Ich habe einige Erfahrung darin, einzelne Zimmer unterzuvermieten und es ist mMn. mit extrem viel Aufwand verbunden. Das muss man schon wollen und viel verdient man damit nicht.
Man hat fremde Leute in der Wohnung rumhüpfen und je nach Person kann das unfassbar lustig oder unfassbar nervig sein. Alles dazwischen ist auch möglich. Solange sich eine Person so verhält wie man es auch vorstellt, kann es gut gehen. Nur kann man den Leuten erfahrungsgemäß beim ersten Kennenlernen eben nicht in den Kopf schauen.
Kommt ihr mit Unordnung klar oder wenn die Küche schmutzig hinterlassen wird? Dafür konnt ihr zwar lustig Regeln aufstellen, aber am Ende ist niemand verpflichtet, sich daran zu halten. Ebenso wie Putzpläne. Die sind schön, aber nur, wenn jeder mitmacht.
Habt ihr teure Gegenstände in der Küche, die nicht kaputt gehen sollten? Aus dem Grund haben wir eine günstige Küche und wenn etwas kaputt geht, dann ist es kein großer Schaden.
Freunde einladen dürfen die Untermieter auch, wie sie möchten. Besuch darf man für einige Wochen haben, ohne dass sich der Vermieter beschweren kann.
Dann kann es immer passieren, dass jemand die Miete nicht zahlt. Das deutsche Recht ist da langsam, dann zahlt ihr nämlich die erhöhten Nebenkosten erst mal munter weiter. Ggf. darf man sich mit Anwälten und Gerichten rumärgern. Und wenn am Ende bei einer Person nichts zu holen ist, weil die nichts hat, dann bleibt ihr auf den Kosten sitzen.
Dann habt ihr jedes Mal Aufwand, wenn jemand auszieht, weil ihr ein Übergabeprotokoll machen solltet. Und wenn dann Schäden sind, habt ihr wieder Aufwand, das richtig abzurechnen. Da sollte man sich vorher gut informieren, was man als Vermieter wie berechnen darf und was nicht.
Eine Nebenkostenabrechnung müsst ihr auch jedes Jahr machen, da haben Mieter ein Recht darauf. Das ist besonders lustig, wenn ihr einen gemeinsamen Wasser- uns Stromzähler habt, weil es dann eben anteilig ist, auch wenn die Person zB täglich drei Mal duscht und ihr nicht.
Würde ich die Untermietung von einzelnen Zimmer empfehlen? Ja, wenn man Freude am WG-Konzept hat und sich nicht von dem Aufwand abschrecken lässt.
Aber wenn man es vor allem aus finanziellen Gründen macht, würde ich es nicht empfehlen.