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Studiert und nicht studiert ? Zwei Klassen = Zwei Welten ?

  • Starter*in Starter*in Ferdinand_P
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Ferdinand_P

Gast
Ich bin 29 jahre alt, Mittlere Reife, Ausbildung und arbeite in der Verwaltung eines kleineren Betriebs, sprich mache die ganze Korrespondenz, Büroorganisation usw... In letzter Zeit habe ich durch meine Freundin häufiger mit sogen. Akademikern zu tun, manche schreiben grade an Ihrer Masterthesis. Ich fühle mich in deren Umfeld nicht wohl, da mir mein Job im vergleich zu so hohen Sachen wie die im Studium machen total einfach vorkommt. Allein die Unterhaltungen teilweise darüber - ich verstehe manchmal kein Wort von demüber was da geredet wird. Meine Freundin meint dazu nur die wären eben was Höheres und wir würden halt immer Standard bleiben. Ist dem wirklich so? Muss man unbedingt studieren um einen ordentlichen Job zu machen bzw. hat die Mehrheit der arbeitenden Bevölkerung wirklich studiert ?
 
Schwachsinn, Schwachsinn und nochmal Schwachsinn. Weder sind Akademiker "was höheres" in Zeiten, wo fast jeder studiert, noch kriegt man mit nem Studium automatisch einen supertollen Job noch kann man ohne Studium automatisch weniger.
Am besten arbeitet ihr mal an eurer Selbstachtung, dann kommt auch alles weitere in Ordnung 🙄.
Yukmaus, die bald 2 Diplome hat, und jedem Handwerker ehrfürchtig gegenübertritt (Sanitärinstallation ist einfach Hexenwerk!)
 
Wer über seine Diplom/Masterarbeit spricht, redet fast immer Fachchinesisch. Im Studium spezialisiert man sich und die Themen von Abschlussarbeiten sind in der Regel so speziell, dass das kaum jemand Außenstehendes versteht. Deshalb müsst Ihr euch also keine Gedanken machen.

Grundsätzlich steht bei sowas immer die Frage: Hat man selber einen Beruf, den man mag? Wenn ja, ist egal, was Andere tun. Wenn man durch solche Begegnungen aber merkt, dass man selber doch ganz gern etwas Anderes tun würde, wäre es gut, zu überlegen, wie man tatsächlich was ändern kann. Dann kann man den Akademikern für den Denkanstoß sogar ein bisschen dankbar sein. Zwei Klassen und zwei Welten gibt es m.E. nur, wenn man das selber so sehen will, sich selber klein und Andere groß macht. Meiner Meinung nach keine sinnvolle Weltanschauung.
 
@ Selah, ich kann ihn verstehen, da es teilweise wirklich so ist dass solche Akademiker auch meinen sie wären etwas besseres.
 
Es ist nicht verwunderlich, dass man mal nicht versteht worüber die Studenten so reden, gerade auch, wenn man selbst nicht im Thema ist. Jede Wissenschaft hat dazu einen eigenen Jargon, was es vielleicht für ausstehende wie Kauderwelsch erscheinen lässt. Wenn ich zum Beispiel zwei Ingenieure fachsimpeln höre, verstehe ich auch nur Bahnhof.

Aber mal zu dem "etwas höheres" sein. Ich denke nicht, dass sich die "Güteklasse" eines Menschen in seiner formalen Bildung ausdrückt. Sicher besitzen viele Studenten und Akademiker ein gewisses Fachwissen, vielleicht auch eine gute Allgemeinbildung, aber das macht sie nicht zu etwas besserem. Ich habe einen guten Freund, der selbst keinen Hochschulabschluss besitzt, aber meiner Meinung nach, der intelligenteste Mensch ist, mit dem ich je persönlich zu tun hatte (Professoren eingeschlossen). Wer Interesse hat, kann Wissen auch auf anderen Wegen erlangen und Weisheit ist z. B. nur begrenzt eine Frage des Wissens. Im Prinzip kochen die meisten Menschen auch nur mit Wasser und wer sich aufgrund seines akademischen Grades für höherwertig hält, zeigt doch letztlich nur, wie dumm er eigentlich ist.
 
Außerdem, "studiert haben" ist nicht immer ein Ehrenkranz.
Ganz einfaches Beispiel, wie es wahrscheinlich millionenfach zutrifft:
Schwägerin studiert halt mal 20 Semester Jura weil Pappi ja zahlt, bricht am Ende ohne jegliche Erfolgsnachweise ab und dann steht im Lebenslauf: hat Jura studiert!
Ja na klar hat sie Jura studiert. 20 Semester ohne Abschluß. Also gelogen ist es nicht.
Ich würde mal dazu übergehen, die Leute zu fragen, ob sie auch nen Abschluß haben, denn so kann sich ein beeindruckender Lebenslauf auch ganz schnell zu einer Ansammlung von peinlichen Mißerfolgen wandeln.
 
