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Starke Aufschieberitis

hallo Schmuddel,

vielen lieben Dank erstmal für deine Antwort! Ich gehe sie mal Stück für Stück durch...

Zu DIR:
Das ist natürlich extrem schwierig mit der Familie, v.a. wenn es so geballt kommt. Ich hoffe, dass die jetzt alle wieder soweit gesund sind.

Ja, das immerhin schon, soweit man das sagen kann. Natürlich ist sowohl bei Depressionen/burnout, wie auch bei Krebs ein Rückfall nicht ausgeschlossen, aber ich würde völlig verrückt werden, wenn ich mir darüber noch Gedanken machen würde.

Was leider geblieben ist, ist das Gefühl, für das Wohlergehen meiner gesamten Familie zuständig zu sein. Nach dem Motto, ich bin ja die stärkste, ich muss das schaffen. Ich fühle mich verantwortlich, meinen Vater zu abnehmen zu bringen wg seinem Herzen (und dementsprechend jede Woche mindestens bei ihm vorbeizuschauen und ihm Feuer zu machen), meine Mutter bei gesunder Ernährung zu halten und ihr den Haushalt abzunehmen, den sie auf Grund Spätfolgen der Chemo einfach immernoch nicht schafft. Meiner Schwester so oft in kann die Kinder abzunehmen.
Und ich fühle mich schäbig, wenn ich nicht in dem Maße dazu komme, wie ich es von mir erwarte. Weihnachten z.B.. Einerseits wollte ich so lange wie möglich bei meiner Familie bleiben und Arbeit abnehmen, andererseits wusste ich, ich muss nach Hause, Magisterarbeit machen... Dann hatte ich allerdings wieder ein schlechtes Gewissen, die anderen im Stich gelassen zu haben.
Ich weiß schon, was man jetzt sagen wird: ich verlange zu viel von mir. Das weiß ich selbst, aber ich kann nichts dagegen tun, dass ich es von mir verlange, und dass ich ein schlechtes Gefühl habe, wenn ich es nicht schaffe.

Wie sieht es denn mit der Finanzierung aus? Kannst Du Dir da irgendwie Druck machen, dass Du etwa Deinen Eltern sagst, sie sollen Dich ab da und da nicht mehr unterstützen?

Tja, die Finanzierung, das ist so ne Sache. Da ich ja nichts mache, brauche ich so gut wie kein Geld. Ich lebe von 200€ im Monat, die mir zum Teil meine Eltern geben, wenn es die Zeit erlaubt, verdiene ich sie mir selbst durch Aushilfsjobs nebenher. Wohnen kann ich kostenlos, und meine Eltern würden nie glaubhaft machen können, mich im Stich zu lassen, dazu stehen sie viel zu sehr hinter mir in allem was ich tue. Und richtigen Druck macht es mir auch nicht. So weiß ich z.B., dass es meinem Papa ein wenig schwer fällt, immer wieder das Geld für mich aufzubringen. Das weiß ich, und es macht mir ein unglaublich schlechtes Gewissen, so dass ich nur noch mehr gelähmt bin...

> Tja, und dennoch hab ich jetzt in 10 Tagen gerade mal eine Seite geschafft. Immerhin eine.

Das ist sehr wenig, woran liegt's? Machst Du am Schreibtisch was anderes bzw. starrst auf das leere Dokument oder ist das noch die "unproduktive" Phase, in der man in erster Linie liest. Bei letzterem: Das ist normal und dafür geht es in anderen Phasen umso schneller. Mal schreibst Du eine Woche lang gar nichts, dann wieder 3 pro Tag. Bei ersterem: Gibt es etwas, was Dich konkret ablenkt? Internet? Dann Stecker raus? Angst vor dem weissen Blatt? Free-writing ohne Formalia! Dann hast Du zumindest schon einmal etwas stehen.

Leider ersteres. Gelesen hab ich in den vergangenen 2 Jahren wie eine blöde, da werd ich inzwischen fuchsteufelswild, wenn sich rausstellt, dass ich noch ein Buch durchackern muss.
Es ist so: ich sitze am PC und nehme mir vor, dies und jenes Kapitel anzupacken, zu schreiben.. dann versuche ich, den ersten Satz zu formulieren, und gehe im Kopf etwa 20 verschiedene Varianten durch, aber keine erscheint mir gut genug, knackig genug formuliert, keine scheint mir genug Aussage zu haben. Mir kommt alles wie faule Wörter vor, frei nach Lord Chandos:

"Es ist mir völlig die Fähigkeit abhanden gekommen, über irgend etwas zusammenhängend zu denken oder zu sprechen. (...) die abstrakten Worte, deren sich doch die Zunge naturgemäß bedienen muß, um irgendwelches Urteil an den Tag zu geben, zerfielen mir im Munde wie modrige Pilze“

Treffender könnte man wohl kaum beschreiben, wie es mir am Schreibtisch geht.
Tja, dann versuche ich das "free-writing", und schreibe eine Seite, aber wenn cih die lese, werde ich nur noch wütender auf mich wegen dem Mist, den ich fabriziert habe. Weil es sich ungelenk liest, weil es wenig Inhalt hat, nichts besonderes zur Aussage. Weil mir nicht klar ist, wo es hinführen soll, weil es keinen logisch- argumentativen Aufbau hat, keinen roten Faden. Voller Wiederholungen steckt, Passiv- und Infinitivkonstruktionen, und einfach grausam schlecht ist...

Ich kann natürlich nicht für Dich sprechen, aber viele Aufschieber neigen dazu, ihre Leistungen gnadenlos zu unterschätzen. Gibt so viele, die am Ende etwas zusammenschustern, denken, dass sie durchfallen und dann doch mit einer 1,X rausgehen.

Tja, ja, zu dieser Kategorie zähle ich wohl, allerdings denke ich nicht, dass ich durchfallen könnte, aber ich will einfach auch einen guten Abschluss, bzw, in meinem Fachbereich brauche ich einen, wenn ich nicht im Hartz IV enden will. Und ja, wahrscheinlich unterschätze ich das, was ich zusammenmurkse. Aber ich weiß nicht, was ich gegen das unterschätzen tun kann. WEnn ich es jemandem zum lesen gebe, sagen die natürlich "Mensch toooooll, siehste, es geht doch! Ganz klasse liest sich das, du machst das großartig!", weil sie ja um mein Problem wissen...

Das hast Du wohl schon öfter gehört, aber Du setzt die Erwartungen an Dich zu hoch! Wäre es denn so schlimm, keine perfekte Arbeit abzugeben? Wenn Du es im März nicht schaffst? Auf die 3 Monate kommt es im Notfall jetzt auch nicht mehr an, ich würd mir eher Sorgen um Dich selbst machen als um Deine Leistungen!! Ich würde Dir raten, dass Du mal unverbindlich mit jmd. redest: Einem guten Hausarzt oder einem psychologischen Dienst, den es in jeder Uni/Stadt gibt. Die können Dir vllt. ein wenig weiter helfen, weil die sich mit sowas meist besser auskennen als Freunde.

Hmmmm... hab ich denn dazu jetzt noch die Zeit?! Blöd gesagt, ginge es darum, ein Rezept für Medis abzuholen, würd ich das sofort machen. Aber damit wirds wohl nicht getan sein, es geht wohl eher drum, eine Therapie zu machen. Und hab ich da jetzt die Zeit und die Kapazität, da durchzugehen? Zunächst wird man in einer Therapie ja ganzschön aufgewühlt, um aufzuarbeiten, was einen quält. Ich kann mir jetzt aber Schwäche nicht leisten.. ich muss stark sein, für mich, meine Familie, meine Zukunft, und diese vermaledeite Abschlussarbeit...

Hmmm, es wäre auch nicht soooooooooooooooooo schlimm, im Mia abzugeben, aber ich würde mich selbst dafür hassen, wieder ein Ziel nicht erreicht zu haben, wieder hinausgeschoben zu haben, wieder Zeit vertrödelt zu haben, von noch mehr Kommilitonen überholt zu werden...

Das einzige, was ich mir derzeit vorstellen kann, was mir helfen könnte, wäre ein attraktives Ziel, auf das ich hinarbeiten könnte. Ich war immer zielstrebig und ehrgeizig, wenn ich etwas haben will, kämpfe ich darum wie eine Löwin. Aber im Moment sehe ich nicht, wozu ich den Abschluss "haben will". Danach hab ich erstmal keinen Job, auch keine Ahnung, was ich werden möchte, keine Aussichten, keine Träume, die sich mit dem Abschluss erfüllen. Keine Pläne, nichts, auf das ich mich freuen kann.
Gerade bin ich in der Auswahl für ein Praktikum in meiner Lieblingsstadt im Ausland für nach dem Studium, das ist eine Motivation, mit der ihc in den letzten Tagen immerhin gedanklich weiterkam. Aber es sind doch irgendwie nur Millimeterschritte, die ich weiterkomme.
Und immer diese Fragen meiner Freunde, wies mir geht. Am Liebsten würde ich sie anschreien, dass sie diese gottverdammte Frage nicht mehr stellen sollen...
Vielleicht wäre das mit der Kontrollgruppe gut. Ich schalt mal PN frei....

