• Liebe Forenteilnehmer,

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Tiefes schwarzes Loch

@Martin

Ich war schon bei vielen Therapeuten (5 an der Zahl) ... nur das Gefühl bei jedem von Ihnen (ob männlich oder weiblich) war immer gleich. Ich konnte kein Vertrauen zu Ihnen aufbauen. Viele nahmen sich nicht mal die Zeit mich ausreden zu lassen. Alle gaben mir nur Pillen und das war's. Da stumpft man mit der Zeit ab. Auch ist es ausserordentlich schwierig einen Therapieplatz zu bekommen, da sehr viele Seelendoc's einfach überlaufen sind. Ich hab hier keinesfalls vor, diese Berufsgruppe zu deformieren, nur mir ist es halt so ergangen.

@Ash, wenn Du das jetzt hier liest, das soll Dir den Mut geben es besser zu machen !!!!! Ich werde auch nicht aufgeben nach genau der richtigen Person zu suchen, die mir im Endeffekt hilft.

Heute Morgen hatte ich endlich mal wieder das Gefühl gebraucht zu werden.
Auf dem Weg zur Arbeit ist vor mir ein junges Mäderl mit seinem Auto von der Strasse abgekommen und in den Graben geschleudert. War tierisch glatt. Als ich ausstieg um Ihr zu helfen, sah ich, dass sie hinter ihrem Lenkrad weinte. Ich konnte sie trösten und bot meine Hilfe an, die sie Dankend annahm. Eine Stunde stand ich ohne irgendwelche Jacke in der Kälte und wartete mit Ihr auf Ihren Vater. Es machte mir nichts aus. Ich wusste nicht, das ein Seelenwrack zu so etwas fähig ist. Das allertollste jedoch war, als am Horizont dann die Sonne aufging. Wann hab ich jemals so intensiv darauf geachtet ? Dies gab mir für heute etwas Mut.

Ganz viel Knuddel an Euch alle

Frank
 
Hey Franky,

das was Du da schreibst mit dem Gefühl gebraucht zu werden, hat unser Luiserl so ähnlich hier im Forum auch schon mal geschrieben!

Genau dieses Gefühl ist es, was vielen gerade hier im Forum so gut tut! Warum wir so gern hier sind und uns gegenseitig Kraft geben...... Egal wie mies es uns geht, man bringt komischerweise immer noch einen Funken Kraft auf um einem anderen, dem es noch mieser geht was aufmunterndes zu schreiben, oder ihm Mut zuzusprechen. Und dieses Gefühl tut einem dann wieder gut.

Ich wünsche Dir noch viele solche Erlebnisse, damit Du erkennst, dass Du wirklich gebraucht wirst!
Lieben Gruß Leah
 
@ Leah

Ja genau, ich denke Du hast recht. Ist schon irgendwie komisch.
Ich mache mir jetzt über Menschen Gedanken, die ich eigentlich gar nicht kenne. Man liest ihre Ängste und Nöte und fühlt mit. Überlegt sich dann: "Wie könnte ich helfen ?" Dieses Gefühl ist unbeschreiblich schön ...

LG Frank
 
hallo franky,ich kenne dieses gefühl auch,soweit war ich vor acht jahren.ich habe immer mehr den sinn des lebens verloren und zu hatte zu nichts mehr lust.ich war alleinerziehend mit drei kleinen kinder.es ging bei mir nachher soweit bis ich in eine tiefe depression gefallen bin.lange zeit habe ich mich damit alleine gelassen gefüllt,ich konnte mich über nichts mehr freuen und wollte mich nur vergraben.es hat sehr lange gedauert doch ich habe es wieder geschafft.meine kinder haben mir die kraft dazu gegeben.die liebe zu ihnen war und ist grösser als alles andere.es ist schlimm alleine zu sein aber du bist nicht alleine.versuche dir neue ziele zusetzen.fange mit kleinen sachen an und du wirst sehen,dass es besser wird.wenn es dir wieder besser geht,wird auch deine umwelt wieder anders auf dich reagieren.erst mußt du mal nur an dich und dein kind denken.ich weiß das der anfang nicht leicht ist.ich habe auch rückschläge gehabt,bin aber immer wieder aufgestanden und ich danke gott dafür.ich hoffe so sehr das du es genau so schaffst und für dich wieder die sonne auf geht.

liebe grüsse von moni
 
Hallo liebe Moni

Ich danke Dir für diese liebe Worte an mich. Hab mir Deinen Beitrag ausgedruckt und werde ihn immer wenns mir schlecht geht lesen. Da steckt ganz schön viel Mitgefühl drin.

