• Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Trauer um meine Exreundin

Hallo liebe Freunde!




Ich bin aus dem Urlaub zurück undwollte euch mal kurz auf den neuesten Stand bringen.




Das Urlaubsziel wurde kurzfristiggeändert. Katrin und ich sind nach Bad Kissingen gefahren. IhreMutter hatte uns eine Woche in einem Kurhotel und einen Leihwagenspendiert. Katrin hatte die Nuklearmed. Behandlung gut vertragen. Eskamen Gott sei Dank keine Nebenwirkungen mehr und ihr Zustand hatsich etwas verbessert. Bis auf ein oder zwei Tage war dasZusammensein mit ihr auch schön.

Wir hatten ein paarMeinungsverschiedenheiten bzgl. den Unternehmungen. Ihre Psyche isthalt noch sehr Sprunghaft und sie will fast jede Stunde was anderes.Waren wir in einem Schwimmbad, wollte sie nach ner Stunde wiederraus. Als wir nach Bamberg gefahren sind, wollte sie unbedingt dableiben und in eine Disco. Nachdem wir uns da auch ein Zimmer besorgthatten, wollte sie plötzlich nicht mehr in die Disco sondern nurnoch schoppen. Es wahr schon eine ziemliche Odyssee. Wir waren indieser einen Woche in Fulda, Bad Neustadt, Schweinfurt, Würzburg,Bamberg und noch ein paar kleineren Orten.




War ziemlich anstrengend für mich. Ihrkönntet jetzt denken, dass sie halt noch alles mögliche mitnehmenwill vor ihrem Tod. Aber dem ist nicht so. Sie glaubt immer noch,dass sie wieder gesund wird und macht Zukunftspläne. (Stündlichandere) Dummerweise macht sie auch Pläne für mich, was meinen Jobbetrifft, dass ich meine Wohnung kündigen soll, mit ihrzusammenziehen soll, u.s.w.




Nach wie vor lehnt sie eineTransplantation ab. Heute hat sie entschieden, dass sie nicht zu derKontrolluntersuchung gehen wird die am 18. Juli stattfinden soll. Siewill nicht verstrahlt werden. Meine Erklärung, dass es bei einem MRTkeine Röntgenstrahlung gibt, sondern nur Magnetfelder dieungefährlich sind, glaubt sie nicht. Auch den Ärzten glaubt sienicht mehr. Sie kratzt sich nach wie vor extrem heftig. Als sie nacheinem langen Bad, die Haut war ganz aufgeweicht, wieder so kratzte,hatte sie Hautabrieb unter ihren Fingernägeln und auf der Bettdecke.Sie behauptet aber, es seien Giftstoffe und Silikon, die ihr dieÄrzte injiziert haben und die nun herauskommen.




Heute Abend hab ich wieder meineSelbsthilfegruppe. (Hatte mal ein Alkoholproblem) Ich hab schon vorTagen davon gesprochen, gestern, und heute Mittag. Sie will nicht,dass ich da hin gehe. Sie meint, ich bräuchte das nicht mehr. Siekann auch nicht nachvollziehen dass ich mal etwas Zeit für michselbst brauche. (Ich bin ihr nicht böse deswegen, ihre verworrenePsyche lässt halt kein Verständnis zu.) Als ich darauf bestandenhabe hinzugehen, hat sie mich sofort verlassen, ist zum Shoppengegangen und meinte: So! Jetzt hast du genug Zeit für dich!!




Es gibt halt auch noch genug andereProbleme. Z.B. hat die Bank ungerechtfertigterweise mein Kontogesperrt, trotz Guthaben. Da ich ein privates Insolvenzverfahrendurchführe und das Gericht mir ein Veräußerungsverbot erteilt hat,hat die Bank den Beschluss des Gerichtes falsch ausgelegt.

Also, ich heute morgen zum Gericht,Eilantrag gestellt, mich mühsam bis zur Richterin durchgearbeitetund mir einen neuen Beschluss geben lassen, worin steht, dass dieSPARKASSE KOBLENZ mein Konto wieder unverzüglich freigeben muss.




Ich sag euch, harte Zeiten! Aber esgeht mir trotzdem relativ gut. Auch dass ich mich gegenüber Katrindurchsetzen konnte. Ich musste Standhaft bleiben! Ich kann mir nichtverbieten lassen zu meiner Gruppe zu gehen, oder wie seht ihr das?




Liebe Grüße, der Koblenzer
 
Hallo Koblenzer,

schön wieder von Dir zu lesen 🙂. Respekt an dich. Du gehst bestimmt knapp am Zahnfleisch entlang. Von daher im Dir unbedingt das Recht zu deinen Treffen zu gehen. Sie muss es nicht verstehen, doch Du brauchst es. Wenn Du zusammen klappst, dann hat sie auch nichts gewonnen.

Ich hoffe Du schaffst es weiterhin genug Abstand zu ihren psychischen Achterbahnfahrten zu halten, damit Du nicht unter die Räder gerätst.

Halt den Kopf oben und Fluch und Schimpfe auch mal. Hier hast Du den Raum dafür. Ich wäre - bei allem Verständnis - bestimmt auch mal tief angegriffen und schlicht traurig, wütend auf den nächsten Türrahmen.


🙂
 
Danke für eure Statements.

Heute morgen rief sie mich an, ganz lieb war sie am Telefon. Wollte, das ich nach der Arbeit vorbei komme. Bin dann um 18 Uhr da gewesen. Sie war dann aber gar nicht mehr lieb. Hat mich eiskalt empfangen. Es war überhaupt nicht möglich mit ihr ins Gespräch zu kommen.

