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Streitigkeit mit Arbeitskollegen

nonickname

Mitglied
Hallo,

ich stecke momentan in einer kleinen Misere. Ich mache Ausbildung in der IT-Abteilung einer großen Behörde. Wie das im öffentlichen Dienst nunmal so ist, wird an Karneval auch ordentlich gefeiert. Dazu wollten wir Jungs aus der IT-Abteilung uns auch einheitlich und passend verkleiden.

Ein Kollege hat dann per Sammelbestellung, das Kostüm, sowie alle benötigten Extras gekauft, und das Geld ausgelegt. Nun ist es aber so, dass ich an besagtem Karnevalstag nicht mitfeiern konnte, da ich am nächsten Tag in der Frühe, meine Mutter zum Krankenhaus hin- und wieder zurück nach Hause fahren musste.

Die Sachen konnten natürlich nicht mehr zurückgegeben werden, meine Mutter, die mich ja darum gebeten hatte sie zu fahren, wollte dann auch finanziell für die Sachen aufkommen, die ja im Endeffekt schon gekauft, aber nicht benötigt worden waren.

Nun hat es sich allerdings so ergeben, dass diese Sachen mehr oder weniger abhanden gekommen sind. Sie waren zu der Zeit noch in der Obhut meines Kollegen, da ich keine Zeit hatte sie abzuholen. Laut seinen Aussagen, ist mein Kram wohl von ein paar Mädels unserer Karnevalsveranstaltung "gefunden" und natürlich sofort als Requisit, "ausgeliehen" worden.

Nun schrieb mich besagter Kollege heute an, ich möge ihm doch das Geld vorbeibringen, welches ich Ihm noch schulde. Er hatte bereits vorher erwähnt, dass die Hälfte des Krams irgendwo verteilt wäre, er aber selbst keine Ahnung hätte, wo genau. Er sagte, indirektes Zitat: "Er wolle nur sein Geld haben, der Rest wäre ihm Laterne".

Natürlich sehe ich nicht ein, ihm Geld für die Gegenstände zu geben, die ihm während der Feier abhanden gekommen sind. Die Sachen liegen mit hoher Wahrscheinlichkeit noch irgendwo bei uns in der Behörde herum, aber niemand weiß genau wo. Und jetzt soll ich bezahlen, und selbst schauen wo ich denn meine bezahlte Ware herbekomme.

Problem ist, der Kollege ist zwar nicht mein Vorgesetzer, gehört aber dennoch zu der Gruppe von Leuten, bei denen ich stetig um Anerkennung kämpfen musste und auch noch muss. Generell lasse ich mir eigentlich viel zu viel gefallen, sage häufig "ja" obwohl ich lieber "nein" sagen würde, und versuche auch sonst alles um in gutem Licht dazustehen.

Eventuell hat ja jemand Rat für mich.
 
Deinem Kollegen würde ich etwas erzählen.
Ware gegen Geld.... Ich könnte noch mehr dazu schreiben aber bin dazu aufgrund meiner Fassungslosigkeit, ob solcher Dämlichkeit nicht in der Lage. An deiner Stelle würde ich keinen Cent zahlen.
 
Mit der rechtlichen Lage kenne ich mich nicht aus, aber rein vom Menschlichen her handelt dein Kollege sehr egoistisch. Er hat die Sachen bestellt, also muss er auch dafür sorgen, dass sie sicher in Empfang genommen und verstaut werden!

Wenn die Klamotten dann innerhalb des Gebäudes abhanden kommen, sollte er selbst dafür sorgen, dass sie wiederbeschafft werden. Er hat sie schließlich aus den Augen gelassen. Erst dann würde ich ihm das Geld geben. was ihm "Laterne" ist und was nicht, wäre dann nicht mein Problem. Ich bezahle doch nicht für eine Sache, die ich nicht einmal besitze, weil der Verantwortliche Mist gebaut hat!

Wahrscheinlich kann dir hier noch jemand besser und fundierter Auskunft geben, aber so würde ICH es handhaben 🙂

Viel Glück!
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo du Typ ohne Name!

Dein Fall klingt beim zweiten Lesen gar nicht soooo dramatisch.
Klar, ein bisschen doof ist die Situation schon, aber kein Weltuntergang. Und solange der
Kollege "nur" ein Kollege und kein Chef ist, ist alles halb so wild.

