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Stationärer Aufenthalt?

Jessica83

Mitglied
Hallo,

ich bin neu hier und habe seit längerem ein problem.
ich weiß nicht, ob ich mich wieder in stationäre therapie begeben soll.
kurz zu mir: als diagnosen habe ich komplexe ptbs, atypische bulimie

ich war bereits vor ein paar jahren zweimal in kliniken. ambulant kam ich bisher nicht weiter... habe bisher nie über mein trauma gesprochen, weil ich es einfach nicht schaffe.

momentan sieht mein alltag wie folgt aus:
ich gebe tennistraining (mehrmals die woche). ich empfinde es als sehr anstrengend mich dazu aufzuraffen, aber ich kriege es hin. studiere zudem und schaffe es dieses semester, so wie im letzten, nicht die klausuren zu schreiben. ich kann mich schlichtweg nicht konzentrieren und damit nicht lernen. wenn es hoch kommt, schaffe ich eine stunde am tag. das reicht halt nicht.
dazu habe ich die dinge, die ich seit jahren habe. alpträume, antriebslosigkeit, svv, immer wieder kehrende suizidgedanken...
weiß aber auch nicht, was ich im moment von einem stationären aufenthalt erwarten würde.
glaube, dass es mir eigentlich nicht schlecht genug geht, aber auf der anderen seite kann mein leben auch nicht so weitergehen.
weiß gerade nicht, was ich machen soll...
 
Hallo Jessica , ich bin zur Zeit auch vor dieser Frage ob ich stationär mich in eine Klinik begeben soll . Ich neige im Moment dazu meine seelische Erkrankung zu bagatelisieren und meine ich fühle mich nicht so schlimm oder ich nehme an meine Umwelt meint das ich mich zusammen nehmen soll .

Aber der Leidensdruck wird immer größer und ich habe beschlossen mich einfach mal in helfende Hände einer Klinik fallen zu lassen .

Dich begleitet ein Trauma und dies erschwert Dir irgenwann mal enorm unbeschwert am Leben teil zu nehmen .

Ich wünsche Dir das Du eine richtige Entscheidung für Dich treffen kannst . LG Lylian
 
Hallo Jessica,

tja... das ist ein ziemlich Komplexes Krankheitsbild, schon wegen dem K PTBS

Das mit dem Tennis find ich echt gut. Besonders bei SVV. Allerdings ist der Auspower-Faktor fürs lernen wichtiger. Damit kann man sich sicher gut den Kopf frei machen.
Mir ging nämlich grade dein Zeitmanagement durch den Kopf. Kannst Du Deine 1 Lernstunde auf 3 halbe Stunden verteilen! So für den Anfang, denn die Stationäre... hat sicher eine Wartezeit. Die würde ich Dir auch empfehlen, bei dem Krankheitsbild immer!

Deine Symptomatik spricht auch für eine Depression, kann das sein? Wenn ja, dann würde ich zuerst daran arbeiten! Das kann man ja während der Wartezeit auf die Stationäre auch ambulant tun. Vorbereitend sozusagen, dann haste dort mehr Spielraum für den Rest.

Über die traumatisierenden Ereignisse muß man ja nicht zwingend reden. Sowas kommt früher od. später von ganz allein.
Die Gestaltungstherapie ist eine sehr sanfte u. wirkungsvolle Methode bei einer Traumatisierung. Schon mal gemacht?

Deine Suizidgedanken sind sicher passiver Natur. Sie sind einfach da, richtig? Das solltest Du denen in der Klinik auch nicht verschweigen! Die Frage danach kommt ja eh immer.


Bis dann
abendtau
 
Zuletzt bearbeitet:
erstmal: danke für eure antworten!

@lylian: dieses mit dem " sich fallen lassen können" ist für mich auch ein punkt, der dafür spricht!

@abendtau: mit den wartezeiten hatte ich bei den beiden bisherigen aufenthalten keine probleme, wobei ich von vielen auch schon was anderes gehört habe. muss dazu sagen, dass ich privat versichert bin. da geht es meist wirklich schneller.

das mit dem verteilen der stunden kann ich mal ausprobieren.

ja, ich bin depressiv. mal mehr, mal weniger, aber weg gehen die seit jahren nicht mehr richtig. seit gut einem jahr nehme ich paroxetin. dadurch schaffe ich diese dinge wie training geben.
gestaltungstherapie kenne ich. die wurde in der ersten klinik angeboten. finde diese tiefenpsychologischen ansätze allgemein besser. zumindest komme ich mit diesen besser klar.

