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Traumatherapie

CE-continued-existence

Aktives Mitglied
Hallo Ihr,

ich bin seit 2011 wegen einer PTBS in Psychotherapie, ich war im ersten Jahr deswegen auch 6 Wochen in einer psychosomatischen Klinik, was mir wirklich einiges gebracht hat.

Mein Ziel war es, mit Hilfe der - sich nahtlos anschließenden - ambulanten Psychotherapie den Weg zurück in die Normalität und auch den Weg zurück in die Arbeitswelt zu schaffen.

Meine Therapeutin ist ein echter Glücksfall, sie ist Fachärztin für Psychiatrie und gleichzeitig Psychotherapeutin.
Sie zog mich bisher durch die unterschiedlichsten Therapiephasen, sie unterstützt mich sehr, gibt Halt, bremst mich ggf. auch mal aus bzw. initiierte sie auch schon ein Familiengespräch, was mir viel gebracht hat.
Auch Klartext und Konfrontation kamen schon vor - allerdings sehr selten.

Ich war also - grundsätzlich - vorsichtig optimistisch, egal wie es mir grad ging, mit ganz viel Durchhaltevermögen und EMDR (meine Therapeutin hat auch die Zulassung zur Traumatherapeutin) ambulant das Sch... Trauma auflösen zu können und wieder "Alltagstauglich" zu werden!

Von einer EU-Rente wollte ich von daher auch bis zum Schluss nichts wissen, ich vertraute einfach irgendwie auf meine innere Kraft (selbst in Zeiten, in denen ich keinen Zugang zu meiner Kraft hatte!)
Und war bis dahin auch davon überzeugt, bis zum Herbst 2012 wieder halbwegs fit zu sein - ganz seltsam, aber so
habe ich es empfunden...

Dem war aber nicht so, denn ab einer bestimmten Phase der Traumatherapie ging es mir wieder deutlich schlechter!

Gezwungenermaßen stellte ich nun doch einen EU Rentenantrag, und schon 8 Wochen später hielt ich den Rentenbescheid in der Hand (Ich dachte, in dem Umschlag ist bestimmt die Einladung zum Renten-Gutachter...)

Das habe ich dann auch - nach anfänglichem Hadern - akzeptiert und letztlich auch für gut befunden, da es mir die Zeit für meine Therapie gab, die ich dringend brauche und mir auch den immensen Druck, bis dann und dann muss ich fit sein, erst einmal komplett raus nahm.

Immer öfter konfrontierte mich meine Therapeutin dann aber damit, dass sie nicht mehr denkt, dass wir es alleine und ambulant schaffen können.
Sie schlug mir vor, eine stationäre Traumatherapie zu beantragen (bei der TKK).

Da mein sicherer Ort hier Zuhause ist, tat ich mich zunächst sehr schwer damit.

Dazu kommt noch...
Ich habe einen absoluten Tieftonverlust (Innenohrschwerhörigkeit), der nur in gesunden Zeiten mit sehr guten Hörgeräten zu kompensieren ist.
Seit April 2011 kann ich diuese Hörgeräte (neueste Generation, Anpassung war noch nicht ganz abgeschlossen!)
nicht mehr tragen, ich reagiere darauf mit starken Kopfschmerzen, Rückzug/Fluchttendenzen (Reizüberflutung).
Die Gruppentherapien in der psychosomatischen Klinik (2011) stellte mich deswegen auch vor recht große Probleme - letztlich habe ich jedoch davon trotzdem sehr profitieren können, was ich ausschließlich meinen lieben Mitpatienten verdanke!!

Nun ist es mir vor einigen Monaten gelungen, eine psychosomatische Klinik, die (offiziell & KV-anerkannt) auch stationäre Traumatherapie anbietet, zu finden, in der ich evtl. gut aufgehoben wäre.

In dieser Klinik gibt es ausschließlich Einzeltherapien - keine sonst üblichen Gruppentherapien - bis auf Bewegungstherapie und einige Gestalttherapien (Körpertherapie ist ja immer Einzeltherapie).
Die Unterbringung ist zudem in Einzelzimmern - und zusätzlich bietet die Klinik mir die Möglichkeit, meinen Hund mitbringen zu dürfen!! 🙂 🙂 🙂

Ich suchte natürlich nach persönlichen Erfahrungsberichten und Bewertungen im Internet und dachte immer mehr, dass ich dort richtig sein könnte. (Letztlich weiß man das ja immer erst, wenn man in der Klinik ist!)
Auch meine Therapeutin nahm Kontakt mit dieser Klinik auf, sie wußte vorher schon, dass sie einen ausgezeichneten Ruf hat und riet mir natürlich zu! (Ich habe jetzt nich ca. 25 Psychotherapie Stunden, würde eine evtl. Verlängeruing ggf. auch selbst bezahlen, da ich einmal monatl. eione Std. von der KV bekäme, dann in einem 2 Wochen Rhythmus Therapie haben.)

