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Soll ich meinem Freund von dem Abend erzählen?

  • Starter*in Starter*in Gelöscht 129956
  • Datum Start Datum Start

Soll ich es erzählen?

  • Ja

    Teilnahmen: 10 21,3%
  • Nein

    Teilnahmen: 37 78,7%

  • Anzahl der Umfrageteilnehmer
    47
Ich denke immer noch daran und habe oft Schuldgefühle deswegen.
Dass es passierte oder deine Lüge?
Weder das eine, noch das andere sollten Schuldgefühle auslösen.
Es ist eben passiert, Du hast zugestimmt dann aber gemerkt, es lief nicht so, wie Du es dir vorgestellt hattest. Das ist nicht deine "Schuld".
Auch die Lüge solltest Du nicht als Lüge sehen. Er war mit der Frage übergriffig, deine Vergangenheit geht nur dich was an. Insofern hat er auch keinen Anspruch auf die Wahrheit.

Wenn er erfährt, dass ich das damals in dieser Situation "erlaubt" habe, könnte ihn das sehr verwirren oder sogar verletzen?
Nur weil Du mal was falsch gemacht hast, kann er doch kein Problem damit haben, nun etwas richtig zu machen?

Es ist deine Vergangenheit, deine Sexualität, ein Teil von dir. Und es geht niemanden was an. Behalt es für dich.
 
Wenn es einvernehmlicher Sex gewesen wäre, okay. Aber da die Männer (sicher wissentlich) Deine Notlage ausgenutzt haben, sieht die Situation in meinen Augen anders aus. Für mich ist es sexuelle Gewalt, auch wenn Du nicht körperlich gezwungen wurdest. Offenbar wurdest Du aber zu Praktiken genötigt (und ohne Kondom), die Du nicht wolltest.

Mein Partner weiß auch nicht alles von mir. Muss auch gar nicht sein. Die Vergangenheit hat nicht unbedingt etwas mit meiner HEUTIGEN Beziehung zu tun.

Manchen Menschen geht es besser, wenn sie dem Partner von sexuellen Übergriffen erzählen, manchen nicht. Ich finde, so pauschal kann man nicht sagen, wie Du handeln "solltest". Höre da auf Dich, auf keinen anderen. Das mit der Frauenberatungsstelle finde ich eine sehr gute Idee, damit Du alles für Dich besser einordnen kannst.
 
Wäre ich an deiner Stelle würde ich die Frage mit einem dicken fetten NEIN beantworten. Keinesfalls würde ich deinem Partner das erzählen. Ich sehe da auch keine Lüge; dieser schwarze Fleck in deiner Vergangenheit geht schlichtweg nur dich etwas an und er hat - ohne das zu wollen, da ohne das zu wissen - diese "Lüge" provoziert. Es gibt bei ganz vielen Menschen peinliche oder unangenehme Momente im Leben, die man am liebsten ungeschehen machen würde. Nicht bei allen dieser Moment ist das möglich, aber man kann ihnen die Chance geben, tief in den Hinterkopf zu rutschen.

M. E. hast du deutlich mehr zu verlieren - nämlich die wie von dir empfundene "gute Beziehung" - als zu gewinnen. Wie auch immer dein Partner reagiert würde auf jeden Fall etwas haften bleiben (bestenfalls ein "ups, das hätte ich niemals von ihr gedacht" und auf der guten Beziehung läge ein Schatten. Gedanken sind frei; wie er dann tatsächlich über dich denkt, selbst wenn man es abhaken könnte unter "mies gelaufen", hast du nicht mehr in der Hand. Du weißt auch nicht, was er mit diesen Informationen macht. Er mag jetzt der liebste Mensch unter der Sonne für dich sein - du weißt nicht, was die Zukunft bringt. Ob diese Info dann zwischen euch bleibt hast du dann auch nicht mehr in der Hand. Du wärst nicht die erste, über die nach einer Trennung Dreck breitgetreten wird. Und dann hättest du womöglich ein noch viel größeres Problem als jetzt.

Ihm davon zu erzählen macht die Sache an sich auch nicht ungeschehen. Damit umzugehen wirst du weiter hinkriegen müssen und würdest das bestimmt auch schaffen. Immerhin warst du in der Lage eine Beziehung einzugehen und empfindest die als gut. Es ist auch klar, dass du das nicht einfach so aus deinem Gedächtnis löschst, dazu war es wohl ein zu einschneidendes Erlebnis.

