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Thera mit Fragezeichen

meika25

Mitglied
Thera mit Fragezeichen

Viele Menschen kommen in ein Forum um dort zugehört und geachtet zu werden. Eben weil ein Forum ein Ort der Anonümität ist. Dort fällt es vielen leichter über ihre Vergangenheit und Sorgen zu reden.

Wenn sich nun Jemand öffnet und sein tieftest ich dort nieder schreibt und ihn wird in Hunderten von Posts gesagt, mach eine Thera sonst liegst du bald ganz unten und kommst nicht mehr hoch, dann zieht es den jenigen noch mehr nach unten. Das ist doch der falsche Weg,Oder? Denn besser ist es doch das man denjenigen der nach Hilfe schreit nicht nochmehr verlätzt. Der richtige Weg sollte doch sein ihn ein Schubs zu geben indem man ihn kleine Aufgaben stellt, oder der der helfen möchte von seine Erfahrungen spricht. Sicher, eine Thera ist wichtig, doch ohne Sinn wenn der Betroffene nicht Aufnahme fähig ist.

Wenn nun dutzende Post mit den Rat einer Tera kommen, dann erzielt man zwar sein Egoismus helfen zu wollen aber erreicht genau das gegenteil.

Wie seht ihr dazu und wie geht ihr als Betroffene damit um?

LG Andrea
 
Hallo Meika,
wir sind fast alle hier, weil uns etwas beschäftigt. Viele hier haben Therapieerfahrung und raten deshalb anderen Usern eine Therapie zu machen, weil sie selber dadurch Hilfe erhielten. Es ist bestimmt nicht böse gemeint, anderen diesen Tip zu geben. Da die meisten hier keine Therapeuten sind, ist es sehr schwierig detailiert und fachlich zu helfen.
 
Hallo Meika ,
ich sehe das nicht so . Es ist Hilfe zur Selbsthilfe . Eine Therapie ist ja keine Zwangsmaßnahme , sondern eine Freiwillige Sache . Nur ein Anstoß zur Überlegung , ob man diesen Schritt in Erwägung ziehen wollte .
Viele kommen mit Problemen , die sich am besten mit einer Thera behandeln lassen können .
Wann oder ob derjenige eine Therapie in Angriff nimmt , ist ihm ja selbst überlasssen .
Der Hinweis darauf soll ja nur als Denkanstoß dienen .
Viele beginnen damit auch , und erzielen damit gute Erfolge .
Eine Therapie ist keine Strafmaßnahme , sondern soll dabei helfen , die Aufnahmefähigkeit , wie Du es beschreibst wieder zu wecken .
Mit diesem Hinweis soll keiner in ein tiefes Loch geschupst werden . Sondern einfach mal darauf hingewiesen werden an sich selbst zu denken , und an die Chancen die er hat .
Das Forum mit seinen Mitgliedern kann nur begleitend tätig werden , aber nicht die Probleme an sich lösen .
Wir sind hier alles Laien .

LG
Yaksini
 
HI meika,

ich glaube nicht, dass "Mach eine Thera, sonst liegst du bald ganz unten" wirklich so gemeint ist.

Gemeint ist eher: " Unternimm etwas gegen dein Leid, tu etwas, steh auf, werde aktiv, sonst könnte es übel ausgehen"

Wir sind hier in einem Forum und können den Menschen, die hier Hilfe suchen ihre aktive Arbeit nicht abnehmen. Tun muss jeder selbst etwas. Wir können hier nur anregungen und Tips geben, nicht den betroffenen "heilen" oder ihm alles abnehmen.
Aktiv muss der Betroffene selbst werden und das ist der Punkt: manche können oder wollem im Moment einfach nicht aktiv werden.
Andere nehmen gerne ratschläge an wieder andere fühlen sich "verrückt erklärt" wenn sie eine Thera machen.
Wieder andere wollen einfach, dass andere alles für sie selbst tun, verschanzen sich zu hause und warten drauf, dass was passiert.
Das geht so halt einfach nicht.
Es gibt vielfältige Gründe, warum jemand einen Ratschlag annimmt oder eben auch nicht.

Wir sind hier - denke ich - alle keine Profis und ich finde auch, dass wirkliche Hilfe eben Hilfe zur Selbsthilfe ist.
Das einzige was wir tun können, sind tips geben, ratschläge erteilen und von unseren Erfahrungen berichten.

Liebe Grüße

Feli
 
Hallo Meika, alle Erwiderungen auf deine Einwände sind meines Erachtens richtig!
Und trotzdem verstehe ich sehr gut, was du meinst!!!

