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Sozialer Beruf passend?

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Gast

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Hallo, falls ihr in sozialen Berufen arbeitet, gerade Pädagogen, könnt ihr mir vielleicht helfen. Also, ich bin schon immer jemand gewesen, dem das Wohl der Menschheit wichtig ist. Als ich klein war, haben mich Sachen aus anderen Ländern beschäftigt. Ich wollte helfen. Als ich größer wurde, interessierten mich die Verhaltensweisen von Menschen. Deswegen kam der Wunsch nach Psychologie, Soziologie oder Anthropologie. Eines davon studierte ich dann auch.

Mir wuchs im Studium alles über den Kopf und ich merkte am Ende, dass ich mich nicht nur kaputt studiert habe, sondern ich dort nicht weiter studieren kann (Studieninhalte zu schwer). Ich merkte auch, dass ich mit Menschen im direkten Kontakt doch einige Schwierigkeiten habe. Bisher habe ich mich davon so aus der Ruhe bringen lassen, dass ich sozial unsicherer geworden bin. Es endete häufig alles mit Rückzug und Nervosität, speziell bei Kommilitonen oder wenn Leistungen abgefragt werden (geht in Richtung Leistungsangst / Lampenfieber). Das geht aber auch darauf zurück, dass ich mit vielen Aufgaben schlechter klar komme als andere in meinem Alter (mit Daten und Schnelligkeit kann ich nicht). Da ging das Selbstvertrauen flöten und ich fragte nicht mehr nach Hilfe.

Jetzt muss ich mich umorientieren und dachte, es wäre vielleicht gut, einen sozialen Beruf zu wählen. Es ist leider eines der wenigen, die ich mir zutraue. Inhaltlich passt es auch zu meinem Studium. Eigentlich habe ich vor Menschen nie Angst gehabt, ich war nur nie richtig kontaktfreudig und etwas unbeholfen. Mit Kindern und alten Menschen konnte ich immer problemlos. Momentan habe ich eher weniger Lust auf alte Menschen, weiß auch nicht warum. Bei den Kindern fühle ich mich eigentlich ganz wohl, also dachte ich daran.

Allerdings bin ich nicht so der Typ, der MIT Menschen direkt arbeiten möchte. Eher alles, was im Hintergrund passiert. Und am liebsten möchte ich auch viel beobachten und beschreiben, selbst international arbeiten ist mir lieber als ewig hier zu sein, bis mich alle kennen (ich übertreibe jetzt mal). Ein paar Menschen um mich herum kritisierten mich für meinen Umgang mit Menschen. Irgendwie bin ich manchmal noch immer etwas mummelig durch den ganzen Studienstress und möchte eigentlich nur ausspannen und mich mal so richtig erholen. Ich habe mir ein Sabbatjahr genommen, aber so richtig zurück bin ich immer noch nicht. Das wird jetzt auch dadurch gestärkt, dass ich Beruf und Job suchen muss und mich das überfordert. Zeitlich finde ich es also gerade nicht ideal, um MIT Menschen zu arbeiten. Ich will ja nicht meine Laune abladen, bin eher geduldig, aber seit dem Studium eben anfälliger für Stress.



Kurz zusammengefasst: Menschen ja, aber nicht mit ihnen. Alternativen zum Sozialen kaum. Aktuell noch nicht ganz erholt, ungewiss wie es klappen soll.

Ich bin skeptisch und pessimistisch, versuche deswegen öfter etwas mutiger zu sein. Aber andere können von außen angeblich gut einschätzen, wie gut man in einen sozialen Job passt. Also probiere ich es mal. Ich habe mir einige Berufe beim Arbeitsamt angesehen, aber mich sprach keiner an. Vielleicht könnt ihr aus der persönlichen Erfahrung erzählen, wie euer Beruf im Alltag aussieht und wieviel ihr mit Menschen arbeitet. Ich finde Teamarbeit übrigens anstrengender als mit Leuten allein zu arbeiten. Die Randbedingungen sind natürlich auch nicht uninteressant, z.B. Arbeitsmarkt, Gehalt, Stundenumfang, ...