Andererseits solltest du dich jetzt auch nicht dein Lebenlang dafür kasteien. Geschehen ist geschehen, du hast Gott sei Dank bis auf sehr unliebsame Erinnerungen keinen Schaden zurückbehalten. Inwiefern du mit denen allein zurecht kommst, kannst auch nur du selber entscheiden. Ich selber bin der Meinung, dass man nicht für alles einen Therapeuten braucht und meine Grenzen sind definitiv andere als die einiger anderer hier.

Ich bin auch nicht überzeugt, ob es diese Erfahrung ist, die dazu führt, dass du mit deinem Partner nicht zum Orgasmus kommst. Letztlich wird dir auch diese Frage kein Therapeut beantworten können; man hantiert da mit Möglich- und Wahrscheinlichkeiten. Viele Frauen, die niemals zuvor schlimme Erfahrungen gemacht haben, haben vergleichbare Schwierigkeiten.

Also, nein, nein und nochmals nein. Ganz dringend würde ich dir davon abraten, dieses Wissen mit anderen Menschen (außer womöglich einem Therapeuten, der einer Verschwiegenheitspflicht unterliegt) zu teilen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Fünf Jahre her, alles vor Eurer gemeinsamen Zeit...würde ich auf sich beruhen lassen.

In Berlin ist es gang und gäbe dass Männer Studentinnen (und sicher auch Studenten) in jeglicher Form finanziell versorgen um an Sex zu kommen.

Dein Freund kann positiv oder negativ reagieren. Positiv eher selten. Ich verstehe auch nicht warum man sich immer alte Bettgeschichten erzählen muss. Wann, wie..wieviele...ach nö!
 
Ich würde das als allererstes in einer Therapie versuchen zu klären. Klar sollte in einer Beziehung auch Platz für schmerzhafte Themen sein, aber gerade bei diesem wäre ich vorsichtig. Wenn man selbst noch nicht genau weiß, wie man zu etwas steht und vielleicht selbst noch nicht mal sehen kann, dass man eher Oper denn Täter war, wird das gerade beim Thema Sex mit vielen Männern mittlerweile wieder schwierig.
Im Übrigen bin ich auch kein Fan davon, meinen Partner mit allem zu belasten oder mir komplett und bis in jeden Winkel meiner - manchmal durchaus dunklen - Seele blicken zu lassen, meine Vergangenheit betreffend. Manches ist einfach meins und bleibt ungeteilt meins. Auch wenn das vielleicht Dinge sind, die andere sogar auf FaceBook teilen würden.
 
Hallo zusammen,

ich brauche dringend euren Rat. Ich bin in einer guten Beziehung, aber es gibt etwas aus meiner Vergangenheit, das mich belastet.

Vor einiger Zeit war ich in einer sehr schwierigen finanziellen Lage. Mein Vater wollte meine Miete nicht mehr zahlen und ich wusste nicht weiter. In meiner Verzweiflung habe ich dann ein Angebot angenommen, das ich heute bereue.

Ein Mann bot mir Geld für Sex. Als ich zustimmte, stellte sich heraus, dass es nicht nur um ihn ging, sondern um mehrere Männer. Ich war naiv und fühlte mich in der Situation überfordert. Es wurde ein schlimmer Abend und ich habe viel Lehrgeld bezahlt.

Das Problem ist, dass ich meinem jetzigen Freund davon nichts erzählt habe. Als er mich einmal fragte, ob ich schon mal mit mehreren Männern an einem Tag etwas hatte, habe ich es abgestritten. Ich schäme mich so sehr dafür und weiß nicht, wie ich damit umgehen soll.

Einerseits möchte ich ehrlich zu meinem Freund sein, andererseits habe ich Angst vor seiner Reaktion. Es ist schon eine Weile her und ich bin heute ein anderer Mensch. Aber die Lüge belastet mich.

Was würdet ihr an meiner Stelle tun? Soll ich reinen Tisch machen? Wenn ja, wie kann ich es ihm am besten erklären? Oder sollte ich es für mich behalten? Ich fühle mich so hin- und hergerissen.

Danke fürs Zuhören und für eure Ratschläge.
Wozu in der Vergangenheit rumstochern? Es ist vorbei und der jetzige Freund ist nicht davon betroffen.
Ehrlichkeit ist ja schön und gut, aber manchmal völlig unnötig.
 
