Manchmal denke ich, das Lisa von oben auf uns herabschaut und dann entäuscht von uns ist, weil sie sich so viel Mühe gegeben hat, aber wir sie nicht gehen lassen können.
Darum die Frage, ist es falsch von uns so an ihr zu hängen?
Müssen wir sie wirklich gehen lassen?
Mit freundlichen Grüßen Lisa´s Papa
Lieber Papa von Lisa,
nein, seien Sie bitte nicht enttäuscht von sich. Lisa wird das auch verstehen. Trauer braucht viel Zeit.
Ich selbst habe meinen Mann an Krebs verloren und weiß daher annähernd wie es ihnen geht.
Es ist unendlich schwer einen geliebten Menschen zu verlieren und das eigene Kind, daran will man doch gar nicht denken.
Jeder verarbeitet die Trauer anders. Sie, ihre Frau und auch ihr Sohn, jeder braucht seine eigene Zeit wieder zum Alltag, soweit wie es geht, zu finden.
Bitte machen Sie sich keine Vorwürfe, das wäre das letzte, was Lisa wollte.
Sie schaut auf sie in Liebe und mit ganzem Herzen, Aber lassen sie Lisa auch irgendwann los, Geben sie frei, um selbst wieder leben zu können und auch um Lisa ihren Wunsch zu erfüllen. Denn sie wollte auch frei sein.
Ganz wichtig ist auch, dass sie sich Zeit für ihre Trauer nehmen und eingestehen. Das geht nicht so schnell. Es heißt ja auch Trauerarbeit leisten und das ist wirklich so.
Es bedarf viel Zeit, die sich auch innerhalb der Familie zugestehen sollten, jedem auf seine Weise.
Bin in Gedanken bei ihnen.