Übrigens wird umgekehrt auch gerne mal gedacht, dass es diejenigen, die nicht studieren/studiert haben, leichter im leben hätten, weil sie einen schnelleren beruflichen Einstieg erhalten haben und deren Aufgaben tatsächlich leichter erscheinen, für die sie sich ausgebildet haben. Und wenn es "nur" Büroorganisation ist...Es gibt nicht wenige Studenten, die befürchten, dass das Studium eine Nummer für Sie zu hoch ist.

Ich würde maximal davon ausgehen, dass es da zwei unterschiedliche Mentalitäten gibt, aber zwei Welten nicht unbedingt. Und Klassen erst recht nicht...
 
Oha. Aber wirklich Schwachsinn.

Wer studiert, spezialisiert sich auf seinen Fachbereich. Wer eine Ausbildung macht, spezialisiert sich auf seinen Fachbereich. Das heißt nicht, dass der eine besser ist als der andere. Ein Beispiel aus meinem Alltag:

Ich bin Sekretärin, habe also wie du kein Studium hinter mir. Mein Tag ist voll mit Papierkram, Organisation, Buchführung, und so weiter. Dafür muss man nicht studiert haben, aber können muss man es schon. Von Jura hab ich keine Ahnung, ist eh langweilig in meinen Augen. Mein Chef, der Herr Dr., ist wirklich bewandert in seinem Fachgebiet - aber setz den mal auf meinen Platz und sag ihm, die Monatsabrechnung muss gemacht werden. Der wüsste überhaupt nicht, wie das geht - geschweige denn dass er was von Organisation weiß.

Ohne den Herrn Studierten würde mein Arbeitsplatz nicht existieren, er ist wichtig, ja. Aber ohne Leute wie dich und mich würde auch nichts funktionieren - wir sind ebenso wichtig. Da ist keiner höher als der andere!

Und ja, das sehen manche Studierte wirklich anders. Ich durfte mir mal von einer ehemaligen Schulfreundin anhören - "Naja, aber DU bist ja auch NUR Sekretärin geworden" - sagte die Bachelor-auf-Lehramt-Dame mit reichem Papa. Auf solche Leute kannst du hoffentlich verzichten 🙂
 
Ich bin 29 jahre alt, Mittlere Reife, Ausbildung und arbeite in der Verwaltung eines kleineren Betriebs, sprich mache die ganze Korrespondenz, Büroorganisation usw... In letzter Zeit habe ich durch meine Freundin häufiger mit sogen. Akademikern zu tun, manche schreiben grade an Ihrer Masterthesis. Ich fühle mich in deren Umfeld nicht wohl, da mir mein Job im vergleich zu so hohen Sachen wie die im Studium machen total einfach vorkommt. Allein die Unterhaltungen teilweise darüber - ich verstehe manchmal kein Wort von demüber was da geredet wird. Meine Freundin meint dazu nur die wären eben was Höheres und wir würden halt immer Standard bleiben. Ist dem wirklich so? Muss man unbedingt studieren um einen ordentlichen Job zu machen bzw. hat die Mehrheit der arbeitenden Bevölkerung wirklich studiert ?

Nun, da irrt und verallgemeinert deine Freundin aber gewaltig.

Man sollte sich nicht kleiner machen, als man ist. Es gibt viele Studierte, die sind darauf neidisch, weil sie beispielsweise nicht über handwerkliche Fähigkeiten verfügen. Wobei es natürlich auch Studierte gibt, die handwerklich sehr gut drauf sind. 😀

Vorurteile.

Um einen guten Job zu machen, muss man Professionalität besitzen und die ist nicht vom Schulabschluss abhängig.

Stelle die mal jetzt irgendeinen Jurastudenten vor, der von Technik keine Ahnung hat.

Für den ist es ein Albtraum in einer Werkstatt zu stehen und auf "fachchinesisch" erzählt zu bekommen, wieviel er für die Reparatur seines Kfz bezahlen darf. Das ist ungefähr der gleiche Effekt, den du beschreibst.
Vielleicht mit dem Unterschied, dass der Jurastudent noch gerichtlich gegen die Kfz-Werkstatt vorgeht. 😀
 
..

Für mich erscheint der Unterschied sehr simpel.

Ein studierter Mensch, wenn man ihn einfach nur als Mensch betrachtet, ist jemand, der in der Regel sprachlich und analytisch besser geschult ist, als jemand, der eine solche Schulung nicht hatte. Wenn man nicht von irgendwelchen fachlichen Ausrichtungen, Charaktermerkmalen oder Entlohnungsniveaus ausgeht, dann ist das Vorgenannte der grundlegende und einzige Unterschied zwischen einem studierten Menschen und einem, der nicht studiert hat.
 
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