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seele28
Gast
Ich finde das sind gute Erklärungen. Aber um ehrlich zu sein empfinde ich all die Ereignisse gar nicht mal so schlimm wie sie erscheinen. Ich habe viele Zukunftspläne und bin immer noch ein eigentlich ziemlich lebensfreudiger Mensch. Ich habe mir keine Pause nach all dem gegönnt, gleichzeitig habe ich es aber auch nie als notwendig angesehen. Im Gegenteil, ich fühlte mich unterfordert, da wir nach den Prüfungen nur noch Filme geschaut oder über unseren Abschlussfeier und –fahrt geredet haben, was immer noch der Fall ist. Meine Mutter sagt, ich erzähle zu wenig von meinem Zustand. Aber um ehrlich zu sein, weiß ich ja selbst nicht mal wie es mir geht oder was ich empfinde bzw. was mich belastet.
LG
Nun ja die Verdrängung ist so eine Sache an sich. Es muss natürlich bei dir nicht so sein. Aber die Verdrängung hat genau den Sinn, dass man eben nicht mehr darüber nachdenkt und sich eigentlich ganz gut fühlt. Und sich denkt, es belastet mich alles nicht. Aber trotzdem innerlich sind die Wunden nicht geheilt. Die Seele trauert und setzt Zeichen. Manchmal eben in Form von körperlichen Beschwerden oder auch psychische Beschwerden. Auch wenn du glaubst es belastet dich nicht, heißt es nicht dass es auch so ist. Oft findet so etwas unterbewusst statt. Natürlich möchte ich dir jetzt nicht einreden, dass du all diese Dinge verdrängst. Kann auch möglich sein, dass du wirklich alles gut verarbeitet hast. Aber darauf würde ich mich nicht verlassen. Es geht dir psychisch ja anscheinend nicht so gut und auch wieder dein letzter Satz hört sich sehr danach an, als würdest du momentan alles von dir weg schieben.
Das Gefühl kenne ich nur zu gut, nicht zu wissen was man empfindet, wie es einen geht oder was einen gerade belastet. Oft ist einfach alles weg, weil man es nicht in seiner Nähe haben mag. Verdrängung ist oft ein Schutz, ein Schutz um besser zu funktionieren im Alltag. Auch um den ganzen Schmerz nicht aushalten zu müssen. Das passiert oft unkontrolliert und unbewusst, dass man diese Dinge weg schiebt.
Ich würde dir raten, da noch einmal genauer hin zu schauen, ob du nicht doch diese Dinge einfach nur weg geschoben hast. Und diese Schlafstörungen eben mit diesem Weinen hören, zusammen hängen. Die Psyche ist sehr Komplex und ist zu allem im Stande. Manche Leute leben 40 Jahre mit schlimmsten Traumata und haben keinen Schimmer davon. Sie denken es ginge ihnen eigentlich doch total gut, wenn diese körperlichen Beschwerden nur nicht wären. Am Ende stellt sich heraus, das sie sehr viel verdrängt hatten und erst als ihnen das alles bewusst wurde und sie daran gearbeitet hatten, so konnten sie irgendwann halbwegs beschwerdefrei und glücklich leben.
Das heißt jetzt nicht dass du auch Trauma erlebt hast. Ich wollte dir nur damit sagen, das die Seele nicht so schnell vergisst leider. Ich spreche aus Erfahrung.