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Totale Versagendepression - die Berufswelt als mein Feind

  • Starter*in Starter*in Stefanko
  • Datum Start Datum Start
Hey,

ich kann dir vorweg sagen, dass ich dein Problem kenne.
Mich plagen auch immer wieder solche Gedanken - zum Glück nur noch sehr selten - und ich kann dir wirklich nur raten, das Gespräch mit einer außenstehenden, qualifizierten Person zu suchen.
Das muss nicht sofort ein Psychiater bzw. Psychotherapeut oder Psychologe sein, wobei das schon sehr helfen kann.
Hast du vielleicht einen Hausarzt, der dich ein bisschen besser kennt, also bei dem du vielleicht schon häufiger warst? Sprich ihn mal auf deine Probleme an.
Ich hätte mich damals wohl auch nicht von mir aus getraut, aber irgendwie kam ich mit meinem Hausarzt, den ich zugegebener Maßen schon relativ lange kenne, ins Gespräch und war dann plötzlich einmal die Woche bei ihm, einfach nur, um mir mal alles von der Seele zu reden und auch um meine Gedanken und ähnliches unter Anleitung zu ordnen. Ich hab´ mich nur geärgert, dass ich nicht vorher den Mut hatte von mir aus und vor allem eher Hilfe zu suchen, denn letztlich ist wohl meine damalige Beziehung zumindest teilweise daran gescheitert, ich hab´ ein Studium geschmissen, etc. pp. Ich war übrigens vor besagtem Studium in einer ziemlich ähnlichen Situation wie du. Hatte eine abgeschlossene Ausbildung zum Betriebswirt hinter mir (wohlgemerkt auch kein Universitätsabschluss, sondern eine duale Ausbildung an einer Akademie) und kam beruflich nicht so wirklich in Fahrt, wie ich mir das vorgestellt hatte. Vor allem in der Hinsicht, dass auch ich mich immer mit Freunden verglichen habe und bei ihnen nur das Positive gesehen hab´.

Was Letzteres angeht habe ich übrigens sehr viel später gemerkt, dass nicht nur ich unzufrieden war bzw. Probleme hatte, sondern auch eine ganze Menge meiner Freunde. So einige von ihnen haben mir, mal hier mal da, irgendwann eröffnet, dass sie mich "beneideten" (in der Art, wie auch ich sie beneidet habe), weil ich mir halt nichts anmerken lassen habe...

Ich könnte jetzt noch so viel schreiben, aber das wäre ziemlich unsortiert. ;-)
Lange Rede kurzer Sinn: Glaub mir, dass man aus diesem Loch rauskommen kann. Ich habe es erlebt (auch wenn ich gerade wieder hineinzufallen drohe, aber davor ist man niemals gefeit) und kann dir wirklich nur ans Herz legen, dir professionelle Hilfe zu suchen. Meiner Meinung nach ist der Weg über seinen Hausarzt der leichteste, aber vage diesen Schritt. Der ist zur Verschwiegenheit verpflichtet und kann dir mit Sicherheit weiterhelfen. Wenn nicht direkt, dann zumindest indem er dir Adressen empfiehlt bzw. dich vermittelt. Ich weiß, dass dieser Schritt nicht unbedingt leicht ist, aber er hilft ungemein. Glaub mir!

Und immer dran denken: Am Ende wird alles gut und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es auch noch nicht das Ende. 🙂
 
Hallo Ihr. War jetzt gestern beim Hausarzt und hab ihm das erzählt. Er hat mich recht gut verstanden, aber gemeint ich sollte unbedingt einen Begleiter haben der mein Selbstmanagement unterstützt, also sprich Therapie.

Nun weiß ich aber dass es a) dauern kann und b) man eventuell niht den richtigen findet, da die Wellenlänge ja passen muss. Ferner hat er mir Tabletten für 1 Monat verschrieben die nach seiner Aussage etwas beruhigen damit man alles etwas gelassener sieht. Ich habe aber immer großen Respekt vor möglichen Nebenwirkungen.

Was meint ihr ?
 
Naja...ich bin auch immer sehr skeptisch was die möglichen Nebenwirkungen von Medikamenten angeht. Ich würde vermutlich dazu tendieren, die Tabletten als "Notfallhilfe" zu sehen und sie in den Schrank packen. Manchmal hat schon das schlichte Vorhandensein von Medizin einen gewissen - in deinem Fall vielleicht beruhigenden/entspannenden - Placeboeffekt.
 
Nach langer Beobachtung melde ich mich hier auch mal zu Wort.

