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Theaterwissenschaften

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Re: Theaterwissenschaften
Über Theaterwissenschaft weiß ich nichts zu sagen aber zwei meiner Bekannten sind Schauspieler. Und die haben es finanziell sehr schwer.
Hat das Theater in Zeiten von Youtube und Netflix überhaupt so viel Zukunft?

Ich könnte mir vorstellen, dass sich ein abgebrochenes Jura Studium im Lebenslauf u.U. besser macht als ein abgeschlossenes Studium der Theaterwissenschaften. Jedenfalls wenn du dich bei mir bewirbst ;-)

Man muss auch nicht unbedingt studieren, um einen Beruf zu erlernen.
 
Hallo Leute, ich hatte lange den Traum Jura zu studieren, da ich seit einigen Jahren, Zuhörer bei Gerichtsverhandlungen bin. Jedoch habe ich schön langsam meine Zweifel, ob ich dafür geeignet bin. Da ich ohnehin schon ein paar Jahre verloren habe, will ich nicht alles von einem Staatsexamen abhängig machen. Nun kommen mir Theaterwissenschaften sehr attraktiv vor. Ich interessiere mich dafür und mir würden wahrscheinlich auch die Kommilitonen zusagen.

Nun wissen wir ja, dass es als „brotlose Kunst" gilt. Wird ja schon bei weniger „exotischen" Fächern gesagt, dass man später Taxi fahren kann. Sogar die Soziologen die ich kenne arbeiten dann fachfremd bei Siemens etc. Ich könnte mir vorstellen als Dramaturg am Theater zu arbeiten, habe aber nun gelesen, dass die dafür oft gar nicht so gerne Theaterwissenschaftler nehmen, sondern Germanisten etc. Jetzt bin ich ein bisschen unsicher. Könnt ihr mir eine Einschätzung geben?
LG
Was an Theaterwissenschaften kommt dir denn so attraktiv vor? Ich meine, außer den Kommilitonen?
 
Also ich komme aus dieser Branche (im weiteren Sinne) und kann nur bestätigen: Ohne Kontakte und vor allem ohne viel "Klinkenputzen" ist es schwer. Das studium an sich ist nicht so entscheidend, wie die Frage ob man die richtigen Leute kennt, bzw wenn man die nicht kennt, sich mit sehr viel Schweiß und Zeitaufwand hocharbeitet: Also im fall eines Dramaturgen: Da werden nicht einfach so Stellen ausgeschrieben und auf die bewirbt man sich und der beste bekommt den Job: Das kann man vergessen. (wenn Stellen ausgeschrieben werden, dann sind die oftmals schon vorher besetzt oder werden taktisch besetzt)
Oftmals geht dem ein langer langer Weg als Regieassitent (bzw als 2.3. oder 4ter Regieassistent in irgendwelchen Provinzproduktionen) vorraus: also Jobs mit viel Arbeitszeit (vor allem Abends und am WE), die man mehr oder weniger für lau macht. Der Posten des Intendanten ist weniger ein künstlerischer Job, als mehr ein politischer: Also realistischerweise unerreichbar.
Also das mal zu den harten Fakten, die man einfach kennen sollte: Theaterbetriebe sind zwar oftmals staatlich, aber die strukturen, die man dort antrifft sind teilweise eher mafiös. Am ehesten kann man noch über eine Verwaltungsstelle in ein Theater rutschen: Also zb in einem KBB arbeiten (nur arbeitet man dann halt nicht künstlerisch)
Also bitte verabschiede Dich von dem Gedanken, dass an solchen Häusern der "beste" einen Job bekommt: Das ist nicht so- nicht bei den Leuten auf der Bühne und auch nicht hinter der Bühne.
Dennoch ist das Studium der Theaterwissenschaft natürlich nicht brotlos oder sinnlos, denn es gibt ganz viele Nischen, in die man rein kann, wenn der Weg zu den Theatern doch nicht klappt. zB auch im Bereich Theaterpädagogik (da empfiehlt sich zB ein Kombistudium). Auch im Cochingbereich und an wer weiß wie vielen Nebenschauplätzen kann man als Theaterwissenschaftler Fuß fassen: Man muss nur Ideen haben.
Meine Erfahrung: Wer denkt, es liefe da wie bei anderen Jobs, wo man ein Fach lernt und sich dann auf Stellen in diesem Fach bewirbt, der liegt meist falsch: Es ist eher so, dass man eine Basis erwirbt auf der man seine eigenen Ideen entfalten und seine eigenen Nischen finden kann. Hast UD konkrete Vorstellungne, welche Projekte Du angehen willst und welche Ziele du verfolgst? Das solltest Du unbedingt haben. Aber wenn man das hat und den nötigen "Drive" mitbringt, kann man ne Menge erreichen.
Dazu empfiehlt es sich zb auch einige Praktika zu machen und bei kleinen Produktionen als Regieassistent anzuheuern. GUTE Regieassistenten sind Gold wert. Wer da wirklich was auf dem Kasten hat und das beherrscht (das ist kein Zuckerschlecken!) der wird auch oftmals "weitergereicht" und gelangt mit etwas Glück auch an eine gute Stelle.
Also wenn man es WIRKLICH will und auch viel dafür zu opfern bereit ist, dann sollte man sich nicht von denen abschrecken lassen, die sagen, das wäre brotlos (die wenigsten die das sagen, haben auch nur dne Hauch einer Ahnung). Aber man sollte sich auch nicht der Illsuion hingeben, das ganze wäre ein Zuckerschlecken.
 
