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Trauer um meine Exreundin

hallo, koblenzer

ich nehm dich mal in den arm, so, wie du es ertragen kannst...
ich hab innerhalb von 3 jahren meine liebsten erdenmenschen an krebs verloren, das ist eine solch heimtückische krankheit.
ich schicke dir kraft!! frara
weißt du, ein mensch der beiden hatte leberkrebs. wir hatten schon alles im kopf, mein onkel und ich wollten spenden, aber es war zu spät..der mensch verlor zuerst das augenlicht, dann wanderte das gift in richtung gehirn. sie war schlußendlich nicht mehr bei klarem verstande, fand keine ruhe mehr... letztendlich bekam sie morphin. sie durfte daheim sterben, bei uns, mit uns... sekunden nach ihrem tode war ihr gesicht verklärt. das wundervollste gesicht, dass ich je im leben sah...
mama, ich liebe dich!

ich fühle so sehr mit dir!!!

 
Zuletzt bearbeitet:
Hi,

es tut mir sehr leid, es ist ein grausamer Abschied auf Raten. Und zieht sich quälend.
Wenn du dich ihr gegenüber äußern willst, sie dich aber nicht sehen will, dann schreib`ihr. Schreib`alles runter. Für sie - aber auch für dich.

Alles Gute

Patch
 
Hallo Koblenzer,

was du durch machst, ist die Hölle, und ich habe ähnliches, grob vergleichbares hinter mir....
Allerdings ist es jetzt auch schon 7 Jahre her. Mein Mann war Arzt und ist morphinabhängig geworden...... ich konnte nichts tun..... es war auch eine Odysee der Grausamkeiten und ich stand da, hilflos, unglaublich wütend, verzweifelt, usw.. Ich war dann auch bis zum Schluss an seiner Seite. Bis zur grausamen Sterbewoche im Krankenhaus, die sich fast über eine komplette Woche hinzog, dachte zwischendurch, wenn ich nicht laut meine Verzweifelung rausbrüllen kann, werde ich verrrückt. Einfach verrückt. Ja, Halluzination --naja, die kenne ich auch hoch und runter. Im Krankenhaus war es dann auch so, dass er plötzlich meinte, dass dort Versuche mit dem Patienten gemacht werden würden, und ihnen die Organe entnommen werden würde, usw.. also du siehst - auch das kenne ich...

Koblenzer, dennoch: Was du während dieser Beziehung alles schon mitgemacht hast, war m.E. schon fast selbstzerstörerisch DIR selber gegenüber! Eine Beziehung ist nicht dazu da, sich selbst aufzugegen und den anderen "retten zu wollen" ohne Rücksichten auf das eigene Wohlergehen. Das ist eben auch ab einen gewissen Punkt ein pathologisches Verhalten. Und deine Freundin, war nach allem was du hier geschildert hast, nicht zu retten, trotz des seltenen Gen Deffektes. Sie war einfach psychisch erkrankt und hatte ein hochaggressives Verhalten sich selber gegenüber. Zu viel Verständnis, Liebe und Verzeihen können oft auch das Gegenteil bewirken, der Partner hat keinen Druck etwas verändern zu müssen. Aber ich denke es hätte in eurem Fall kein Richtig oder Falsch gegeben. DU bist nicht verantwortlich und man kann niemanden gegen seinen Willen retten, Koblenzer! Du hast eh schon viel zu viel ertragen, und du siehst sie hat ihr Leben dennoch weiter zerstört, du konntest nichts tun! DAS musst du verinnerlichen, so schmerzlich und schrecklich das auch ist. Ich kenne diese unerträgliche Hilflosigkeit auch, von der du berichtet hast, wie du dir denken kannst. Aber heute weiss ich : Ich war nicht für das Leben meines Mannes verantwortlich! ER hat sich gegen das Leben entschieden und ich konnte das nicht ändern.