Ich stellte also (im Frühjahr 2013) den Antrag auf Kostenübernahme.
Nach langem Hin- und Her (zwischen DRV und TKK, weil ich nur befristet berentet bin🙄) hat die TKK mir nun die Kostenzusage zu geschickt, 6 Wochen Traumatherapie in meiner Wunschklinik wurden bewilligt!:daumen:

Ich bin ja so froh!!😀



Nun kommt mein derzeitiges Problem:

Mein Lieblingsmensch hat nach Jahrzehnten bei der Bundeswehr (hier am Wohnort) im Zuge der Bundeswehrreform seinen Arbeitsplatz vor Ort verloren - vielmehr wurde er abkommandiert an einen anderen Standort.

Nach einem Jahr Pendeln (was ziemlich ätzend war, besonders auch im Winter!!) entschloss er sich dazu, eine Weiterbildung zu machen, um ab Februar 2014 wieder hier im Ort eingesetzt zu werden.

Er pendelt derzeit tgl. 160 Km - einfache Strecke - hat oft einen 14-15 Stunden Tag.

Ich kann ihn jetzt (gerade jetzt!) nicht mit Haus und Hof für 6 Wochen sich selbst überlassen - dann müsste er abbrechen.
Ressourcen für Einkauf, Hausputz, Wäsche waschen etc. sind im Moment nicht vorhanden, er braucht all
seine Kraft für diese Weiterbildung, die noch bis Ende Januar geht. (Dann ist sein Arbeitsplatz wieder hier vor Ort)

Ich bin seit Tagen total aufgelöst, schlafe kaum noch, denn ich weiß grad nicht, was ich jetzt tun soll.
Das Wichtigste ist natürlich meine Gesundheit, ich kann und will nicht länger so weiter leben, wie ich im Moment
tue....von daher würde ich am Liebsten sofort in die Klinik gehen.

Die Klinik hat zwei Wartelisten, eine für allg. Behandlung, inkl. Burnout, und eine weitere für Trauma Patienten, da nur sehr begrenzte Kapazität.

Ich muss dazu sagen, dass mein LG mich in den letzten 2,5 Jahren unendlich unterstützt hat - ohne ihn hätte ich es nicht bis hierher geschafft, in den schlimmsten Phasen war er einfach da, 2 mal in der Woche besuchte er mich 2011 auch in der psychosomatischen Klinik.

Schon 2005, als ich eine ziemlich umfangreiche, große Wirbelsäulen-OP hatte, war er mit mir dort vor Ort, nahm sich dort einen Mietwohnwagen - direkt neben der Klinik (Neustadt/Ostsee) - er war immer da!

Auch in den 6 Monaten nach der OP (Morphine weg. Schmerzen, nicht sitzen und nicht heben dürfen etc) übernahm er ganz selbstverständlich Haushalt, Einkauf, Wäsche usw....

Bezgl. Klinikaufenthalten habe ich generell das Problem, dass ich weg. "Rollenwechsel" (Krankenschwester geschl. Akutpsychiatrie) etwas länger brauche, um wirklich "anzukommen" - was ja nicht soooo schlimm ist, wenn man es weiß...

Nur brauche ich aus diesem Grunde erst recht einen wirklich freien Kopf, um mich auf die Traumatherapie wirklich einzulassen, sonst gerate ich sehr schnell ins Schwimmen! (äußert sich meistens umgehend in fehlender Belastbarkeit, Infektanfälligkeit und absoluter Antriebslosigkeit (diagnostiziert als schwere Episode einer Depression)

Insgesamt tendiere ich im Moment dazu, mir (im Vorfeld) einen festen Aufnahmetermin in der 5. Woche 2014 geben zu lassen.
Dann wäre mein Schatz mit seiner Weiterbildung durch, ich müsste mir keine Sorgen um ihn machen, er ist Lebenstüchtig und kommt durchaus ohne Frau zurecht!

Nur bin ich völlig verunsichert, ob das wirklich so ok ist!

Die TKK schrieb mir mit der Kostenzusage, dass ich bis Ende Januar 2014 die stationäre Therapie beginnen muss, solange gilt die Kostenzusage!