An welche Intendanten denkst du?

Kulturschaffende klüngeln grundsätzlich gern herum. Musikerfamilien bspw. müssen nicht reich und hoch angesehen sein, um Kontakte zu haben, denn Kulturschaffende haben generell nicht das grosse Geld und bleiben mehr unter sich. Die meisten heiraten oder erben gut. Zumindest die, die ich kenne. Nur ganz wenige verdienen sich eine goldene Nase mit der Arbeit allein.

Die Klüngelei gibt es alleine schon deshalb, weil jemand mit anderem Herkunftshintergrund selten ein so "brotloses" Fach studiert, wenn er überhaupt studiert (ist für die Mehrheit der Menschen, die nicht aus Akademikerfamilien kommen, immer noch nicht der Fall, in Deutschland gleichermassen wie in der Schweiz). Es wird auch nur äussert selten ein solcher Beruf angestrebt. Die Mohammads und Kevins dürften unter den Intendanten rar sein.
Nein, die kommen natürlich nicht aus sozial schwachen Familien, wobei sich der klischeehafte Kevin dafür wahrscheinlich nicht interessiert, wobei der Vater von Renee Pollesch wohl Hausmeister ist.

Bei Intendanten denke ich an Claus Peymann, dessen Vater Lehrer war. Ist zwar ein Akademiker, aber das sind mein Vater und Großvater auch und haben (leider) trotzdem keine Kontakte zum Theater gehabt. Wie das bei Peymanns Vater war weiß ich aber natürlich nicht.
 