Du wirst das alles schaffen, so schlimm und traumatisch das auch ist. Und wenn deine Freundin dich beschimpfen, bespucken u.d.gl. würde, oder du dieses befürchtest, aufgrund deiner Erfahrungen, wenn du sie besuchst, dann wäge bitte gut ab, ob du das nun auch noch verkraftest. So schlimm die Situation auch ist, denk jetzt endlich auch mal an DICH! Auch wenn sie im sterben liegt, DARFST du das und: Solltest es sogar dringend!!!

Viel Kraft!!!
Nachtblume
 
Hallo Koblenzer 🙂,

ich schließe mich @Patch - welche mir ziemlich bekannt vorkommt 😉 - an. Schreibe einen Brief.

@Kenas Rat kann ich auch verstehen, sehe es jedoch anders. Meine Sicht ist, das man manches nicht "vernünftig" mit dem betreffenden Menschen abschließen kann. Ich würde Dir raten Sonntag nicht zu ihr zu fahren. Du bist zu aufgewühlt. Du wünscht Dir sehnlich, dass sie nochmal aufwacht, eine Chance hat.

Mein Vater hatte ja 2 Jahre Krebs. Ein knappes halbes Jahr blieb er unentdeckt, dann wurde er ein anderes halbes Jahr falsch behandelt und erfreute sich bester Ausbreitung. Während all der Zeit haben sich meine Gefühle geändert. Er schwankte zwischen hoffen, Traurigkeit, zähem Durchhalten und tatsächlich gelassenen glücklichen Momenten in denen es so war, wie es eben war, alles vor nicht ganz einem Jahr.
Man sieht zu, wie ein Mensch zerfällt, nichts kann ihn schützen und doch nahm ich ihn so wie er jetzt war, selbst in den Momenten wo er sich abwandt.

Ich weiß nicht, wie ich es anders beschreiben soll. Zuneigung bekam plötzlich soviel Raum, dass sie all das auffangen konnte. Paul Watzlawick würde es als etwas Drittes bezeichnen. Außerhalb von "entweder oder".

Es mag sich jetzt Esoterisch anhören, doch ich denke deine Zuneigung, deine freundschaftliche Liebe hat genug Raum. Genug Raum um deine Trauer aufzunehmen, genug um ihre Distanz zu umfassen, auch genug um es so sein zu lassen, wie es jetzt ist ohne Wertung ohne Vorwurf ihr und dir gegenüber. Zuneigung, die dich nicht dazu zwingt dich in einer aussichtslosen Schlacht mit ihr zu verlieren. Eben auch Raum zum Loslassen schafft ohne abzukapseln.

Als Raum, Platz für vieles, sogar für Gegensätze habe ich es empfunden, als mein Vater ging.


🙂
Jun

Ps.: Geben wir MeinSchatten noch einige Tage. Manchmal sehe ich den Horizont und schaue dann doch wieder nach unten. Doch mit dem Wissen das er da ist, damit beginnt es.
 
Hallo Koblenzer,

Was hat Dein Therapeut dazu gemeint, warum Du das machst? Das würde mich interessieren.

Liebe Grüße

lostsouls

Hallo Lostsouls

Mein Therapeut hat es im Grunde genommen genau so erkannt wie du. Zusätzlich kommen bei mir Verlustängste hinzu. Ich habe da ein Traumatisches Erlebnis hinter mir, aber das ist ne andere Geschichte. Des weiteren hatte die Beziehung, b.z.w. manche Erlebnisse mit ihr Suchtcharakter. In gewissen Beziehungsbereichen grenzte es sogar an Hörigkeit.

Dessen bin ich mir schon seit langem Bewusst gewesen, unter anderem musste ich die Beziehung auch deshalb aufgeben. Meine Hilfe ging auch zu oft bis zur Selbstaufgabe. Ich konnte schon immer anderen besser helfen als mir selbst.