Ich beziehe eine befristet EU-Rente bis 8/2014.
Diese gibt mir die Möglichkeit, mit Hilfe der Therapie, in Ruhe und ohne - kontraproduktiven Druck - gesund zu werden. Ich sehe diese zeit nicht als Zeit, um mich "auf der Rente auszuruhen"....

Ist es "fahrlässig" von mir, nicht den nächstmöglichen Aufnahmetermin (manchmal springt ja ein anderer Patient von der Warteliste ab!) für die stationäre Thera zu nehmen, sondern die berufliche Situation meines LG mit zu berücksichtigen?? Ich habe damit derzeit einen richtig heftigen Gewissenskonflikt, den ich sicher auch in der nächsten Therapiestunde ansprechen werde.

Wie seht Ihr das? Kennt das hier vielleicht sogar Jemand aus eigener Erfahrung?

Das ursprüngliche Trauma würde ins Forum Gewalt gehören, es ist teils beruflich und teils persönlich (Re-Traumatisierung) bedingt.
Ich kann es bis Heute (noch) nicht im Forum thematisieren.

Sorry für das Wirrwarr, ich kriege es grad nicht besser hin!
Und Danke fürs Lesen!:blume:
 

Hallo CE-continued-existence,

schau mal hier: Traumatherapie. Hier findest du vielleicht was du suchst.

Hast du mit deinem Liebsten gesprochen? Wie sieht er es? Denn oft machen wir uns einen Kopf um jemanden, wo der kein Problem hätte.
Vielleicht habe ich gerade auch nicht so ganz den Überblick, aber doch es ist möglich Haushalt, sich zu ernähren und ganz viel lernen. Ich verstehe schon, das es, gerade auch, weil er immer für dich da war/ist, ihn jetzt mit lernen und Haushalt und so alleine zu lassen. Nun aber kommt es auch darauf an wie stabil du selbst nun bist. Hast du noch die Zeit und kannst du mit der Situation um. Das es jetzt angesagt ist in eine Klinik zu gehen, heißt doch auch, das es notwendig ist.
Diesen Konflikt, wäre er aufgelöst, wenn der Termin so wie du ihn vorgeschlagen hattest.
Würde er noch pendeln, wenn du in der Klinik wärst oder würde er da anders untekommen?
Ich hatte es doch richtig verstanden er arbeitet und lernt und ist daher 14-15 Std. unterwegs. Ist das inclusive der Fahrzeit von schätzungsweise 4-5 Std. oder kommen die obendrauf?
Mag sein das etwas durcheinander ist, hoffe aber zu verstehen.
Ich selbst pendelte etwa 4Jahr 125km die Strecke, war damit immer etwa 12 Std. aus dem Haus und damit war der Tag noch nicht zu Ende. Ja es ist zu schaffen.Die Arbeiten des Tag fingen morgens um 5:00 an und endete ca. 22:00, so dass nur noch ein wenig Zeit am Abend war. Heute könnte ich es nicht mehr, daher verstehe ich auch sehr gut, dass du dir, wegen deinem Liebsten Gedanken machst.
Wenn er jedoch in der Zeit nicht pendeln müsste. Nun weiß ich nicht,ob es die Möglichkeit gibt, doch dann hätte er einiges mehr an zeit. Da du dann nicht da bist, gibt es vielleicht auch keinen Grund soweit zu fahren. nun habe ich aber nicht im Blick, ob es noch weitere Gründe dafür geben könnte. Doch wenn er 14/15 Std. außer Haus ist, dann werden sicher keine Tiere zu versorgen sein, oder? Den Hund, der geht ja mit dir.
GLG
Mittendurch
 
Hallo Tränenarm,

freu mich sehr, Dich zu lesen - habe so lange nichts mehr von Dir gehört!

Wie geht es Dir denn inzwischen??
Hattest Du wieder eine Intervall Behandlung oder warst Du akut in der Klinik?
Und was macht Deine Ronja??

Du bringst es super gut auf den Punkt, ich hätte Dich mal vorher fragen sollen, wie ich meine Gedanken
am besten ordne und formuliere!!

Das Aushalten bis Januar geht schon, auf die paar Monate kommt es jetzt wohl auch nicht mehr an, das schaffe ich
irgendwie...auch wenn es zur Zeit heftig ist (Achterbahn)...

Mein größtes Problem wäre wohl mein "Schuldgefühl" - einfach nicht ALLES zu meiner Genesung beigetragen zu haben!
Ich denke, meine Therapeutin wird das ähnlich wie Du sehen, sie redet mir auch meine Schuldgefühle immer wieder mit ganz guten Argumenten aus - naja...mal mehr mal weniger erfolgreich.