die suizidgedanken sind momentan wirklich passiv, da hast du recht 😉
im letzten jahr waren sie allerdings auch schon so weit, dass ich mich fast in die psychiatrie begeben hätte. habe bereits zwei versuche hinter mir. die sind aber schon paar jahre her.
ich kann so eine entscheidung bezüglich psychiatrie nicht treffen. ehrlich gesagt, hätte es auch schief gehen können... mein damaliger thera wusste von den gedanken, hat aber nicht weiter nachgefragt. von alleine rede ich in solchen momenten nicht darüber. hätte mir damals gewünscht, er würde mich einweisen. naja, gedanken lesen, konnte er hat nicht 😉
 
gestaltungstherapie kenne ich. die wurde in der ersten klinik angeboten. finde diese tiefenpsychologischen ansätze allgemein besser. zumindest komme ich mit diesen besser klar.

Ich bekomme die Gestaltthera immer als Einzelthera. Das machte es überhaupt erst möglich mich zu öffnen. Denn wir reden ja nicht über mich, sondern über das was ich da grad tu. Sozusagen in der 3. Person. Dadurch entsteht der Abstand auch zu mir selber.
Die Erkenntisse der Therpeutin gehen dann intern zum Tiefenpsychologen. Und beim nächsten Einzel spricht man drüber oder auch nicht.

---

Nochmal zu den Suizidalen Gedanken;

Die haben es ja nun mal so an sich, dass man meint man kommt damit gleich in die Geschlossene. Ggf. kann, darf u. muß das auch sein, ja natürlich. Nur wenn diese Gedanken passiv sind und auch bleiben, passiert da garnix. Natürlich nur wenn man das auch glaubhaft rüber bringt.
Und so wie Du rüber kommst, glaub ich Dir das fast aufs Wort! Diesbezüglich würde ich mir da keine Sorgen machen! Eben weil Du selbstkritisch genug erkennst, wenns aktive Gedanken werden.

im letzten jahr waren sie allerdings auch schon so weit, dass ich mich fast in die psychiatrie begeben hätte. habe bereits zwei versuche hinter mir. die sind aber schon paar jahre her.
Da 1 Jahr nicht viel ist, stellt sich für mich die Frage, ob das für Dich vllt. Deine größte Sorge ist, um dass Du doch in die Geschlossene kommen könntest?

Auch wenn ich optimistisch bei Dir bin, wie schätzt Du Dich (momentan) bezüglich suizidaler Gedanken wirklich ein?

Lylian sagt, sie neigt dazu zu bagetellisieren. Geht Dir das auch so? Ich denke ja. 😉
Bis zu einem gewissen Grad darf das ja sein u. macht auch Sinn. Ich bezweifle aber, dass man selber gut genug einschätzen kann, ab wann die aktive Verdrängung zu viel/kritisch wird. Ist ja letztlich auch Deine Frage an uns. Stationär oder nicht?



MvG...
abendtau
 
Nochmal zu den Suizidalen Gedanken;

Die haben es ja nun mal so an sich, dass man meint man kommt damit gleich in die Geschlossene. Ggf. kann, darf u. muß das auch sein, ja natürlich. Nur wenn diese Gedanken passiv sind und auch bleiben, passiert da garnix. Natürlich nur wenn man das auch glaubhaft rüber bringt.
Und so wie Du rüber kommst, glaub ich Dir das fast aufs Wort! Diesbezüglich würde ich mir da keine Sorgen machen! Eben weil Du selbstkritisch genug erkennst, wenns aktive Gedanken werden.


Da 1 Jahr nicht viel ist, stellt sich für mich die Frage, ob das für Dich vllt. Deine größte Sorge ist, um dass Du doch in die Geschlossene kommen könntest?

angst vor der geschlossenen habe ich eigentlich nicht und das ich bei diesen passiven gedanken nicht eingeliefert werde, ist mir auch klar.
das problem wäre, dass ich zwar für mich selbst merke, wann es umschlägt und gefährlich wird, doch ich mich auch dann nicht äußern kann. nach außen hin bin ich dann scheinbar sehr überzeugend. es ist dabei nicht die sorge vor der geschlossenen, sondern... ja, ich weiß nicht recht. ich kann anderen nur sehr schwer sagen, wenn es mir nicht gut geht.
hier im anonymen bereich ist das was anderes...

