Ich hab langsam aber sicher das Gefühl: Den Job, in dem man Spaß und Geld hat gibt es nicht.
Oder zumindest ist er nur einer überschaubaren Masse von erfolgreichen Musikern, Fußballern oder anderen Promis vorbehalten.
Entweder man macht einen Job, in dem man gut Geld verdient, der einen aber kaum bestätigt und in dem man nur die Zeit absitzt, oder man lernt Tierpfleger, studiert exotische Fächer oder wird Künstler. Da macht vielleicht der Job Spaß, aber man hat nie oder kaum Geld.
Wie seht ihr das? Irre ich mich?
Gut, vielleicht ist das auch zu schwarz oder weiß gedacht. Aber das was ich in meiner Umwelt mitbekomme passt eher in die Kategorie.
Wird mir auch oft vermittelt und gesagt und leider denke ich dieses teilweise auch schon, aber ich denke nicht, dass das so völlig schwarz-weiß ist. Ja, es wird (leider) immer wieder so vermittelt, aber man muss es ja nicht glauben. Manchmal habe ich auch das Gefühl das ist Propaganda von Leuten, die wenig qualifiziert sind und wenig Fähigkeiten oder Interessen mitbringen.
Das ist ein bisschen so als würde ein Schüler sagen: "Entweder man hat gute Noten und einen guten Schulabschluss aber dafür wenig Freizeit und wenig Freunde oder man hat viel Party, Freizeit und Freunde und dafür keine so guten Noten!"
Stimmt ja auch nicht so schwarz-weiß. Man kann sich seine Zeit ja einteilen und hat sowohl genug Zeit zum Lernen als auch für Freizeit oder man ist vielleicht auch einfach gut in der Schule und muss gar nicht oder nicht für alle Fächer lernen und ist trotzdem ohne Lernen gut und hat dann auch Freizeit.
Oder man schraubt seine Ansprüche etwas runter und findet auch 3en oder in einigen Fächern auch mal 4en in Ordnung, solange man nicht völlig schlecht ist. Oder, oder, oder...
Dieses: "Entweder man hat Spaß oder ist gut in der Schule" ist ja Unsinn.
Vermittelte ich meinen Nachhilfeschülern auch immer.
Ich habe fast nur Freizeit gehabt und war nur im Internet und hatte dennoch relativ gute Noten. Zwar nicht immer nur Einsen, aber mir reichten auch mal gute Zweien und ich wusste, dass ich in Mathe eben schlecht war und konnte das akzeptieren, solange ich das ausgleichen konnte. Freunde hatte ich wirklich wenige, aber das hatte andere Gründe.
Warum nun diese "Metapher" mit der Schule?
Auch in der Arbeitswelt müssen sich Aufstieg und Spaß nicht widersprechen.
Manchmal kann man durchaus Glück haben und etwas finden, wo man wirklich Spaß hat. Oder man schraubt seine Ansprüche runter und muss jetzt nicht zwingend das ganz große Geld machen oder ganz oben auf der Karriereleiter stehen. Oder man hat einen Nebenjob für Geld und etwas, das Spaß bringt. Oder man lebt sich künstlerisch aus und bekommt dann vom Staat Künstlergeld/Unterstützung.
Oder man findet eben Kompromisse.
Ich habe/hatte ja immer diese Idee, dass Leuten einfach Verschiedenes Spaß bringt. Der eine sagt bei einer Sache: "Oh nee das wäre mir zu monoton!" und für den anderen ist es genau richtig, der findet diese oder jene Tätigkeit meditativ. Und bei etwas anderem sagen welche: "Oh nee das ist mir zu stressig!" und andere brauchen diesen Stress.
Und so mach jeder das, was für ihn passend ist.
Der eine interessiert sich für das Paarungsverhalten von Rhinozeroskäfern und der andere interessiert sich für Börsenkurse und der übernächste kocht gerne.