Als ich ihr sagte, das ich morgen Frei habe weil ich noch mal zum Gericht muss (für ne Einstweilige Verfügung gegen meine Bank), warf sie mir tatsächlich vor ich würde mich nur um mich selbst kümmern und völlig vergessen wie krank sie doch sei. Ich wäre ein Idiot, ein A******* und was weiß ich. Hab ihr gar nicht mehr zugehört als sie anfing mich zu beschimpfen. Ich solle gehen, dann hätte ich genug Zeit mich um mich zu kümmern. Also sie war mal wieder total Psychotisch. Ich bin dann halt gegangen.

Momentan ist halt wieder ein Punkt, wo ich ihr nicht helfen kann. Jetzt brauch ich erst mal wieder etwas Abstand.

Liebe Grüße, der Koblenzer
 
Nabend Koblenzer,

das ist wohl der Moment für einen Spaziergang. Abtauchen in den Ruhigeren Rhythmus der Nacht. Irgendwo ein gepflegtes Glas Spezi oder 'nen Kaffee trinken.

Mir hilft auch oft Musik hören, Blick nach draußen, im Zimmer höchsten noch eine Kerze und 'ne heiße Schokolade in der Hand. Schweigen, genießen, nachhängen, Ruhe.

Was hilft Dir? 🙂
 
Meine Freundin ist tot.

Hallo ihr Lieben.

Meine (Ex) Freundin ist am 04.10.2011 an ihrer schweren Krankheit verstorben.

Seid mir nicht böse, dass ich mich so lange nicht mehr gemeldet habe. Ich habe seit meinem letzten Posting vor längerer Zeit fast jede freie Minute mit ihr verbracht.

Ihre Erkrankung hatte sich immer weiter verschlimmert. Zuletzt war ihr Tumor 19 x 15 cm groß. Obwohl man an den Fingern und Armen erkennen konnte dass sie total abgemagert war, wog sie über 80 Kilo. Sie hatte ca. 30 Kilo Wasser im Körper. Der Bauch, die Beine und Füße waren unvorstellbar dick.

Sie zu retten, war nicht möglich. Aber mein Wunsch sie zu klarem Verstand zu bringen und ihr das Sterben zu erleichtern ist in Erfüllung gegangen.

Ich habe sie vor etwa 3 Wochen ins Krankenhaus gebracht. 2 Wochen lag sie auf der Palliativ Station. Die Paychose verschwand, sie hatt sich mit ihrer Schwester und ihrer Mutter ausgesöhnt. Sie starb in unserem beisein. Ich hielt ihre Hand. Sie starb friedlich, entspannt, ohne Schmerzen und in Dankbarkeit. Sie war bis 30 min. vor ihrem Tod noch ansprechbar.

Es war auch ein Pfarrer anwesend, wir sprachen kurz vorher noch ein Gebet und sie erhielt die letzte Salbung. Es war sehr bewegend. Ich danke Gott, das es so abgelaufen ist. Das sie in Frieden und völlig mit sich, dem Leben und uns ausgesöhnt, sterben konnte.

Ich bin in tiefer Trauer, aber Gott dankbar, dass ich sie begleiten durfte, ihr helfen konnte.
Klar hat es mich belastet. Aber es hat sich gelohnt. Ich habe richtig gehandelt. Hätte ich sie fallen lassen hätte ich mir das wahrscheinlich nie verzeihen können.


Liebe Grüße, der Koblenzer
 
lieber koblenzer!
danke für deine (traurige) nachricht. du bist stark gewesen, bis zur letzten minute ihres lebens. vergiß nun aber dich nicht. trauern, weinen, schreien, schweigen, reden, hadern, zweifeln... all das gehört dazu, um zumindest ein wenig den inneren schmerz zu lindern.ich finde es schön, dass du dich mit ihrer verwandschaft ausgesöhnt hast!haltet zusammen, bitte! eine stille umarmung, wenn du sie zuläßt, deine frara
 
AW: Abschied nehmen

Hallo ihr lieben.

Auch gestern war ich wieder in der Kapelle, wo sie im offenen Sarg aufgebart ist. Es ist zwar ein tiefer Trauerschmerz sie da liegen zu sehen, aber es erleichtert auch das Abschiednehmen.

Ich habe gestern morgen noch einen kurzen Abschieds- -liebesbrief an sie geschrieben. Eigentlich wollte ich ihn selbst vorlesen, aber ich fand die Kraft nicht dazu. Ich bat den Bestattungsunternehmer ihn vorzulesen. Er ist Theologe und Trauerredner und hat dann ganz spontan eine kruze Trauerfeier mit Gebeten und Rede daraus gemacht. Es war für alle Anwesenden sehr ergreifend.

Den Brief habe ich ihr dann in den Sarg gelegt, wie auch vorgestern einen kleinen Porzelanengel.

Auch heute werde ich noch mal kurz Abschied am offenen Sarg nehmen. Es erleichtert es mir die unfassbarkeit des Todes begreifbar zu machen. Morgen früh ist die Beerdigung. Das wird nochmal richtig hart für mich.

Ist schwer zu verstehen, dass es mir nicht möglich war sie zu retten. Die Kombination aus Psychose, Lebererkrankung und Alkohol hat es unmöglich gemacht. Ich kenne zwar alle Fakten, aber ist es trotzdem schwer zu verstehen.


Liebe Grüße, der Koblenzer
 

Anzeige (6)

Autor Ähnliche Themen Forum Antworten Datum
G Meine Trauer um geliebte Menschen Trauer 12
Leere?Zukunft Kleines Mädchen,Trauer und Unverständnis Trauer 22
A Trauer Trauer 5

Ähnliche Themen

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.
      Oben