Woran ich momentan am meisten zu arbeiten habe, ist das Loslassen. Das fällt mir noch richtig schwer. (Wie in Kenas Beitrag schon erwähnt)

Dass es so ist, wie es ist, habe ich mittlerweile endlich verinnerlicht. Ich kann nicht mehr helfen und ich habe ihre Entscheidung akzeptiert. Ich habe ihr auch verziehen. Ich hege keinen Groll mehr gegen sie. Ich möchte sie gerne in Frieden gehen lassen. Nur das ist von ihrer Seite leider nicht möglich. Die Krankheit stand und steht noch immer zwischen uns.

Ich werde die Entscheidung, ob ich morgen hinfahre, morgen früh aus dem Bauch heraus treffen. Eure Meinungen dazu sind mir sehr Hilfreich. Es berührt mich sehr, und ich bin sehr froh ein teil dieser Comunitie geworden zu sein. Die Postings von euch allen sind sachlich und fachlich das beste was ich mir erhoffen konnte. Ich Danke euch von ganzem Herzen.

Die schlimmsten Gedanken die ich hatte, sind dank euch weg. Ich sehe die Dinge nun wesentlich klarer. Ich werde euch morgen abend hier mitteilen, wie ich mich entschieden habe und wie es gelaufen ist.

Liebe Grüße, der Koblenzer
 
Lieber Koblenzer, da ich in Trauerdingen selbst ziemlich hilflos bin und noch offene 'Baustellen' in mir trage, fühle ich mich hier oft hilflos und würde gerne mein Mitgefühl ausdrücken, ohne zu wissen, wie ich das tun kann. Deshalb möchte ich dich einfach wissen lassen: ich lese deine Beiträge gerne, ich fühle mit dir und kann deine Gefühle nachvollziehen. Ich wünsche dir viel Kraft und Fürsorge vor allem auch für dich selbst.
 
Lieber Koblenzer, da ich in Trauerdingen selbst ziemlich hilflos bin und noch offene 'Baustellen' in mir trage, fühle ich mich hier oft hilflos und würde gerne mein Mitgefühl ausdrücken, ohne zu wissen, wie ich das tun kann. Deshalb möchte ich dich einfach wissen lassen: ich lese deine Beiträge gerne, ich fühle mit dir und kann deine Gefühle nachvollziehen. Ich wünsche dir viel Kraft und Fürsorge vor allem auch für dich selbst.

Fritzie, ich Danke dir sehr für dein Mitgefühl. Auch ich lese deine Beiträge sehr gerne, weil du auch ein sehr Hilfsbereiter und mitfühlender Mensch bist. Ich habe aus deinen vielen Postings auch in anderen Threads schon sehr viel positiven Nutzen gezogen. Wie du (und viele andere Stammposter) hier den Menschen hilfst, ist einfach großartig.
 
Es freut mich zu lesen, dass du etwas mehr bei dir angekommen bist und einiges etwas besser sortieren konntest. Ja, dieses Gefühl nicht loslassen zu können, kenne ich auch nur allzu gut... Es erscheint einem in gewissen Stadien geradezu unerreichbar. So ging es mir zumindestens und das bezieht sich bei mir noch nicht mal "nur" auf den endgültigen Abschied von meinem Mann.
Ich wünsche dir alle Kraft, die man nur aufbringen kann, bei diesem Abschied.

Ja, stimmt, hier sind wirklich zum Teil sehr nette, empathische User - habe ich auch gerade hier in deinem Thread wieder empfunden. Ich weiss wie hilfreich es sein kann, sich die ganzen Gefühle von der Seele zu schreiben und sich auszutauschen auf diesem Wege und ich freue mich aufrichtig , dass es dir auch etwas Kraft spendet, in dieser wirklich schweren Zeit in deinem Leben.

Nachtblume
 
Hallo an euch alle!


Ich habe heute morgen in mich hineingehorcht und habe mein Herz und mein Bauchgefühl entscheiden lassen. Ich bin hingefahren.