Es ist diese Art Schuldgefühl, jegliche Daseins-Berechtigung eh nicht zu haben - und DANN auch noch die gereichte Hand (in diesem Fall die Klinik/KV) nicht umgehend zu ergreifen....hmmm.
Tiefe Überlebensschuld sozusagen - so nennt es meine Therapeutin manchmal, weil ich das in vielen anderen Lebnesbereichen auch habe.
Vielleicht kennst Du das, man gibt definitiv Alles für die Menschen, die man liebt - und meint doch, es ist bei weitem nicht genug...fühle mich z.B. sofort abgrundtief schlecht, wenn ich wegen eines eigenen - unaufschiebbaren - Termins (Zahn-OP) nicht meine Fahrdienste oder andere Gefälligkeiten anbieten kann, kann man gar keinem erzählen, versteht Niemand...wie auch?

Manchmal mag ich aus Angst vor solchen Situationen schon nicht ans Telefon oder an die Tür gehen, wenn es klingelt.
Diese Gefühle (und Ängste!) verselbstständigen sich grad immer mehr - hat wohl etwas mit den aktuellen Therapiephasen zu tun, wo viel Altes an die Oberfläche kam.

Früher konnte ich solche Ängste und Gefühle ganz toll wegdrücken/verdrängen - jetzt funktioniert das einfach nicht mehr, besonders auch bei den Ängsten ist es schlimmer geworden....
Ich lebe damit ja jetzt schon mehr als 2,5 Jahre, ich hoffe einfach, dass mir auch hier diese stationäre Behandlung etwas bringt!
Für meine Thera z.B. denke ich mir ständig irgendwelche kleine Überraschungen aus, weil ich auch ihr gegenüber so ein elendig schlechtes Gewissen habe, da sie sich ja wöchentlich mit meinem ganzen Ballast auseinandersetzen muss...🙄
(Vom Kopf her weiß ich natürlich sehr genau, wie irreal das ist - dass sie sich diesen Beruf selbst ausgesucht hat - und sogar Geld dafür bekommt! Sie betonte auch schon oft, dass sie gerne mehr Klienten von meinem Schlag hätte...kann ich nur nicht annehmen!)

Mein LG würde natürlich verstehen, wenn ich JETZT in die Klinik gehe, so ist er einfach!
Er würde dann halt was drehen, evtl. mit Zweitwohnung/Pension vorübergehend - aber damit kann er sich natürlich nicht wohl fühlen!!!
Pendeln UND hier Zuhause alles am Laufen halten - das geht definitiv nicht.

Im Januar/Februar, wenn er wieder hier vor Ort arbeitet, ist das für ihn alles kein Problem! Freitag 13 Uhr Wochenende, dann könnte er mich sogar 14 tätig besuchen kommen.
Ich mache wohl keinen Belastungsurlaub am Wochenende, die Fahrt ist unter der Therapie einfach zu anstrengend, dazu ist im Oberharz ja tiefster Winter, müsste dann öffentlich fahren, was ewig dauert - und sich letztlich dann auch gar nicht lohnt!

Dadurch, dass Du es so klar auf den Punkt gebracht hast - besonders, dass ich mit meinen Gedanken wohl immer bei meinem LG wäre....hast Du mir sehr geholfen!

Danke dafür!🙂

Du hast übrigens Recht, als ich las, dass es die Möglichkeit gibt, einen Hund mitzubringen (auch wenn ich dann wohl nicht das "schönste" Zimmer bekomme!), hat mich das in meinem Entschluss nochmals bestärkt, ich konnte es gar nicht fassen, Lara ist ja schon 13,5 Jahre alt...was, wenn es ihr während meiner Klinikzeit plötzlich schlecht geht?
Das dürfte mir mein Mann dann gar nicht sagen, weil ich dann sofort nach Hause fahren würde....auch auf die Gefahr hin, Ärger mit der KV zu bekommen.

Sie wäre dann bei meiner Schwester(hat auch einen Hund, der sogar oft hier bei uns ist!) - und sie ist da auch richtig gut aufgehoben - aber trotzdem, ich kann mir 6 Wochen ohne meine Fellnase fast ebenso wenig vorstellen wie ohne Mann und Familie - mit Mann/Familie kann ich aber via Mail, whats App etc. jederzeit Kontakt halten - das geht ja mit Hunden nicht!
(Wenn Du die Adresse der Klinik möchtest, melde Dich per PN!)