Allzuoft, verschanzen sich Mitmenschen hinter "geh in Therapie", weil sie es sich damit leicht machen. So müssen sie sich nicht in das Leid des anderen hineindenken und können sich sauber halten. Dabei ist es Fakt, dass auch Verwandte und Bekannte Therapeut sein können. Behandler von Krankheiten müssen, auch auf psychischem Gebiet nicht immer Allwissende sein. Es gibt ein paar Dinge, die auch jemand wissen kann, der einfach "liebevoll" ist.

Nur - da sind eher die aufgerufen, die im persönlichen Umfeld des Hilfesuchenden stehen, wir hier im Forum haben es da noch schwerer, daher wird der Rat, "geh zum Therapeut" noch verständlicher.

Vielleicht könnte man als jemand, der damit gute Erfahrungen gemacht hat, statt zu schreiben: "ich rate dir, geh..." auch schreiben: "Ich will dir von mir berichten, bei mir war es so, dann tat ich dies und das, das hat mir so geholfen,weil .... usw."

Eine Idee für uns alle.

Sigi
 
Hallo Sigi!

Mir geht es darum, das viele User eben noch nicht oder manchmal sogar nie bereit oder in der Lage sind für eine Therapie. ich wurde durch solches Drengen nach unten gezogen und wenn ich nicht aufgefangen worden währe weiss ich nicht was geschehen währe.

Können nicht auch nur Gespräche über seine eigene Verarbeitung reichen? Muss gleich immer eine Therapie geraten werden? Und wenn man versucht nur durch Austausch mit anderen Usern zu Verarbeiten, da Frage ich mir, was daran falsch ist! Ich lese viel um zu lernen. Dabei viel mir auf das gerade solche Betroffenen dafür verurteilt werden. Es wird gesagt, sie würden nicht genug für ihre Verarbeitung tun.Ist das nicht für Betrofene ein Schlag ins Genick? wird dadurch nicht das Selbstwertgefühl noch mehr verletzt? Ihm wird doch noch mehr die Würde genommen die er doch eh schon kaum hat oder nie hatte.Soeine Meinung nur eine Therapie könnte helfen und nix anderes ist keine Hilfe. Eine Verarbeitung kann doch viele Wege gehen und jede ist gut solange der Betroffene damit klar kommt. Doch kann es sein das einige User ein Helfersyndrom entwickelt haben und denken nur diese eine Art der Hilfe ist erfolgreich.

Dein Vorschlag zu sagen anstelle " ich rate dir" sondern " versuchs mal so, bei mir war es so, oder einfach nur zuhören. Ich finde das dadurch viel mehr geholfen werden kann. Sicherlich ist eine Therapie für ein oder anderen nicht schlecht. Aber sollte doch auch nicht im Vordergrund stehen.

LG
Andrea
 
Liebe Andrea, ich sags nochmal, natürlich haben die anderen mit ihren Argumenten auch von einer Seite her recht.

Aber ich verstehe und finde nachwievor, dass was du sagst auch. Man fühlt sich abgeurteilt, wenn einem auf seine Anliegen die Therapie geraten wird. Und oft ist man dann auch "böse", wenn der Rat nicht befolgt wird.

Letztlich muss aber jeder selbst entscheiden, ob er in eine Therapie geht. Und wenn jemand sich aus was weiß ich für Gründen entscheidet, es nicht zu tun, darf es einfach nicht sein, dass andere ihn dann links liegen lassen, so nach dem Motto: du willst nicht hören, so sehe mal zu, wo du bleibst.

Wer sich ins Fleisch schneidet und zu verbluten droht, braucht eben Fachärzte (meistens). Sowas kann auch auf psychischem Gebiet sein, daher verstehe ich aber auch die anderen.

Die Mitte ist wohl, wenn sich jeder über beide Seiten Gedanken macht, dann wäre was erreicht.

Ich grüße dich Andrea

Sigi
 
Hi,

man sollte ratschläge, tips und anregungen nicht gleich verdammen, nur weil sie nicht dem entsprechen, was man gerade hören möchte.

Das ist jetzt nicht auf jemanden speziell bezogen, sondern allgemein gemeint.

Ich kann verstehen, dass es manche Person nervt, gehört zu bekommen "Dann mach halt eine Therapie" Aber nur, wenn da sonst nix anderes an Hilfeleistung und Kommentaren kommt. Das hat schon ziemlich schnell etwas von "abschieben und nicht mit dem Problem des anderen auseinandersetzen wollen". In meinen Augen aber nur, wenn das in entsprechender Tonlage geäußert und ohne weiteres Interesse geäußert wird und bestimmt auch nicht in jedem fall.