Danke für den Sonnenstrahl ...

GLG Frank
 
hallo franky,ich freue mich darüber das ich dir etwas helfen konnte.wenn es dir nicht gut geht oder du sonst irgendwelche fragen oder probleme hast,melde dich einfach hier und ich werde dir immer zurück schreiben.


ALLES GUTE
GRUSS MONI
 
Hallo Franky!
Nur eine kleine Minute Zeit ließ mich Deine Worte überfliegen, und ich möchte Dir jetzt unbedingt antworten.
Die Traurigkeit in Deinem Text erreicht mich bis hierher an meinen kleinen möhligen Schreibtisch. Ich muß richtig tief durchatmen, so schwer ist sie.
Komisch nicht, Du schreibst, daß Du so lang nicht mehr geweint hast, aber Deine Trauer ist trotzdem da!Sie fordert ihr Recht *kriechtaberanstattDichmichan!Frechheit*🙂
Du hast schon so sehr viel über Dich und Dein "Problem" geschrieben, daß es eigentlich kaum noch Worte bedarf, Dir zu "helfen", ich möchte Dir eigentlich nur Mut machen, Dinge zuzulassen und zu erzählen, Dich zu überlassen, vielleicht Deiner Frau?
Schau, Du hast all die Trauer in Dir, denn Abschied ist traurig. Abschied vom vertrauten Beruf, von der Umgebung, in der etwas von Dir lautlos schwebt. Abschied von alten Wegbegleitern, Frauen, Freunden. So, wie der Abschied von der alten Matchboxsammlung oder den langen blonden Zöpfen. Nie mehr wird es so sein, wie es war. Und das ist so unendlich traurig. "Normaler"Lauf der Dinge? Ja klar, neues, wunderbares kommt.! Aber doch nein, es ist(!) so unendlich traurig! Jedesmal stirbt ein Teil von Dir. Und wenn sich das sammelt, hast Du den Eindruck, in jedem Moment stirbst Du ganz. Lieber schnell sterben, als nochmal jeden kleinen Tod im einzelnen "erleben"....
...Denn die Trauer fordert Tribut und ihr Recht, zu sein.
Aber wenn sie da gewesen sein durfte, versichere ich Dir, geht sie auch wieder..!!
Wie war es denn früher, also mit der Matchboxsammlung. Überleg einmal, hat Dir Deine Familie/Deine Eltern vielleicht durch ihre Art und Weise, wie Du beschrieben hast, das "Traurigsein" und Weinen auch erschwert? Läuft es jetzt immernoch so ähnlich ab? Und wer "macht" das heute schwer?
Bei allem, was so unglaublich traurig ist, gibt es aber auch immer noch eine zweite Schale der Waage.
Da ist auch Leben.
Dein Kind.
Du bist verliebt.
Vielleicht Deine Frau?
Du lebst!
Viele Dinge kannst Du nicht ändern. Du kannst sie als traurig und furchtbar benennen, erzählen, wie dunkel sie sind. Wenn Du jemanden findest, bei dem Du damit Platz hast, am besten jemand in Deiner Nähe, wenn nicht dann hier in diesem Forum, kannst Du diese Dinge in Ruhe bei diesem Menschen lassen. Über den Rest kannst Du dann in Ruhe nachsinnen, z.B. was Du als nächstes "tust" oder "tun mußt". Erstmal mußt Du "fühlen", nimm Dir die Zeit, Du bist! traurig, Du hast! Grund dazu, Dir ist! etwas wiederfahren, was traurig/Angst macht! (das ist kein! Selbstmitleid!)
Ob Du Deine Frau verläßt oder Deine Eltern fragst, was damals eigentlich alles geschehen ist...all das hat Zeit!!

Am Ende kann ich eigentlich nur nochmal versuchen, Dir Mut zu schenken. Ich habe ein paar Gedichte, die mir sehr helfen, wenn ich mir mal wieder selbst nicht glaube, mich ungeliebt und unwissend fühle, meinem Gefühl nicht glaube und mich nicht sein lasse, wie ich bin, nur weil mich andere anders beurteilen, halt so, wie es ihnen! grad am besten paßt.



