Hallo Andrea,
die Plattform Forum, ist so flach wie Dein Display. Jeder der Helfen will, sich helfen lassen möchte, hat diese Problem; nicht zu wissen was passiert nach meiner Aussage. Das weißt Du.
Keiner von beiden sieht die Reaktion des jeweils anderen. Beide Seiten vertrauen einander. Die Position/Lage des Helfers, so find ich, ist bedenklich schwer.
Dem Helfer muß klar sein!, dass hier die ersten Schritte gegangen werden, bei denen es vorrangig um Vertrauen GEBEN geht, auch zu mir selber. Im Sinne von: Ich kann dieser Person trauen, ich-vertrau-mich-an. Auf dieser Basis kann aufgebaut werden. Nur auf dieser. Das weiß jeder.
Ich sehe, wie viele andere auch, dass sich öffne über und in einem Forum als ersten Schritt, wenn nicht sogar den größten, da es der erste Schritt hin zum Wollen ist. Sich gutes tun wollen. Gesund werden wollen. Leben wollen. Teil haben wollen...
Und ehrlich gesagt, es mir schnurz egal, ob dabei vom Tod geredet wird. Dann, wenn man sich mal überlegt, dass der Hilfesuchende bis zu dem Augenblick des Vertrauen Gebens, lebendig Tod war!
Wem das alles nicht bewußt ist, sich seiner Verantwortung nicht bewußt ist, der sollte zu sich selber sagen: Raushalten! Raushalten im Sinne von: Stop, bis hier und nicht mehr, mehr kann ich nicht geben!
Dir geht es um das nur/immer fordern des Helfers. Der Helfer darf und muß fordern, aber NUR, dass geht einfach nicht. Das ist nur gut fürs eigene Ich.
Ich weiß nicht Andrea, wenn ich das so lese, es ist einiges schiff gegangen. Aber Du bist, trotz allem, aufgefangen worden!
Andrea, auch ich weiß nicht ob ich immer in der Lage sein werde alles und jedes zu berücksichtigen um auch malm mit sanften Druck ein Stück des Weges zu gehen. Ich weiß nur eines, wenn mir jemand erklären würde, dass nur eine Thera in frage kommt und sonst nichts, dann nehme ich Abstand, falls ich dazu überhaupt in der Lage bin. Bin ich es nicht, dann bin ich wie an einer Kette. Ich sage nur ja, auch wenn ich nein meine. Das ist ne ganz fiese Art von falsch verstandener Hilfe. Du mußt eine Thera machen, um jeden Preis, nur dann fühlt sich der Helfer wohl, bestätigt? Sehr fragwürdig.
Selbsthilfegruppen, Foren, Private Kontakte, Seelsorge, ... Es gibt so viele schöne Dinge die Vorgeschlagen werden können. Warum nun Thera immer als erstes kommt? Vielleicht weil nicht klar ist, wie viel Kraft man braucht um nur daran zu denken. Jeder Theravorschlag, macht auch immer und immer wieder bewußt was man nicht kann!
Klar, wenn es mir gut geht verstehe ich die Leute, aber wenn nicht, wenn es mir nicht gut geht, dann geht's mir mit jedem Thera Vorschlag schlechter und schlechter. Vielleicht trägt dieser Thread mit zur Aufklärung dessen bei, fernab von jedem Lehrbuch.
Fakt ist, eine Thera ist nichts Wert, dann wenn ich sie FÜR JEMANDEN mache. Das würde passieren, wenn ich nicht nein sagen kann! Also liegt es doch nah, diesen Menschen Selbstwert zu geben, damit er dann von sich aus sagen kann:
Ich-bin-mir-eine-Thera-Wert.
So viel aus meiner Sicht.
Ich hoffe das ich die Kraft für eine neue Thera bekomme, die Zeichen dafür stehen auf grün. Aber, da kommen eben die schlechten Erfahrungen der letzten Thera mit in betracht.
Wenn jemand einen Thera Vorschlag macht, dann hat er damit seine eigene Pflicht und Schuldigkeit getan. So soll es sein. Bitte. Ich/wir können nur um mehr Achtsamkeit bitten Andrea. Das wird von uns erwartet! Stop zu sagen. Wenn ich das nicht kann, habe ich ein Problem mehr. Ein großes. Die Vertraute Person, sollte sie es nicht sein - welche dann Stop sagt?
Vertrauen zu erlangen, ist ne feine Sache, dass ehrt einen jeden. Das ist ein schönes Gefühl Vertrauen zu bekommen. Aber, genau da fängt es an kritisch zu werden. Als Helfender muß man sich bewußt sein, dass man eigentlich nicht mehr zurück kann, wenn man's genau nimmt, nicht zurück darf.
In Deinem Fall Andrea, weil es schiff ging, ist es sehr schwer neues Vertrauen zu geben. Was sich letztlich in die Realität überträgt.
Es fällt auch mir schwer das alles verständlich rüber zu bringen. Es liegt nah ein Beispiel zu bringen, aber das wird erneut nur zeigen wie schwierig das alles ist.
Es gibt Menschen die verstehen, und welche die nicht verstehen. Darum geht es Dir ja nicht.
Nur um die, die nicht verstehen wollen, weil sie meinen immer Recht zu haben, um die geht es Dir? Ich denke ja.
Wenn ich mir Gedanken um jemanden mache, dann kann ich das nur bis zu einem gewissen Grad, ab da ist alles nur graue Theorie, dann, wenn ich es selbst nicht erlebt habe, erleben mußte. Was auch seine Vorteile hat. Abstand... und so.
Jetzt in diesen Moment, würde ich gerne die Zahl nennen wie oft ich Vergewaltigt wurde, ich lasse es lieber. Denn selbst 1x ist unvorstellbar.
Ich habe 14 Jahre gebraucht um meiner Frau zu sagen was war. 14 Jahre! In denen ich geahnt habe, dass sie damit nicht umgehen kann. 6 Monate später, Scheidung. Um dieses Vertrauen geben reden wir hier. Und wenn welches solches da ist, dann kann sich keiner vorstellen, wie auch, wie viel das ist, sei es noch so klein!
Da ist es dann besser, wenn man daran erinnert, wie teuer eine Thera ist? Ich finde solche Aussagen mehr als verantwortungslos! Aber das ist nur mein Empfinden! Nichts weiter als meine Meinung!
Wir werden uns immer ab und an erklären müssen, Andrea, hätten wir uns die Beine gebrochen, müßten wir das nicht. Schau, es gibt ne menge Leute hier, die wissen um ihre Feinfühligkeit! Vereinzelt eben auch schlechte Beispiel, von denen man meinen könnte sie brauchen auch eine Thera. Siehst Du, genau das ist es. Es ist anderes, oder eben mein Dafürhalten.
Wir können nur drauf achten, dass durch solche Engstirnigkeiten, kein weiterer seelischer Schaden entsteht. Und zwar gemeinsam! Ob Überlebender oder nicht! Das braucht nur Courage, so wie in meinem Film. ;-)
Liebe Güße
Knut
Ps: sorry, so mega lang sollte das nicht werden. 😉