LG

Feli
 
Hallo Andrea,

die Plattform Forum, ist so flach wie Dein Display. Jeder der Helfen will, sich helfen lassen möchte, hat diese Problem; nicht zu wissen was passiert nach meiner Aussage. Das weißt Du.
Keiner von beiden sieht die Reaktion des jeweils anderen. Beide Seiten vertrauen einander. Die Position/Lage des Helfers, so find ich, ist bedenklich schwer.
Dem Helfer muß klar sein!, dass hier die ersten Schritte gegangen werden, bei denen es vorrangig um Vertrauen GEBEN geht, auch zu mir selber. Im Sinne von: Ich kann dieser Person trauen, ich-vertrau-mich-an. Auf dieser Basis kann aufgebaut werden. Nur auf dieser. Das weiß jeder.

Ich sehe, wie viele andere auch, dass sich öffne über und in einem Forum als ersten Schritt, wenn nicht sogar den größten, da es der erste Schritt hin zum Wollen ist. Sich gutes tun wollen. Gesund werden wollen. Leben wollen. Teil haben wollen...
Und ehrlich gesagt, es mir schnurz egal, ob dabei vom Tod geredet wird. Dann, wenn man sich mal überlegt, dass der Hilfesuchende bis zu dem Augenblick des Vertrauen Gebens, lebendig Tod war!
Wem das alles nicht bewußt ist, sich seiner Verantwortung nicht bewußt ist, der sollte zu sich selber sagen: Raushalten! Raushalten im Sinne von: Stop, bis hier und nicht mehr, mehr kann ich nicht geben!

Dir geht es um das nur/immer fordern des Helfers. Der Helfer darf und muß fordern, aber NUR, dass geht einfach nicht. Das ist nur gut fürs eigene Ich.
Ich weiß nicht Andrea, wenn ich das so lese, es ist einiges schiff gegangen. Aber Du bist, trotz allem, aufgefangen worden!

Andrea, auch ich weiß nicht ob ich immer in der Lage sein werde alles und jedes zu berücksichtigen um auch malm mit sanften Druck ein Stück des Weges zu gehen. Ich weiß nur eines, wenn mir jemand erklären würde, dass nur eine Thera in frage kommt und sonst nichts, dann nehme ich Abstand, falls ich dazu überhaupt in der Lage bin. Bin ich es nicht, dann bin ich wie an einer Kette. Ich sage nur ja, auch wenn ich nein meine. Das ist ne ganz fiese Art von falsch verstandener Hilfe. Du mußt eine Thera machen, um jeden Preis, nur dann fühlt sich der Helfer wohl, bestätigt? Sehr fragwürdig.

Selbsthilfegruppen, Foren, Private Kontakte, Seelsorge, ... Es gibt so viele schöne Dinge die Vorgeschlagen werden können. Warum nun Thera immer als erstes kommt? Vielleicht weil nicht klar ist, wie viel Kraft man braucht um nur daran zu denken. Jeder Theravorschlag, macht auch immer und immer wieder bewußt was man nicht kann!

Klar, wenn es mir gut geht verstehe ich die Leute, aber wenn nicht, wenn es mir nicht gut geht, dann geht's mir mit jedem Thera Vorschlag schlechter und schlechter. Vielleicht trägt dieser Thread mit zur Aufklärung dessen bei, fernab von jedem Lehrbuch.

Fakt ist, eine Thera ist nichts Wert, dann wenn ich sie FÜR JEMANDEN mache. Das würde passieren, wenn ich nicht nein sagen kann! Also liegt es doch nah, diesen Menschen Selbstwert zu geben, damit er dann von sich aus sagen kann:
Ich-bin-mir-eine-Thera-Wert.
So viel aus meiner Sicht.
Ich hoffe das ich die Kraft für eine neue Thera bekomme, die Zeichen dafür stehen auf grün. Aber, da kommen eben die schlechten Erfahrungen der letzten Thera mit in betracht.

Wenn jemand einen Thera Vorschlag macht, dann hat er damit seine eigene Pflicht und Schuldigkeit getan. So soll es sein. Bitte. Ich/wir können nur um mehr Achtsamkeit bitten Andrea. Das wird von uns erwartet! Stop zu sagen. Wenn ich das nicht kann, habe ich ein Problem mehr. Ein großes. Die Vertraute Person, sollte sie es nicht sein - welche dann Stop sagt?

Vertrauen zu erlangen, ist ne feine Sache, dass ehrt einen jeden. Das ist ein schönes Gefühl Vertrauen zu bekommen. Aber, genau da fängt es an kritisch zu werden. Als Helfender muß man sich bewußt sein, dass man eigentlich nicht mehr zurück kann, wenn man's genau nimmt, nicht zurück darf.
In Deinem Fall Andrea, weil es schiff ging, ist es sehr schwer neues Vertrauen zu geben. Was sich letztlich in die Realität überträgt.

