Hallo Asti,
ich kann deine Sorge um dein Kind sehr gut verstehen. Du solltest dir jedoch darüber im Klaren sein, dass ein Kind sehr große Verantwortung bedeutet und es grad mit einem Kind mit ADHS absolut nicht leicht ist. Du bist psychisch krank, wenn du jedoch "angedoct" bist, das heißt dauerhaft in psychiatrischer und psychologischer Behandlung bist und sehr zuverlässig mit den Therapien dürfte nix dagegen sprechen dass du in der Lage bist dich um dein Kind zu kümmern.
Wichtig ist ja Kontinuität..es bringt nix wenn das kind weg vom Vater kommt, du dann aus Überforderung wieder krank wirst und das Kind dann wieder zurück zum Vater. Eine andere Möglichkeit wäre es deinen Sohn erst einmal oder ggf. auch dauerhaft in eine Pflegefamilie zu geben, wenn beide Elternteile nicht klarkommen.
Ich würde dir raten: kläre die Sache erstmal mit deinen behandelnden Ärzten ab, zusätzlich auch mit der Lebensberatung von Caritas oder Diakonie oder Familienberatung. Die können dir auch in Sachen Gericht, Anwalt besorgen, JA etc. beiseite stehen. Wenn der Vater das Kind schlägt, nicht ausreichend versorgt etc.. wäre es schon wichtig rasch etwas zu unternehmen..aber überlegt und immer in HInsicht auf das Kindeswohl. Immer ehrlich zu dir selber und anderen sein..ich finde den Hinweis nicht so gut zu verschweigen, dass du an Depression leidest...ein Arbeitskollege ist auch depressiv, Ehemann, Vater von zwei Kindern..aber stabil uhd leistungsfähig da er in dauerhafter BEhandlung ist und seine Erkrankung voll im Griff hat. Du kannst mit ärztlichem Attest über ERziehungsfähigkeit auch gut damit fahren, auch wenn es bekannt ist, dass du depressiv bist. Wenn es zum Sorgerechtsstreit kommt, könnte dir dein EX, der ggf. von deiner Krankheit weiss ansonsten nen STrick draus drehen, dass du das verschwiegen hast..ich würde mich dahingehend absichern...mit den Ärzten zusammen die Sache besprechen und ihre Mithilfe fordern. Offensiv direkt aufs Ziel zu..diese Strategie hat immer den meisten ERfolg.
Für ADHS gibt es spezielle Förderprogramme..an sich hättest du anstatt den Vater drei Jahre lang erfolglos zu bequatschen direkt zum JA gehen können...was du immer noch nachholen kannst. Wenn dein Kind schlecht beim Vater aufgehoben, in Gefahr ist psychischer oder körperlicher Gewalt ausgesetzt zu sein, sofort Anwalt einschalten, das Kind da wegholen..ohne Zaudern und Zagen! Handle, damit sind auch Angstzustände weg! Wenn du nicht dazu in der Lage bist solltest du zumindest so schnell wie möglich einen schriftlichen Bericht über die Zustände unter denen dein Sohn derzeit leben muss ans JA einreichen! Dann sind die an der Reihe was zu unternehmen! Tust du nix konkretes machst du dir gewiss nur weiter Vorwürfe und das macht dich auf Dauer kaputt und krank.
Ich wünsche dir auf jeden Fall viel ERfolg dabei und auch die notwendige Umsicht und v.a. das notwendige Durchsetzungsvermögen dein Kind in eine bessere Lage zu bringen. Nutze dazu die zur Verfügung stehenden Hilfsmittel, Hilfsorganisationen...JA finde ich an sich nicht so gut..besser ist Profamilia und Lebens- oder Familienberatung von Caritas und Diakonie, die dann gemeinsam mit dir und dem JA ne gute Lösung suchen.
Gruß
Tyra