nicht mehr tragen, ich reagiere darauf mit starken Kopfschmerzen, Rückzug/Fluchttendenzen (Reizüberflutung).
Die Gruppentherapien in der psychosomatischen Klinik (2011) stellte mich deswegen auch vor recht große Probleme - letztlich habe ich jedoch davon trotzdem sehr profitieren können, was ich ausschließlich meinen lieben Mitpatienten verdanke!!
Nun ist es mir vor einigen Monaten gelungen, eine psychosomatische Klinik, die (offiziell & KV-anerkannt) auch stationäre Traumatherapie anbietet, zu finden, in der ich evtl. gut aufgehoben wäre.
In dieser Klinik gibt es ausschließlich Einzeltherapien - keine sonst üblichen Gruppentherapien - bis auf Bewegungstherapie und einige Gestalttherapien (Körpertherapie ist ja immer Einzeltherapie).
Die Unterbringung ist zudem in Einzelzimmern - und zusätzlich bietet die Klinik mir die Möglichkeit, meinen Hund mitbringen zu dürfen!! 🙂 🙂 🙂
Ich suchte natürlich nach persönlichen Erfahrungsberichten und Bewertungen im Internet und dachte immer mehr, dass ich dort richtig sein könnte. (Letztlich weiß man das ja immer erst, wenn man in der Klinik ist!)
Auch meine Therapeutin nahm Kontakt mit dieser Klinik auf, sie wußte vorher schon, dass sie einen ausgezeichneten Ruf hat und riet mir natürlich zu! (Ich habe jetzt nich ca. 25 Psychotherapie Stunden, würde eine evtl. Verlängeruing ggf. auch selbst bezahlen, da ich einmal monatl. eione Std. von der KV bekäme, dann in einem 2 Wochen Rhythmus Therapie haben.)
Ich stellte also (im Frühjahr 2013) den Antrag auf Kostenübernahme.
Nach langem Hin- und Her (zwischen DRV und TKK, weil ich nur befristet berentet bin🙄) hat die TKK mir nun die Kostenzusage zu geschickt, 6 Wochen Traumatherapie in meiner Wunschklinik wurden bewilligt!:daumen:
Ich bin ja so froh!!😀
Nun kommt mein derzeitiges Problem:
Mein Lieblingsmensch hat nach Jahrzehnten bei der Bundeswehr (hier am Wohnort) im Zuge der Bundeswehrreform seinen Arbeitsplatz vor Ort verloren - vielmehr wurde er abkommandiert an einen anderen Standort.
Nach einem Jahr Pendeln (was ziemlich ätzend war, besonders auch im Winter!!) entschloss er sich dazu, eine Weiterbildung zu machen, um ab Februar 2014 wieder hier im Ort eingesetzt zu werden.
Er pendelt derzeit tgl. 160 Km - einfache Strecke - hat oft einen 14-15 Stunden Tag.
Ich kann ihn jetzt (gerade jetzt!) nicht mit Haus und Hof für 6 Wochen sich selbst überlassen - dann müsste er abbrechen.
Ressourcen für Einkauf, Hausputz, Wäsche waschen etc. sind im Moment nicht vorhanden, er braucht all
seine Kraft für diese Weiterbildung, die noch bis Ende Januar geht. (Dann ist sein Arbeitsplatz wieder hier vor Ort)
Ich bin seit Tagen total aufgelöst, schlafe kaum noch, denn ich weiß grad nicht, was ich jetzt tun soll.
Das Wichtigste ist natürlich meine Gesundheit, ich kann und will nicht länger so weiter leben, wie ich im Moment
tue....von daher würde ich am Liebsten sofort in die Klinik gehen.
Die Klinik hat zwei Wartelisten, eine für allg. Behandlung, inkl. Burnout, und eine weitere für Trauma Patienten, da nur sehr begrenzte Kapazität.
Ich muss dazu sagen, dass mein LG mich in den letzten 2,5 Jahren unendlich unterstützt hat - ohne ihn hätte ich es nicht bis hierher geschafft, in den schlimmsten Phasen war er einfach da, 2 mal in der Woche besuchte er mich 2011 auch in der psychosomatischen Klinik.
Schon 2005, als ich eine ziemlich umfangreiche, große Wirbelsäulen-OP hatte, war er mit mir dort vor Ort, nahm sich dort einen Mietwohnwagen - direkt neben der Klinik (Neustadt/Ostsee) - er war immer da!
Auch in den 6 Monaten nach der OP (Morphine weg. Schmerzen, nicht sitzen und nicht heben dürfen etc) übernahm er ganz selbstverständlich Haushalt, Einkauf, Wäsche usw....
Bezgl. Klinikaufenthalten habe ich generell das Problem, dass ich weg. "Rollenwechsel" (Krankenschwester geschl. Akutpsychiatrie) etwas länger brauche, um wirklich "anzukommen" - was ja nicht soooo schlimm ist, wenn man es weiß...
Nur brauche ich aus diesem Grunde erst recht einen wirklich freien Kopf, um mich auf die Traumatherapie wirklich einzulassen, sonst gerate ich sehr schnell ins Schwimmen! (äußert sich meistens umgehend in fehlender Belastbarkeit, Infektanfälligkeit und absoluter Antriebslosigkeit (diagnostiziert als schwere Episode einer Depression)
Insgesamt tendiere ich im Moment dazu, mir (im Vorfeld) einen festen Aufnahmetermin in der 5. Woche 2014 geben zu lassen.
Dann wäre mein Schatz mit seiner Weiterbildung durch, ich müsste mir keine Sorgen um ihn machen, er ist Lebenstüchtig und kommt durchaus ohne Frau zurecht!
Nur bin ich völlig verunsichert, ob das wirklich so ok ist!
Die TKK schrieb mir mit der Kostenzusage, dass ich bis Ende Januar 2014 die stationäre Therapie beginnen muss, solange gilt die Kostenzusage!
Ich beziehe eine befristet EU-Rente bis 8/2014.
Diese gibt mir die Möglichkeit, mit Hilfe der Therapie, in Ruhe und ohne - kontraproduktiven Druck - gesund zu werden. Ich sehe diese zeit nicht als Zeit, um mich "auf der Rente auszuruhen"....
Ist es "fahrlässig" von mir, nicht den nächstmöglichen Aufnahmetermin (manchmal springt ja ein anderer Patient von der Warteliste ab!) für die stationäre Thera zu nehmen, sondern die berufliche Situation meines LG mit zu berücksichtigen?? Ich habe damit derzeit einen richtig heftigen Gewissenskonflikt, den ich sicher auch in der nächsten Therapiestunde ansprechen werde.
Wie seht Ihr das? Kennt das hier vielleicht sogar Jemand aus eigener Erfahrung?
Das ursprüngliche Trauma würde ins Forum Gewalt gehören, es ist teils beruflich und teils persönlich (Re-Traumatisierung) bedingt.
Ich kann es bis Heute (noch) nicht im Forum thematisieren.
Sorry für das Wirrwarr, ich kriege es grad nicht besser hin!
Und Danke fürs Lesen!:blume: