Ich hatte auch einmal ein sehr merkwürdiges Vorstellungsgespräch.
2018/2019 war ich in einem Kurs, den die Arbeitsagentur leitete. Eines Tages sagte man mir, eine Gärtnerei würde eine Sekretärin suchen, ich solle zum Vorstellungsgespräch kommen.
Der Chef und die Chefin dieser Gärtnerei seien jeden Tag auf Wochenmärkten (es war Herbst) unterwegs, ich solle also in eine andere Stadt (mit dem Bus über eine Stunde Fahrzeit) fahren und sie dort um 13.00 Uhr auf dem Markt treffen. Das allein war schon ulkig.
Ich fuhr nun in diese Stadt, gehe auf den Markt und stelle mich dem Chef vor. Dieser meinte seine Schwester, die zweite Chefin ist, wäre noch nicht da und ich solle irgendwo in der Nähe warten.
Ich habe bis nach 14.00 Uhr dort gestanden, es war kalt und regnete leicht. Ich wäre am liebsten gegangen. Als dann endlich die Chefin kam, standen wir mitten auf dem Markt, die beiden blätterten in meinen Bewerbungsunterlagen und der Chef wurde noch unverschämt, unterstellte mir mehrere Dinge, z.B. dass ich mein Zeugnis von der IHK doch wohl selber gedruckt hätte, weil ich einen Notendurchschnitt von 1,1 aufwies.
Am Ende wollten sie jemand, der nur 2 Stunden täglich im Büro hilft und den Rest der Arbeitszeit auf dem Feld und im Gewächshaus schuftet. Der Chef schaute mich dann an und meinte, ich sehe ja kräftig genug aus für schwere Arbeiten.
Ich habe mich verabschiedet und dem Kursleiter nebst Chef der Gärtnerei am nächsten Tag mitgeteilt, dass ich dort ganz bestimmt nicht anfangen werde. Fand ich damals sehr frech und merkwürdig das Ganze.