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Tränen und immer wieder Tränen

  • Starter*in Starter*in Gast
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Hallo Morki,
der Schicksalsschlag der Dich getroffen hat, ist ja noch härter als das was ich erlebe. Ich kann Dein Leiden nachvollziehen. Wenn der Tod völlig überraschend kommt, wie verkraftet man das?
All das was Du geschrieben hast, ist richtig. Kommt man nach irgendwelchen Aktivitäten, z. B. Radfahren, nach
Hause, dann ist niemand da, der so wie früher fragte, ob man einen Kaffee möchte. Niemand da, der die Tür mit einem Lächeln öffnet. Stille im ganzen Haus. Bin ich zu Hause, läuft Tag und Nacht ein Radio um wenigstens ein Geräusch im Haus zu haben. TV habe ich seit dem Tode meiner Frau nicht mehr geschaut, interessiert mich einfach nicht mehr. Essen kochen, für eine eintelne Person lohnt sich der ganze Aufwand nicht, zudem kann ich nicht kochen. Den Tisch muss man nicht decken. man kann die Fertigsuppe auch gleich aus dem Topf essen, wer soll sich daran stören.
Die Empfehlung man solle in ein Cafe gehen, ist nicht gut. Vielleicht hast Du die gleichen Gefühle wie ich, sieht man glückliche Paare, die miteinander lachen, die Hand in Hand gehen, wird der Schmerz den man empfindet besonders gross. Der Verlust des Partners wird deutlich vor Augen geführt.
Vor einigen Tagen, als ich morgens die Tür zum Garten öffnete, hörte ich eine Drossel singen. Ich habe mich nicht darüber gefreut, nein, ich musste wieder mit den Tränen kämpfen, weil meine Frau diesen Drosselgesang liebte,
und mich x-mal fragte "hörst du die Drossel ?"
Alles weckt und überall sind Erinnerungen.
Danke für Dein Angebot miteinander zu sprechen. Das ist keine Lösung. Meine Frau hatte sich in der Klinik während der Chemobehandlung mit einer anderen Patientin angefreundet. Gleiche Krankheit.
Diese Frau befindet sich derzeit auch in der Endphase. Ihr Mann hatte mich vor einigen Tagen besucht.
Er sagte mir, wir sitzen im gleichen Boot, und das Ende vom Lied, wir weinten beide um unsere Frauen.
Zwei Menschen, die zur gleichen Zeit, Schicksalsschläge zu verarbeiten haben, können sich nicht gegenseitig helfen.
Sehr oft sage ich mir, Millionen anderer Menschen sind auch mit dem Tod des Partners konfrontiert worden, und haben es verkraftet, manche auch nicht, es muss also möglich sein den Trauerprozess zu bewältigen.
Ich wünsche Dir, und mir, dass wir es auch bewältigen.
Herzliche Grüße
 
Hallo Morki,
der Schicksalsschlag der Dich getroffen hat, ist ja noch härter als das was ich erlebe.

Das will ich jetzt so nicht unbedingt sagen. Bei mir kam es unerwartet was wohl schon Härter ist weil man sich garnicht drauf "vorbereiten" konnte.

Dafür hängt bei dir eine viel längere zeit und somit noch mehr Erinnerungen mit in der Trauer mit denen du fertig werden musst.

Ich kann Dein Leiden nachvollziehen. Wenn der Tod völlig überraschend kommt, wie verkraftet man das?

hm....wie man das verkraftet?
Naja das kann ich nicht wirklich sagen da ich es noch nicht komplett verkraftet habe sonst ginge es mir bestimmt schon etwas besser.
Anfangs war es wie ein schlag mit einem Vorschlaghammer mitten ins gesicht gefolgt von Sprachlosigkeit und einer art "Schockzustand" oder sowas in der art fast wie auf Drogen.
Wohl sowas wie eine Schutzfunktion des Körpers um nicht komplett zusammenzubrechen.
Als das dann irgendwann nachgelassen hat hab ich irgendwie "funktioniert" und konnte die wichtigsten Sachen die so täglich anliegen regeln/bewältigen.
Das wurde dann mit der zeit noch einwenig besser so das ich mittlerweile den alltag mit allem drum und dran wieder meistern kann.
Aber schon morgens aufstehen bzw. wach werden ist sozusagen eine Qual da man sonst nie alleine im Bett lag wenn man wach wurde. Genauso abends beim einschlafen (da sogar noch eher weil man garnicht erst einschläft weil etwas fehlt)