Ich möchte Sie bitten, Geduld zu haben
gegen alles ungelöste in Ihrem Herzen
und zu versuchen, die Fragen selbst lieb zu haben.
Forschen Sie jetzt nicht nach Antworten,
die Ihnen nicht gegeben werden können,
weil Sie sie nicht leben könnten.
Und es handelt sich darum, alles zu leben.
Leben Sie jetzt die Fragen.
Vielleicht leben Sie dann allmählich
ohne es zu merken, eines fernen Tages
in die Antwort hinein.
(Rainer Maria Rilke)



Weder möchte ich
die Trauer meines Herzens
gegen die Freude der Menschen
eintauschen, noch wäre es mir lieb,
daß sich die Tränen meines Kummers
in Lachen verwandelten.
Vielmehr wünsche ich mir,
daß es in meinem Leben
stets Tränen und Lächeln gibt:
Tränen, die mein Herz läutern
und mir helfen
die Geheimnisse
Und Ungereimtheiten des Lebens
besser zu verstehen,
und Lächeln,
das mich mit anderen Menschen verbindet
und Gott verherrlicht.
Durch Tränen teile ich
den Schmerz aller gebrochenen Herzen,
und durch Lächeln
bejahe ich das Leben.
(Khalil Gibran)



Nachdem
Ich von Anbeginn
Bei aller Vertrautheit
Einsam lebte
Hielt ich es nicht für einen Raub
Einsam zu sein
Sondern gab es auf
Und begann die Suche nach Worten
Um mich mitzuteilen und lieferte mich aus…
(Jochen Schmachtl)



Der Engel
freut sich über Dein Licht
weint Über Deine Finsternis
aus seinen Flügeln rauschen Liebesworte
Gedichte
Liebkosungen

Er bewacht Deinen Weg
Lenkt Deinen Schritt engelwärts
(Rose Ausländer)



Jegliches hat seine Zeit.
Trauer Freude
Liebe Hass
Leben Sterben
Abschied Neu
Ohnmacht Sinn
Angst Stärke



Mit vielen Grüßen
Nora
 
Liebe Nora

ich sitz jetzt hier vor dem blöden Kasten und weiß nicht mehr was ich noch antworten soll oder besser - kann. Du hast mich doch sehr berührt mit Deinem lieben Brief. Du fragst wer mir heute das "Traurigsein" und weinen erschwert ? Ich denke es sind die Leute mit denen ich mich umgebe. Mit meinen Eltern (die sind schon seit 15 Jahren geschieden) kann ich nicht über meine Probleme reden, sie hören nicht einmal zu wenn sie zu Besuch sind und ich was über meinen Alltag erzählen möchte, für meine Frau bin nur noch der "Ernährer" - Hauptsache versorgt ... Versuche mit ihr zu reden sind immer gescheitert. Wenn meine kleine Tochter nicht wäre, hätten wir schon lange keine Zukunft mehr gehabt.
Sie sagte mal zu mir: "Wenn wir kein Kind bekommen hätten, wären wir jetzt nicht mehr zusammen". Diese Satz ist so ein "Seelenfresser" von vielen, die mir nicht mehr aus dem Kopf gehen (wie die Aussage meiner Mutter von damals). Auf der Such nach vielleicht etwas "geliebtwerden" biete ich mich überall an - das kotzt mich ja sebst an! Das geht manchmal bis zur totalen Aufopferung für Andere.
Echte Freunde hab ich, wenn ich so nachdenke, nur eine ... und das ist auch wieder so ein Problem. Es ist die besagt Frau am Anfang meines Themas.
Ihr kann ich meine Probleme erzählen, und Sie hört mir auch zu. Ich fühle mich geborgen obwohl wir uns nie nahe gekommen sind, aber sie ist eben erst mal 21 Jahre alt - und das geht nun mal nicht. Auch meinem Kind zuliebe nicht.
Es fehlt mir einfach die Kraft das alles so weiterhin zu bewältigen - die haben mir andere genommen.

Frank
 
Erzähl mir wie es ist, wenn Du Deine
Frau
Eltern
Tochter
Freundin
siehst.

Was würdest Du ihr/ihnen gerne sagen, was empfindest Du? Was würdest Du gerne tun in diesen Momenten?

Stell Dir vor sie stehen vor Dir.
Und dann schreib (hier) auf, was Du fühlst. Denk daran, sie werden es nicht lesen, da brauchst Du keine Hemmungen haben. Stell Dir vor sie wären .... Puppen.... du brauchst nicht überlegen, wie sie (in deiner vorstellung) reagieren könnten.




Und..... was würde passieren, wenn Du Dich mal ganz anders verhalten würdest, als "gedacht"? z.B. nicht mehr "Ernährer" und Ehemann sein, wenn Du Liebhaber wärst, wenn Du plötzlich ein aggressiver "Nichtschweigender"-Sohn wärst.. Nur so als hypothetische Überlegung. Schreib es auch auf, wenn Du möchtest hier! (für mich)
 

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