Ich wünsche Dir eine gute Nacht und schicke Dir und Ronja liebe Grüße!:blume:
 
Die Entscheidung kann Dir niemand abnehmen und das weisst Du sowieso.

Was ich tun würde?
Meinem Partner meine Überlegungen mitteilen.... . Dann neu schauen... .


Aus Deinem Berufsleben heraus hast Du zudem ja die Chance, Dich mit Kolleginnen, die evtl. auch teils Freunde sind, auszutauschen.
Du sitzt doch "am Puls".



LG
Landkaffee


Das Gefühl, schuldig zu sein, weil überlebt zu haben, die kann kein Forum wirklich nehmen, denke ich mir so.
Auch deshalb wirst Du Thera machen.... .
 
Zuletzt bearbeitet:
Hast du mit deinem Liebsten gesprochen? Wie sieht er es? Denn oft machen wir uns einen Kopf um jemanden, wo der kein Problem hätte.
Vielleicht habe ich gerade auch nicht so ganz den Überblick, aber doch es ist möglich Haushalt, sich zu ernähren und ganz viel lernen. Ich verstehe schon, das es, gerade auch, weil er immer für dich da war/ist, ihn jetzt mit lernen und Haushalt und so alleine zu lassen. Nun aber kommt es auch darauf an wie stabil du selbst nun bist. Hast du noch die Zeit und kannst du mit der Situation um. Das es jetzt angesagt ist in eine Klinik zu gehen, heißt doch auch, das es notwendig ist.
Diesen Konflikt, wäre er aufgelöst, wenn der Termin so wie du ihn vorgeschlagen hattest.
Würde er noch pendeln, wenn du in der Klinik wärst oder würde er da anders untekommen?
Ich hatte es doch richtig verstanden er arbeitet und lernt und ist daher 14-15 Std. unterwegs. Ist das inclusive der Fahrzeit von schätzungsweise 4-5 Std. oder kommen die obendrauf?
Mag sein das etwas durcheinander ist, hoffe aber zu verstehen.
Ich selbst pendelte etwa 4Jahr 125km die Strecke, war damit immer etwa 12 Std. aus dem Haus und damit war der Tag noch nicht zu Ende. Ja es ist zu schaffen.Die Arbeiten des Tag fingen morgens um 5:00 an und endete ca. 22:00, so dass nur noch ein wenig Zeit am Abend war. Heute könnte ich es nicht mehr, daher verstehe ich auch sehr gut, dass du dir, wegen deinem Liebsten Gedanken machst.
Wenn er jedoch in der Zeit nicht pendeln müsste. Nun weiß ich nicht,ob es die Möglichkeit gibt, doch dann hätte er einiges mehr an zeit. Da du dann nicht da bist, gibt es vielleicht auch keinen Grund soweit zu fahren. nun habe ich aber nicht im Blick, ob es noch weitere Gründe dafür geben könnte. Doch wenn er 14/15 Std. außer Haus ist, dann werden sicher keine Tiere zu versorgen sein, oder? Den Hund, der geht ja mit dir.
GLG
Mittendurch

Hallo Mittendurch,

auch Dir vielen Dank für Deine Zeilen! (auch Dich habe ich übrigens lange nicht gelesen...schön, Dich zu sehen!!)

Vieles liest Du ja sicher schon aus meiner Antwort an Tränenarm heraus.

Ja, wir haben natürlich darüber gesprochen - siehe mein letzter Beitrag!
(Klar würde er eine Lösung suchen und finden, die Klinik ginge ganz klar vor!)

Ich bin auch Pendlerin, in den letzten Jahren nur gut 50 Km die Strecke (was nach 10,5 Std. Nachtdienst auch nicht so schön ist), bin vor vielen Jahren auch mal 125 Km (pro Strecke) gefahren - aber etwa 3 Monate nur (Fortbildung) Sogar mit 2 schulpflichtigen Kindern ging das erstaunlich gut - auch wenn die Strecke einfach ätzend war!
Und ich fand auch, dass Alles geht, wenn man es nur will!

Aber

Mein Schatz hat Jahrzehnte knapp 3 Km Arbeitsweg gehabt, also Feierabend gleich Freizeit.

Nun hat er ein Jahr pendeln hinter sich - nur 50 km die Strecke - und es hat ihn einfach (wider Erwarten!) sehr geschlaucht! (Deswegen auch die Weiterbildung, um nicht mehr pendeln zu müssen - man wird ja nicht jünger!!

