Hallo Amy,
Vorab möchte ich sagen, dass ich (deiner Beschreibung nach zu urteilen) sehr gut finde, wie du mit deiner Tochter umgehst. Und was du beschreibst, sind "normale" Probleme im Alltag und der Kindererziehung - also du bist nicht allein, vielen geht es genau so!
Ich kann dir zum Beispiel aus eigener Erfahrung berichten, dass ich echt nervös werde, wenn mein 12 Monate alter Sohn mit Schmackes auf den Flachbildfernseher haut, der aber auch genau auf seiner Augenhöhe steht. Anfangs habe ich immer wieder "Nein" gesagt, es ihm erklärt, bin wütend geworden, weil er überall ran darf, alles ist gesichert und Kinder freundlich, aber es musste der Fernseher sein. Er fand es nur witzig, wenn ich genervt war und geschimpft habe.
Also habe ich mir Rat geholt. Man muss sich einfach klar machen, dass Kinder in dem Alter forschen und es besonders interessant finden, wenn auf ihr Handeln eine Reaktion folgt. Ändert sich die Reaktion, verändert sich auch die Handlung. Ich habe mich mit meinem Baby hingesetzt und den Fernseher "abgeklopft", damit er nicht mehr so interessant ist. Außerdem habe ich das Wort "Nein" gestrichen, was echt nicht einfach ist, aber es verliert komplett seine Bedeutung, wenn es permanent gesagt wird. Es sollte tatsächlich möglichst nur in gefährlichen Situationen benutzt werden.
Und wenn mein Sohn jetzt manchmal noch an den Fernseher geht (deutlich seltener), biete ich ihm sofort eine Alternative (mit ihm ein Buch anschauen, auf einen Topf schlagen etc). In diesem Alter lassen sie sich noch gut ablenken 🙂 und lange Erklärungen begreifen sie noch nicht.
Das mit dem Stillen ist da schon schwieriger. Ich selbst stille auch noch und mein Baby schläft in meinem Bett (und ich trage ihn zum Leidwesen meiner Arme ständig rum), da die Ansicht, man würde sein Kind mit solch einer Behandlung "verziehen", mehr als vorsintflutig ist.
Du gibst deinem Kind damit Liebe und Sicherheit, damit es selbständig und stark wird und später eben NICHT verzogen, überanhänglich, aggressiv oder ähnliches wird.
Du solltest dir zum Abstillen Rat und Hilfe (d)einer Hebamme holen, da das ein längerer Prozess ist. Es kann auch sein, dass deine Tochter gerade einen Entwicklungsschub hat und dadurch anhänglich ist (und Nachts dauernd an die Brust will). Dann ist das Abstillen eh schwierig. Und das Stillen hat nichts mit dem Durchschlafen zu tun, sondern mit der Reife des Gehirns. Der Zeitpunkt des Durchschlafen-Könnens ist bei Kindern einfach unterschiedlich und (leider) Glückssache.
Es ist ein langer Text geworden, aber vielleicht ist was Nützliches dabei. So wie die Sicherheit, dass du nicht allein damit bist 🙂
Sit