Anzeige(1)

Studium abbrechen und jetzt?

Hallo,

ich bin 20 Jahre alt und habe mich jetzt eigentlich dazu entschieden mein Geographiestudium abzubrechen. Mangelndes Interesse, Noten mit denen ich vermutlich keinen dringend notwendigen Masterplatz bekomme und die allgemein, sowie speziell für mich schlechten Berufsaussichten mit diesem Fach, sind einige Hauptgründe, neben vielen weiteren Gründen. Ich bin schon vom ersten Semester an nie wirklich glücklich gewesen und habe es bis vor einigen Wochen immer aufgeschoben, mich ernsthaft damit zu beschäftigen, ob ich an der Uni richtig bin und was ich stattdessen machen kann. Aber dazu hat man ja während des Semesters auch nie wirklich Zeit, da stets die nächste Hausarbeit oder Klausur vor der Tür steht.

Nun möchte ich mich für Ausbildungen oder Duale Studienplätze bewerben. Da ich leider immer noch nicht weiß, was meine Stärken und Interessen sind, falls ich denn welche habe, achte ich bei der Suche nach Ausbildungsplätzen nun in erster Linie auf Aspekte wie Sicherheit des Jobs und Verdienst, auch wenn mir bewusst ist, dass das natürlich keine (Haupt-)entscheidungsgründe für eine bestimmte Ausbildung sein sollten. Ich gucke hauptsächlich nach Ausbildungen in der Verwaltung oder im kaufmännischen Bereich.

Das sind natürlich Bereiche, die von der Geographie weit entfernt sind, und dementsprechend schwer fällt es mir in meinen Anschreiben zu verdeutlichen, warum ich mich für einen Studienabbruch und für genau diese Ausbildung bewerbe. Schließlich habe ich auch keinerlei Erfahrungen in den angesprochenen Bereichen gemacht, die ich in meinen Bewerbungen anführen könnte.

Leider habe ich zudem eine geringe soziale Kompetenz und wenig Selbstbewusstsein, weswegen ich mir in möglichen Einstellungstests und Vorstellungsgesprächen nicht die allerbesten Chancen errechne.

Ich gehe mit meiner Entscheidung somit auch ein ziemlich hohes Risiko ein. Was ist, wenn ich keinen Ausbildungsplatz fürs nächste Jahr bekomme? Dann stehe ich ohne irgendetwas da. Das wäre eine Katastrophe.

Das einzige was ich bieten kann ist eine hohe Motivation und den Willen unbedingt im nächsten Jahr einen Ausbildungsplatz zu bekommen. Ich glaube auch, dass ich diesen Willen dann während der Ausbildung aufrecht erhalten kann, weil ich natürlich nicht nochmal etwas abbrechen möchte. Aber an Motivation wird es den Mitbewerbern wohl auch nicht mangeln.

Meine Abinote ist übrigens 2,6.

Da ich nicht so viele Leute habe, mit denen ich über meine Situation reden kann, wäre es mir wichtig zu erfahren, wie ihre meine Situation seht. Bin ich etwa auf dem völlig falschen Dampfer? Oder soll ich das jetzt durchziehen und mich fleißig für Ausbildungen bewerben? Das ist natürlich eine Entscheidung, die ich selber treffen muss, aber für Denkanstöße bin ich sehr dankbar.
 

Anzeige(7)

A

annakarina

Gast
Ich fang mal hinten an: Nein, duchziehen auf keinen Fall. Du bist noch sehr jung, und wenn du jetzt schon feststellst, dass das nicht deins ist, dann ist es völlig richtig, den Studienzweig zu beenden.

Das nächste Prob ist, wenn ichs richtig verstand, dass du nicht so recht weißt, wohin und was nun.
Du sprichst von "mangelnden sozialen Kompetenzen" - was immer man darunter im Einzelfall versteht: Ich hab da auch unter meinen Kindern so ein Spezi, dem ich dies bescheinigen würde (OHNE Werturteil!).

Und ausgerechnet dieses Kind ist Sozialarbeiter geworden - und weißt du: Das auch noch ein sehr guter! Weil sein eigentliches Manko - die nicht sehr ausgeprägte soziale Kompetenz - ihn genau zu dem befähigt, was schon etlichen seiner übersensiblen Kollegen das "Genick" gebrochen hat:Sich rechtzeitig abzugrenzen, bevor ihn die Probleme seiner Klienten vollends in den Keller beförderten. Es muss also nicht immer schlimm sein, wenn man nicht allzu empathisch ist!

Doch da du derzeit hinsichtlich deiner Laufbahn auf dem Schlauch stehst - wie wäre es mit einem FSJ oder FSÖ? Je nachdem, wofür du dich interessierst.
Die Anmeldungen für das kommende Jahr laufen schon, soweit ich weiß - wäre das nicht evtl. eine Option, sich so klar zu werden, wohin der weitere Weg führen könnte?
Das nächste FS-Jahr beginnt im kommenden Sommer - und bis dahin könntst du einfach jobben, um dir ein bisschen Kohle anzusparen.

Alles nur so eine Idee - nimms an oder sag: Schei****
Es ist DEIN Leben.
Alles Gute!
 
Hallo annakarina,

vielen Dank für deine Antwort.

Ein FSJ habe ich bereits vor meinem Studium gemacht. Das hätte ich noch erwähnen sollen. Deswegen stehe ich jetzt aus meiner Sicht unter Druck, allmählich das zu finden, was ich längerfristig machen will.

Mit sozialer Kompetenz meine ich, dass ich unter anderem soziophobische Züge habe. Bin auch in Therapie deswegen. Unterhaltungen mit anderen Menschen zu führen, neue Leute kennzulernen, etc. fällt mir sehr schwer.
 
A

annakarina

Gast
Ja, das passt abgeschwächt durchaus zu meinem Sohn.... Deshalb hat mich seine Berufswahl zunächst auch gewundert, aber siehe da, sie tut auch ihm gut.

Ok, wenn du ein solches Jahr bereits gemacht hast, dann entfällt diese Möglichkeit. Eine andere wäre vielleicht bis zum nächsten Sommer verschiedene Praktika - auch so kann man ausloten, welche Richtung es in etwa sein könnte.

Frage auch: Muss es unbedingt ein Studium sein oder käme auch eine Ausbildung für dich in Frage? Welche Fähigkeiten hast du (künstlerisch, handwerklich, organisatorisch, wat auch immer)? Danach wären dann entsprechende Praktika zu suchen, sollte es eine Option für dich sein.
 

Anzeige (6)

Ähnliche Themen

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Gastraum
Regeln Hilfe Benutzer
  • Im Moment ist niemand im Chat.
  • Chat Bot:
    Raumnachrichten wurden entfernt!

    Anzeige (2)

    Oben