Er spielt total engagiert Tischtennis, das ging im letzten Jahr z.B. gar nicht, weil er einfach am Abend dafür zu groggy war.
Es ist wohl ein Unterschied, ob man mit 30 oder mit Anfang 50 anfängt zu pendeln....
Derzeit bring ich ihn um kurz nach 5 zum Bahnhof, und hole ihn am Abend frühestens um 18 Uhr dort wieder ab, oft 1 Std. später...(sind weit über 150 Km), dann vom Bhf. nach Hause fahren.
Lernen muss er Zuhause gar nicht! 🙂

Immerhin spielt er jetzt wieder Tischtennis, das hat ihm letztes Jahr sehr gefehlt!

Es ist einfach kein entspannter Feierabend mehr, weil er gegen die Müdigkeit nicht ankommt. (Mich erinnert das an meine Nachtdienste früher - nur dann war ich so neben der Spur wie er jetzt.)
Die Tage dort sind wohl auch sehr aufreibend, es ist ein ziemlich anspruchsvolles und viel umfassendes Gebiet, sehr kopflastig!!

Ich finde, man muss da schon aufpassen, wenn er über seine Grenzen geht/ginge - und das würde er ganz sicher versuchen - nützt es ja Niemandem, wenn er dadurch mit einem Herzinfarkt o.ä. ganz ausfällt...das kann's nicht sein, ist aber Heute leider oft so, das weiß ich!
Haus, Garten, Einkauf, Wäsche - das macht sich ja nicht von alleine! Abends nach 20 Uhr (nach dem Essen) geht das nicht mehr, um kurz nach 4 Uhr klingelt ja schon wieder der Wecker!

Früher hatten wir 3 Zimmer...2 Std. zusammen putzen - am WOE - und Alles war paletti!🙂 Haus ist
einfach aufwändiger.
(Und eine Haushaltshilfe ist irgendwie auch nicht so unser Ding *denk*)

Den Antrag für die stationäre Traumatherapie habe ich im Frühjahr gestellt, da stand die Weiterbildung noch gar nicht zur Debatte, hat sich recht kurzfristig ergeben.
Ja, Ende Januar ist er fertig, und wieder hier vor Ort!
Das entlastet mich total!!! Instabil - hmm, ist eher das falsche Wort, Achterbahn trifft es ehr, es gibt Tage, da funktioniere ich durchaus normal - an anderen Tagen dann aber wieder absolute Null-Linie (Verhältnis etwa 30 : 70)

Und ich habe grundsätzlich kein Problem damit, ihn für 6 Wochen (ggf. sogar Verlängerung?) hier alleine zu wissen, wie gesagt, er ist total alltagstauglich und kommt auch gut zurecht!

Gut's Nächtle Mittendurch!🙂
 
Die Entscheidung kann Dir niemand abnehmen und das weisst Du sowieso.

Was ich tun würde?
Meinem Partner meine Überlegungen mitteilen.... . Dann neu schauen... .


Aus Deinem Berufsleben heraus hast Du zudem ja die Chance, Dich mit Kolleginnen, die evtl. auch teils Freunde sind, auszutauschen.
Du sitzt doch "am Puls".



LG
Landkaffee


Das Gefühl, schuldig zu sein, weil überlebt zu haben, die kann kein Forum wirklich nehmen, denke ich mir so.
Auch deshalb wirst Du Thera machen.... .


Danke auch Dir für Deine Zeilen Landkaffee!

Nein, die Entscheidung soll mir hier auch Niemand abnehmen, ich dachte einfach, mir helfen andere Meinungen/Sichtweisen...drüber zu schreiben, Entlastung.
Mit Kollegen aus der Klinik tausche ich mich grundsätzlich nicht über meine Probleme/Krankengeschichte/Biografie aus. Diese Abgrenzung ist gerade in unserem Bereich wichtig - ich will ja - wenn irgend möglich - dort wieder arbeiten. Professionell, nicht als "Betroffene" empfangen werden.
Evtl. wird das auch nicht gehen - das weiß ich - aber die Tür möchte ich mir trotzdem offen halten - ggf. für einen anderen Bereich in der Klinik, who knows?? Mein Arbeitsverhältnis besteht ja weiter, es ruht während der EU-Berentung.

Es käme mir auch vor wie "Seelenstriptease", mich mit Kollegen über meine behandlungs-bedürftigen psychischen Probleme zu unterhalten - mich zu öffnen, um Fragen dann auszuweichen.