HILFE! S****! Wie solls nur weitergehen?!
 
Hallo Paca,

schön, dass Du noch antwortest! Mal ganz am Anfang gefragt: Hast Du eigentlich mal mit Freunden/Familie darüber gesprochen, wie es Dir wirklich geht? Also nicht das übliche "naja war stressig letzte zeit deshalb komme ich momentan nicht so gut rein und brauche sehr lange" was jeder kennt, sondern dass Du momentan schon sehr verzweifelt bist? Vllt. könntest Du Dich einer Person richtig anvertrauen, das erleichtert oft vieles, wenn man jmd. vetrautes hat, bei dem/der man sich auch mal ausheulen kann und nicht immer nur die starke sein muss. Kannst ja mal überlegen.

Zu Deinem Eintrag:

> Ich weiß schon, was man jetzt sagen wird: ich verlange zu viel von mir. Das weiß ich selbst, aber ich kann nichts dagegen tun, dass ich es von mir verlange, und dass ich ein schlechtes Gefühl habe, wenn ich es nicht schaffe.

Genau das: Du verlangst zu viel von Dir! Du musst an dieser Stelle auch mal ein wenig an Dich denken. Genau das würde auch Deine Familie sagen. Es ist eine Politik der kleinen Schritte: Niemand erwartet, dass Du Dich fortan in Deinem Zimmer einschließt, aber Du solltest Dir sowohl für die MA als auch für die Freizeit feste Zeiträume festlegen. Bspw.: Du arbeitest vormittags vier Stunden an Deiner Arbeit, so lange müssen andere Dinge eben warten - wenn Du noch mehr Zeit hast, machst Du eben sechs Stunden. Und: Du solltest Dir selbst auch Auszeiten gönnen, also etwa abends zwei Stunden nur für Dich reservieren und einen Tag der Woche nur etwas machen, was Dich wirklich entspannt. Sonst wirst Du ja ganz kirre, wenn Du immer nur Pflichten im Kopf hast. Du musst sicher noch viel tun im Haushalt und mit den Kindern, aber Du kannst es eben nicht immer. Da wird Deine Familie auch Verständnis für haben. Wenn Du einmal arbeitest, dann müssen die auch wieder alleine klarkommen. Schick die Kinder zu Deinem Vater, frag andere, ob sie Aufgaben im Haushalt übernehmen können.

> Es ist so: ich sitze am PC und nehme mir vor, dies und jenes Kapitel anzupacken, zu schreiben.. dann versuche ich, den ersten Satz zu formulieren, und gehe im Kopf etwa 20 verschiedene Varianten durch, aber keine erscheint mir gut genug, knackig genug formuliert, keine scheint mir genug Aussage zu haben. Mir kommt alles wie faule Wörter vor, frei nach Lord Chandos:

> Tja, dann versuche ich das "free-writing", und schreibe eine Seite, aber wenn cih die lese, werde ich nur noch wütender auf mich wegen dem Mist, den ich fabriziert habe. Weil es sich ungelenk liest, weil es wenig Inhalt hat, nichts besonderes zur Aussage. Weil mir nicht klar ist, wo es hinführen soll, weil es keinen logisch- argumentativen Aufbau hat, keinen roten Faden. Voller Wiederholungen steckt, Passiv- und Infinitivkonstruktionen, und einfach grausam schlecht ist...

Das muss doch aber nicht perfekt sein!! Darum heißt es ja free writing und nicht perfect writing. Wichtig ist, dass Du die Grundgedanken festhälst, mitunter sogar grade mit den Widersprüchen, damit Du einmal klar vor Augen hast, wie weit Du schon bist! Das dauert für eine Seite meinetwegen einen Tag. Dann nimmst Du Dir einen Tag und korrigierst die Dinge, die Dir nicht gefallen: Grammatik etc. ist wohl nicht so schwierig, Argumentationsketten verbesserst Du so gut es geht und wenn es noch immer kleine Haken gibt, dann läßt Du sie erst einmal stehen und kümmerst Dich später drum. So erstellst Du erst einmal ein Kapitel, dass dann noch unfertig ist, aber schon mal da steht. Der rote Faden ergibt sich meist allein schon aus der Struktur bzw. Gliederung, die Du ja wohl hast. Falls nicht, wäre dies natürlich der erste Punkt - auch diese muss natürlich nicht perfekt sein, ändert sich ja eh noch im Verlauf der Arbeit. Das fertige Kapitel gibst Du jmd., der/die wirklich gut korrigieren kann (vllt. jmd. aus dem selben Fach?) und das bitte möglichst kritisch lesen möge - und wenn diese Person dann sagt, dass es gut ist, dann ist das auch so. Und wenn noch Änderungen kommen, die Dir schlüssig erscheinen, dann korrigierst Du das halt. Wichtig ist auch, dass Du kleine bewältigbare, möglichst konkrete Einzelschritte hast, die gut bewältigbar sind und kein nebulöses "ich schreibe heute X Seiten".

