Tyra
Sehr aktives Mitglied
ich glaube ganz so kann man das nicht sehen. es gibt auch junge menschen die sich wirklich umbringen wollen, weil sie das leben, das sie leben müssen nicht mehr aushalten können und keinen anderen weg finden.
oder glaubst du schwerstmisshandelte kinder, die von klein auf "gefoltert" wurden, kein selbstbewusstein entwickeln konnten und nur noch den leidensdruck loswerden wollen, erhoffen sich durch eine suizidversuch hilfe. die wissen doch oft garnicht, was hilfe bedeutet, wie hilfe aussehen kann. sie wissen nur, dass sie nicht mehr können.
auch bermerkungen, wie wer eine suizid ankündigt, tut es nicht, stimmen nicht. es gibt viele, die es ankündigen und tun und das mit erfolg.
keiner kann sagen wie hoch die dunkelziffer bei suiziden, die nicht erkannt werden, ist.
momo
also ich denke insbesondere bei jungen Leuten wird bei ungeklärten Todesfällen obduziert und die Wahrscheinlichkeit der Dunkelziffer liegt bei null..anders bei alten Menschen...dort ist es ja wahrscheinlicher dass die einfach so sterben.
Ich denke Sinn (sofern man davon reden kann...ggf. eher Botschaft) vieler Suizide grad bei jungen Leuten ist dass sie auf jeden Fall erkannt werden sollen..damit die Nachwelt grübelt warum....damit so noch die Aufmerksamkeit kommt die zu Lebzeiten nie da war...damit zuminest dieser allerletzte Hilfeschrei gehört wird...da der Mut nie da war zu Lebzeiten laut raus zu schreien.
Ich habe mich mit dem Suizid von vielerlei Perspektiven her beschäftigt..anthroplogische, psychologische, soziologische Sichtweise..man kann dort viel drüber nachlesen. Focault hat viel Interessantes dazu geschrieben...So also Laie hat man da natürlich zunächst eine recht einseitige Sichtweise...und auch ich biete hier ja nur einige Sichtweisen ohne Anspruch auf Vollständigkeit.
Das eigene Erleben verbaut einem natürlich manchmal ein wenig die Sichtweise....ich rate dir auch mal von anderen Perspektiven her dem Thema zu nähern....mal mit etwas mehr Abstand zu dir selbst....sowas kann man ja prima in einer Therapie mit dem Therapeuten tun..nennt man Reflexion..eine Denktechnik die sehr hilfreich sein kann..überall im Leben..
Durch Reflexion und systematisches sachliches Annähern kann man verzerrte Sichtweisen ein wenig entzerren, sodass das Bild zumindest ein wenig klarer wird. Wissen ist halt Macht..und auch Entzerrungsmittelchen...Erfahrung allein reicht leider bei einigen Themen oft nicht aus..da zu viel Subjektivität einem die Sicht aufs Ganze verbaut. Zu viel Objektivität natürlich auch..ich praktiziere da immer sone Art Mittelweg.
Selbstmorde gab es zu allen Zeiten....leider...aber so ist es nun einmal...einige Menschen schaffen es und andere nicht..jeder geht mit erlebten Traumata anders um, einige Menschen haben die genetische Anlage zur Depression und kommen dann noch gewisse Auslöser dazu bricht die Krankheit aus und dann kommt es sehr drauf an wie der Betroffene mit dieser krankheit umgeht..ob er das Richtige tut oder eben nicht. Ich denke die Natur regelt das dann indem die Schwachen sterben und die Starken überleben und somit die Art erhalten bleibt...auch bei Menschen
Junge Menschen sind noch recht orientierungslos und müssen ihren Platz ihm Leben erst noch finden. Bleibt zu hoffen dass Jugendliche mit besonderen Problemen, z.b depressionsanfällige suizidgefährdete Jugendliche in ihrem Umfeld Menschen habe die rechtzeitig erkennen das hier fachkundige Hilfe Not tut und mithelfen für ne Weile Orientierung und Halt zu geben.
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Allgemein...+ zum Kontext zu den Beiträgen von Eiskalter Engel:
wir schreiben immer aus unserer Erfahrung heraus..aber per wissenschaftlich-reflexiver Methode kann man auch filtern und ein wenig mehr Objektivität errreichen, die manchmal wichtig ist um Dinge/Probleme erkennen und lösen zu können.....Erfahrung allein reicht manchmal nicht..daher gibt es ja auch Therapien als Reflexionsmittel in denen man diese wissenschaftlich-reflexive Methode ein wenig erlernt...was natürlich auch Einfluss aufs Denken hat....man kann sich viele Dinge besser erklären, Emotionen artikulieren, versteht ein wenig wie man so tickt und funktioniert und wo man ggf. was ändern kann...damit man nicht mehr akut wird z.B...
Zu wissen wer man ist und sich selbst ausreichend zu verstehen ist die Basis, fehlt diese Basis, rudert und kriecht man sein Leben lang nur rum anstatt aufrecht zu gehen. Sich selbst zu erkennen bedeutet manchmal auch Konfrontation mit dem was man an sich an sich weniger gerne sieht...sich selbst zu erkennen ist ein lebenslanger Prozeß der an sich nie aufhört...aber viele Menschen schrappen an diesem Prozeß manchmal irgendwo vorbei und versuchen per Ruderei durchzukommen....manchmal klappts..oft aber nicht, denn das Leben stellt oft ziemliche Anforderungen an uns.
Der Mensch, jeder Mensch hat an sich sowas wie Verstand und Intellekt...neben Herz sollte man immer auch mit dem Verstand arbeiten wenn es um Probleme geht...wenn man zu betroffen ist und emotional zu sehr in einem Problem oder einem Thema drin steckt kommt man oft nicht weiter und engt sein Sichtfeld ein. Es kommt immer drauf an was man so mit seinem Verstand macht..was man aus seinen Anlagen generell macht...Oft bremsen Kindheitstraumata entwicklungstechnisch aus...wie sehr hängt vom Einzelnen ab...ist sehr unterschiedlich.
Manche Dinge brauchen ihre Zeit und auch die richtige Methode...jeder muss da für sich seine eigene Methode finden und die Zeit geben die es braucht sich selbst zu verstehen und die Welt zu verstehen...dieser Prozeß wird per Selbstmord natürlich unterbunden...
Tyra
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