All das was Du geschrieben hast, ist richtig. Kommt man nach irgendwelchen Aktivitäten, z. B. Radfahren, nach
Hause, dann ist niemand da, der so wie früher fragte, ob man einen Kaffee möchte. Niemand da, der die Tür mit einem Lächeln öffnet. Stille im ganzen Haus. Bin ich zu Hause, läuft Tag und Nacht ein Radio um wenigstens ein Geräusch im Haus zu haben. TV habe ich seit dem Tode meiner Frau nicht mehr geschaut, interessiert mich einfach nicht mehr.
Ja genau das kenne ich alles leer und still.... Bei mir ist es der TV der dauerhaft läuft wenn ich zuhause bin auch wenn ich nicht wirklich irgendwas gucke Hauptsache die stille ist "besiegt".


Essen kochen, für eine eintelne Person lohnt sich der ganze Aufwand nicht, zudem kann ich nicht kochen. Den Tisch muss man nicht decken. man kann die Fertigsuppe auch gleich aus dem Topf essen, wer soll sich daran stören.

Kochen kann ich (hab eigentlich immer gekocht) aber die lust fehlt und wenn ich richtig koche wer soll das alles essen? Daher Instant Suppe oder ne schnelle Dose Ravioli irgendwas in die richtung und gut ist.

Die Empfehlung man solle in ein Cafe gehen, ist nicht gut. Vielleicht hast Du die gleichen Gefühle wie ich, sieht man glückliche Paare, die miteinander lachen, die Hand in Hand gehen, wird der Schmerz den man empfindet besonders gross. Der Verlust des Partners wird deutlich vor Augen geführt.
Vor einigen Tagen, als ich morgens die Tür zum Garten öffnete, hörte ich eine Drossel singen. Ich habe mich nicht darüber gefreut, nein, ich musste wieder mit den Tränen kämpfen, weil meine Frau diesen Drosselgesang liebte,
und mich x-mal fragte "hörst du die Drossel ?"
Alles weckt und überall sind Erinnerungen.

Ja das mit den Glücklichen paaren kann ich bestätigen.
Die bis jetzt schlimmste zeit war weihnachten.
Mit meinen Eltern, Schwester und ihrem Freund zusammen unterm Baum gesessen und allen das fest versaut weil mir nicht nach Friede Freude Heiterkeit war sondern ich einfach nur still mit riesen Tränen in den Augen unterm Baum gesessen hab und mich am liebsten einfach in Luft aufgelöst hätte.

Danke für Dein Angebot miteinander zu sprechen. Das ist keine Lösung. Meine Frau hatte sich in der Klinik während der Chemobehandlung mit einer anderen Patientin angefreundet. Gleiche Krankheit.
Diese Frau befindet sich derzeit auch in der Endphase. Ihr Mann hatte mich vor einigen Tagen besucht.
Er sagte mir, wir sitzen im gleichen Boot, und das Ende vom Lied, wir weinten beide um unsere Frauen.
Zwei Menschen, die zur gleichen Zeit, Schicksalsschläge zu verarbeiten haben, können sich nicht gegenseitig helfen.

Kann ich nicht viel zu sagen aber da du aus Erfahrung sprichst glaube ich dir das ohne wenn und aber.
Eventuell kann man sich nicht gegenseitig helfen aber es ist evtl. ein besseres Gefühl wenn man sich verstanden fühlt.