Ich habe noch zu 2 Kolleg/Innen guten/engen Kontakt, denen ich durchaus etwas mehr erzählte - wie sie mir auch von sich - aber dieses Anliegen ganz sicher nicht!
(So etwas kann auch mal wider Erwarten ganz schnell ins Team hinein getragen werden - man weiß es nie - und der Gedanke gefällt mir überhaupt nicht!)

Ja, Du hast Recht, mit meinem Partner bespreche ich mich nahezu täglich, das ist nicht das Problem!
Ich habe halt Angst, zu wenig zu meiner Genesung beizutragen...sozusagen (sorry, ich kann es grad nicht so gut formulieren) wenn ich nicht die ERSTE Gelegenheit beim Schopfe ergreifen kann...was ich ja eigentlich möchte.

Wie meinst Du Deine Feststellung, dass das Forum mir die Überlebensangst bzw. die Schuldgefühle nicht nehmen kann?
Davon gehe ich natürlich auch nicht aus - wenn es Dir aber unpassend erscheint, dass ich es hier erwähnt habe,
verstehe ich das nicht ganz - ist halt Teil meines Anliegens...und natürlich Therapie-Inhalt.
Du meinst, ich soll meinen Kollegen davon erzählen - aber hier im Forum, relativ anonym - eher nichts davon schreiben? Oder wie soll ich Dich verstehen?

Ich verstand es so: "Du hast doch Therapie, Dein Problem kann Dir kein Forum nehmen!"
hmmm...das weiß ich ja, aber dann könnten sich die meisten ihre Probleme hier für sich behalten.
(Hast Du schon mal was davon gehört, dass es einfach nur gut tun kann, mutig über ein Problem zu schreiben und die Sichtweisen anderer zu lesen??)

Ich wünsche Dir eine gute Nacht!


Edit:

Wo ist nun noch DEIN Problem, CE?

Hier hatte ich die Zwickmühle - wie Tränenarm es so treffend ausdrückte - beschrieben:

Ist es "fahrlässig" von mir, nicht den nächstmöglichen Aufnahmetermin (manchmal springt ja ein anderer Patient von der Warteliste ab!) für die stationäre Thera zu nehmen, sondern die berufliche Situation meines LG mit zu berücksichtigen??
Ich habe damit derzeit einen richtig heftigen Gewissenskonflikt, den ich sicher auch in der nächsten Therapiestunde ansprechen werde.

Wie seht Ihr das? Kennt das hier vielleicht sogar Jemand aus eigener Erfahrung?
 
Zuletzt bearbeitet:
Danke auch Dir für Deine Zeilen Landkaffee!

Nein, die Entscheidung soll mir hier auch Niemand abnehmen, ich dachte einfach, mir helfen andere Meinungen/Sichtweisen...drüber zu schreiben, Entlastung.
Mit Kollegen aus der Klinik tausche ich mich grundsätzlich nicht über meine Probleme/Krankengeschichte/Biografie aus. Diese Abgrenzung ist gerade in unserem Bereich wichtig - ich will ja - wenn irgend möglich - dort wieder arbeiten. Professionell, nicht als "Betroffene" empfangen werden.
Evtl. wird das auch nicht gehen - das weiß ich - aber die Tür möchte ich mir trotzdem offen halten - ggf. für einen anderen Bereich in der Klinik, who knows?? Mein Arbeitsverhältnis besteht ja weiter, es ruht während der EU-Berentung.

Es käme mir auch vor wie "Seelenstriptease", mich mit Kollegen über meine behandlungs-bedürftigen psychischen Probleme zu unterhalten - mich zu öffnen, um Fragen dann auszuweichen.

Ich habe noch zu 2 Kolleg/Innen guten/engen Kontakt, denen ich durchaus etwas mehr erzählte - wie sie mir auch von sich - aber dieses Anliegen ganz sicher nicht!
(So etwas kann auch mal wider Erwarten ganz schnell ins Team hinein getragen werden - man weiß es nie - und der Gedanke gefällt mir überhaupt nicht!)

Ja, Du hast Recht, mit meinem Partner bespreche ich mich nahezu täglich, das ist nicht das Problem!
Ich habe halt Angst, zu wenig zu meiner Genesung beizutragen...sozusagen (sorry, ich kann es grad nicht so gut formulieren) wenn ich nicht die ERSTE Gelegenheit beim Schopfe ergreifen kann...was ich ja eigentlich möchte.

Wie meinst Du Deine Feststellung, dass das Forum mir die Überlebensangst bzw. die Schuldgefühle nicht nehmen kann?
Davon gehe ich natürlich auch nicht aus - wenn es Dir aber unpassend erscheint, dass ich es hier erwähnt habe,
verstehe ich das nicht ganz - ist halt Teil meines Anliegens...und natürlich Therapie-Inhalt.
Du meinst, ich soll meinen Kollegen davon erzählen - aber hier im Forum, relativ anonym - eher nichts davon schreiben? Oder wie soll ich Dich verstehen?