Ich würde auch sagen: Nicht erzählen. Es war kein schönes Erlebnis, es ist lange her und es ist dir sehr unangenehm. Wieso muss man das dem Partner erzählen? Es war lange vor eurer Zeit. Niemand erzählt all seine sexuellen Begegnungen bis auf den kleinsten Nenner. Bestimmte Gedanken und Geheimnisse dürfen privat bleiben, vor allem wenn sie im jetzigen Lebenspunkt keine Rolle mehr spielen. Alleine diese Abfrage des Partners, ob man was mit mehreren an einem Tag hatte und generell so Fragen, die die sexuelle Erlebnisse mit Fokus darauf wie viel jemand in der Vergangenheit erlebt hat, finde ich schräg. Fragst du ihn sowas auch? Wird erwartet, dass man alles über sich von früher preisgibt? Was erhofft man sich mir diesem Wissen? Das bringt doch nicht Positives.
 
Mein Eindruck von Männern ist, dass sie auf solche Storyies richtig geil sind und genau da ist der Punkt, dass können sie sie dir, wenn die Beziehung mal nicht so gut läuft um die Ohren hauen. Ich glaube, wenn du die Story erzählst, erwartest du auch von deinem Freund für die damalige Situation Verständnis und ich sage dir, dass du das nicht bekommen wirst, eben weil er gefragt hat. Er hat eine andere Motivation als Verständnis zu zeigen.

Warum interessiert ihn das, will er sich daran aufgeilen, will er das mit dir machen oder um was geht es ihm. Frag ihn, warum er das wissen will. Wenn er vor hat, dass mit dir zu machen, dann sage ihm klipp und klar, dass du das nicht möchtest. Eine Begründung musst du nicht sagen, du willst das nicht und Ende der Durchsage. Du wirst merken, wenn er bei der Beantwortung der Frage, lügt. Jedes Wort, was er dazu sagen würde, würde dich verletzen, eben weil du mit dir nicht im Reinen bist.

An deiner Stelle würde ich das auf gar keinen Fall erzählen. Es ist Vergangenheit und du warst mit ihm nicht zusammen. Es hat ihn nicht zu interessieren.

Du bist mit der Sache mit dir nicht im Reinen und dadurch bist du unsicher und weißt nicht, was du machen sollst. Hier wurden schon Hilfsstellen angesprochen. Nimm bitte die Möglichkeit wahr, damit du die Sache für dich abschließen kannst. Wenn du dir Hilfe geholt hast, dann erwarte nicht, dass sich das Problem gleich in Luft auflöst, das dauert seine Zeit bist du das verarbeitet hast. Habe Geduld mit dir.

Etwas anderes wäre es, wenn du das Bedürfnis hättest, mit deinem Freund darüber zu reden, ohne dass er danach fragt. Das ist eine völlig andere Situation und setzt großes Vertrauen voraus. Das kannst du aber nur machen, wenn du mit dir im Reinen bist, dann bist auch frei davon Verständnis zu erwarten. Frei von der Erwartung Verständnis zu erhoffen, heißt auch, dass dich in der Situation keiner verletzten kann. Eben weil du mit dir im Reinen bist.
 
Zuletzt bearbeitet:
Mein erster,spontaner Gedanke war "nein".Der Partner muss nicht alles wissen und besonders nicht,das,was schon mehrere Jahre her ist und zusätzlich auch noch belastend sein kann.
Einerseits möchte ich ehrlich zu meinem Freund sein, andererseits habe ich Angst vor seiner Reaktion. Es ist schon eine Weile her und ich bin heute ein anderer Mensch. Aber die Lüge belastet mich.
Meine Frage dazu:
Belastet dich das Geschehen an sich oder die " Lüge"?
Wenn dich die " Lüge" belastet,das finde ich unnötig,weil diese Frage in einem Spiel aufkam und nicht verpflichtet,ehrlich zu antworten auf etwas so Intimes.
Gegebenfalls ist dein Freund damit überfordert.

Wenn dich das Geschehen an sich immer noch beschäftigt und du das Bedürfnis hast,mit ihm darüber zu sprechen,ist das etwas ganz anderes.
Gibt es Vertrauen zwischen euch?
Warum hast du Angst vor seiner Reaktion?
Zeigt er allgemein wenig Verständnis?
Vielleicht ist es noch zu früh.
Vielleicht ist ein Gespräch mit einem anderen Vertrauten eine bessere Lösung?
( Hinzugefügt,dass ich meinen Freundinnen das anvertrauen könnte und wüsste ,dass es nicht " verpetzt" wird)
Oder auch vllt einen Therapeuten?
Mit einem " Ja" oder " Nein" kann ich hier nicht antworten und ich denke eine Umfrage wird dir nicht weiterhelfen.
Horch in dich hinein,was du brauchst.
Und festige deine Vertrauensbasis mit deinem Freund.Beobachte ,wie er auf deine Sorgen reagiert,auf deine Ängste oder andere Sachen,die dich beschäftigen!
 

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