Danke für die Antworten!
 
Hallo Gast,
das klingt für mich wie "wasch mir den Pelz, aber
mach mich nicht nass", sorry. In einem sozialen
Beruf geht es nicht darum, im Hintergrund zu be-
obachten, sondern eben um den direkten Kontakt
zu den Menschen, mit denen du arbeitest. Es sei
denn, du bezeichnest Politiker auch als sozialen
Beruf 🙂 - da kannst du schön auf Abstand bleiben,
dich hinter deiner Rolle verstecken. Oder als Psy-
choanalytiker.
Mein Eindruck ist, dass du besser in Richtung Bank,
Versicherung, Forschung oder Lehre aufgehoben
wärst. Zumindest nichts, bei dem du die meiste
Zeit im direkten Einzelkontakt stehst.

Das Phänomen, das du beschreibst von wegen "für
die ganze Welt interessieren und dann Scheu vor
dem einzelnen konkreten Menschen" ist übrigens
eines, das bekannt und beschrieben ist - schau mal
hier: http://www.123modell.de/0300.htm (ich kenne das
auch von mir).

Gruß, Werner
 
Wenn du nicht im direkten face-to-face Kontakt mit Menschen arbeiten magst, ist der soziale Bereich gar nichts für dich. Du bist, egal ob in der Rolle als Erzieher, Pfleger, Sozialarbeiter, etc., eine Vertrauensperson für dein Klientel. Du weißt so viel über die Menschen mit denen du arbeitest. Da steht Fingerspitzengefühl, sicheres Auftreten und Entscheidungen treffen an der Tagesordnung. Jeder Mensch hat seine Launen. Wenn ich einen schlechten Tag habe, merken das meine Klienten. Ich sage dann auch "heute ist irgendwie nicht mein Tag" oder ähnliches. Das ist menschlich.

Ich bin übrigens Sozialpädagogin - frisch vom Studium, arbeite aber seit über 2 Jahren in einem Wohnheim für Menschen mit psychischen Erkrankungen. Es gibt fast nur TZ-Stellen, die meisten VZ-Stellen gibts bei freien Bildungsträgern. Dort bekommt man viel weniger Gehalt und käme für mich persönlich niemals infrage. Ich sag mir: Meine Arbeit ist mehr wert! Pflegekräfte werden überall gesucht, allerdings miese Arbeitszeiten, noch mieserer Lohn und am allermiesesten: Arbeitsbedingungen. Da die Kitas aus den Boden schießen wie Pilze wird da auch massig gesucht. Aber nur zum Erziehergehalt und Teilzeit. Dann die neue Regelung, dass jedes Kind eine Regelschule besuchen darf. Es gibt auch massig Stellen als Schulbegleiter. Allerdings auch Teilzeit. Ja, der ganze soziale Bereich ist überschwemmt von Teilzeitstellen.

Aber ganz im ernst: Du sagst selbst, du bist mit deinen Kräften am Ende. Nehm dir ne auszeit und tu etwas, was dir Spaß macht. Ausland? Wie wäre es mit einem Auslandsjahr? Entwicklungshilfe?
 
ich denke das du nicht direkt mit den personen zusamen arbeiten willst kommt daher, weil du angst hast das du überfordert wirst. vielleicht dem nicht gewachsen bist?

vielleicht sowas wie ernährungsberater? da ist es nicht so schlimm wenn mal falsche tipps gibst oder du mal nicht gut drauf bist.

keine ahnung kam mir nur so bei deinem text in den sinn als erstes und ich dachte ich gibts mal weiter 🙂
 
vielleicht sowas wie ernährungsberater? da ist es nicht so schlimm wenn mal falsche tipps gibst oder du mal nicht gut drauf bist.

keine ahnung kam mir nur so bei deinem text in den sinn als erstes und ich dachte ich gibts mal weiter 🙂

😱 Ich stelle mir einen übergewichtigen und/oder kranken Menschen vor, der sich Hilfe von einer/m ErnährungsberaterIn erhofft und auf einen Berater trifft, der "nicht so gut drauf ist" und falsche Tipps gibt.
 

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