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tagelang tot in der Wohnung liegen...

Waldquelle

Mitglied
Ich hab einige Gedanken bzw ein kleines Erlebnis im Kopf das ich gerne aufschreiben möchte. Ich hoffe, dass ich hier richtig bin.

Ein ganze weite Verwandschaft, ich kenne sie persönlich gar nicht, hat gestern bei uns angerufen. Die Tochter ist gestorben.

Sie war behindert, da sie an Arme und Beine teilweise Lähmungen hatte. Ich weiß nicht was genau sie noch hatte, auf jeden Fall hat das arme Mädchen ihr Leben lang sehr gelitten. Hin und wieder gab es Zeiten da ging es ihr verhältnismäßig gut, aber oft hat sie schon um ihr Leben gekämpft. Diese Mädchen hatte noch 4 (oder 5 - ich kenne die leider nicht so genau) Geschwister. Das Mädchen war Ende 20 und studierte sehr fleißig. Sie wäre dieses Jahr fertig geworden und hat sehr sehr fleißig gelernt. Sie hat in einem Studentenwohnheim gewohnt. Anscheinend hat sie sich trotz ihrer Behinderung alleine versorgen können.

Die Eltern hatten regelmäßig Kontakt zu ihr, aber nicht unbedingt wöchentlich. Der Vater wurde operiert, hatte anscheinend grad selbst einige Probleme damit und hatte 2-3 Wochen keinen Kontakt mit seiner Tochter. Als er dann aus dem Krankenhaus raus kam wurde er doch ziemlich unruhig. Er hat bei ihr angerufen, aber es ging keiner ans Telefon. Am nächsten Tag das selbe. Er hatte einfach keine Ruhe mehr und fuhr zu dem Studentenwohnheim. Am Wohnheim war schon Polizie, sogar die Kriminalpolzei war da. Im ersten Moment hat der Vater sich sogar dabei noch nichts gedacht. Dann geht er auf das Stockwerk seiner Tochter zu, ein Polizist kam ihm entgegen und meinte "Sie wollen Ihre Tochter in diesem Zusand nicht mehr sehen". Sie lag auf jeden Fall schon über einer Woche tot in der Wohnung.

Der Vater war fertig mit den Nerven. Er konnte nicht mehr schlafen, bei ihm ging gar nichts mehr. Er ist grundsätzlich gegen eine Verbrennung aber er meinte, er könnte es nicht ertragen seine Tochter in diesem Zustand den Sarg runtergleiten zu sehen.

Als ich das gehört habe, war ich sehr geschockt. Ich muss immer noch dran denken. Das geht mir nicht mehr aus dem Kopf. So etwas ist ein Top-Krimi im Fernseher oder als Buch. Aber das so was im realen Leben passiert. Tagelang tot in der Wohnung.

Meine Eltern meinten, dass ist einer der schlimmsten Arten, wenn man weiß dass das eigene Kind tagelang tot in der Wohnung liegt und man weiß es nicht.

Wie konnte es soweit kommen.. Ich bin geschockt..
 

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M

Mea

Gast
Alles sehr traurig, das Leben des Mädchens, aber ich denke, wenn man tod ist, dann ist es einem egal, wann man gefunden wird.

Mir passiert vielleicht später mal ähnliches, ich erwarte nicht von meinem KInd, dass es mich jede Woche anruft, wenn es mal ausgezogen ist.

Aber wie gesagt, hört sich für manchen hart an, aber wenn ich tod bin, ist mir doch der Zeitpunkt wurscht, wann ich gefunden werde, mich schockt das nicht.
 

Waldquelle

Mitglied
Dass es dich nicht schockt wann Du gefunden wirst, das verstehe ich.

Aber würde es dich schocken, wenn du einen Menschen der dir sehr wichtig war, erst so spät findest?

Der Vater macht sich jetzt große Vorwürfe, hätte er sich früher melden sollen..
 

Shorn

Sehr aktives Mitglied
Leider kommt dies in der BRD öfter vor als man denkt, so traurig und auch tragisch es sein mag.
In der Anoymität der Großstadt häufiger als auf dem Land aber auch dort geschied es hin und wieder.
Ich hätte meinn Kind nicht verbrennen lassen sondern einem Grab übergeben, aber das muss jeder für sich entscheiden.
 

hilfe-schlumpf

Aktives Mitglied
hmmm, Kriminalpolizei vor Ort ? Kann ich mir eigentlich nur vorstellen, wenn Arzt einen natürlichen Tod ausschließt.

( Würde auch das mit dem "Zustand" erklären, weil ich glaube , dass ein Körper nach 7-10 Tagen noch nicht so dermaßen unappetittlich verwest ist ).

Das nicht gefunden werden gehört zu unserer Gesellschaft sicher irgendwo dazu, ist manchmal hilfreich ( man denke nur an Suizid ). Ich würde mich auch auf das Schärfste dagegen stellen, jeden ( oder jeden zweiten wegen mir ) Tag irgendeinen kontrollbesuch empfangen zu müssen.

Also wenn ich ungewollt unter der Woche nachts sterbe, werde ich sofort gefunden. Da mich nur mein lauter Radiowecker aus meinem komatösen Tiefschlaf holt, würden die Nachbarn wohl spätestens nach dem zweiten Morgen, an dem das Ding eine geschlagene Stunde laut Alarm schlägt, "Maßnahmen" in die Wege leiten.

Klar, wenn ich zwei Wochen Urlaub nehme, den zu Hause verbringe, und gleich am ersten Urlaubstag beim Putzen unglücklich von der Leiter stürze, kann es auch mal locker ne Woche dauern, bis überhaupt jemand irgendwie hellhörig wird.

Aber wie schon geschrieben : Wenn ich Tod bin, ist mir das alles am A**** egal, da hab ich ganz andere Sorgen..:p

- nämlich, dass ich dann gar keine Sorgen mehr haben :rolleyes:
 

Lebenslang

Mitglied
aber eben auch der tod. allein schon für den fall, dass danach nichts mehr kommt.
Menschenwürdiger Tod? Hmm...

Ich bin ja der Meinung, dass meine Nachfahren entscheiden sollen was mit meiner irdischen Hülle geschieht, eigentlich ist es mir auch egal, Dünger für die Erde, oder doch in Aschenform in einer Urne? Am Ende spielt das keine Rolle, mein menschlicher Körper definiert nicht was ich bin, natürlich ist es nicht angenehm sich davon zu trennen, man trennt sich ja auch ungern von einem alten Auto, was auch die Faszination für manche Oldtimer erklären dürfte...
 

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