> Aber damit wirds wohl nicht getan sein, es geht wohl eher drum, eine Therapie zu machen. Und hab ich da jetzt die Zeit und die Kapazität, da durchzugehen? Zunächst wird man in einer Therapie ja ganzschön aufgewühlt, um aufzuarbeiten, was einen quält.

Du musst ja nicht gleich eine ganze Therapie machen, sondern erst einmal mit einem Experten darüber sprechen. Selbst wenn die dazu raten, kannst Du immer noch überlegen. Einen Platz zu bekommen, dauert meines Wissens eh 2-3 Monate. Und nein: Es wird Dich wohl nicht so aufwühlen, dass es Dich behindert... Ein guter Therapeut wird auch auf Deine Situation Rücksicht nehmen.

> Ich kann mir jetzt aber Schwäche nicht leisten..

Doch! Du bist nun einmal in einigen Punkten schwach, wie jeder andere auch - und Du kannst eben nicht 24/7 auf Knopfdruck Pflichten erfüllen, das kann keiner. Du brauchst auch jmd., bei dem Du Dich mal ausk&/&n kannst, weil Du Stress hast und einiges nicht so gut läuft momentan. Und genau das ist ja Schwäche. Andererseits scheinst Du ja auch ein sehr starker Mensch zu sein (keiner ist ja aus einem Guß), wenn ich mir überlege, was Du im letzten Jahr alles gemeistert hast. Und Du und Deine Familie können zu Recht stolz auf Dich sein. Aber diese Stärke hat eben auch ihre Grenzen, wie bei Deiner Familie und Deinen Freunden auch.

> Hmmm, es wäre auch nicht soooooooooooooooooo schlimm, im Mia abzugeben, aber ich würde mich selbst dafür hassen, wieder ein Ziel nicht erreicht zu haben, wieder hinausgeschoben zu haben, wieder Zeit vertrödelt zu haben, von noch mehr Kommilitonen überholt zu werden...

Das ist dann aber Deine Denkweise. Den Prof interessiert es nur marginal, ob Du noch drei Monate länger schreibst, zudem Du ja auch nicht erst am letzten Tag abgeben musst. Und kein Arbeitgeber wird sagen:"Also, X Semester sind ok, aber die 2 Monate am Schluss waren einfach zu viel!" Wenn Du es Ende Feb(?) schaffen kannst, dann versuch es, aber Du musst dabei auch realistisch bleiben!

> Gerade bin ich in der Auswahl für ein Praktikum in meiner Lieblingsstadt im Ausland für nach dem Studium, das ist eine Motivation, mit der ihc in den letzten Tagen immerhin gedanklich weiterkam.

Ist das etwa keine Motivation? Und endlich aus der Stadt/Uni rauszukommen, die Du nicht mehr sehen kannst? Versuch einfach, kontinuierlich daran zu arbeiten, und einen Job zu haben und sich nicht mehr mit der blöden MA rumzuschlagen, sollte doch auch motivierend sein. Aber es gibt für Dich ja auch keinerlei Grund, an Deiner Fähigkeit zu zweifeln.

Ich schreib noch ne PN.

LG, SW
 
Hallo Paca,

ich studiere auch und habe seit dem dritten Semester auch mehr oder weniger Probleme bedingt durch meine Familie.

Und als ich deine Worte über deinen Freund gelesen habe, habe ich mich auch wiedererkannt. Ich versuche auch immer die starke zu sein un denke für ihn mit. Wenn er wichtige Unterlagen abgebene muss oder dies oder das ... Aber manchmal bekomme auch ich etwas nicht hin und hoffe darauf, dass er an meiner statt einspringt, aber auch er hat wie immer nicht mitgedacht. In diesen Situatiionen kracht es meistens ... 🙁

Naja, das Problem mit der Aufschieberitis ist bei mir nicht so schlimm. Aber es gab in den letzten zwei Jahren schon oft Phasen, in denen ich etwas machen wollte und ich einfach nicht konnte. Ich fühlte mich innerlich gehemmt. Und das machte mich dann wieder wütend und hemmte mich weiter.

Wenn du überlegst erst ikm Mai abzugeben. Dann überleg es dir gut. Setz dir ein wirklich realistsiches Ziel.