Folgender Ansatz von mir:

Versuche ruhig mit ihm darüber zu reden, mach deinen Standpunkt klar und sucht gemeinsam
nach einer Lösung.
Wenn er darauf nicht eingeht, bitte ihn das Zeug zu beschaffen. Wenn er es auftreiben kann
(komplett!) bezahle es.
Wenn er es nicht auftreibt oder keinen Bock dazu hat, zahle es auch nicht.
Du hast ja nichts unterschrieben und er hat nichts festes gegen dich in der Hand.
Sowas sollte man aber vermeiden, da du ja noch mit ihm auskommen musst.
Also versuch irgendwie eine Lösung zu finden, die euch beiden passt.
Du könntest es beispielsweise bezahlen, wenn er dir dafür eine Entschädigung besorgt,
zum Beispiel sein Kostüm oder eine Einladung auf ein Essen/Bier/usw.
Du könntest auch die besagten Damen aufsuchen und zur Verantwortung ziehen.

Egal was du machst, mach dich locker! Die meisten solcher Probleme lösen sich leichter, als
gedacht!

Versuche einfach einen Mittelweg zu finden (z.B. zahlst du die Hälfte, etc.) und
in einem freundlichen und bestimmten Ton mit dem Kollegen zu reden.

Viel Erfolg!
 
Ich habe heute bereits, zumindest meines Erachtens, Mut bewiesen und Ihm gesagt, dass das so nicht laufen würde. Für mich ist das bereits ein großer Erfolg, da ich sonst eher klein bei gegeben habe, aus Angst, man würde mich ausschließen oder nicht mehr mögen, wenn ich jemandem einmal nicht einen Gefallen tue.

Allerdings hat ihn das nicht besonders interessiert, sondern hat auf darauf gepocht, ihm stünde sein Geld zu, alles andere wäre eben mein Problem.

Vermutlich gibt es für dieses unterwürfige Verhalten/Komplex irgendeine Bezeichnung. Aber diese Ängste, nicht mehr gemocht zu werden, sitzen irgendwie ziemlich tief. Keine Ahnung woher das kommt, vermutlich bin ich einfach kaputt :/
 
Achwas, nicht kaputt, einfach ein bisschen zu bescheiden 😉

Du wirst merken, dass du erst dann Teil der "Gruppe" wirst, wenn du auch deine Meinung sagst,
so erhältst du Respekt und nur durch Respekt bist du auf einer Ebene mit den Anderen.

Super, dass du es ihm gesagt hast. Er ist echt dämlich, wenn er sagt, es wäre "dein Problem".
Na, dann zahl es eben nicht - mal sehen, ob es dann seines ist 😀

Um welchen Betrag handelt es sich denn?

Man merkt, dass es dir nicht wirklich um dieses Kostümproblem geht, viel mehr um dein bisheriges
Verhalten, nicht wahr?
 
Es geht dabei um einen Betrag von rund 30€. Das Geld ist mir im Grunde egal. Ich bin zwar nicht übermäßig reich, habe aber nicht einen der am schlechtesten bezahlten Ausbildungsberufe.

Ich habe mir bisher Vieles gefallen lassen, sowohl von Arbeitskollegen, als auch von Freunden oder Bekannten. Wenn ich dann mal was sage, werde ich entweder nicht ernst genommen oder missverstanden und als empfindlich abgestempelt. Es fällt mir aber auch unglaublich schwer "nein" zu sagen. Zu groß ist die Angst, nachher in der Missgunst zu stehen oder ausgeschlossen zu werden.

Ich habe nur einen wirklich guten Freund, der sich auch mal bei mir meldet. Bei allen anderen ist es immer anders herum. Da suche ich den Kontakt. Keine Ahnung warum, aber ich brauche einen gewissen Grad an Anerkennung und Aufmerksamkeit. Auch wenn ich sie durch Witze auf meine eigenen Kosten erzwingen muss. Ich versuche immer gut da zu stehen.

Wenn ich jetzt gerade mal reflektiere was ich mir gerade vom Herzen geschrieben habe, wirkt das ganze doch schon wie ein ziemlich bescheuerter Komplex. Bevor ich allerdings komplett in meinem Sumpf versinke, denn ich habe noch eine ganze Menge Baustellen mehr, klammere ich mich lieber an das, was ich im Moment habe.