Zu deinem letzten Post: Ja, es kann lange dauern, bis man einen Therapieplatz bekommt und ja, es kann sein, dass die Chemie nicht sofort stimmt. Aber das soll dich bloß nicht von dem Versuch abhalten! 🙂 Ruf ein paar Therapeuten an und lass dich überall auf Wartelisten setzen. Manchmal sind sie schwer zu erreichen, dann sprich auf den AB oder probier es immer wieder, aber gib bloß nicht auf. Das war immer mein Fehler...

Zu den Antidepressiva: ich sehe das wie Selah. Leg sie beiseite und warte erstmal ab. Mir wurden auch des Öfteren AD angeboten, ich hab sie nie genommen. Bis ich wirklich nicht mehr konnte und doch welche genommen habe. Ich muss sagen, Nebenwirkungen habe ich eigentlich so gut wie gar nicht, und sie haben mir auf jeden Fall geholfen. Aber ich finde das sollte immer erst dann genommen werden, wenn es wirklich nicht mehr geht. Wenn dein Leben einfach zu eingeschränkt ist und du deinem Gefühl nach auf keinen Fall so lange auf eine Therapie warten kannst. Warte ab...

Im Übrigen geht es mir genauso wie Dir. Mir sagen so viele, ich hätte bereits viel geschafft, aber ich sehe das überhaupt nicht so. Ganz im Gegenteil...und gerade im Vergleich zu anderen schneide ich in meinen Augen sehr schlecht ab. Bei mir endet das zwar nicht in innerer Wut, sondern eher in einem Rückzug und weiterer Minderung meines Selbstwertgefühls und somit auch Selbstbewusstsein, aber die "Ursache" ist die gleiche. Das Problem ist, dass ich immer nur die vermeintlich "Besseren" sehe. Ich messe mich nur mit diesen...und keinen anderen. So wie ich zum Beispiel in den letzten Jahren immer mit Älteren zu tun hatte, die alle um die 10 Jahre älter waren als ich. Selbst mit denen habe ich mich gemessen, was ja eigentlich gar nicht sinnvoll ist. Das kann man einfach nicht vergleichen. Trotzdem tu ich es. Und das Schlimme ist ja, dass ich eigentlich weiß, dass ein Vergleich kaum möglich ist.... Jaja, die menschliche Psyche kann schon echt merkwürdig sein 🙂

Ist das eigentlich ein Phänomen von Betriebswirten? 😉 Ich bin nämlich selbst auch angehende Betriebswirtin....
 
Hallo,

wo fang ich an?
Erst einmal-mir geht es EBENSO.
Dabei habe ich eine gute Schulbildung, 4 erwachsene, gesunde Kinder, zwei Berufe.
Ich arbeite beruflich selbstständig, aber die Tatsache, dass mein Einkommen immer soeben reicht, fühlt sich für mich minderwertig an. Ich stehe ständig unter dem Druck neue Ideen zu kreieren, stets marktbeobachtend und vorausschend Strategien zu entwickeln und inhaltlich umzusetzen.
Mein Vorteil- ich kann ganz gut objektiv analysieren und erkenne, dass
1. meine zu hohe/ strenge/ schnelle Erwartungshaltung mir selbst gegenüber kontraproduktiv ist,
2. ich bei dem Thema Einkommen auf "hohem Niveau" jammere, meint: Ich muß mir keine Sorgen um Nahrung, Kleidung oder gesundheiliche Versorgung machen
3. ich sehr hohe Ziele habe, diese aber auch nicht aufgeben möchte

Hilfe von außen ist bestimmt nicht schlecht, aber da es noch dauert bis Du diese Hilfe bekommst StefanKo - vielleicht kannst Du Dich selber von außen betrachten und als ersten Schritt versuchen die Situation neutral zu bewerten.
Depression ist ein Wort, dass wir zu gerne benutzen aber sind wir denn von realen Gefahren ( Krieg/ Hunger/ Terror...) bedroht.
Ein schwacher Trost?- Ja, im ersten Ansatz schon, aber immerhin eine Richtung in die man - auch ich - immer wieder denken kann.

Hast Du ein Hobby, SefanKo?

Gruß Gina
 
Hallo Gast, ja ich habe einige Hobbies und war bis dato auch ein lebenslustiger Mensch.

Ich kann nur z.B. wieder vom Wochenende erzählen, da waren wir mit Freunden und deren bekannte auf einer Faschingsparty. Als ich sah dass die Bekannten im Alter von 30 auch "nur" mit einem normalen, älteren Auto daherkamen ging es mir irgendwie gut, ich war ausgegelichener. Wären die mit einem SLK dahergefahren wäre der Abend gleich wieder gelaufen gewesen.

Und das ist sicherlich nicht normal, nicht weil ich neidisch darauf wäre, sondern weil ich böse auf mich selber wäre, dass ich das nicht erreicht habe.
 

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