Vielleicht ist die Idee mit der Therapie nicht schlecht. Denn vielleicht hilft gerade die dir, etwas zu schaffen/ produzieren auf dem Papier.

Übrigens das Problem mit dem Perfektionismus kenne ich auch. In manchen Situationen ist so schlimm, dass erm mich wirklich hemmt.
Das Problem ist, ich merke ihn sogar im Alltag, beim Kochen oder Backen. Wenn bestimmte Dinge nicht so oder so gemacht werden, macht mir das zu schaffen... 🙁

Ich wünsche dir alles Gute!
 
Hallo Schmuddelwetter,

oh mein Gott, Dein Beitrag könnte so von mir sein, die Ähnlichkeiten sind frappierend. Will eigentlich auch dieses Jahr meine erste Magisterprüfung machen und vertrödle aber die Zeit hier vor dem Computer oder vor der Glotze. Wollte heute eigentlich um 9 Uhr in der Unibibliothek sein und eine Hausarbeit fertig schreiben, dass ich endlich mal anfangen kann, auf die Magisterprüfung zu lernen. Jetzt ist es schon wieder fast halb 12 und ich hocke immer noch zu Hause...das gleiche Spiel gestern, und immer denke ich mir "Morgen, morgen...auf den einen Tag kommt es auch nicht an". Ich nehme mir auch so lange vor, gleich fang ich an, bis es sich nicht mehr lohnt (das ist bei mir ab ca. 16 Uhr!!) was zu machen.
So ein Verhalten hat aber doch eine Ursache. Ich bin nicht von Natur aus faul. Bei mir liegt es daran, dass ich arge Probleme mit mir selbst habe und mich nicht konzentrieren kann bzw. mir irgendwie alles egal ist. Hast Du eine Idee, ob es bei Dir vielleicht auch einen bestimmten Grund gibt warum Du Dich so verhälst? Das könnte viele verschiedene Ursachen haben. Muss ja nicht Prüfungsangst sein. Bist Du vielleicht auch nicht so ganz glücklich mit Deinem Studium? Hast Du Angst vor der Zukunft nach dem Studium? Hast Du Konzentrationsprobleme (könnte ja auch eine körperliche Ursache haben)? Das sind nur ein paar Ideen, vielleicht ist es bei Dir ja was ganz anderes.

Wenn ich es mal schaffe, mich aufzuraffen in die UB oder eine der Institutbibs zum lernen/Hausarbeiten schreiben zu gehen klappt es bei mir immer prima, weil ich dann keine Ablenkung habe. Das könntest Du vielleicht auch mal versuchen. Wenn alles nicht klappt, geh zum Studentenpsychologen, der kann Dir sicher weiterhelfen.

Viel Erfolg und ich hoffe, Du kannst Dich bald aufraffen

Magda
 
So ein Verhalten hat aber doch eine Ursache. Ich bin nicht von Natur aus faul. Bei mir liegt es daran, dass ich arge Probleme mit mir selbst habe und mich nicht konzentrieren kann bzw. mir irgendwie alles egal ist.

Hallo Magda,
naja, ich denke, sowas hat immer seine Ursachen. Es wäre ja schlimm, wenn manche Menschen das wie eine vom Himmel gefallene Krankheit auf einmal und ohne Grund bekämen. Bei dir ists vielleicht, dass du etwas studierst, wo dein Herz nicht dabei ist, bei mir ist es die Angst, meinen eigenen Ansprüchen nicht gerecht zu werden, außerdem die Angst vor der Zukunft, vor der Zeit nach der Uni... bei jedem wird es irgendetwas sein. Das ist ja auch der Grund, warum vermutlich ein Besuch beim Unipsychologen eine gute Sache wäre (wenn man den nicht auch immer wieder so aufschieben würde... 🙁)..

Wenn ich es mal schaffe, mich aufzuraffen in die UB oder eine der Institutbibs zum lernen/Hausarbeiten schreiben zu gehen klappt es bei mir immer prima, weil ich dann keine Ablenkung habe.

Ja siehste, dann haste ja noch Hoffnung... 😉 Ich für meinen Teil habe Bib probiert, ich habe versucht, im Büro einer Freundin zu schreiben, bei meiner Mutter am Esstisch, ich bin zu meiner Schwester gefahren, die kein Internet, kein Tel und keine Glotze hat in der Hütte, aber ich finde Ablenkung selbst darin, die Wand anzuschauen... so langweilig, dass ich mich auf die MA konzentriere, wird mir nie... 😉

Ich wünsch dir auf jeden Fall auch viel Erfolg, und hoffe, bei dir kommts nicht so weit wie bei unsereins.
 

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