Edit: Der letze Absatz klingt doch wirklich sehr pseudodramatisch, ich lasse ihn aber trotzdem mal stehen.
 
Denkst du, es würde dir besser gehen, wenn du es einfach zahlst und in Zukunft
diesem Kollegen nicht mehr vertraust?

Na, besser ein wahrer Freund, als hundert falsche!

Hm, ja du befindest dich in einer Krise, aber da kannst du dich nur selbst raus befördern.
Treibst du Sport? Und was machst du sonst so?
 
Denkst du, es würde dir besser gehen, wenn du es einfach zahlst und in Zukunft
diesem Kollegen nicht mehr vertraust?

Das ist schwierig, da die Person in der Jugend- und Auszubildendenvertretung tätig und gleichzeitig auch im Personalrat ist. Ich möchte gerne mal über meinen Schatten springen und mal nicht klein bei geben obwohl ich im Recht bin. Darüber hinaus bin ich, was Geld angeht, sehr eigen.

Meine Mutter war alleinerziehend mit mir und meinem Bruder. Sie hatte stetige Geldsorgen, was ich ab einem gewissen Alter natürlich auch mitbekommen habe. In dieser Zeit habe ich aber lernen müssen, meine Ansprüche im Zaun zu halten und mit dem auszukommen, was wir haben.

Es ist nun nicht so, als hätten wir in der letzen Absteige gelebt und nichts zu Essen gehabt. Meine Mutter ist ebenfalls im öffentlichen Dienst tätig, hat nach meiner Geburt allerdings auf 3/4 der normalen Arbeitszeit reduziert. Von meinem Vater ist sie geschieden seit ich zwei bin. Mein Bruder, dessen Vater sich nicht gekümmert hat, kam 4 Jahre nach mir.

Na, besser ein wahrer Freund, als hundert falsche!

Hm, ja du befindest dich in einer Krise, aber da kannst du dich nur selbst raus befördern.
Treibst du Sport? Und was machst du sonst so?

Es sind ja in diesem Sinne keine falschen Freunde. Wenn ich denn mal mit Ihnen unterwegs bin, verstehen wir uns ja auch echt gut und haben Spaß. Allerdings scheine ich von diesen Leuten abhängiger zu sein als diese von mir.

Krise klingt gut. Ich würde eher sagen Disaster. Das was ich heute erzählt habe, betrifft gerade einmal 20% meiner Sorgen. Sofern man die in Dezimalzahlen ausdrücken kann.

Ich gehe, sofern ich neben meiner Arbeit Zeit und Motivation finde (Motivation ist im Übrigen auch Mangelware), ins Fitnessstudio und mache Ausdauer- sowie Muskeltraining. Ansonsten abends mal ein Buch lesen, surfen, Filme oder Serien gucken und über Skype quatschen. Ebenfalls eines meiner Hobbies, mein Auto. Im Sommer wird dann mit Sicherheit auch mal wieder Abends gegrillt oder ein Bier gezischt.

Von Alkohol ausserhalb des Wochenendes und Zeiten in Gesellschaft, konnte ich mich übrigens erfolgreich fernhalten.
 
Das, was Priester sagt, stimmt auch... Es geht nur um einen geringen Betrag
und irgendwie ist dein Kollege natürlich auch nicht für dein Eigentum verantwortlich.

Es wäre natürlich fair und nett von ihm, wenn er dir eine Lösung oder Hilfe anbieten
würde.

Ich an deiner Stelle würde es auch einfach zahlen, weil es mir im Grunde egal ist.

Du musst dich nicht "aus Prinzip" gegen jemanden auflehnen, weil du das sonst nie gemacht hast,
du könntest einfach bestimmter reagieren, in dem du ihm sagst, dass das trotzdem nicht geht
und in ruhig bittest, dir beim Suchen zu helfen, o.Ä.

Im Leben und im Miteinander geht es nicht um Machtkämpfe, sondern um Kompromisse und
Lösungen. Die Schuldfrage zu klären, bringt oft nur Streit.

Klar, du solltest dir deiner Selbst bewusst sein und deine Meinung vertreten, aber deswegen
auf Kriegsfuß zu stehen und es sich mit Anderen verscherzen - nunja.

Versuche einen Mittelweg zu finden, auch wenn es schwer ist.
 

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