Es fällt auch mir schwer das alles verständlich rüber zu bringen. Es liegt nah ein Beispiel zu bringen, aber das wird erneut nur zeigen wie schwierig das alles ist.
Es gibt Menschen die verstehen, und welche die nicht verstehen. Darum geht es Dir ja nicht.
Nur um die, die nicht verstehen wollen, weil sie meinen immer Recht zu haben, um die geht es Dir? Ich denke ja.

Wenn ich mir Gedanken um jemanden mache, dann kann ich das nur bis zu einem gewissen Grad, ab da ist alles nur graue Theorie, dann, wenn ich es selbst nicht erlebt habe, erleben mußte. Was auch seine Vorteile hat. Abstand... und so.
Jetzt in diesen Moment, würde ich gerne die Zahl nennen wie oft ich Vergewaltigt wurde, ich lasse es lieber. Denn selbst 1x ist unvorstellbar.

Ich habe 14 Jahre gebraucht um meiner Frau zu sagen was war. 14 Jahre! In denen ich geahnt habe, dass sie damit nicht umgehen kann. 6 Monate später, Scheidung. Um dieses Vertrauen geben reden wir hier. Und wenn welches solches da ist, dann kann sich keiner vorstellen, wie auch, wie viel das ist, sei es noch so klein!
Da ist es dann besser, wenn man daran erinnert, wie teuer eine Thera ist? Ich finde solche Aussagen mehr als verantwortungslos! Aber das ist nur mein Empfinden! Nichts weiter als meine Meinung!

Wir werden uns immer ab und an erklären müssen, Andrea, hätten wir uns die Beine gebrochen, müßten wir das nicht. Schau, es gibt ne menge Leute hier, die wissen um ihre Feinfühligkeit! Vereinzelt eben auch schlechte Beispiel, von denen man meinen könnte sie brauchen auch eine Thera. Siehst Du, genau das ist es. Es ist anderes, oder eben mein Dafürhalten.
Wir können nur drauf achten, dass durch solche Engstirnigkeiten, kein weiterer seelischer Schaden entsteht. Und zwar gemeinsam! Ob Überlebender oder nicht! Das braucht nur Courage, so wie in meinem Film. ;-)

Liebe Güße
Knut

Ps: sorry, so mega lang sollte das nicht werden. 😉
 
Hallo an alle!

Ersteinmal Danke für die vielen Meinungen. Mir geht es in diesen Thread darum das mir auffiehl das sehr oft nur Therapie geraten wird und lehnt der Hilfesuchende diese strigt ab, dann wird er deswegen verurteilt als möchte er sich nicht helfen lassen. Eben das , so finde ich, sollte gut überlegt werden von denjenigen der nur diesen einen Rat geben kann.

Mir wurde genau so ein Rat gegeben und dazu kam noch mein Persönliches Umfelt der mich genauso zur Therapie drengte. Ich konnte nicht nein sagen eben weil alle nur von Therapie sprachen. Ja mir wurde sogar gedroht. Zu mir sagte man, wo ich eh schon ganz unten war, mach eine Therapie sonst wirst du dein Leben lang Krank bleiben. Eben das war wie ein Schlag im Genick für mich. Ich gab mich vollkommen auf und anstadt zu helfen erzeugte man damit das Gegenteil. Währen in einer solchen Siuation nicht andere Ratschläge Sinnvoller gewesen? Wie Felicita schon sagte. Es gibt viele Ratschläge die man geben kann. Auch den Rat, zeige du uns das du Leben möchtest indem du eine Therapie machst, zeugt doch nur sein eigenes Ego und mehr nicht.

Mir geht es nicht um richtig oder falsch, sondern darum das sich ein User der helfen möchte genau überlegen sollten, wie und auf welcher weise er Rat geben kann und möchte. Ich möchte nicht das noch andere User die Hilfe suchen so erniedrigt und nochmehr verletzt werden.

Sigi, du hast erkannt um was es mir hier geht und Knut, du hast den Kern getroffen.

Vielen Usern geht es genauso wie mir. Sie kommen in ein Forum und machen dort den ersten entscheidenen Schritt um ihr erlebtes zu verarbeiten. Viele sind in einen Zustand den man nicht Leben nenen kann und das sollte jeden der dann mit Rat helfen möchte sich bewußt sein.

Ich bin nicht generell gegen Therapie und auch nicht gegen den Rat zur Therapie sondern nur das man bevor man Rat gibt überlegt welcher Rat sinnvoller sein könnte.

Liebe Grüsse Andrea
 

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