Kurz vor Mittag kam ich in der Uniklinik an, hab mich durchgefragt und stand dann plötzlich vor ihrem Krankenbett. Bevor ich etwas sagen konnte, kam dann von ihr: Was willst du hier, fahr wieder, ich will dich nicht sehen, ich hab nicht gesagt dass du kommen sollst, wir haben Schluss, ich will dich nicht mehr sehen. So ging dass 3 oder 4 Minuten, während ich meine Ohren auf Durchzug gestellt habe. Ich sagte erst mal nichts und blieb einfach da stehen. Nachdem sie dann wiederholt fragte, was ich hier will, sagte ich halt einfach nur: Ich will nur mit dir reden und sehen wie es dir geht. Das ging dann noch so ein paar Sätze hin und her. Ich schlug dann vor raus zu gehen, einen Kaffee trinken. Als wir draußen waren, verblüffte sie mich mit dem Wunsch in die Stadt zu fahren. Ich willigte ein.


Wir haben dann einen langen Spaziergang durch Bonn gemacht, haben uns mal hier und da hingesetzt, was gegessen und getrunken. Sie meinte Anfangs noch, ihre Mutter hätte mich geschickt. Sie erzählte mir, wie Abgrundtief sie ihre Mutter hasst, was sie ihr alles angetan hätte. Sie zeigte mir ihre zahlreichen Flecken auf der Haut und behauptete ihr Mutter hätte ihr dort Zigaretten ausgedrückt. Es folgte eine lange Liste von völlig absurden Anschuldigungen gegen ihre Mutter und die Ärzte.


Ich habe sie in ihrem Irrglauben belassen. Ich hatte nur ganz kurz angedeutet, dass ihre Mutter sie liebt und nur möchte das sie wieder Gesund wird. Da hatte ich schon zu viel gesagt und beinahe wäre die Situation aus dem Ruder gelaufen. Erst als ich sagte, dass ich entgegen ihrer Mutter nun ihre Wünsche und Entscheidungen respektiere, fasste sie wieder etwas Vertrauen zu mir.


Gott sei Dank kam es zu keinen Verletzungen und Aggressionen gegen mich. Ich habe sie in einem „relativ“ klarem und fittem Moment erwischt. Ja sie hat es sogar genossen, war nachher unbeschwert und fröhlich, lachte sogar mal.


Als wir aus der Stadt zurückkamen waren ihr Mutter und Schwester da. Sie hat sie beschimpft und rausgeworfen. Die beiden haben mir Leid getan. Aber ich konnte mich nicht einmischen, das wäre dann eskaliert.


Die Wahnvorstellungen und der Krebs erschüttern mich. Trotzdem bin ich froh, da gewesen zu sein und ihr ein paar schöne Stunden schenken zu können. Auch ich konnte zeitweise den Schmerz vergessen. Ich danke Gott für dieses Geschenk, auch wenn ich gerade kaum noch schreiben kann, weil mir die Tränen laufen.


Morgen wird wohl mit der Bestrahlung und der Chemo angefangen, sie liegt schon auf der Onkologie. Ich persönlich denke aber, dass sie nur noch 2-6 Monate zu leben hat. Die Chance einer schnellen Transplantation tendiert gegen Null. Und der Krebs ist nun mal da.


Aus unserem heutigem Gespräch ging hervor, dass gewisse Teile in ihr glauben ihre Leber würde sich wieder erholen. Andere Teile sagten zu mir, sie würde in 2 Wochen sterben und sie wolle schnell noch ein Testament machen um mir ihre Möbel zu vermachen.


Ich weiß heute noch nicht genau, ob ich noch mal zu ihr fahre. Aber wahrscheinlich schon. Ich hoffe, ich finde die Kraft.


Danke, dass ich mir das von der Seele schreiben konnte.
 
und ich danke dir, lieber koblenzer, dass du uns unterrichtest, und uns teilhaben läßt an allem!! ich wünsche dir eine gute nacht. auf bald, frara
 

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