Hallo
@De(ad)generation
Ich möchte Dir zuerst mein Beileid für Euren Verlust aussprechen.
Zur Kleidung, schwarz ist heute nicht mehr notwendig.
Du solltest Dich aber nach den Gefühlen der Schwiegeroma richten.
Wenn sie schwarz für sich als wichtig empfindet, solltest Du es auch tragen.
Wie Trauer verarbeitet oder öffentlich begangen wird, ist sehr unterschiedlich.
Alte, schöne Bräuche werden immer seltener.
Bei uns (ich lebe auf dem Lande), war es üblich nach der Beisetzung zu Kaffee und Kuchen zu laden.
Üblicherweise wurde Streuselkuchen, Bienenstich und gedeckter Apfelkuchen serviert.
Häufig machte auch die eine oder andere Flasche Schnaps die Runde (die Sargträger erhielten grundsätzlich einige Schnäpse).
Es wurde viel geredet, Anekdoten und Geschichten aus dem Leben des verstorbenen zum Besten gegeben. Es wurde geschmunzelt und auch gelacht.
Nahe Verwandte des Verstorbenen haben sich meist relativ schnell zurückgezogen, entferntere Verwandte blieben bei der Gesellschaft.
Manch ein >Nachkaffee< lief schon mal etwas aus dem Ruder, übel genommen hat das niemand.
Ganz besonders diese Beisetzungen blieben lange in Erinnerung. Es gibt einige, an die ich mich heute nach 30 bis 40 Jahren noch erinnere.
Die engeren Verwanden des Verstorbenen trafen sich dann noch in dessen Wohnung oder der eines Angehörigen, haben noch Stunden zusammengesessen, auch hier wurde viel über das Leben des Verstorbenen gesprochen, auch hier wurde über die eine oder andere Anekdote geschmunzelt.
Leider ist diese Form der Beisetzung auch bei uns fast ausgestorben. Nur noch sehr wenige Beerdigungen laufen nach diesem Schema ab. Ich empfinde das als sehr schade.
Vielleicht haben meine Worte Dir ein wenig helfen können, es würde mich sehr freuen.
Ich wünsche Dir viel Kraft.