Auch wenn ich optimistisch bei Dir bin, wie schätzt Du Dich (momentan) bezüglich suizidaler Gedanken wirklich ein?

im moment sind sie wirklich nicht schlimm. sie sind zwar täglich da, aber ich plane nichts konkretes und habe auch noch dinge, die mich hier halten.
generell ist das etwas anders:
a) es gibt phasen, in denen ich keinen anderen ausweg mehr sehe (, obwohl es bestimmt einen gibt). das wären die phasen, in denen ich auch prof. hilfe in anspruch nehmen würde. da weiß ich, dass es von den depris her kommt.
b) es gibt phasen (und die schätze ich gefährlicher ein) in denen ich gar nicht so depressiv bin, aber ich keinen sinn in meinem leben sehe. es ist dann eher, dass ich mir mein leben anschaue und glaube, dass es keinen wert hat. klar, klingt das jetzt auch nach depression, aber vom gefühl her, ist das anders. kann es nicht recht beschreiben. auf jeden fall rede ich dann mit keinem darüber, weil der entschluss einfach feststeht. in solchen phasen sind auch die zwei versuche gewesen.

bin jetzt iwie ausschweifender geworden, als ich wollte...

Lylian sagt, sie neigt dazu zu bagetellisieren. Geht Dir das auch so? Ich denke ja. 😉
Bis zu einem gewissen Grad darf das ja sein u. macht auch Sinn. Ich bezweifle aber, dass man selber gut genug einschätzen kann, ab wann die aktive Verdrängung zu viel/kritisch wird. Ist ja letztlich auch Deine Frage an uns. Stationär oder nicht?

😀
damit hast du wohl voll ins schwarze getroffen.
 
... bin jetzt iwie ausschweifender geworden, als ich wollte...

b) es gibt phasen (und die schätze ich gefährlicher ein) in denen ich gar nicht so depressiv bin, aber ich keinen sinn in meinem leben sehe.

klar, klingt das jetzt auch nach depression, aber vom gefühl her, ist das anders. kann es nicht recht beschreiben.

Schwierig.
Deiner Einschätzung nach, bist Du mit den aktiven planenden Gedanken mehr im Leben als mit den passiven Gedanken.
Ja, dass ist ziemlich verdreht, somit schwer bis garnicht erklärbar, immer dann, wenn man versucht sich diesen Widerspruch über das Gefühl zu erklären.

Deine klare Trennung zwischen a+b, zusammen mit deiner Randbemerkung "bin jetzt iwie ausschweifender geworden, als ich wollte..." sagt mir, dass Du es einfach nicht wahr haben willst, dass Du schon bei b) angekommen bist. Im Gegensatz dazu steht Dein rationaler Stimmungsbarometer, Deine Tennisstunden (zu denen Du Dich momentan mehr od. weniger zwingst).
Das heißt, Du gehst dort aktiv hin, hast aktive Suizid Gedanken und Du verdrängst aktiv, indem Du zum einem Deinen Zustand bewußt als solches banalisierst/verleugnest, zum anderem ganz gezielt Deine Depression verdrängst. Somit bist Du insgesamt - auf der -gefühlten- aktiven Seite. Damit kann Dein Umfeld nichts sehen. Außer Du gehst zur Thera. Doch das würde Deine Fassade, mehr ist es nicht, komplett auflösen.
Du balancierst damit sehr ängstlich auf den Folgen von Etwas.

Und... Du fokussierst Deine Depression als zentrale Mitte und fragst zugleich nach dem Sinn des Lebens. Und... Du glaubst Dich mit dem Tennis im Gleichgewicht zu halten, Dich zu halten, Dich zu erfahren. Das Problem ist aber eine anders, nicht die Depression! Die ist nur Teil des Ganzen. Das dürfte Dir klar sein.

Insgesamt sehe ich eine Jessica die Leben möchte und kann, nur "fährt" sie unbewußt mit gezogener "Handbremse". Diese Bremse hat einen großen Namen. Aber nicht den Deinen.

Nimm prof. Hilfe in Anspruch, jessica! Da ist keine Schwäche, sondern Stärke gegenüber dem Etwas! Was es auch ist, es ist groß genug um ein (Dein) Problem zu sein, welches an einem Fundament namens Urvertrauen rüttelt, rütteln kann! Noch kann Es das! 😉

MvG...
abendtau

PS. Hab grad das Gefühl mich hier sehr weit aus dem Fenster gelehnt zu haben. 😀
 
Hallo Jessica,

zunächst mal, ich stand vor einer ähnlichen Entscheidung wie du, ich finde es gut, wenn du dir Rat holst. Denn mir ist diese Entscheidung, mich auf eine stationäre Therapie einzulassen, auch nicht leicht gefallen.

dazu habe ich die dinge, die ich seit jahren habe. alpträume, antriebslosigkeit, svv, immer wieder kehrende suizidgedanken...
weiß aber auch nicht, was ich im moment von einem stationären aufenthalt erwarten würde.

