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Spaß oder Geld?

  • Starter*in Starter*in Runalin
  • Datum Start Datum Start
R

Runalin

Gast
Ich hab langsam aber sicher das Gefühl: Den Job, in dem man Spaß und Geld hat gibt es nicht.
Oder zumindest ist er nur einer überschaubaren Masse von erfolgreichen Musikern, Fußballern oder anderen Promis vorbehalten.

Entweder man macht einen Job, in dem man gut Geld verdient, der einen aber kaum bestätigt und in dem man nur die Zeit absitzt, oder man lernt Tierpfleger, studiert exotische Fächer oder wird Künstler. Da macht vielleicht der Job Spaß, aber man hat nie oder kaum Geld.

Wie seht ihr das? Irre ich mich?

Gut, vielleicht ist das auch zu schwarz oder weiß gedacht. Aber das was ich in meiner Umwelt mitbekomme passt eher in die Kategorie.
 
Meine Arbeit macht mir Spaß und ich verdiene wesentlich mehr als der Durchschnitt, gleiches gilt für meine Freundin. Dementsprechend vielleicht etwas zu schwarz gedacht. 😕
 
Ich hab langsam aber sicher das Gefühl: Den Job, in dem man Spaß und Geld hat gibt es nicht.
Oder zumindest ist er nur einer überschaubaren Masse von erfolgreichen Musikern, Fußballern oder anderen Promis vorbehalten.

Entweder man macht einen Job, in dem man gut Geld verdient, der einen aber kaum bestätigt und in dem man nur die Zeit absitzt, oder man lernt Tierpfleger, studiert exotische Fächer oder wird Künstler. Da macht vielleicht der Job Spaß, aber man hat nie oder kaum Geld.

Wie seht ihr das? Irre ich mich?

Gut, vielleicht ist das auch zu schwarz oder weiß gedacht. Aber das was ich in meiner Umwelt mitbekomme passt eher in die Kategorie.

Wird mir auch oft vermittelt und gesagt und leider denke ich dieses teilweise auch schon, aber ich denke nicht, dass das so völlig schwarz-weiß ist. Ja, es wird (leider) immer wieder so vermittelt, aber man muss es ja nicht glauben. Manchmal habe ich auch das Gefühl das ist Propaganda von Leuten, die wenig qualifiziert sind und wenig Fähigkeiten oder Interessen mitbringen.

Das ist ein bisschen so als würde ein Schüler sagen: "Entweder man hat gute Noten und einen guten Schulabschluss aber dafür wenig Freizeit und wenig Freunde oder man hat viel Party, Freizeit und Freunde und dafür keine so guten Noten!"

Stimmt ja auch nicht so schwarz-weiß. Man kann sich seine Zeit ja einteilen und hat sowohl genug Zeit zum Lernen als auch für Freizeit oder man ist vielleicht auch einfach gut in der Schule und muss gar nicht oder nicht für alle Fächer lernen und ist trotzdem ohne Lernen gut und hat dann auch Freizeit.
Oder man schraubt seine Ansprüche etwas runter und findet auch 3en oder in einigen Fächern auch mal 4en in Ordnung, solange man nicht völlig schlecht ist. Oder, oder, oder...
Dieses: "Entweder man hat Spaß oder ist gut in der Schule" ist ja Unsinn.

Vermittelte ich meinen Nachhilfeschülern auch immer.

Ich habe fast nur Freizeit gehabt und war nur im Internet und hatte dennoch relativ gute Noten. Zwar nicht immer nur Einsen, aber mir reichten auch mal gute Zweien und ich wusste, dass ich in Mathe eben schlecht war und konnte das akzeptieren, solange ich das ausgleichen konnte. Freunde hatte ich wirklich wenige, aber das hatte andere Gründe.

Warum nun diese "Metapher" mit der Schule?

Auch in der Arbeitswelt müssen sich Aufstieg und Spaß nicht widersprechen.

Manchmal kann man durchaus Glück haben und etwas finden, wo man wirklich Spaß hat. Oder man schraubt seine Ansprüche runter und muss jetzt nicht zwingend das ganz große Geld machen oder ganz oben auf der Karriereleiter stehen. Oder man hat einen Nebenjob für Geld und etwas, das Spaß bringt. Oder man lebt sich künstlerisch aus und bekommt dann vom Staat Künstlergeld/Unterstützung.
Oder man findet eben Kompromisse.