Also ich komme aus dieser Branche (im weiteren Sinne) und kann nur bestätigen: Ohne Kontakte und vor allem ohne viel "Klinkenputzen" ist es schwer. Das studium an sich ist nicht so entscheidend, wie die Frage ob man die richtigen Leute kennt, bzw wenn man die nicht kennt, sich mit sehr viel Schweiß und Zeitaufwand hocharbeitet: Also im fall eines Dramaturgen: Da werden nicht einfach so Stellen ausgeschrieben und auf die bewirbt man sich und der beste bekommt den Job: Das kann man vergessen. (wenn Stellen ausgeschrieben werden, dann sind die oftmals schon vorher besetzt oder werden taktisch besetzt)
Oftmals geht dem ein langer langer Weg als Regieassitent (bzw als 2.3. oder 4ter Regieassistent in irgendwelchen Provinzproduktionen) vorraus: also Jobs mit viel Arbeitszeit (vor allem Abends und am WE), die man mehr oder weniger für lau macht. Der Posten des Intendanten ist weniger ein künstlerischer Job, als mehr ein politischer: Also realistischerweise unerreichbar.
Also das mal zu den harten Fakten, die man einfach kennen sollte: Theaterbetriebe sind zwar oftmals staatlich, aber die strukturen, die man dort antrifft sind teilweise eher mafiös. Am ehesten kann man noch über eine Verwaltungsstelle in ein Theater rutschen: Also zb in einem KBB arbeiten (nur arbeitet man dann halt nicht künstlerisch)
Also bitte verabschiede Dich von dem Gedanken, dass an solchen Häusern der "beste" einen Job bekommt: Das ist nicht so- nicht bei den Leuten auf der Bühne und auch nicht hinter der Bühne.
Dennoch ist das Studium der Theaterwissenschaft natürlich nicht brotlos oder sinnlos, denn es gibt ganz viele Nischen, in die man rein kann, wenn der Weg zu den Theatern doch nicht klappt. zB auch im Bereich Theaterpädagogik (da empfiehlt sich zB ein Kombistudium). Auch im Cochingbereich und an wer weiß wie vielen Nebenschauplätzen kann man als Theaterwissenschaftler Fuß fassen: Man muss nur Ideen haben.
Meine Erfahrung: Wer denkt, es liefe da wie bei anderen Jobs, wo man ein Fach lernt und sich dann auf Stellen in diesem Fach bewirbt, der liegt meist falsch: Es ist eher so, dass man eine Basis erwirbt auf der man seine eigenen Ideen entfalten und seine eigenen Nischen finden kann. Hast UD konkrete Vorstellungne, welche Projekte Du angehen willst und welche Ziele du verfolgst? Das solltest Du unbedingt haben. Aber wenn man das hat und den nötigen "Drive" mitbringt, kann man ne Menge erreichen.
Dazu empfiehlt es sich zb auch einige Praktika zu machen und bei kleinen Produktionen als Regieassistent anzuheuern. GUTE Regieassistenten sind Gold wert. Wer da wirklich was auf dem Kasten hat und das beherrscht (das ist kein Zuckerschlecken!) der wird auch oftmals "weitergereicht" und gelangt mit etwas Glück auch an eine gute Stelle.
Also wenn man es WIRKLICH will und auch viel dafür zu opfern bereit ist, dann sollte man sich nicht von denen abschrecken lassen, die sagen, das wäre brotlos (die wenigsten die das sagen, haben auch nur dne Hauch einer Ahnung). Aber man sollte sich auch nicht der Illsuion hingeben, das ganze wäre ein Zuckerschlecken.
Ja das glaube ich grundsätzlich schon, ist ja beim Film genauso. Aber wie die genannten Beispiele, gibt es ja wohl Leute die nicht aus Theaterfamilien kommen und trotzdem erfolgreich sind. Rein theoretisch, wobei das genauso selten ist, kann man sich ja auch richtig anstrengen und promovieren und dann vielleicht an der Uni bleiben. Aber ich möchte eigentlich schon an das Theater.
 
natürlich muss man nicht aus einer Theaterfamilie kommen (ich kenne viele, die das nicht tun), aber um den Fuß rein zu bekommen reicht es eben nicht, einfach nur gut zu sein und sich tüchtig anzustrengen. Was sind denn genau deine Pläne und Vorstellungen? Einfach nur "ans Theater wollen" ist ein bisserl wenig: Am besten, man fängt gleich an, sich ein Steckenpferd zu schaffen: Also zB wenn man sich auf irgendwas Besonderes spezialisiert und dann zum Experten auf einem bestimmten Gebiet wird, oder wenn man schon Projekte auf den Weg gebracht hat, hat man was, wo man anknüpfen kann. Es ist eigentlich wie überall: Wenn man wo rein will, muss man etwas haben, das für andere interessant ist und das ist in diesme Fall NICHT die eigene Leistung. Wenn man zB Kontakte hat, ist man gefragt, weil andere von Deinen Kontakten profitieren wollen. Wenn man etwas kann, was sonst keiner kann oder weiß, dann ist es auch leichter: Einfach nur gut sein reicht nicht.
Also ich würde Dir raten, Dir -solltest Du es wirklich machen wollen- schon vor Studienbeginn was eigenes aufzubauen. Je nachdem, wohin die Reise gehen soll: Deine eigene Theatergruppe, Anfangen zu unterrichten, Praktika, Regieassistenzen, eigene Inszenierungen (und sei es auch nur ganz hemdsärmelig zusammengezimmert) usw: Man muss gleich anfangen: Nicht erst nach dem Studium.
 
Ahoi,

wenn dein eigentlicher Studienwunsch im Rechtsumfeld lag, würde ich mich auch zunächst daran orientieren. Es muss ja nicht direkt Jura sein, sondern du könntest das duale Studium Rechtspfleger machen. Jura kannst du immernoch später draufsetzen, aber so hast du Berufserfahrung und einen Abschluss.
 

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