Bis auf die Suizidgedanken habe ich diese Probleme auch. Und bei deinen Diagnosen ist ziemlich klar, dass du alleine von den Beschwerden und Belastungen nicht loskommen wirst. Dafür ist die Belastung und die dahinter stehende Verdrängung viel zu groß. Dein letzter Satz in dem Zitat gibt mir zu denken. Denn diese Frage finde ich auch sehr wichtig. Ich habe den Eindruck, dass du dich mit den Beschwerden leidlich arrangiert hast, dass du wenig Hoffnung hast, sie überwinden zu können. Frage dich doch mal, warum das so ist und wie es zu deiner großen Leidesfähigkeit gekommen ist? Kannst du dir ein Leben ohne diese Einschränkungen gar nicht mehr vorstellen? Versuche es doch mal. Vielleicht kannst du dich ja daran erinnern, dass es nicht immer so war? Das hat mir geholfen zu erspüren, was ich erwarte und wie ich mir ein gesünderes Leben vorstellen kann.

glaube, dass es mir eigentlich nicht schlecht genug geht, aber auf der anderen seite kann mein leben auch nicht so weitergehen.
weiß gerade nicht, was ich machen soll...

Im Grunde ist das leider richtig, den meistens sorgt erst ein enormer Leidensdruck dafür, dass man Hilfe annehmen kann. Allerdings kannst du dich auch vom Willen her dazu entscheiden, bevor es noch schlimmer kommen muss. Ich habe mich zu einer stationären Therapie entschlossen, um die Traumabelastungen verarbeiten zu können. Seitdem ich diese Entscheidung getroffen habe, geht es mir sogar schon besser. Denn ich bin aus der Passivität und aus der Unentschlossenheit etwas heraus gekommen, allein das hat mir mehr Mut gegeben. Das ist glaube ich nicht zu unterschätzen, denn nichts tun und sich abfinden, das ist das Schlimmste überhaupt.

Noch ein Tipp: Ich habe mir viel Zeit genommen, um eine für mich ansprechende und eine auf meine Problematik ausgerichtete Klinik zu finden. Das halte ich für wichtig, zum einen ist es ja durchaus wichtig, dass die Klinik für deine Probleme gut geeignet ist, und zum anderen kannst du dich dann auch besser darauf einstellen, was dir bevorsteht. Und auch, weil du dann deine Entscheidung damit noch einmal verfestigst und aktiv etwas tust. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich heute keine Probleme mehr mit meiner Entscheidung habe und dass ich jetzt sehr zielgerichtet bin, was die Zukunft betrifft. Was überhaupt nicht mehr mit der Unentschlossenheit und der Passivität zuvor zu vergleichen ist. Denn vor meiner Entscheidung, endlich etwas zu tun, wußte ich auch nur, dass es so nicht mehr weitergehen kann. 🙄

Alles Gute für dich.

Viele Grüße
Traumatisierter
 
Nimm prof. Hilfe in Anspruch, jessica! Da ist keine Schwäche, sondern Stärke gegenüber dem Etwas! Was es auch ist, es ist groß genug um ein (Dein) Problem zu sein, welches an einem Fundament namens Urvertrauen rüttelt, rütteln kann! Noch kann Es das! 😉

Sehr schön formuliert, Abendtau. Das kann ich nur unterstreichen. 🙂 Hier ist wohl oft der Hänger, eine Entscheidung als Schwäche zu sehen, obwohl gerade sie eine innere Stärke zeigt. Eben gerade zu den eigenen Problemen und Schwächen zu stehen, sie aktiv und mit Zuversicht, es auch zu schaffen, anzugehen.

PS. Hab grad das Gefühl mich hier sehr weit aus dem Fenster gelehnt zu haben. 😀

Gut so! 😉

Viele Grüße
Traumatisierter
 
Warte nicht zu lange mit einem stationären Aufenthalt. Je früher du professionelle Hilfe in Anspruch nimmst, um so eher kann dir geholfen werden. Jeder in deiner Lage glaubt, es wäre noch nicht schlimm genug und eigentlich geht es einem ja gar nicht so schlecht. Da sag ich nur: schlimmer geht immer aber besser auf jedenfall auch. Pack es an, bevor es zu spät ist. Ich weiß wo von ich rede, bin selbst betroffen und gehöre eher zu den "zu spät kommenden". Lass dir helfen, am besten schon gestern. Viel Glück!
 

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