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Tagebuch - Sanierung Haus (Baujahr 1965)

Wir sind mit unserer energetischen Sanierung fast fertig. Unser Haus ist von 1748, hat 3 Wohneinheiten und das Fachwerk wurde irgendwann lange bevor es unser wurde von 3 Seiten umbaut. Den Hohlraum der dadurch vorhanden war, haben wir mit einer Einblasdämmung aus Steinwolle ( ich glaub so hieß das) gedämmt. Außerdem haben wir damals die oberste Decke zum Dachboden hin und die Hohlräume unter dem Dach zu den Wänden des OG dämmen lassen. Als nächstes haben wir alle Fenster getauscht, Holzrahmen, wegen der Belüftung des Hauses. Kunststofffenster sind bei einem so alten Haus nicht ratsam weil diese alten Häuser einen sehr intensiven Belüftungsbedarf haben. Danach gabs neue Dächer, auf Wohnhaus ( ungedämmt, ebenfalls aus o.g. Gründen), aber auch auf denn Anbau, die Scheune und die Remiese. Denn die Dächer waren alle nach dem ersten Weltkrieg gemacht worden und die Ziegel waren einfach mürbe. Dann kam eine Solaranlage und in diesem Zuge auch neue Elektrik. Außerdem haben wir uns 3 Windräder auf die Scheune gesetzt. In der nächsten Woche verabschieden wir uns entgültig vom Gas. Wir bekommen eine Wärmepumpe. Wir haben an Heizkörpern noch einige alte Rippenheizkörper und ansonsten die Flachheizungen. Eine dieser Flachheizungen muss ausgetauscht werden, weil sie für den Raum zu klein ist. Die alten Rippenheizkörper können bleiben. Sie funktionieren mit der neuen Generation der Wärmepumpen einwandfrei, ist uns versichert worden. Wir werden sehen, notfalls ist mein Schwiegersohn Klemptner und baut andere Heizungen ein. Wir sind in knapp 2 Wochen fertig mit der Sanierung... Ach, wegen Feuchtigkeit und Schimmelbildung haben wir unten damals Lehmputz aufgetragen (mein Sohn ist Malermeister, der kann sowas...). Das kann ich nur empfehlen. Das Raumklima hat sich total positiv verändert.
Die Sanierung hat inklusive Dächer und 34 Holzfenstern ca. 200000€ gekostet. Aber von der KFW haben wir einiges an Förderung zurück bzw genehmigt bekommen. Unsere Heizung war leider erst 13 Jahre alt und somit gabs nur eine geringere Förderung, ab einem Alter von 15 Jahren gibt es wesentlich höhere Förderungen. Wir haben jetzt unser Traumhaus wie wir es immer wollten. Ob es sich finanziell rechnet? Naja, wir sind mittlerweile beide 60 Jahre alt und ich gesundheitlich angeschlagen. Aber es ging uns nicht ums Geld sondern um möglichst unabhängig zu sein von irgendwelchen Idioten die leider die Macht haben sowas wie Energie unerschwinglich zu machen.
Wer weiß, vielleicht bekommen wir noch einen vernünftigen Wasserfilter, dass wir unser eigenes Wasser nutzen können. Mal schauen.
Vielen Dank für deinen Erfahrungsbericht. Sowas hilft mir sehr weiter.

Dass man durchaus 200.000 € in eine Sanierung stecken kann, ist leider wahr. Und die Frage, ob es sich rechnet ist, ist berechtigt. Ich denke halt: Irgendwann MUSS man. Weiter steigende Energiepreise, CO2 Steuer usw.... es könnte sein dass Heizen mit Gas in einer ungedämmten Altimmobilie in 10 Jahren zum Luxus wird.

Andere Sanierungsmaßnahmen stehen unabhängig von energetischen Überlegungen eh an. Fenstertausch, neues Dach, neue Heizung... nach spätestens 50 Jahren muss man eh vieles erneuern - und dann macht man es eben direkt zukunftssicher und energetisch gut.

Von Lehmputz höre ich nur gutes, danke für den Tipp! Allerdings habe ich zumindest noch nicht vor, den ganzen Putz zu erneuern. Ich überlege allerdings nach Austausch der Fenster bei der Renovierung die alte Tapeten runter zu reißen und die Wände mit Kalziumsilikatfarbe zu streichen, die atmungsaktiver und schimmelresistenter ist als Tapeten. Der Trend heute geht ja auch weg von Tapeten.

Um Heizung und Heizkörper kümmere ich mich nächstes Jahre. Wie bei dir wird es bei mir dann spannend, ob die alten Heizkörper ausreichen oder ich auch umrüsten muss.
 
Wir haben für die Sanierung 12 Jahre gebraucht. Immer ein bisschen, bis es jetzt bald fertig ist. 2031 haben wir komplett alles bezahlt. Sobald Rente angesagt ist. Das war von Anfang an der Plan und er hat funktioniert.
 
Als nächstes haben wir alle Fenster getauscht, Holzrahmen, wegen der Belüftung des Hauses. Kunststofffenster sind bei einem so alten Haus nicht ratsam weil diese alten Häuser einen sehr intensiven Belüftungsbedarf haben.
So wurde es mir auch von verschiedenen Handwerkern gesagt. Bei mir im Ort haben fast nur Neubauten Kunststofffenster, die Eigentümer der alten Häuser schwören auf Holzfenster.
Ach, wegen Feuchtigkeit und Schimmelbildung haben wir unten damals Lehmputz aufgetragen (mein Sohn ist Malermeister, der kann sowas...). Das kann ich nur empfehlen. Das Raumklima hat sich total positiv verändert.
Lehm(putz) ist wirklich was tolles.
 
Ich habe jetzt das zweite Angebot zur Erneuerung der Fenster.
Es ist mit rund 34.000 € etwas teurer als das erste Angebot, beinhaltet aber zusätzliche "Sonderwünsche":
  • Farbzuschlag Anthrazitgrau für dunkle Außenseite der Fenster
  • RC 2-Sicherheitsbeschlag
Hierbei handelt es sich um Kömmerling Fenster der Baureihe 76 AD, beim ersten Angebot waren es Salamander BluEvolution 82, nehmen sich m.E. nicht viel, vielleicht ist das Salamander minimal besser in Sachen Rahmendämmung.

Wenn ich zum ersten Angebot, was bei 32.500 € lag, für 1.000 € einen Farbzuschlag und für 700 € RK 2 Nachrüstung draufrechne, bin ich bei fast genau dem gleichen Preis.

Mein Gefühl spricht für Angebot 1, weil der Angebot 2 Typ ein "Verkäufer" war, der mit bewusst Angst vor Konkurrenten gemacht hat ("andere Versiegeln nicht gut, dann haben Sie Schimmel", "unsere Fenster haben einen Stahlkern, Andere haben das nicht")

Außerdem war Angebot 1 klarer, während bei Angebot 2 mehr im Kleingedruckten stand (kein Festpreis sondern "Die Zeit wurde geschätzt und wird nach tatsächlichem Aufwand berechnet", "Wir setzen auch Subunternehmer ein"), inklusive einer Zahlung nach Bauvorschritt und einer ersten Zahlung direkt nach Vertragsabschluss.

Ich warte noch auf ein drittes Angebot und möchte mich dann entscheiden.
 

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