Ich verstand es so: "Du hast doch Therapie, Dein Problem kann Dir kein Forum nehmen!"
hmmm...das weiß ich ja, aber dann könnten sich die meisten ihre Probleme hier für sich behalten.
(Hast Du schon mal was davon gehört, dass es einfach nur gut tun kann, mutig über ein Problem zu schreiben und die Sichtweisen anderer zu lesen??)

Ich wünsche Dir eine gute Nacht!


Edit:



Hier hatte ich die Zwickmühle - wie Tränenarm es so treffend ausdrückte - beschrieben:

Ich habe Dir eine PN geschrieben.....

Liebe Grüsse!
Landkaffee
 
Hallo CE,
es hilft die Zwickmühle nach außenzu tragen. Denn dann ist sortieren leichter, kann ich nur bestätigen.
Ich denke ich habe jetzt auch besser verstanden, worum es geht. Du weißt ja auch es ist deins und die Achterbahn, ja die ist da. Ich vergleiche es oft mit dem norddeutschem Wetter, gerade schien noch die Sonne - jetzt ein Regenguss und schon wiede Sonne, was durchaus mal umgekehrt sein kann. Mir hilft es daran zu denken - es gehört zu der Heilung dazu. Wenn es die möglich ist, auch wenn du Achterbahn fährst bis zum Winter zu warten, aber nur wenn du wirklich das Gefühl hast es geht, dann kannst du es tun. Doch sollten Zweifel sein, ob du es bis dahin aushalten kannst, ob du die Achterbahn aushälst, genügend Unterstützung und Fähigkeiten hast, dich aufzufangen, um wieder da Hier und Jetzt wahrzunehmen, zu leben und zu sein, dann ziehe den termin vor, den du kriegen kannst.
Es ist gut es mit der Thera zu besprechen, sie kann es sicher besser einschätzen.
Solange es eine Achterbahn ist, die nicht zu entgleisen droht, ist jede Entscheidung ok.
Ich denke du verstehst, was ich meine. Wichtig ist, dass du egal wie du entscheidest, die Entscheidung tragen kannst.
Ich verstehe es sehr gut, aber ich weiß auch, was es heißt warten zu müssen, wenn es gar nicht mehr geht. Deshalb nehme genau wahr, wie es dir mit der einen oder der andern Entscheidung geht. Stelle sie dir vor wie du sie umsetzt. Erst die eine und dan die andere und sieh dir dann deine Reaktionen an. So gehe ich vor, wenn ich nicht weiter weiß. denn dann kann ich es gut erkennen, was es auslöst.
Bin auch per pn erreichbar für dich, wennes mehr als Anspielungen werden sollten.

GlG
Mittendurch

Ich schreibe hier nur selten, weil ich verschiedenen Diskussionen eine zeitlang nicht mehr ertrug, weil sich gerade neue user oft verteidigen zu mussten.... Weil sie zugaben sie können nicht mehr. Oft gerade auch bei neuen usern, die gerade den Mut fanden ihre Situation das erste Mal zu benennen.

 
Hallo CE🙂

Zuerst einmal toll, dass du diese Therapie bekommen hast, wow.. mit Hund, freut mich für dich!

Mir ist ein Satz förmlich ins Gesicht gesprungen.
Nämlich, als du erzählt hast, dass deine Thera von einer "tiefen Überlebungsschuld" spricht, auch in dem Zusammenhang mit deinem jetzigen zeitlichen Theraproblem.


Weißt du, ich finde das ganz normal, dass du dir Gedanken über deinen LG machst, ich fände das eher traurig, wenn das nicht der Fall wäre. Und ich verstehe auch nicht, warum deine Thera dir irgendwelche "Schuldgefühle" ausreden will.
Das sind keine Schuldgefühle! In einer Partnerschaft sollte auf jeden Fall nicht immer der gleiche zurückstecken. Und ich finde es toll, dass du auch so denkst.
Und jetzt schaut es so aus, dass er dich als Unterstützung brauchen würde bis Januar.

Wenns irgend geht, würde ich versuchen, die Thera ins nächste Jahr zu schieben.
(das mit der Pension wäre allerdings auch 2 Überlegungen wert)


Aber egal, wie ihr es macht, wünsche ich dir ganz viel Glück für alles was kommt!
 

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