Ich habe/hatte ja immer diese Idee, dass Leuten einfach Verschiedenes Spaß bringt. Der eine sagt bei einer Sache: "Oh nee das wäre mir zu monoton!" und für den anderen ist es genau richtig, der findet diese oder jene Tätigkeit meditativ. Und bei etwas anderem sagen welche: "Oh nee das ist mir zu stressig!" und andere brauchen diesen Stress.
Und so mach jeder das, was für ihn passend ist.

Der eine interessiert sich für das Paarungsverhalten von Rhinozeroskäfern und der andere interessiert sich für Börsenkurse und der übernächste kocht gerne.
 
Boris Becker hat mit seinem Hobby Millionen verdient. Aber - möchte ich mit ihm tauschen? Nicht wirklich! Er steht immer im Rampenlicht. Er wird auf Schritt und Tritt verfolgt. Privatleben? Kann man alles am nächsten Tag in der Presse nachlesen. Seine Knochen sind inzwischen wohl auch ziemlich verschlissen. Für seinen Erfolg müsste er hart arbeiten. Von der 40-Stunde-Woche hat er vielleicht geträumt. Mal eben mit Freunden treffen? Pustekuchen.
Ich finde, es liegt an einem selbst, was man aus seinem Leben macht oder womit man zufrieden ist. Ich bin mit meinem Job zufrieden, kann mir den einen oder anderen Wunsch erfüllen. Zum Glück kann ich mir nicht jeden Wunsch erfüllen.
 
Hallo Zusammen,

ich stimme dem Beitrag von Malou fast zu 100% zu.

Meiner bescheidenen Ansicht nach, muss sich Geld und Spaß nicht ausschließen. Jedoch bekommt man im Leben in der Regel auch nichts geschenkt. Es kann harte Arbeit sein, für sich selbst herauszufinden, was für einen persönlich erfüllend ist. Mitunter ist hier von Beginn an Unterstützung notwendig. Wenn man das für sich entdeckt hat, ist das schon die halbe Miete.

Es ist erstaunlich wie viel mehr Leistung man erbringt, welche Opfer man bereit ist zu bringen und auf was man verzichten kann, wenn man nur dieses eine tun darf und das nur aus Spaß. Leistung fühlt sich nicht als Last an, Opfer und Verzicht werden von einem nicht mehr als solche wahrgenommen.

Mit dem Spaß kann dann auch der monetäre Erfolg kommen, egal ob als Anwalt / Arzt oder Kassiererin / Reinigungskraft. Es gibt durchaus Kassiererinnen, die mehr Geld verdienen als Ärzte mit vergleichbarer Berufserfahrung.

Aber das kommt einem halt nicht zugeflogen... Der Anfang ist immer das Schwerste.

Das schöne an Deutschland ist, dass es diese Möglichkeiten grundsätzlich für alle gibt. Leider ist die Aufklärung (sowohl durch die Gesellschaft / Staat als auch durch die Eltern und Lehrer) über das "WIE" absolut unzureichend. Stichwort: akademische Bildung (Nutzung früher Bildungsmöglichkeiten, Lernaufsicht durch Eltern bzw. später Stipendium, BAFög, sonstige Fördermöglichkeiten).

Aktuell bin ich einer Familie von Beamten begegnet (Polizei), wo beide Elternteile ihren Kindern vermitteln, dass aus ihnen eh nix wird, statt sie beispielsweise bei den Hausaufgaben zu unterstützen. Die Bildung sei Aufgabe der Lehrer, diese würden ja dafür bezahlt werden. So kann der junge Mensch natürlich nicht all seine Möglichkeiten austesten... Das ist aber ein anderes Thema...

Viele Grüße
Homesick
 
Da spielt die Einstellung glaube ich auch eine Rolle und das sollte man in Rücksicht nehmen. Auch Jobs, die sehr viel Spaß machen, wenn man so einen Job länger hat, kommt natürlich die Routine nach einiger Zeit und es macht wahrscheinlich auch nicht mehr so viel Spaß. Man kann schon etwas finden, was gleichzeitig interessant ist und Geld bringt, man sollte aber auch dabei aufpassen, dass es eine Dynamik und eine Entwicklung gibt, damit man das Interesse auch nach einiger Zeit immernoch hat. Viele Menschen haben solche Bedürfnisse, sich zu entwickeln, das Gefühl zu haben, dass man in eine Richtung geht und etwas erreicht hat. Dead end jobs können nicht viele langfristig aushalten. Jobwechsel ist natürlich immer eine Option.
 

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