Sehr oft sage ich mir, Millionen anderer Menschen sind auch mit dem Tod des Partners konfrontiert worden, und haben es verkraftet, manche auch nicht, es muss also möglich sein den Trauerprozess zu bewältigen.
Ich wünsche Dir, und mir, dass wir es auch bewältigen.
Herzliche Grüße

Das hab ich mir auch so ähnlich gedacht, der menschliche Körper kann verdammt viel mitmachen und einstecken. Wir sind von Natur aus scheinbar so gemacht das wir sowas verkraften und "Aushalten" können.
Wenn wir es denn zulassen und auch wollen.



Ich wünsche dir auf jeden Fall das es dir schnellstmöglich besser geht genau wie ich es auch für mich hoffe.

Gruß Morki
 
Ich wünsche euche beiden, Gast und Morki, einfach viel Kraft für die nächste Zeit.
Ein Partner ist bei mir noch nie gestorben, aber einige sehr enge Familienangehörige.

Als mein Vater starb fiel meine Mutter auch in ein tiefes Loch- ihr hat da der Glaube und eine Selbsthilfegruppe geholfen, in ihrem Fall hat es also doch einiges gebracht sich mit Gleichgesinnten zu unterhalten. Auf jeden Fall muss ( auch Mann ) die Trauer zulassen und sie nicht verdrängen. Der Schmerz vergeht nie ganz, aber er wird besser und man kann irgendwann erstmal wieder lächeln und dann sogar wieder lachen. Freunde sind in dieser Zeit ganz wichtig, oft fällt ihnen auch nichts ein was sie sagen können, aber man merkt man ist nicht alleine.

Ob ein Umzug wirklich was bringt dürfte vom Charakter abhängen, ich möchte nicht meinen PArtner und dann noch die gewohnte Umgebung verlieren- nur das Schlafzimmer würde ich zumindest versuchen etwas umzugestalten
 
Hallo Timmymamma,
danke für Deinen Beitrag. Dem Umziehen stehe ich auch skeptisch gegenüber. In die nähere Umgebung das bringt gar nichts. Weiter fort, da stimme ich völlig zu, ich kann das Grab nicht allein lassen, kann meine Frau, auch wenn sie nicht mehr da ist, doch nicht zurücklassen.
Das Schlafzimmer umgestalten, das habe ich getan. Das Ehebett habe ich sofort zum Sperrmüll gegeben, in den ersten Wochen konnte ich auch nicht in dem Zimmer schlafen. Inzwischen nutze ich den Raum wieder.
Aus eigener Erfahrung muss ich sagen der Tod des Partners reisst sehr sehr tiefere Wunden als der Tod der Eltern.
Grüße
 
Ich kann hier sehr gut mitfühlen und Dezember ist noch keine Zeit...ich habe vor zweienhalb Jahren meinen Partner bei einem Autounfall völlig unerwartet verloren....Heute gibt es Tage an denen ich mich lebendig fühle und Lachen kann es gibt immer noch Tage da werde ich morgens wach und Alles ist leer...lass es zu zu weinen ..lass es zu traurig zu sein...du wirst ein Gefühl für Gute und Schlechte Tage bekommen....Mein Hund war mein persönlicher Lebensretter er ist es immer noch....Ich musste aufstehen...Ich musste mit dem Hund laufen

Ich habe auch viel aufgeschrieben nur für mich...damit ich Situationen als wir glücklich waren nicht vergesse...
Alles was dir gut tut ist erlaubt...
In Gedanken bei dir...Ich wünsche dir von Herzen alle Kraft

Manche Wunden heilen niemals,
Aber wir leren mit Ihnen zu leben....
 
Manche Wunden heilen niemals,
Aber wir leren mit Ihnen zu leben....
Halt ich genauso für individuell verschieden wie die Aussage, dass es schwerer sei, einen Partner zu verlieren als bspw. einen Elternteil.

Wenn man`s nicht lernt, lernt man es halt nicht.

Vielleicht will man es ja gar nicht lernen.
 

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