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Total am Durchdrehen - Ausnahmezustand

Nurax

Mitglied
Hallo,

nach all den Jahren bin ich nun doch wieder hier gelandet.
Inzwischen studiere ich und bin auch schon im frühen Erwachsenenalter gelandet.Eigentlich habe ich mein Leben inzwischen gut auf die Reihe bekommen – ich habeeingesehen, demisexuell zu sein (also ich brauche eine emotionale Bindung bevorich wen attraktiv finden kann) und kann sogar zu meiner lesbischen Beziehunghalbwegs stehen.
Ich bin nach wie vor ein Familienmensch und schätze meine Familie.

Nur die letzten Tage haben sich die Ereignisse überschlagen.
Mein Onkel wird vermutlich bald an Metastasen in der Leber sterben, mein Vaterliegt mit Herzinfarkt im Krankenhaus und zusätzlich hat sich meine Partnerinbeinahe erfolgreich das Leben genommen.

Sie hat zwei Packungen Schlaftabletten geschluckt und mir erzählt, wie es war.Beinahe hätte sie nicht überlebt. Sie hätte nicht überlebt, hätte sie nicht imallerletzten Moment irgendwie die Wahlwiederholung gedrückt.

Ich bekomme all die Bilder nicht aus dem Kopf. Wie sie die Tabletten genommenhat, wie sie gemerkt hat, dass ihr Körper stirbt, wie sie immer wiederhingeknallt ist, auf den Boden und irgendwie dann doch noch kriechend undziehend bis zum Handy ist, wie sie kaum wählen konnte, wie sie das Handy garnicht greifen konnte, immer wieder hinfallend, wie ihr Chef sie kaum verstehenkonnte, wie sie im Krankenwagen lag, wie alle ihr sagten, sie dürfe nicht einschlafenund wie sie im Krankenhaus lag – und dann mit all diesen Schläuchen undMonitoren.

Sie hat es zum Glück geschafft. Sie ist normal ansprechbar und jetzt in einerPsychiatrie. Aber ich komme kaum mehr zurecht. Ich habe das Gefühldurchzudrehen, ich will anfangen zu weinen, kann es dann aber doch nicht.
Ich habe mich an die psychosoziale Beratungsstelle gewandt, aber die haben erstEnde des Monats einen Termin für mich. Ich halte es aber nicht mehr aus.

Ich kann nicht schlafen, nicht einmal ruhig unter der Dusche stehen. Ichverdränge die Bilder, weil ich sie nicht annehmen kann, aber es wird nicht mehrlang dauern, bis sie wieder über mich einbrechen.
Ich versuche mich abzulenken, aber ich bin zu müde und kann mich auf nichtskonzentrieren.

Meine Familie leidet während meines Vaters selbst.
Und ich weiß nicht, was ich mir von der Psychologin erhoffe, aber ich binfertig mit meinen Bewältigungsmöglichkeiten, ich kann diese Gedanken undGefühle nicht annehmen. Ich habe das Gefühl durchzudrehen, ich kann nicht mehr!

Und seit heute habe ich auf einmal Wut auf meine Freundin – ich kann damit garnicht umgehen. Ich bin nie wütend, aber am liebsten würde ich ihr Bild durchsFenster schmeißen und sie anschreien und von mir fern halten.
Ich brauche Hilfe, aber ich weiß nicht, woran ich mich wenden kann.

Ich habe alles durch - von derBeratungsstelle über Notfalls-Chats – aber auch da sind die Termine ausgebucht –und Selbsthilfe-Gruppen, die es so zu diesem Thema nicht in meiner Nähe gibtund auch nicht früh genug.

Was kann ich machen?
 

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Nurax

Mitglied
Ja, ich hatte Kontakt zur Telefonseelsorge. Das ist für den Müll.
Letztlich kam dabei nur herum, dass ich "DER Verlässliche" wäre und sehr reflektiert wäre und das schon irgendwie schaffen würde und nein, die hätten auch keine Bewältigungsmöglichkeiten und keine Ahnung, was ich tun könnte und der, mit dem ich Kontakt hatte, meinte zum Schluss dann nur "Wir haben noch zehn Minuten - hat Ihnen das Gespräch geholfen? Ich fühle mich genauso ohnmächtig wie Sie."

Toll, da hätte ich mich gleich besser selbst therapieren können, nach dem Gespräch war es noch schlimmer, weil noch hoffnungsloser.
 

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